Die Haselnuss wächst im Garten meist als kräftiger Strauch und liefert bei guter Pflege viele aromatische Nüsse. Entscheidend für ein gesundes Wachstum und eine reiche Ernte sind der passende Standort, ein regelmäßiger Schnitt und die richtige Pflege zur passenden Zeit.

Der Haselnussbaum, auch als Gewöhnliche oder Gemeine Hasel (Corylus avellana) bekannt, ist der klassische Haselnussstrauch für den Garten. Er wächst als heimischer, mehrstämmiger Großstrauch und trägt die bekannten Haselnüsse. Da er gut schnittverträglich ist, lässt er sich durch regelmäßiges Auslichten in Form halten. Nicht zu verwechseln ist er mit der Baumhasel (Corylus colurna), die baumartiger wächst, bis zu 20 m hoch wird und kleinere Nüsse bildet.

Steckbrief Haselnuss / Waldhasel

Die richtige Pflanzzeit für den Haselnussstrauch ist der Herbst
Da bereitet das Knacken der Haselnüsse richtig Freude | © Olena Rudo / stock.adobe.com

Der Haselnussbaum ist ein Strauch aus der Familie der Birkengewächse (Betulaceae). Schon von Februar bis April hängen die goldgelben Kätzchen an den noch kahlen Ästen und liefern Bienen und Hummeln den ersten Pollen des Jahres. Ab September reifen dann die Nüsse, ein willkommener Wintervorrat für Eichhörnchen und Kleintiere, aber auch zum Eigenverzehr geeignet.

Haselnuss (Corylus avellana)
Wuchsgeschwindigkeit:40 – 90 cm/Jahr
Wuchshöhe:500 – 700 cm
Wuchsbreite:500 – 700 cm
Wurzelsystem:Flachwurzler
Standort:Sonne bis Halbschatten
Boden:anspruchslos
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💡 Tipp:
Wir haben uns übrigens für den Haselnussstrauch „Wunder aus Bollweiler“ entschieden. Dessen Nüsse durften wir schon einmal bei Freunden genießen. Großartig!

Haselnussbaum pflanzen

Im Handel ist Corylus avellana als junge Topfware, als größere Containerpflanze oder im Weichwandcontainer mit zersetzungsfähiger Folie erhältlich.

Standort

Ein Haselnussbaum mag es warm und wächst am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Je sonniger die Hasel steht, desto besser reifen die Nüsse aus. Wichtig ist ausreichend Platz, denn die Haselnuss wächst breit, bildet mehrere Stämme und mit der Zeit Ausläufer.

Haselnuss Pflanzabstand
• Eine frei stehende Hasel braucht 5 bis 7 m Platz
• Als Einzelstrauch mit regelmäßigem Schnitt reichen 3–4 m Abstand zu anderen Gehölzen
• Eine Haselhecke benötigt für eine dichte Hecke etwa 60–80 cm Abstand und für eine lockere, naturnahe Hecke 1–1,5 m Pflanzabstand

Pflanzzeit

Die beste Pflanzzeit für die Haselnuss ist der Herbst oder das zeitige Frühjahr, solange der Boden frostfrei ist und noch genügend Feuchtigkeit hat.

💡 Tipp:
Containerpflanzen sind grundsätzlich ganzjährig pflanzbar, außer bei gefrorenem Boden oder großer Sommerhitze über 30 °C.

Boden

Am besten gedeiht die Hasel in einem durchlässigen, nährstoffreichen Boden. Allerdings ist sie auch anspruchslos und kommt daher mit vielen anderen Böden zurecht, solange sie nicht dauerhaft staunass steht.

Pflanzanleitung Schritt für Schritt

  1. Pflanzloch graben
    Das Pflanzloch sollte etwa doppelt so breit wie der Wurzelballen sein, damit die Wurzeln locker einwachsen können. In der Tiefe reicht es, wenn der Haselstrauch genauso wie zuvor im Topf sitzt.
  2. Boden vorbereiten
    Lockere, gut durchlässige Erde erleichtert der Hasel das Anwachsen. Ist der Boden stark verdichtet, wird der Aushub vor dem Einpflanzen mit etwas reifem Kompost gemischt.
  3. Wurzelballen anfeuchten
    Vor dem Pflanzen wird der Topfballen gründlich gewässert. Dafür die Haselnuss im Topf in einen Eimer mit Wasser stellen und erst wieder herausnehmen, wenn keine Luftblasen mehr aufsteigen.
  4. Pflanze einsetzen
    Danach wird der Pflanztopf entfernt und die Hasel gerade in das vorbereitete Pflanzloch gesetzt. Anschließend das Loch mit Erde auffüllen und leicht festtreten, damit keine Hohlräume bleiben.
  5. Angießen
    Direkt nach dem Pflanzen kräftig wässern, damit ein guter Bodenschluss entsteht.
  6. Mulchen
    Zum Schluss wird rund um den Haselnussstrauch eine dünne Mulchschicht von etwa 3 bis 5 cm verteilt. Geeignet sind Biofaser, Holzhackschnitzel, Rindenmulch, gehäckselte Äste oder Laub. Wichtig ist etwas Abstand zum Stamm, damit dort keine dauerhafte Feuchtigkeit entsteht. Frischer Rasenschnitt sollte nur sehr dünn aufgetragen werden, da er in dicken Schichten schnell fault.

💡 Tipp:
Für eine Haselnusshecke wird ein Abstand von 60 bis 80 cm zwischen den Pflanzen empfohlen. Nach dem Pflanzen werden die Triebe etwas zurückgeschnitten, damit sie sich besser verzweigen.

Haselnussbaum pflegen

Haselnussbaum – Anbau und Pflege
Der Haselnussbaum ist sehr pflegeleicht | © M. Bernd Wolter / stock.adobe.com

Gießen

Der Haselnussstrauch bildet ein eher flaches Wurzelsystem und braucht in den ersten 1 bis 2 Jahren nach der Pflanzung regelmäßig Wasser. Hängen die Blätter bei Hitze schlaff herab, sollte durchdringend gegossen werden. Danach ist sie meist gut eingewurzelt und muss nur noch bei längerer Trockenheit, großer Hitze oder auf sehr sandigen Böden gegossen werden. Staunässe verträgt die Hasel jedoch nicht.

Düngen

Beim Düngen ist die Hasel recht anspruchslos. Auf normalen Gartenböden reicht es, im Frühjahr etwas reifen Kompost rund um den Strauch zu verteilen und flach einzuarbeiten. Mehr braucht sie meistens nicht. Wird zu stark gedüngt, wächst die Hasel zwar kräftig ins Holz, setzt aber nicht unbedingt mehr Nüsse an.

Rückschnitt

Für die normale Pflege reicht es, den Haselstrauch alle 2 bis 4 Jahre auszulichten. Dabei werden 2 bis 3 alte, sehr dichte oder nach innen wachsende Triebe bodennah entfernt. Junge, kräftige Triebe bleiben stehen, damit der Strauch sich laufend erneuern kann.

💡 Tipp:
Ist ein Haselnussstrauch stark vergreist, wird er schrittweise über drei Jahre auf 40–50 cm heruntergekürzt, oder erhält einen Radikalschnitt. Dafür werden alle Triebe bis auf eine Handbreit über dem Boden heruntergeschnitten.

Überwintern

Ein Haselnussstrauch ist extrem winterhart (bis ca. –30 °C) und benötigt im Garten ausgepflanzt keinen Winterschutz.

Schädlinge und Krankheiten

Haselnussbohrer
Der Haselnussbohrer: wunderschön anzusehen und doch so zerstörerisch – © Mi St /stock.adobe.com

Die Gemeine Hasel ist ein robuster Großstrauch und macht im Garten meist wenig Probleme. Der wichtigste Schädling ist der Haselnussbohrer (Curculio nucum). Typisch sind kleine Löcher in der Nussschale und vorzeitig abfallende Nüsse. Befallene Früchte sollten früh eingesammelt und entsorgt werden, damit sich die Larven nicht im Boden weiterentwickeln. Ausführliche Informationen zu Schadbild, Lebensweise und Bekämpfung gibt es hier: Haselnussbohrer bekämpfen.

Haselnüsse ernten und lagern

Ab September lohnt sich der Blick unter den Haselstrauch. Sobald die Fruchthüllen trocken werden, sich braun färben und die ersten Nüsse von selbst zu Boden fallen, beginnt die Erntezeit. Reife Haselnüsse lösen sich leicht aus der Hülle und lassen sich ohne großen Kraftaufwand knacken.

Vollreife Haselnüsse können direkt nach der Ernte gegessen werden. Wer sie länger aufbewahren möchte, breitet sie flach an einem warmen, trockenen und gut belüfteten Ort aus. Nach etwa 4 bis 6 Wochen sind sie ausreichend nachgetrocknet und lassen sich mehrere Monate lagern.

💡 Tipp:
Feste, grüne Nüsse sollten am Strauch bleiben. Sie reifen nach der Ernte nicht nach, sind geschmacklich bitter und verderben schnell.

Ringo von Gartentipps.com

Ringo ist Gründer und Chef-Redakteur von Gartentipps.com. Hat auf dem Dorf (bei Oma) zwischen Stachelbeeren, Kirschbaum und Hühnerhof seine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt.

1 Kommentar

  1. Hallo liebes Gartenteam,
    ich habe vor ca. 3 Jahren in unseren Hühnerauslauf einen Haselnussstrauch der Sorte Fertile de Coutard gepflanzt. Er ist gut angewachsen und hatte schon ein paar wenige(10 Stück) Früchte. Leider waren sie manchmal leer oder die Nüsse drin waren vertrocknet.
    Circa 250 Meter weiter weg ist ein Waldrand mit sehr vielen wilden Haselnusssträuchern und ich dachte mir, das reicht zum Befruchten meines Sträuchleins. Stimmt das oder ist das doch zu weit weg. Die Sommer sind bei uns übrigens sehr trocken.
    Was soll ich machen? Im Sommer mehr gießen oder doch noch einen zweiten Hasel dazupflanzen? Die Nüsse hatten übrigens keine Bohrlöcher oder so.
    würde mich sehr freuen,wenn ihr mir weiterhelfen könnt

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