Ende August rückt die Pflanzzeit für viele immergrüne Hecken näher. Entscheidend für ein gutes Anwachsen sind ein noch warmer Boden, ausreichend Feuchtigkeit und die richtige Pflanzung.

Eine neue Hecke soll möglichst schnell einwurzeln und geschlossen wachsen. Der Spätsommer bietet dafür gute Voraussetzungen, doch der genaue Termin will überlegt sein. Nach heißen, trockenen Wochen trocknet ein frisch gesetzter Wurzelballen rasch aus. Sobald kühlere Tage und Regen folgen, sieht es an derselben Stelle schon ganz anders aus.

Wann immergrüne Hecken im Spätsommer pflanzen?

Der Spätsommer umfasst kalendarisch die Monate August und September. Innerhalb dieses Zeitraums entscheiden Boden und Witterung über den besten Termin. Ist die Erde Ende August nach einer Hitzeperiode trocken und warm bis in tiefere Schichten, lohnt sich das Warten auf kühlere Tage. Nach ergiebigem Regen und bei gemäßigten Temperaturen finden frisch gesetzte Pflanzen bessere Startbedingungen.

Im September verbessern sich die Voraussetzungen meist von selbst. Der Boden besitzt noch ausreichend Wärme für die Wurzelbildung, während die Verdunstung über Blätter und Nadeln langsam zurückgeht. Eine allgemeine Schlussfrist Mitte September gibt es nicht. Mildes Herbstwetter verlängert die Pflanzzeit bis weit in den Oktober.

💡 Tipp:
Schwere Lehm- und Tonböden benötigen besondere Aufmerksamkeit. Bleibt Wasser nach Regen lange in einem ausgehobenen Pflanzloch stehen, droht im Winter Staunässe. Auf solchen Standorten bietet eine Pflanzung im Frühjahr häufig bessere Voraussetzungen.

5 immergrüne Hecken für den Garten

Thuja und Kirschlorbeer prägen noch immer viele Grundstücksgrenzen. Für eine Neupflanzung stehen jedoch Alternativen bereit, die sich je nach Garten besser eignen. Die folgenden fünf Arten unterscheiden sich bei Lichtbedarf, Wuchs und Pflege.

1. Eibe (Taxus baccata)

Eibenhecke pflanzen und pflegen - Anleitung & Tipps für eine dichte Hecke
Eine Eibenhecke ist immergrün. | © progarten / stock.adobe.com

Die heimische Eibe gehört zu den vielseitigsten immergrünen Heckenpflanzen. Sie wächst in Sonne, Halbschatten und Schatten und eignet sich optimal für dicht geschnittene Hecken.

Ein besonderer Vorteil zeigt sich wahrlich beim Schnitt der Eibe. Während viele Nadelgehölze nach einem Schnitt ins kahle alte Holz nur schlecht wieder austreiben, regeneriert sich die Eibe auch aus älteren Zweigen. Selbst eine aus der Form geratene Hecke lässt sich dadurch später noch korrigieren.

💡 Tipp:
Nadeln, Samen und weitere Pflanzenteile der Eibe sind giftig. Das rote Fruchtfleisch enthält kein Taxin, der darin liegende Samen dagegen schon.

2. Stechpalme (Ilex aquifolium)

Stechpalme als Hecke
Die Stechpalme eignet sich als Sichtschutz und Hecke | © EvgeniiAnd / stock.adobe.com

Die Europäische Stechpalme gehört zu den wenigen heimischen immergrünen Laubgehölzen. Besonders gut passt sie in halbschattige und schattige Gartenbereiche.

Ihre glänzenden Blätter bilden über das gesamte Jahr einen dichten Sichtschutz. Im Frühsommer erscheinen kleine, helle Blüten, die von Insekten besucht werden. Weibliche Pflanzen entwickeln nach erfolgreicher Bestäubung rote Früchte. Sie dienen verschiedenen Vogelarten im Herbst und Winter als Nahrung.

3. Glanzmispel (Photinia × fraseri ‚Red Robin‘)

Glanzmispel als Hecke gepflanzt
Glanzmispelhecke | © saratm / stock.adobe.com

Bei der Glanzmispel ‚Red Robin‘ sorgt bereits der Austrieb für Farbe. Die jungen Blätter erscheinen kräftig rot und färben sich später dunkelgrün.

Die Pflanze entwickelt sich zu einer dichten, immergrünen Hecke und wächst deutlich schneller als Eibe oder Stechpalme. Besonders gut gedeiht sie an sonnigen bis halbschattigen und geschützten Plätzen mit durchlässigem Boden.

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4. Schirmbambus (Fargesia murielae)

Schirmbambus im Garten
Der Schirmbambus kann als Solitär-, Hecken- oder Kübelpflanze verwendet werden | © kateej / stock.adobe.com

Schirmbambus bildet keinen streng geometrischen Heckenkörper, sondern einen lockeren grünen Sichtschutz. Seine etlichen Halme und schmalen Blätter bewegen sich bereits bei leichtem Wind und wirken wesentlich weniger massiv als eine geschnittene Gehölzhecke. Mit der Zeit bildet sich eine leichte, und trotzdem blickdichte Hecke.

💡 Tipp:
Fargesia wächst horstig. Anders als ausläuferbildende Bambusarten schiebt Schirmbambus keine langen Rhizome durch den Garten. Eine Rhizomsperre ist daher nicht erforderlich.

5. Feuerdorn (Pyracantha coccinea ‚Red Column‘)

Feuerdorn 'Red Column' als Immergrüne Hecke
Feuerdorn ‚Red Column‘ als Immergrüne Hecke | © Tanya / stock.adobe.com

Der Feuerdorn ‚Red Column‘ bringt mehr als immergrünes Laub an die Grundstücksgrenze. Im Frühsommer erscheinen viele weiße Blüten. Später entwickeln sich kräftig rote Früchte, die bis weit in den Herbst und teilweise in den Winter an den Zweigen sitzen.

Die aufrecht wachsende Sorte eignet sich sowohl für geschnittene als auch für lockere, blühende Hecken. Sonne und Halbschatten werden gut vertragen. Ein durchlässiger Gartenboden und ein Platz ohne dauerhafte Staunässe bieten passende Bedingungen.

💡 Tipp:
Seine dornigen Zweige bilden einen geschützten Bereich für Vögel. Direkt an schmalen Gartenwegen, häufig genutzten Durchgängen oder Sitzplätzen benötigt Feuerdorn dagegen ausreichend Abstand.

Immergrüne Hecke passend zum Standort auswählen

Die beste Heckenpflanze ist nicht automatisch die schnellste oder dichteste Art. Sie muss zum vorhandenen Standort passen. Schon einige Stunden mehr Sonne oder ein Boden, der nach Regen lange feucht bleibt, verändern die Auswahl. Ist die passende Pflanzenart gefunden, entscheidet die Bodenvorbereitung über den nächsten Schritt.

HeckenpflanzeGeeigneter StandortBodenWuchs
EibeSonne bis Schattendurchlässig, frischlangsam, sehr dicht
StechpalmeHalbschatten bis Schattenhumos, frischeher langsam
Glanzmispel ‚Red Robin‘Sonne bis Halbschatten, geschütztdurchlässigmittel bis zügig
SchirmbambusHalbschatten, geschützthumos, gleichmäßig frischlocker, aufrecht
Feuerdorn ‚Red Column‘Sonne bis Halbschattendurchlässigaufrecht, dicht

Boden für immergrüne Hecken vorbereiten

Eine Hecke steht viele Jahre am selben Platz, und verdichtete Erde lässt sich nach dem Pflanzen kaum noch tiefgründig bearbeiten. Daher beginnt die Vorbereitung nicht erst mit dem Pflanzloch, sondern mit dem gesamten Pflanzstreifen.

Zunächst werden mehrjährige Wurzelunkräuter wie Quecke oder Giersch vollständig ausgegraben, denn zwischen dicht stehenden Heckenpflanzen sind sie später kaum noch zu fassen. Anschließend wird der Boden im Pflanzbereich so tief gelockert, dass der Spaten ohne großen Widerstand eindringt. Auf schweren Böden lohnt zusätzlich ein genauer Blick auf den Wasserabzug. Bleibt ein mit Wasser gefülltes Pflanzloch über längere Zeit nass, reicht bloßes Auflockern häufig nicht aus. Dann verbessert großflächig eingearbeiteter grober Sand oder feiner Splitt den Wasserabzug.

Bei einer längeren Hecke erleichtert ein durchgehender Pflanzgraben die Arbeit, denn die Wurzeln treffen dahinter nicht sofort auf harte, verdichtete Erde, sondern wachsen ungehindert in den gelockerten Streifen hinein. Der Aushub kann anschließend mit Kompost aufgewertet werden.

Immergrüne Hecke richtig pflanzen

Wie schnell die Hecke geschlossen wirkt, hängt stark vom Pflanzabstand ab. Ein einheitliches Maß für alle Arten wäre dennoch falsch. Die konkrete Zahl richtet sich nach Art, Sorte und vor allem nach der Größe der gekauften Pflanzen. Kleine Jungpflanzen stehen dichter als bereits kräftige Exemplare aus der Baumschule.

  1. Eine straff gespannte Schnur markiert zunächst den Verlauf der späteren Hecke. Bei einer längeren Reihe verhindert sie, dass einzelne Pflanzen nach vorn oder hinten versetzt stehen.
  2. Vor dem Austopfen wird der Wurzelballen gründlich gewässert. Besonders nach warmen Tagen fühlt sich die Oberfläche eines Containerballens manchmal feucht an, während sein Inneres bereits trocken ist. Wasser muss deshalb den gesamten Ballen durchdringen.
  3. Die Pflanzen werden ungefähr so tief gesetzt, wie sie zuvor im Container standen. Die Ballenoberkante schließt etwa mit dem umgebenden Boden ab. Nach dem Pflanzen setzt sich lockere Erde noch etwas. Ein vorsorglich besonders tief gesetzter Ballen liegt später schnell zu tief.
  4. Anschließend kommt der Aushub zurück in den Pflanzgraben. Die Erde wird mit den Händen oder dem Fuß vorsichtig angedrückt, aber nicht stark verdichtet.
  5. Kräftiges Angießen sorgt schließlich für den Bodenschluss rund um den Ballen. Ein flacher Gießrand verhindert, dass das Wasser seitlich davonläuft.

💡 Tipp:
Eine Mulchschicht hält die Feuchtigkeit länger im Boden und bremst Unkraut zwischen den jungen Heckenpflanzen. Direkt an Stamm und Trieben bleibt etwas Platz frei. Dauerhaft feuchtes Mulchmaterial liegt dort sonst unmittelbar an der Rinde.

Immergrüne Hecke nach der Pflanzung schneiden

Ein kräftiger Pflanzschnitt direkt nach dem Setzen gehört bei einer im Spätsommer gepflanzten Hecke nicht zur allgemeinen Pflege. Zunächst benötigt das Gehölz Kraft für die Wurzelbildung.

Der Leittrieb junger immergrüner Hecken bleibt normalerweise stehen, bis die gewünschte Höhe erreicht ist. Lange Seitentriebe werden später passend zur jeweiligen Pflanzenart gekürzt.

Bei Nadelgehölzen verlangt der Schnitt besondere Vorsicht. Viele Arten treiben aus vollständig kahlem altem Holz kaum wieder aus. Die Eibe ist hier eine Ausnahme und verträgt auch stärkere Korrekturen.

💡 Tipp:
Zwischen dem 1. März und dem 30. September erlaubt das Bundesnaturschutzgesetz an Hecken nur schonende Form- und Pflegeschnitte am Zuwachs. Vor jedem Schnitt wird außerdem geprüft, ob Vögel oder andere Tiere die Hecke nutzen.

Immergrüne Hecke im ersten Winter schützen

Auch im Winter verdunsten immergrüne Pflanzen Wasser über Blätter und Nadeln. Nach einem trockenen Herbst startet eine junge Hecke deshalb besser mit gut durchfeuchtetem Boden in die kalte Jahreszeit.

Bleiben Niederschläge aus, werden immergrüne Pflanzen auch im Winter gegossen, aber nur an frostfreien Tagen. Besonders Wintersonne und trockener Wind erhöhen den Wasserverlust. Gleichzeitig nehmen die Wurzeln aus gefrorener Erde kaum Feuchtigkeit auf. Braune Blattränder und vertrocknete Triebspitzen sind typische Folgen dieser Frosttrocknis.

Eine Mulchschicht bremst die Austrocknung des Bodens aus. Junge Glanzmispeln und andere empfindlichere immergrüne Gehölze profitieren an sehr sonnigen oder windoffenen Plätzen im ersten Winter zusätzlich von Reisig oder einem luftdurchlässigen Schattiergewebe.

Ob die Spätsommerpflanzung gelungen ist, zeigt sich im folgenden Frühjahr. Gut eingewurzelte Hecken treiben dann kräftig durch und schließen erste Lücken bereits in der neuen Saison. Ein wenig Dünger unterstützt den neuen Austrieb.

Ringo von Gartentipps.com

Ringo ist Gründer und Chef-Redakteur von Gartentipps.com. Hat auf dem Dorf (bei Oma) zwischen Stachelbeeren, Kirschbaum und Hühnerhof seine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt.

2 Kommentare

  1. Ist die Glanzmispel eine Vogelfreundliche Pflanze ?
    Bei der Kirschlorbeerhecke habe ich gehört ,dass sie für unsere heimischen Vögel nicht so geeignet ist.
    Welche Alternative gibt es außer Thuja noch um eine Hecke anzulegen?
    Mit freundlichen Grüßen
    Astrid Köhler

    • Kathrin von Gartentipps
      Kathrin Gehring on

      Hallo Frau Köhler, die Glanzmispel ist eine vogelfreundliche Pflanze, da ihre Beeren von Vögeln gerne gefressen werden. Als Alternative zur Kirschlorbeerhecke, könnten Sie etwa auf heimische Sträucher wie Liguster, Hainbuche oder Weißdorn zurückgreifen. Sonnige Grüße Kathrin vom Gartentipps-Team

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