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Kirschbaum vor Staren schützen – 6 Möglichkeiten vorgestellt

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Stare lieben Kirschen. Damit die Ernte nicht in Gefahr gerät, muss der Baum vor den Vögeln geschützt werden. Unterschiedliche Möglichkeiten stellen wir Ihnen hier vor.

Kirschbaum vor Staren schützen
© Katarzyna – Fotolia.com

Für viele Hobbygärtner ist die Zeit der Kirschernte mit die schönste Zeit des Jahres. Kein Wunder, denn die mal süßen, mal säuerlichen Früchte haben nicht nur einen wunderbar frischen Geschmack, sie sind, wenn man sie im normalen Handel kaufen möchte, auch verhältnismäßig teuer. Wer hingegen einen gut gewachsenen Kirschbaum im Garten hat, hat jedes Jahr mehrere Kilo Kirschen für den privaten Gebrauch zur Verfügung, die bis auf ein paar Stunden Arbeit beim Pflücken der Früchte keine Kosten verursachen. Wenn allerdings die Zeit der Kirschernte beginnt und der Hobbygärtner feststellt, dass weite Teile der Kirschernte durch hungrige Vögel zerstört wurde, kann die Vorfreude schnell in herbe Enttäuschung umschlagen. Dabei gibt es einfache Mittel und Wege, Stare und andere Vogelarten aus dem heimischen Garten fernzuhalten.

Dabei ist es in erster Linie wichtig zu wissen, was die Vögel überhaupt gerade in den Kirschbaum zieht. Zum einen ist es natürlich die auffällige Signalfarbe der Kirschen. Das knallige Rot mit dem Früchte in der Sonne leuchten, zieht Stare und andere Vögel geradezu magisch an. Dazu kommt, dass Kirschen eine verhältnismäßig leichte Beute sind. Die Früchte hängen hoch oben in der Baumkrone und an den verschiedenen Ästen, sind leicht zugänglich und für Vögel, die sich auf den Ästen des Kirschbaumes niederlassen, schnell und einfach zu erreichen. Außerdem liefern Kirschen eine Menge Nährstoffe und sind dazu auch noch ungemein lecker – auch für den Geschmack von Staren. Und natürlich können Stare, wenn nicht gerade ein Mensch in der Nähe ist, den Kirschbaum in der Regel ungehindert plündern – denn natürliche Feinde hat der Star rund um den Kirschbaum nicht zu befürchten. Das alles macht Kirschen für Stare und andere Vögel auf Futtersuche zu einem gern gewählten Ziel.

» Übrigens: Wenn Ihr Baum bislang vom Vogelfraß verschont geblieben ist, müssen Sie nicht unbedingt vorsorgend tätig werden. Aber wenn ein Baum das erste Mal von einem Schwarm Vögel „entdeckt“ wurde, besteht die Gefahr, dass diese Vögel jedes Jahr wieder kommen um den Baum wieder abzuernten.

Was genau gilt es zu beachten, wenn man seinen Kirschbaum vor Staren schützen möchte?

Wer seinen Kirschbaum vor Staren schützen möchte, sollte dabei einige Punkte unbedingt beachten. Zum einen sind auch Stare Lebewesen und Tierquälerei ist in Deutschland verboten. Auch wenn man als stolzer Besitzer eines Kirschbaumes durchaus eine gewisse Wut verspüren kann, wenn Vögel sich an der Kirschernte zu schaffen machen, muss man doch bei der Wahl der Mittel, die man gegen die Vögel verwenden möchte, darauf achten, dass die Tiere dabei nicht zu Schaden kommen. Außerdem entsteht nicht jeder Schaden am Kirschbaum automatisch durch Vogelfraß. Auch überreife Früchte, die aufgrund des hohen Feuchtigkeitsgehalts aufplatzen, können die Ernte ruinieren. Darüber hinaus besteht immer auch die Gefahr, dass sich die Kirschfruchtfliege über Ihren Baumbestand hermacht und Ihre Kirschen madig werden. Es gilt also erst einmal zu schauen, ob die Schäden an der Kirschernte wirklich durch Vögel verursacht wurden, ehe man überlegt, welche Gegenmaßnahmen die sinnvollsten sind.

Außerdem muss man verschiedene Möglichkeiten, Stare vom eigenen Kirschbaum fernzuhalten, erst einmal austesten. Denn die Tiere verbindet zwar der gemeinsame Instinkt, das heißt aber noch lange nicht, dass alle Tiere in jeder Situation auch gleich reagieren. Eine Maßnahme, die für eine Weile funktioniert, muss die Vögel nicht zwangsläufig für immer fern halten. Es ist also wichtig folgende Dinge im Auge zu behalten:

  • Zuerst sollte man prüfen, was genau die Ernteschäden verursacht hat
  • Waren es wirklich Vögel, dürfen die Vögel durch evtl. Gegenmaßnahmen nicht zu Schaden kommen
  • Nicht alle Vögel reagieren auf jede Methode der Abschreckung gleich
  • Ob Ihre Methode funktioniert, sollten Sie zwischendurch immer wieder überprüfen
  • Manchmal muss man auch zwei oder drei gängige Methoden kombinieren, um wirklich Erfolg zu haben

Erfolgsversprechende Maßnahmen gegen Stare

Es gibt sechs Möglichkeiten, Stare effektiv und möglichst schonend vom eigenen Garten bzw. vom Kirschbaum fern zu halten. Diese wollen wir in der Folge einmal näher vorstellen:

Die Vogelscheuche

Was der Bauer auf dem Feld macht, funktioniert zum Teil auch im heimischen Kirschbaum. Stare sind durchaus schreckhafte Vögel, die sich durch andere Tiere im Baum abschrecken lassen. Als Vogelscheuche sind dabei alte Kuscheltiere oder eben klassische kleine Vogelscheuchen aus Stroh mit entsprechender Kleidung und einem Hut bestens geeignet. Das Problem dabei – eine oder mehrere Vogelscheuchen im Baum sind keine Garantie dafür, dass die Vögel auch dauerhaft fern bleiben. Denn manche Vögel sind durchaus lernfähig und „verstehen“, dass von den Vogelscheuchen keine Gefahr ausgeht. Wenn es soweit ist, kehren die Tiere einfach zurück und ignorieren die Vogelscheuchen.

Bunte Bänder

Das mit dem Ignorieren fällt Vögeln und vor allem Staren bei bunten Bändern, die im Baum hängen, schon deutlich schwerer. Denn diese lenken die, wie erwähnt, durchaus schreckhaften Vögel schnell ab, sodass sie eher damit beschäftigt sind, die Bänder im Auge zu behalten, als sich den Kirschen zu widmen. Vor allem der Umstand, dass Bänder im Wind ihre Form schnell verändern und immer in Bewegung sind, macht diese kleinen Hilfsmittel effektiver als eine in der Regel weitgehend bewegungslose Vogelscheuche.

Glitzernde Gegenstände

Noch mehr abgelenkt werden die Vögel, wenn nicht nur bunte Bänder, sondern auch glitzernde Spiegel oder spiegelnde Gegenstände wie alte CD´s im Baum hängen. Das Licht, dass sich in den spiegelnden Gegenstände reflektiert, stört die Vögel ungemein und verhindert ein ruhiges Festmahl in Ihrem Kirschbaum. Viele Stare werden durch das funkeln und Glitzern derart abgeschreckt, dass sie sich Ihrem Baum gar nicht erst nähern werden. Dabei ist dieser Methode von den drei bisher genannten die wohl effektivste, weil das Blitzen des Lichtes nichts ist, woran sich die Stare gewöhnen. Solange die Spiegel oder CD´s blank genug sind, um einfallendes Licht, und sei es noch so schwach, effektiv zu spiegeln, werden sie Ihren Baum auch effizient vor Vogelschwärmen schützen.

Raubvogelattrappe

Auch Stare haben Respekt vor größeren Raubvögeln. Wenn Sie die Attrappe eines solchen Raubvogels in Ihrem Kirschbaum anbringen, wird das eine Menge Vögel fernhalten. Allerdings funktioniert auch diese Maßnahme nur so lange, wie die Vögel nicht bemerkt haben, dass es sich um leblose Figuren handelt. Wenn Sie Ihre Raubvogelattrappe durchgehend am gleichen Ast befestigt lassen oder die Attrappe womöglich bei leichtem Wind schon umkippt und vom Ast herabhängt, wird sie kaum eine wirklich abschreckende Wirkung auf räuberische Vögel haben, die Ihren Kirschbaum als Erntegebiet auserkoren haben.

Akustische Störgeräusche

Im Fachmarkt finden Sie zum Teil Gerätschaften, die auf Bewegungen im Baum mit Störgeräuschen Reagieren. Andere sind mit einer Zeitschaltuhr verbunden und geben zu bestimmten Zeiten entsprechende Störgeräusche ab. Je nach eingestelltem Geräusch und programmierter Lautstärke kann das im Garten Sie selbst oder aber Ihre Nachbarn auch stark stören. Wenn Sie sich zu einem solchen Mittel entscheiden, sollten Sie auf jeden Fall einen Ton wählen, der natürlich daherkommt und wenig störend wirkt – der Warnruf der Stare ist beispielsweise ein Einspielmelodie, die gut funktioniert um Stare loszuwerden und dabei noch eine natürlichere Note hat, als irgendeiner hochfrequenter Ton, der die Tiere ebenso verscheucht, wie Sie und Ihre Nachbarn.

Vogelnetze

Wer sich so effektiv wie Möglich der Stare erwehren möchte, der kommt nicht umhin seinen Kirschbaum einzunetzen. Allerdings gilt es gerade bei dieser Art der Vogelabwehr darauf zu achten, dass keine Vögel oder andere Tiere zu Schaden kommen. Aus diesem Grund darf das Netz keinesfalls zu grobmaschig sein. So ist eine Maschenweite von mehr als 30 mm nicht empfehlenswert, da bei zu groben Maschen die Gefahr besteht, dass sich Vögel in dem Netz verfangen und elendig verenden. Reicht das Netz beispielsweise bis auf den Boden hinab, können sich beispielsweise Maulwürfe oder Igel in dem Netz verfangen und dabei ebenso verenden wie Vögel, die sich im Netz verfangen. Am sinnvollsten ist es also, das Netz so anzubringen, dass bei kleineren Bäumen die gesamte Baumkrone eingenetzt ist und bei größeren Bäumen, einzelne Baumteile wie ausladende Äste beispielsweise. Besonders sinnvoll ist es dabei, die Maschenweite des Netzes so zu wählen, dass das Netz nicht nur vor Vögeln sondern auch vor schädlichen Insekten schützt – dazu ist eine Maschenweite von weniger als 1,8 mm notwendig. Bei einem solchen Netz besteht auch keinerlei Gefahr, dass sich Vögel oder andere Tiere im Netz verfangen könnten.

Außerdem muss man bei der Auswahl eines Vogelnetzes auf die Qualität achten. Es bringt wenig sich für ein sehr günstiges Modell zu entscheiden, dass schon nach wenigen Tagen die ersten Löcher aufweist, da der Schutz dann nur sehr bedingt gegeben ist. Wenn ein Vogel das Netz schnell und einfach durchdringen kann, wird es auch größere Vogelschwärme nicht lange abhalten. Insofern sollte man, wenn man sich für die Variante Vogelnetz entscheidet, auf jeden Fall auf ein hochwertiges Netz setzen.

Fazit:
Es gibt eine ganze Reihe guter und günstiger Methoden, um Stare aus Ihrem Kirschbaum fernzuhalten. Achten Sie dabei nur darauf, dass die Vögel nicht unnötig zu Schaden kommen und behalten Sie Ihren Kirschbaum immer zwischendurch im Auge. Wenn Sie feststellen, dass die Methode für die Sie sich entschieden haben nicht funktioniert, sollten Sie einfach etwas neues ausprobieren. Wenn Sie Ihren Kirschbaum einmal für eine komplette Erntesaison Vogelfrei gehalten haben, stehen die Chancen gut, dass die Tiere so schnell nicht wieder kommen, sondern nach anderen Futterplätzen Ausschau halten, wo sie einfacher an ihre Nahrung kommen.


Foto1: © Katarzyna - Fotolia.com

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