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Kiwibeeren schneiden – So sorgen Sie für mehr Ertrag

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Wer sich die Kiwibeere anpflanzt, will natürlich eine größtmögliche Ernte einfahren. Damit dies gelingt, muss die Kiwibeere regelmäßig geschnitten werden. Was es dabei zu beachten gibt, erfahren Sie hier.

Kiwibeere schneiden
© ClaraNila – Fotolia.com

Die Kiwibeere erweist sich als wuchsintensive Lianenpflanze. Will man im heimischen Garten nicht plötzlich in einem Dschungel aus wucherndem Gestrüpp stehen, sind jährliche Schnittmaßnahmen unumgänglich. Die langen Ranken erscheinen nicht nur wenig ästhetisch, betreffende Pflanzen werden auch nicht mit hohen Erträgen überzeugen können, da sie ihre ganze Energie in die Ausbildung meterlanger und unförmiger Triebe investieren.

Bei den Schnittmaßnahmen kann sich der Hobbygärtner an den Weinreben orientieren.

Die Spaliererziehung

Um sich den Aufwand so gering wie möglich zu halten und dennoch einen bestmöglichen Ernteertrag zu erzielen, bietet sich die Spaliererziehung an. Dabei wird ein stabiles Spalier mit vier waagerecht verlaufenden Drähten versehen. Der oberste Draht sollte dabei in etwa 1,5 Metern Höhe verlaufen. Den untersten Draht befestigen Sie auf etwa 30 Zentimeter Höhe und die beiden verbliebenen Drähte werden dazwischen angebracht.

Nach der Pflanzung wird lediglich der kräftigste Trieb an der Pflanze belassen. Der Trieb wird auf etwa 50 Zentimeter eingekürzt und senkrecht verlaufend am untersten der Spanndrähte befestigt.

» Tipp: Für die Befestigung sollte eine weiche PVC-Hohlschnur verwendet werden, um die Pflanze nicht zu verletzen.

Innerhalb der Wachstumsperiode bildet sich die Triebverlängerung aus. Diese wird wiederum senkrecht zum nächsten Spanndraht geführt und dort festgebunden. Etwa 15 Zentimeter über dem Spanndraht wird der Trieb gekürzt. Bald haben sich neue Seitentriebe gebildet. Nur die kräftigsten der neuen Triebe werden an der Pflanze belassen und waagerecht entlang des unteren Drahtes geführt.

An diesen Leittrieben werden sich weitere Seitentriebe bilden, die die Basis für die Blütenbildung und spätere Reifung der Früchte darstellen. Die Triebe werden im Hochsommer in etwa fünf Blätter hinter der Frucht gekürzt. Sind die Mini-Kiwis abgeerntet, kann der Trieb weiter zurückgeschnitten werden. Ein bis zwei Knospen sollten erhalten bleiben. Damit die Leittriebe nicht unnötig in die Höhe wachsen, werden auch diese jährlich zurückgeschnitten.

» Tipp: Kiwibeeren sollten bevorzugt im Sommer oder im Herbst geschnitten werden. Ein Rückschnitt im Frühling würde starke Wunden verursachen und die Pflanze stark bluten lassen.

Das Schnitt 1×1 nach dem Vorbild der Weinrebe

  • Jungpflanzen werden daran gehindert, sich unkontrolliert empor zu winden.
  • Ein bis zwei Triebe am Spalier befestigen und senkrecht nach oben führen.
  • Anfänglich alle Seitentriebe entfernen.
  • Dünne Triebe von weniger als fünf Millimetern Umfang werden entfernt.
  • Einkürzung der Peitschentriebe – Juli bis August
  • Im vierten Standjahr wird begonnen, im Spätwinter dünne und drehende Triebe herauszuschneiden

Weibliche Pflanzen werden sich ohne großen Aufwand erziehen lassen. Bei den wuchsintensiven männlichen Pflanzen sollte nach einigen Jahren zur Heckenschere gegriffen werden.

Der einfache Weg

Für Hobbygärtner, denen die Spaliererziehung zu aufwendig und kompliziert erscheint, geht es auch anders. Allerdings dürfte sich dies auf den Ernteertrag auswirken.

Kiwibeeren können als normale Kletterpflanzen behandelt werden. Hierfür lassen Sie die Pflanze entlang einer Pergola wachsen. Die Haupttriebe werden in unterschiedlichen Richtungen empor geführt. Sind die Früchte abgeerntet, wird die Mini-Kiwi etwas ausgelichtet.

» Tipp: Kiwibeeren vertragen einen Rückschnitt in der Regel sehr gut und währen der Wachstumsperiode lassen sich zu lange oder störend wirkende Triebe jederzeit zurückschneiden.

Warum sollten Kiwibeeren geschnitten werden?

  • Kiwibeeren sind sehr wuchsfreudig.
  • Kiwibeeren können unkontrolliert stark wuchern.
  • Kiwibeeren benötigen für ein attraktives Erscheinungsbild einen jährlichen Rückschnitt.
  • Der Rückschnitt fördert die Blüte
  • Der Rückschnitt fördert das optische Erscheinungsbild der Pflanzen.
  • Der Rückschnitt entfernt alte und kranke Pflanzenteile.

Wie lässt sich die Fruchtgröße verbessern?

Auf mehrjährigen Seitentrieben bilden sich sogenannte Achseltriebe. Hier entstehen die Blüten. Um die Qualität der Früchte zu verbessern, ist das alte Fruchtholz auf das junge Fruchtholz zurückzuschneiden. Dieser Vorgang wird Fruchtholzrotation genannt. Bevorzugt werden diese Schnittmaßnahmen im Sommer durchgeführt. Die Kiwibeeren können auch im Januar oder Anfang Februar geschnitten werden, wenn sich die Pflanze in ihrer Ruhephase befindet. Da die Schnittstellen im März und April durch den einschießenden Pflanzensaft stark bluten würden, sind Schnittmaßnahmen zu diesem Zeitpunkt zu vermeiden.

Schnittmaßnahmen bei Krankheiten

Obwohl die Kiwibeeren als recht robuste Pflanzen bekannt sind, können hin und wieder Krankheiten oder Schädlingsbefall auftreten. Eine Ursache hierfür können durch einen zu feuchten Standort auftretende Wurzelfäule oder der Befall mit Schildläusen darstellen. Während beim Faulen der Wurzeln häufig jede Hilfe zu spät kommt, können die Pflanzen bei Pilzkrankheiten oder dem Befall mit Schädlingen durch einen Rückschnitt meist gerettet werden. Schnittmaßnahmen sollten unverzüglich stattfinden, wenn kranke Pflanzenteile bemerkt werden. Die Mini-Kiwis sind sehr gut schnittverträglich und werden sich binnen kurzer Zeit erholt haben und neue Triebe ausbilden.


Foto1: © ClaraNila - Fotolia.com

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