Kiwi was? Ja, Sie lesen richtig. Es gibt nicht nur die großen behaarten Kiwis, sondern auch Kiwibeeren. Die lassen sich bei uns sogar noch viel besser anpflanzen.

Kiwibeeren sind eine pflegeleichte und robuste Alternative zu großen Kiwis. Sie sind frostbeständig und reich an Vitaminen. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über die Pflanzung, Pflege und Ernte von Kiwibeeren.

Kann ich Kiwi im Garten anbauen?

  • Grüne Kiwi (Actinidia deliciosa)
  • Gelbe Kiwi (Actinidia chinensis)
  • Mini-Kiwi (Actinidia arguta)

Wenn von Kiwis die Rede ist, denken wir an die großen, behaarten, grünen Kiwis aus dem Supermarkt oder an ihre Verwandten, die gelben Kiwis, besser als Gold-Kiwi bekannt, mit glatter Schale und gelblichem Fruchtfleisch.

Für die Kultivierung in unseren Breiten sind diese Sorten nur bedingt geeignet, denn milde Winter sind eine Voraussetzung, dass die Pflanzen die kalte Jahreszeit überhaupt überstehen. Deshalb empfiehlt es sich immer, Kiwi im Kübel zu pflanzen.

Weit robuster erweisen sich Kiwibeeren. Sie sind die kleinen Verwandten der großen Kiwis, stammen ursprünglich aus Asien und sind frostresistent. Anders als die großen Kiwis haben sie eine glatte, essbare Schale und können bei uns problemlos im Freien angebaut werden. Sie trotzen selbst strengen Frösten und der Anbau wird mit einer reichen Ernte der kleinen Vitaminbomben belohnt.

Was sind Kiwibeeren?

Aufgeschnittene Kiwibeere
Kiwibeeren sind mild im Geschmack und sehr gesund. | © Jana Behr – Fotolia.com

Kiwibeeren sind schlingende Klettersträucher mit langen, dünnen Trieben, die bis zu sechs Meter hoch wachsen können. Die meisten Sorten sind zweihäusig, was bedeutet, dass es separate männliche und weibliche Pflanzen gibt. Die Blüten erscheinen im Juni und sind entweder männlich oder weiblich.

Kiwibeeren sind gesund. Im Geschmack ähnelt die Mini-Kiwi der großen Kiwi, ist jedoch weniger sauer und somit milder im Aroma. Und trotz der Milde enthalten die Früchte mehr Vitamin C als Zitronen, was das Immunsystem stärkt. Mit ihrem hohen Nährstoffgehalt und geringen Kalorienanteil sind Kiwibeeren eine ideale Ergänzung für eine ausgewogene Ernährung. Erfahren Sie nun, was bei der Pflanzung von Kiwibeeren zu beachten ist.

Kiwibeere: Standortwahl und Bodenanforderung

Standort

  • im Kronenbereich sonnig
  • im Wurzelbereich halbschattig
  • windgeschützt
  • in Baumnähe

Die ursprüngliche Heimat der Mini-Kiwis liegt in den nördlichen und östlichen Regionen Asiens. Dort kommen die kleinen Kiwibeeren überwiegend in Wäldern vor, wo sie sich lianengleich an Bäumen emporwinden. Damit Ihnen eine reiche Ernte ins Haus steht, sollten die Kronen der Pflanzen ausreichend Sonne abbekommen. Ein sehr heißer Standort ist hingegen weniger gut geeignet. Der Wurzelbereich sollte bevorzugt im Halbschatten liegen.

Entsprechend der natürlichen Gegebenheiten fühlen sich die Pflanzen besonders an Baumrändern wohl. Ideal sind dabei Ost- und Westlagen. Toleriert werden aber auch Nord- und Südlagen.

Tipp: An heißen Tagen kann eine Mulchschicht den Wurzelbereich vor zu starker Sonneneinstrahlung schützen. Ansonsten könnten die Wurzeln absterben, was sich an braunen und eingerollten Blättern zeigt

Boden

  • locker
  • durchlässig
  • nährstoffreich
  • pH-Wert zwischen 5 und 6,5
  • kalkarm

Die Kiwibeeren gedeihen bevorzugt in einem lockeren und durchlässigen Boden. Der Boden sollte nicht überhitzen, denn dies schadet den empfindlichen Wurzeln. Diese verlaufen, ähnlich der heimischen Himbeere, flach unter der Oberfläche.

Als typische Waldpflanze liebt die Mini-Kiwi ein nährstoffreiches Substrat. Ein sandiger Boden macht es den Pflanzen leicht, gut anzuwurzeln. Kalkböden werden weniger gut vertragen. Allerdings reagieren die Kiwibeeren weniger empfindlich auf Kalkböden als die großen Kiwifrüchte. Schwere Böden sollten Sie mit Kompost oder Torf anreichern. Damit erhalten die Pflanzen einen wirkungsvollen Langzeitdünger.

Der Boden kann aber auch leicht sauer beschaffen sein. Ideal ist ein pH-Wert zwischen 5 und 6,5. Bei einem höheren pH-Wert kann es zu einem Mangel an Magnesium oder Eisen kommen.

Kiwibeeren immer im Doppelpack pflanzen

Für eine erfolgreiche Ernte sollte eine Mini-Kiwi besser im Doppelpack gepflanzt werden. Die meisten Sorten sind nämlich zweihäusig, das heißt, es gibt getrennte männliche und weibliche Pflanzen. Um Früchte zu tragen, benötigen die weiblichen Pflanzen die Bestäubung durch eine männliche Pflanze. Eine männliche Mini-Kiwi kann dabei bis zu acht weibliche Pflanzen bestäuben.

Die für den Anbau im heimischen Garten empfohlenen Sorten gelten zwar als bedingt selbstbefruchtend, dies ist jedoch keine Garantie für eine reiche Ernte. Werden männliche Pflanzen als Bestäuber zusätzlich angepflanzt, wird sich dies in jedem Fall positiv auf den Ertrag auswirken. Mit nur einer männlichen Kiwibeere lassen sich zwischen sechs und acht weibliche Mini-Kiwis befruchten.

Tipp: Pflanzen Sie mehrere Kiwibeeren, müssen Sie auf ausreichend Abstand achten. Der Mindestabstand beträgt einen Meter. Von Experten werden sogar zwei Meter und mehr empfohlen, da die Wurzeln der Kiwibeeren viel Raum benötigen. Außerdem wachsen männliche Kiwibeeren schneller als weibliche Pflanzen. Ein Pflanzabstand von 2,5 Metern ist deshalb ideal, damit die weiblichen Pflanzen nicht verdrängt und überwuchert werden.

Männlein oder Weiblein?

Wie lassen sich nun männliche von weiblichen Pflanzen unterscheiden? Dies kann anhand der Minikiwiblüten geschehen. Die Blüten der weiblichen Kiwibeere umgibt ein Kranz aus strahlenförmig angeordneten Griffeln. Männliche Blüten besitzen diesen Kranz nicht.

Kiwibeere pflanzen – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die beste Pflanzzeit für die Kiwibeeren ist im Mai, nach den Eisheiligen. Dann hat die Pflanze genügend Zeit, gut anzuwurzeln und Kräfte für den Winter zu sammeln. Theoretisch können die Mini-Kiwis aber bis in den August hinein gepflanzt werden.

Gehen Sie beim Anpflanzen wie folgt vor:

  1. Standort auswählen.
  2. Boden mindestens bis in eine Tiefe von 40 Zentimetern auflockern.
  3. Wurzelballen wässern.
  4. Pflanzloch ausheben.
  5. Pflanze hineinsetzen.
  6. Erde mit Kompost, Torf oder Hornspäne anreichern und auffüllen.
  7. Pflanzloch schließen.
  8. Pflanze reichlich angießen.
  9. Mulchschicht aus Laub, Tannennadeln oder Rasenschnitt rund um die Pflanze verteilen.

Welche Minikiwie-Arten können angepflanzt werden?

Die Welt der Kiwis ist bunter als vielleicht angenommen. Es existieren über 100 Kiwi-Arten. Als Kiwis werden dabei tatsächlich nur die im Handel erhältlichen Früchte bezeichnet. Alle übrigen Sorten nennt man Kiwibeeren.

Die verschiedenen Arten unterscheiden sich in der Farbe ihrer Schale und auch in ihrer Form. So gibt es runde bis längliche Varianten mit grüner, gelblicher oder rötlicher Schale und entsprechendem Fruchtfleisch. Einige Sorten eignen sich bevorzugt für den Anbau im eigenen Garten, da sie eine kompakte Wuchsform besitzen und bereits im zweiten Jahr nach der Pflanzung die ersten Früchte geerntet werden können.

Besonders geeignet sind folgende Sorten:

  • Jassei: Diese robuste Sorte liefert eine reichhaltige Ernte und ist besonders frostbeständig. Sie wächst jedoch sehr üppig und braucht daher ausreichend Platz.
  • Issai: Beliebt wegen ihres intensiven Aromas und der Selbstfruchtbarkeit, perfekte Minikiwi für Balkon oder kleine Gärten.
  • Cinderella: Pflegeleichte Sorte mit kompaktem Wuchs und süßen, kleinen Früchten, die extrem frosthart ist – ideal für Hobbygärtner. Ertragreiche Sorte.
  • Julia: Hoher Ertrag und anpassungsfähig an verschiedene Bodenarten, produziert süße, saftige Früchte und ist robust gegen widrige Bedingungen.

Issai zählt dabei zu den beliebtesten Vertretern der Kiwibeeren im Obstgarten. Die glattschaligen Früchte besitzen einen aromatischen Kiwigeschmack und sind auch für den kleinen Obstgarten gut geeignet.

Weitere beliebte Sorten sind:

KiwibeereBesonderheit
NostinoDie männliche Pflanze ist gut als Befruchter der weiblichen Kiwibeeren geeignet. Auch bedingt selbst fruchtbare Arten gewinnen durch die Fremdbefruchtung durch Nostino an Ertrag und Fruchtgröße. Die Blüten erscheinen im Mai.
MakiDie weibliche Pflanze wird besonders aufgrund ihrer aromatischen Früchte geschätzt. Die ersten Früchte können dabei im zweiten Jahr nach der Pflanzung geerntet werden.
Kens RedEine Besonderheit dieser rotschaligen Sorte ist das ebenfalls rote Fruchtfleisch. Erhält die Pflanze ausreichend Sonne und Nährstoffe, bekommen die Früchte sogar eine beinahe violette Färbung.
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Jungpflanzen – Kiwibeere pflegen

Besonders an heißen Tagen sollten Sie die Jungpflanzen regelmäßig gießen. Haben Sie bei der Pflanzung ausreichend organisches Material zugegeben, benötigen die jungen Pflanzen in den ersten beiden Jahren keine zusätzliche Düngung.

Nach zwei bis drei Jahren werden die jungen Pflanzen erstmals Früchte tragen. An einer intensiven Färbung der Schale können Sie dann den Reifegrad der Früchte erkennen.

Da Mini-Kiwis Kletterpflanzen sind, benötigen sie eine Rankhilfe, ähnlich wie starkwüchsige Beerensträuchern. Eine Pergola oder ein Spalier mit waagerechten Spanndrähten eignet sich hierfür besonders gut.

Krankheiten und Schädlinge

Kiwibeeren sind im Allgemeinen robuste Pflanzen, aber sie können dennoch von bestimmten Schädlingen betroffen sein. Hier sind einige der Übeltäter und deren Lösungen:

Schildläuse (Coccoidea)

Auf den Unterseiten der Blätter ist die Schildlaus häufig zu finden. Ein effektives Mittel ist Neemöl, das aus den Samen des Neembaums gewonnen wird. Dieses natürliche Insektizid bewirkt einen Fraß- und Saugstopp bei den Schildläusen. Achten Sie auf die Angaben des Herstellers.

Blattläuse (Aphidoidea)

Diese kleinen Insekten befallen fast alle Pflanzenarten. Dafür lassen sich Blattläuse oft durch einfaches Abwischen von den Pflanzen entfernen. Bei stärkerem Befall wirken biologische Insektizide zuverlässig.

Kirschessigfliegen (Drosophila suzukii)

Kirschessigfliegen legen ihre Eier in die Früchte der Kiwibeeren, wodurch diese ungenießbar werden. Eine wirksame Methode zur Vorbeugung ist die frühzeitige Ernte, solange die Schale noch fest ist. Das ist auch kein Problem, da Kiwibeeren nachreifen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Kiwibeere?

Kiwibeeren sind kleine, glattschalige Früchte, die zur Familie der Kiwis gehören. Sie sind ursprünglich aus Asien und sind frostresistent.

Wie isst man eine Kiwibeere?

Kiwibeeren können direkt mit der Schale gegessen werden, da diese essbar und glatt ist.

Wie schmecken Kiwibeeren?

Kiwibeeren haben einen ähnlichen Geschmack wie große Kiwis, sind jedoch weniger sauer und milder im Aroma.

Kann man Kiwibeeren selber pflanzen?

Ja, Kiwibeeren lassen sich gut im eigenen Garten anbauen. Sie benötigen einen sonnigen Standort und eine Rankhilfe.

Wann ist die Kiwibeere reif?

Kiwibeeren sind reif, wenn sie eine intensive Farbe erreicht haben. Sie können auch nach der Ernte nachreifen.

Ist die Kiwibeere winterhart?

Ja, Kiwibeeren sind winterhart und können selbst strenge Fröste überstehen.

Diese Gartentipps darfst du nicht verpassen!

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

2 Kommentare

  1. Josef Dietachmair on

    Kiwi was? Ja, Sie lesen richtig. Es gibt nicht nur die großen behaarten Kiwis, sondern auch Kiwibeeren. Die lassen sich bei uns sogar noch viel besser anpflanzen

    Die normale Kiwi scheut keinen Platz und braucht auch keine besonderen Böden. Ob Sonne oder Wind, Kiwis sind Wucherpflanzen. Was die Originalkiwi (Manderl-Weiberl) braucht ist Zeit, bis sie Früchte trägt. Ich ernte Jahr für Jahr von 2 Stammsträuchern immer zwischen 100 und 150 Kilo und verschenke die meisten an die Nachbarn. Geerntet wird kurz vor dem ersten Frost. Die Kiwiblüte zieht hauptsächlich Erdhummeln an. Daher heißt es für den Winter wie für den Igel eine belaubte Ecke im Garten einzurichten, wo überwintert wird.

  2. Scharpf Marie-Lise on

    Habe eine Minikiwi im Garten. Wie schneide ich sie? Bitte senden Sie mir eine Anleitung. Danke
    Gruss M. Scharpf

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