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Kreppmyrte überwintern – So gelingt die Überwinterung im Haus und im Freiland

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Die Kreppmyrte ist eine kälteempfindliche Pflanze. Damit sie im Folgejahr wieder fleißig blüht, braucht sie während der kalten Jahreszeit einige Unterstützung.

Kreppmyrte überwintern - So geht's
© mates – Fotolia.com

Bei der Frage nach der Überwinterung spielt immer auch die natürliche Herkunft der Pflanze eine Rolle. Die Kreppmyrte (Lagerstroemia) stammt ursprünglich aus Japan, Korea oder China. Dieser Umstand lässt erahnen, dass es in der kalten Jahreszeit mit der blühfreudigen Exotin aus Fernost eher schwierig werden könnte.

Die Pflanzen sind in der Tat ausgesprochen wärmeliebend und gelangen nur in warmen Sommern rechtzeitig zur Blüte. Ist unser Klima eher rau und feucht, kann die Pflanze durchaus beleidigt reagieren und die Blüte erst im Spätsommer zeigen oder auch komplett verweigern. Umso mehr mag überraschen, dass sich die Pflanzen unseren Witterungsbedingungen recht gut angepasst haben und weniger empfindlich erscheinen, als ursprünglich angenommen.

Die Kreppmyrte im Winter

In tropischen Regionen werden die Zierpflanzen ganzjährlich im Freien kultiviert und können dabei Höhen von bis zu fünf Metern erreichen. In unseren Breiten wurde die Kreppmyrte zunächst als Kalthauspflanze kultiviert. Besonders in eher milden Regionen werden die Pflanzen aber auch mehr und mehr im Freiland kultiviert, auch in der kalten Jahreszeit. Allgemein ist die Kreppmyrte als bedingt winterfest einzuschätzen. Es gibt also durchaus Einschränkungen und in Regionen mit lang anhaltenden Dauerfrösten und niedrigen Temperaturen sollte ein Winterquartier im Haus bereitstehen.

Die Überwinterung im Winterquartier

Im Spätherbst verfallen die Pflanzen in eine Art Winterruhe. Dann ist es an der Zeit, die Kreppmyrte in ein geeignetes Winterquartier umzusiedeln. Wurde die Pflanze im Kübel gehalten, macht dies die wenigsten Probleme, denn Kübelpflanzen können einfach transportiert werden und sie ersparen der Pflanze den Stress des Umpflanzens.

❍ Die Überwinterung Schritt für Schritt erklärt

❶ Pflanze zurückschneiden
❶ Kübel ins Haus transportieren
❶ geeignetes Winterquartier auswählen
❶ Pflanze nicht mehr düngen
❶ Pflanze nur sporadisch bewässern

Im Herbst wirft die Kreppmyrte ihr Laub ab. Sie wird also kahl ins Winterquartier transportiert. Die verbliebenen Äste werden radikal zurückgeschnitten. So kann die Kreppmyrte während des Winterstands Kräfte für die folgende Wachstumsperiode sammeln. Im Winter benötigen die Pflanzen keine Helligkeit. Das Winterquartier kann dunkel und kühl beschaffen sein. Ein feuchter Keller ist allerdings weniger geeignet. Dieser Standort kann zu Pilzbefall führen.

» Tipp: Die Temperaturen im Winterquartier sollten etwa fünf Grad betragen.

Der Boden sollte regelmäßig kontrolliert werden, denn er darf nicht austrocknen. Es wird aber weniger gegossen, als im Sommer. Die Düngung wird komplett eingestellt. Die Pflanzen können während der Winterruhe die angebotenen Nährstoffe nicht verwerten.

Die Überwinterung im Freien

Möchten Sie Ihre Kreppmyrte im Freiland belassen, ist nicht jede Sorte dafür geeignet. Jungpflanzen sind in der Regel frostanfälliger und sollten in jedem Fall im Haus überwintern. Ältere Pflanzen entwickeln mit der Zeit eine gewisse Frostresistenz und kommen über kürzere Zeiträume auch mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt zurecht. Es gibt auch einige Sorten, die mit unserem Klima weit besser zurechtkommen und Temperaturen bis – 20 Grad vertragen. Dazu zählen die Sorten Lagerstroemia chekiangensis und Lagerstroemia indica.

» Tipp: Erkundigen Sie sich vor dem Kauf nach für Ihre Region geeignete Pflanzen, bemessen nach dem Standort- und Bodenanspruch und der Winterhärte.

Unter welchen Bedingungen überstehen die Pflanzen den Winter im Freiland?

Ältere Pflanzen sind, wie bereits erwähnt, besser gegen Frost und Kälte gewappnet als Jungpflanzen, die vor den ersten Frösten ins Winterquartier umziehen sollten. Die Kreppmyrte in rauen Mittelgebirgsregionen im Freiland überwintern zu wollen, wird vermutlich schiefgehen. Der Osten Deutschlands und die Mittelgebirge im bayerischen Raum eignen sich eher weniger für die Überwinterung der Kreppmyrte im Freiland.

Einen Versuch wert ist die Überwinterung in:

  • Flusstälern
  • unweit der Küste
  • in Weinbauregionen

Werden die Pflanzen im Freien überwintert, müssen sie in der Regel nicht zusätzlich gegossen werden. Wird der Boden mit Reisig oder Laub abgedeckt, bietet dies der Pflanze einen Schutz und die Feuchtigkeit kann länger im Boden gespeichert werden. Damit die Wintersonne keine Risse in der Rinde des Strauches verursacht, können die Zweige abgedeckt werden. Fichtenreisig wirkt dabei als willkommener Schattenspender.

Was passiert nach dem Winter?

Nach dem Winter werden die Kübelpflanzen wieder nach und nach an ihren Standort im Freiland gewöhnt. Im Februar werden die Pflanzen aus dem dunklen Winterquartier an einen warmen und sonnigen Standort im Haus verfrachtet. So gewöhnen sich die Pflanzen wieder langsam an die veränderten klimatischen Bedingungen und treiben bereits erste Blätter aus, bis sie dann Mitte Mai ihren Sommerplatz im Garten oder auf Balkon oder Terrasse beziehen können. Mit dem Verlassen des Winterquartiers beginnt der Hobbygärtner, die Kreppmyrte wieder vermehrt zu bewässern und zu düngen.


Foto1: © mates - Fotolia.com

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