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Nestfarn: Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

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Obwohl der Festfarn eigentlich ziemlich robust und widerstandsfähig ist, so reagiert er doch besonders empfindlich auf einige Pflegefehlern. Diese können dann unterschiedliche Krankheiten hervorrufen.

Nestfarn: Krankheiten und Schädlinger erkennen und bekämpfen
© Gabriele Huller – Fotolia.com

Werden dem Nestfarn ideale Standortbedingungen geboten, lassen sich das Auftreten von Krankheiten und der Schädlingsbefall minimieren. Pflegefehler, allem voran Trockenheit und eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit, schwächen die Pflanze und begünstigen das Entstehen von Krankheiten.

Beim Nestfarn häufiger beobachtet wurden:

  • Schildläuse
  • Blattälchen
  • Thripse
  • Vermehrungskrankheiten

Schädlinge im Überblick

Schildläuse – hartnäckig und gefräßig

Schildläuse sind saugende Insekten. Die Schädlinge kommen vermehrt an den Blattunterseiten vor und sind daher auf den ersten Blick häufig nicht zu erkennen. An den Oberseiten der Blätter findet sich mit dem Honigtau häufig ein Indiz auf einen Befall. Bei dieser klebrigen Substanz handelt es sich um die Ausscheidungen der Schädlinge.

Schildläuse sind unter ihrem harten Panzer gut geschützt. Dennoch kann der Zimmergärtner Schildläuse auch ohne den Einsatz chemischer Schädlingsbekämpfungsmittel entfernen. Wurde der Befall frühzeitig erkannt, ist es gut möglich, die Schildläuse manuell zu entfernen.

» Tipp: Schildläuse sollten nicht mit den Fingern abgekratzt werden. Es könnte sich um Weibchen handeln, die ihren Nachwuchs unter dem Panzer tragen. Dieser würde sich dann auf die Pflanze verteilen.

Mit einem spitzen Messer lassen sich die Schädlinge schnell und rückstandslos entfernen. Etwas langwieriger ist die Behandlung der Schildläuse mit einem Wattestäbchen, das in Alkohol, Olivenöl oder Seifenlauge getaucht wird.

Blattälchen – klein und lästig

Während Blattläuse die feuchtwarme Umgebung des Nestfarns eher meiden, sind Blattälchen vergleichsweise häufig anzutreffen. Die Fadenwürmer sind lediglich etwa einen Millimeter groß und mit bloßem Augen nicht zu erkennen. Die Übertragung erfolgt über das Gießwasser. Die Schädlinge dringen über Spaltöffnungen in die Blätter ein und laben sich am Pflanzensaft. Dies bleibt zunächst unbemerkt. Im fortgeschrittenen Stadium zeichnen sich auf den Farnwedeln glasig erscheinende Flecken ab. Im weiteren Verlauf kommt es zur Braunfärbung und zum Blattverlust.

» Tipp: Damit der Befall nicht auf andere Pflanzen übergreift, ist der Nestfarn zu isolieren.

Eine gezielte Bekämpfung der Blattälchen ist schwierig. Wird schnell reagiert, kann der Befall durch Entfernen betroffener Farnwedel und die Nutzung von abgekochtem Wasser eingedämmt werden. Stark befallene Pflanzen sollten besser entsorgt werden.

Thripse – Gewittertierchen mit gutem Appetit

Bei der Thripse handelt es sich um nur wenige Millimeter große braunschwarze Insekten. Die schmalen Flügel besitzen schwarz-weiße Streifen. Der Beiname Fransenflügler deutet auf die ausgefransten Flügel hin. Die gelblich durchscheinend wirkenden Larven der Thripse besitzen kein Flügel. Thripse sind allgemein nicht besonders gut flugfähig und krabbeln daher meist. Mit ihrem Stechrüssel gelangen die Schädlinge in die äußeren Blattzellen, wo sie sich am Pflanzensaft laben. Zunächst nimmt die apfelgrüne Färbung der Farnwedel ab und die Blätter erscheinen gelblich. Im fortgeschrittenen Stadium dringt Luft in die Schadstellen und dies hat eine silbrig-weiße Färbung zur Folge.

Thripse können gut mit einer Dusche aus Seifenlauge und Olivenöl beseitigt werden. Dabei gilt es besonders, die Blattunterseiten zu behandeln, denn hier halten sich die Schädlinge bevorzugt auf. Mit Raubmilben besitzt die Thripse natürliche Fressfeinde. Die Milben können käuflich erworben werden und werden anschließend direkt auf dem Nestfarn positioniert.

Vermehrungskrankheiten erkennen

Hin und wieder können beim Nestfarn auch Vermehrungskrankheiten auftreten. Dabei kommt es zum Faulen der Sporen. Ein weit verbreiteter Schadenerreger ist dabei der Pilz Rhizoctonia solani. Die Krankheit ist an den verschiedensten Pflanzenarten auszumachen und besonders in einer feuchtwarmen Umgebung kommt es zum Befall.

Der Pilz ist mehrere Jahre im Boden lebensfähig. Der Befall bleibt zunächst unbemerkt und beginnt sich von der Wurzel auf die übrigen Pflanzenteile auszubreiten.

» Achtung: Torfhaltiges Substrat fördert das Auftreten der Krankheiten. Substrat daher stets desinfizieren.

Besonders junge Pflanzen sind betroffen. Dabei kommt es zum Faulen der Sporen und zur Wurzelfäule. An den Farnwedeln wird der Fäulnisprozess durch eine bräunliche bis rötliche Fleckenbildung deutlich.

Dem Auftreten von Vermehrungskrankheiten lässt sich durch die Sterilisierung des Substrates vorbeugen. Auch ein angemessenes Gießverhalten ist eine gute Vorbeugungsmaßnahme.

Weitere Pflegefehler

Der Nestfarn erstrahlt in einem satten Apfelgrün. Ist dies nicht der Fall, liegt die Ursache meist in durch Pflegefehler hervorgerufene Störungen. Ein zu sonniger Standort kann dem Farnwedeln die Farbe rauben. Vertrocknen die Blätter von den Rändern her und es zeichnen sich dunkle Flecken auf den Blättern ab, hat der Nestfarn mit Sicherheit zu viel Sonne abbekommen.

Braune Blätter können darüber hinaus auch ein Hinweis auf falsches Gießverhalten darstellen. Der Nestfarn möchte nicht direkt über die Blätter gegossen werden. Ein ähnliches Schadbild zeigt sich auch, wenn der Standort zu zugig gewählt wurde. Braune Blattränder deuten auf Wassermangel und eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit hin.


Foto1: © Gabriele Huller - Fotolia.com

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