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Pimpernuss – Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

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Die Pimpernuss ist zwar sehr robust, aber durch falsche Pflege kann ihr Wurzelfraß zum Verhängnis werden. Welche Schädlinge ihr besonders schaden und wie Sie Pflegefehler vermeiden, lesen Sie hier.

Pimpernuss - Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen
© Kanusommer – Fotolia.com

Werden die Pflegehinweise beachtet, bleibt die Pimpernuss (Staphylea pinnata) von Krankheiten weitgehend verschont. Die robusten Pflanzen kommen gut mit unserem Klima zurecht und stellen wenig Ansprüche hinsichtlich des Standortes oder der Bewässerung. Dennoch sollte der Hobbygärtner seine Pflanzen gut im Auge behalten, denn gegenüber Schädlingen ist die Pflanze leider weniger gut gewappnet. Ein beherztes Eingreifen kann hierbei jedoch Schlimmeres verhindern helfen und die Gesundheit der Klappernuss erhalten.

Welche Schädlinge können der Pimpernuss gefährlich werden?

  • Maikäfer
  • Schnellkäfer
  • Rüsselkäfer

Warum Schädlinge ein ernsthaftes Problem darstellen

Wird eine Pflanze zum Beispiel von Blattläusen befallen, dann ist dies nicht zu übersehen und der Hobbygärtner kann schnell Abhilfe schaffen und die Schädlinge mit geeigneten Mitteln von der Pflanze vertreiben. Schwieriger wird es, wenn die Schädlinge sich die Wurzeln vornehmen. Ein Befall wird dann häufig zu spät bemerkt. Ist die Wurzel einmal nachhaltig geschädigt, wird sich die Pimpernuss nur schwer wieder erholen. Deshalb ist es umso wichtiger, die Klappernuss genau zu beobachten. Zeigen sich äußerliche Schäden, wie Blattfärbungen und ein eher verkümmerter Wuchs, kann daraus auf geschädigte und verkümmerte Wurzeln geschlossen werden.

» Tipp: Bei Wurzelfraß lassen sich die Gewächse ohne großen Aufwand aus dem Boden entfernen.

Wer einen Wurzelfraß vermutet, sollte die Pflanzen vorsorglich ausgraben und sich die Wurzel näher betrachten. Hierfür sollte das Erdreich weitgehend entfernt werden. Zeigen sich an der Wurzel abgenagte oder abgeschälte Bereiche, ist von einem Wurzelfraß durch Insekten auszugehen. Dieser kann unterschiedlich ausfallen und unterschiedliche Auswirkungen auf die Pflanze besitzen. Ältere Pflanzen, die bereits ein stabiles Wurzelsystem ausgebildet haben, verkraften einen durch Schädlinge verursachten Wurzelfraß in der Regel recht gut. Bei jüngeren Pflanzen können beschädigte Wurzeln dagegen gravierende Auswirkungen besitzen und die Pflanze nachhaltig schädigen oder gar komplett vernichten.

Zeigen sich nur leichte Wurzelschäden ohne größeren Verbiss, könnten die Larven des Rüsselkäfers am Werk gewesen sein. Finden sich komplett abgetrennte Wurzelabschnitte, deutet dies auf einen Befall durch Maikäfer hin. Die Schädlingsbestimmung ist dabei keine leichte Aufgabe. Einige Larven sind erst in tieferen Bodenschichten auszumachen.

» Tipp: Wird ein Wurzelfraß durch Schädlinge vermutet, sollte die Pimpernuss in jedem Fall an einen neuen Standort umziehen.

❍ Maikäfer – die tödliche Gefahr

Die Entwicklung des Maikäfers verläuft in mehreren Zyklen. Während in manchen Jahren kaum Maikäfer gesichtet werden, sind die Käfer alle vier Jahre recht häufig anzutreffen. Massenvermehrungen sind bei Maikäfern nicht selten. Die Maikäfer können Kahlfraß bei Laubbäumen verursachen. Dies wird von gesunden Gewächsen in der Regel gut verkraftet. Ist die Pimpernuss allerdings bereits vorgeschädigt, wird sie anfälliger für weiteren Schädlingsbefall.

Eine weit größere Gefahr sind die Engerlinge, die Maikäferlarven. Diese entwickeln sich im Verlauf von drei Jahren im Erdboden und befallen die Wurzeln. Bleibt dies unerkannt, können die Pimpernusssträucher komplett absterben.

❍ Schnellkäfer am Werk

Auch Schnellkäfer sind häufig an der Klappernuss anzutreffen. Schnellkäfer sind weitverbreitet und umfassen weltweit etwa 10.000 Arten. Ihren Namen verdankt diese Schädlingsgattung der Gabe, sich mit Hilfe ihres Sprungapparates förmlich in die Höhe zu katapultieren. Die Larven leben im Erdboden. Den Wurzeln der Pimpernuss gefährlich werden können zum Beispiel die Drahtwürmer des Saatschnellkäfers.

❍ Rüsselkäfer – der artenreiche Schädling

Die Rüsselkäfer sind besonders artenreich. Weltweit sind etwa 50.000 Arten vertreten. Allein in Deutschland trifft man auf zirka 1.000 Arten. Es wird angenommen, dass es sich bei den Rüsselkäfern um das artenreichste Lebewesen überhaupt handelt. Der Kornkäfer war bereits im alten Ägypten bekannt. Eine direkte Gefahr für die Pimpernuss stellen der Dickmaulrüssler und der Grünrüssler dar. Auch hier sind nicht die Käfer selbst die größte Gefahr für die Klappernuss, sondern die im Boden lebenden Larven, welche die Wurzeln angreifen und dabei über einen längeren Zeitraum unbemerkt bleiben.

Welche Anzeichen deuten auf eine Wurzelfraß hin?

Bemerken Sie an Ihrer Pflanze folgende Schadbilder, ist von einem Wurzelfraß auszugehen:

  • verkümmerter Wuchs
  • blasse Krone
  • Ausbildung schwacher Hungertriebe

Nun ist schnelles Handeln erforderlich. Junge Pflanzen besitzen noch kein hinreichend ausgebildetes Wurzelsystem und können meist ohne größeren Aufwand aus dem Boden gezogen werden.

Was ist bei Wurzelfraß zu tun?

Sind die Schädlinge auf der Pflanze auszumachen, können diese einfach abgesammelt werden. Die gelingt bei Kübelpflanzen sehr gut, gestaltet sich bei Freilandpflanzen dagegen aufwendiger.

Gegen Larven können Fressfeinde eingesetzt werden. Bei den Larven des Maikäfers sind zum Beispiel verschiedene Pilzsorten wirksam. Larven der Rüsselkäfer können mit Nematoden bekämpft werden. Diese winzigen Fadenwürmer können über den Fachhandel bezogen werden und gelangen über das Gießwasser in den Boden.

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Bei starkem Befall der Wurzeln sollte die Pflanze schnellstmöglich umgepflanzt werden. Tauschen Sie das Erdreich komplett aus. Bei älteren Pflanzen dürften keine Ausfälle zu befürchten sein. Die Gewächse bewurzeln neu und der Schaden wird kaum sichtbar sein.

Der Boden am alten Standort der Pimpernuss sollte speziell bearbeitet und desinfiziert werden. Hierbei haben sich spezielle Insektizide bewährt.

Pflegefehler vermeiden

Schäden an der Pimpernuss können auch durch Pflegefehler entstehen. Die größte Gefahr sind dabei die Wahl des falschen Standortes oder eine zu intensive Bewässerung.

PflegefehlerErscheinungsbildMaßnahmen
falscher Standort Stehen die Pflanzen nicht hell und sonnig genug, zeigen sie eine verkümmerte Wuchsform. Die Blüte und Fruchtbildung bleiben aus. Setzen Sie die Pflanze an einen hellen und sonnigen bis halbschattigen Standort um.
zu viel Wasser Wird die Pimpernuss zu viel gegossen, staut sich das Gießwasser im Boden. Staunässe greift die Wurzeln an. Die Pflanzen verkümmern und sterben ab, wenn nichts dagegen unternommen wird. Entfernen Sie die Pflanze aus dem Boden und befreien Sie von nassem Substrat. Setzen Sie die Pimpernuss an einen neuen, trockenen Standort. Gießen Sie fortan weniger.
zu wenig Wasser Die Pflanzen können sich recht gut über die Wurzeln mit Feuchtigkeit versorgen. Jungpflanzen verkümmern schnell, wenn sie nicht regelmäßig bewässert werden. Auch im Kübel wird die Pflanze eingehen, wenn sie nicht regelmäßig gegossen wird. Dies betrifft auch ältere Pflanzen. Die Pflanzen sind umgehend zu bewässern. Sorgen Sie durch häufigeres Besprühen auch für eine hohe Luftfeuchtigkeit, damit sich die Pimpernuss schneller erholt. Gießen Sie fortan häufiger und kontrollieren den Boden.

Foto1: © Kanusommer - Fotolia.com

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