Je nach Sorte ist Blumensamen recht teuer. Dieses Geld können Sie sich sparen, wenn Sie Ihre eigenen Samen ernten und für die nächste Saison parat haben.

Viele einjährige, zweijährige und auch mehrjährige Zierpflanzen bilden Samen, die sich unkompliziert ernten und im nächsten Jahr wieder aussäen lassen. Wenn Sie die Samen sammeln und in kleinen Samenportionen in Tütchen abfüllen und etikettieren, ist die Aussaat für den kommenden Frühling gesichert. Wichtig ist, dass Sie die Samen trocken und luftig aufbewahren.

Samen selbst ernten – so gelingt es!

✿ Auf den Reifepunkt achten

Verblühte Samenkapseln der Ringelblume.
Verblühte Samenkapseln der Ringelblume. | © ElenaMasiutkina / stock.adobe.com

Die ideale Zeit zur Samenernte liegt meist im Spätsommer oder Herbst. Blumensamen sind nämlich erst dann erntereif, wenn die Samenstände vollständig ausgereift sind. Dies erkennen Sie daran, dass sie trocken und braun sind oder sich die Samen ganz leicht aus der Blüte lösen lassen. Manche Pflanzen, wie Lavendel oder Männertreu, schleudern ihre Samen regelrecht heraus. Um sie rechtzeitig aufzufangen, kann es hilfreich sein, kleine Stoffbeutel oder Papiertütchen über die Samenstände zu stülpen.

Eine Übersicht der besten Erntezeiträume und Tipps für die Ernte:

PflanzeTypErntezeitraumBesonderheiten bei der Ernte
Schmuckkörbchen
(Cosmea)
EinjährigAugust – SeptemberSamen lösen sich leicht aus der Blütenmitte.
Lavendel
(Lavandula)
MehrjährigJuli – AugustBlütenstände abschneiden, bevor Samen abfallen.
Kokardenblume
(Gaillardia)
EinjährigAugust – OktoberSamenstände vollständig trocknen lassen.
Roter Fingerhut
(Digitalis purpurea)
ZweijährigAugust – SeptemberVorsicht: Giftig! Handschuhe tragen.
Sonnenhut
(Rudbeckia)
MehrjährigSeptember – OktoberSamenstände trocknen lassen, bevor sie entfernt werden.
Zwergzinnien
(Zinnia elegans)
EinjährigSeptember – OktoberSamen aus den getrockneten Blüten zupfen.

✿ Wie lagert man Blumensamen richtig?

Achten Sie darauf, dass die Samen vollständig trocken sind, bevor Sie diese einlagern. Denn Schimmel kann die Keimfähigkeit erheblich beeinträchtigen.

  • Trockene Aufbewahrung: Lagern Sie die Samen in Papiertütchen oder Briefumschlägen. Plastiktüten vermeiden, da Feuchtigkeit eingeschlossen werden kann.
  • Kühle Lagerung: Bewahren Sie die Samen an einem kühlen, trockenen Ort auf, z. B. im Keller oder in einer kühlen Kammer.
  • Beschriftung nicht vergessen: Notieren Sie auf den Behältern den Pflanzennamen und das Erntejahr, um den Überblick zu behalten.

Lagerdauer: Selbst geerntete Samen sind in der Regel ein bis zwei Jahre keimfähig, wenn sie richtig gelagert werden.

Neue Exemplare dank selbst geerntetem Samen

Wer die Samen im nächsten Jahr aussetzt, wird feststellen, dass die Blüten einiger Pflanzen der nächsten Generation anders aussehen als die Vorjahresexemplare. Hintergrund ist, dass diese Vorjahressamen häufig Kreuzungen (F1-Hybriden) waren. Trotzdem entstehen aus selbst gesammelten Samen sehr schöne und sehr ansprechende Exemplare für den Garten.

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✿ Keimtemperatur und Substrat

Nicht alle Samen haben die gleichen Bedürfnisse bei der Aussaat. Während einige Pflanzen Sonnenlicht für den Keimprozess brauchen, ziehen andere die Dunkelheit vor. Doch wie erkennen Sie jetzt, welche Keimbedingungen Ihre Blumensamen benötigen? Hier die wichtigsten Unterschiede und Tipps zur Aussaat.

PflanzeKeimtypKeimtemperaturBesonderheiten bei der Aussaat
Duftsteinrich
(Lobularia maritima)
Lichtkeimer18–22 °CSamen nur leicht andrücken, nicht mit Erde bedecken.
Eisenkraut
(Verbena)
Lichtkeimer20–22 °CKältestratifikation notwendig: Samen für 2–4 Wochen kühl lagern (ca. 5 °C).
Kokardenblume
(Gaillardia)
Lichtkeimer18–20 °CAussaat im Frühjahr, Samen feucht halten.
Lavendel
(Lavandula)
Lichtkeimer10–15 °CKältestratifikation empfohlen: Samen 4–6 Wochen im Kühlschrank lagern, Geduld erforderlich.
Männertreu
(Lobelia)
Lichtkeimer20–22 °CSehr feine Samen, am besten in Schalen aussäen.
Mittagsgold
(Gazania)
Dunkelkeimer20–22 °CSamen mit dünner Erdschicht bedecken.
Petunie
(Petunia)
Lichtkeimer20–22 °CHelles Substrat verwenden, nicht mit Erde bedecken.
Roter Fingerhut
(Digitalis purpurea)
Dunkelkeimer18–20 °CKältestratifikation empfohlen: Samen 2–4 Wochen kühl lagern.
Scharlachroter Salbei
(Salvia coccinea)
Lichtkeimer20–22 °CGleichmäßige Feuchtigkeit erforderlich.
Schleifenblume
(Iberis)
Dunkelkeimer18–20 °CSamen dünn mit Erde bedecken, schneller Keimer.
Schmuckkörbchen
(Cosmea)
Lichtkeimer20–22 °CDirekt im Beet oder in Schalen aussäen.
Sonnenhut
(Rudbeckia)
Dunkelkeimer18–22 °CKältestratifikation wichtig: Samen 4–6 Wochen kühl lagern (ca. 5 °C).
Zwergzinnien
(Zinnia elegans)
Dunkelkeimer20–25 °CWarme Temperaturen fördern die Keimung.

Tipp: Falls Sie unsicher sind, säen Sie einen Teil der Samen wie Lichtkeimer aus und den anderen wie Dunkelkeimer.

Fazit: Samenernte ist eine einfache Methode

Wenn Blühpflanzen auf Balkon, Terrasse oder im Garten verblühen und ihre Samen reifen, beginnt eine spannende Phase. Das Sammeln der Samen macht nicht nur Freude, sondern sorgt ebenso dafür, dass im nächsten Jahr wieder neue Blumen wachsen. Ganz gleich, ob im Beet, Blumenkasten oder sogar in Töpfen. Mit wenig Aufwand entstehen so frische Blüten, die nicht nur den Außenbereich verschönern, sondern auch Bienen und Hummeln anlocken.

Ein kleiner Tipp zum Schluss: Auch Stauden wie Pfingstrosen oder Hortensien bilden Samen, doch diese benötigen oft Jahre, um zu keimen und zur Blüte zu kommen. Für eine einfachere Vermehrung eignet sich hier die Stecklingsmethode, die gerade bei diesen Pflanzen mehr Erfolg verspricht.

Ringo von Gartentipps.com

Ringo ist Gründer und Chef-Redakteur von Gartentipps.com. Hat auf dem Dorf (bei Oma) zwischen Stachelbeeren, Kirschbaum und Hühnerhof seine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt.

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