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Schachbrettblume pflanzen – Anleitung und Tipps zu Standort und Boden

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Die Natur lässt sich wirklich die faszinierendsten Dinge einfallen. Die Schachbrettblume ist zum Beispiel so ein Phänomen. Sie ist optisch ein echter Hingucker.

Schachbrettblume pflanzen
© ulkas – Fotolia.com

Im Jahre 1993 wurde die Schachbrettblume zur Blume des Jahres gekürt. Sie gehört den Liliengewächsen an und lässt eine enge Verwandtschaft zur Kaiserkrone erkennen. Die schachbrettartige Musterung der glockenförmigen Blüten ist das Markenzeichen dieses immer seltener werdenden Frühblühers. Das natürliche Verbreitungsgebiet der auch als Kiebitzei bezeichneten Pflanze liegt in Frankreich, dem Alpenvorland oder dem Balkanraum. In Mitteleuropa scheinen die Pflanzen nicht ihren natürlichen Ursprung zu haben, sondern haben sich durch Verwilderung oder Auspflanzung vermehrt. Leider ist die Schachbrettblume im heimischen Garten zu einem wahren Exoten geworden, weshalb jedem Pflanzenfreund nur nahegelegt werden kann, durch die Pflanzung der Schachbrettblume zum Erhalt der filigranen Pflanze mit ihren erhabenen Blüten beizutragen.

Vorsicht!
Trotz ihres filigranen und zarten Erscheinungsbildes sind die Pflanzen giftig. Dies betrifft nicht nur die Zwiebeln, sondern auch alle übrigen Pflanzenteile. Die meisten Giftstoffe befinden sich in den Zwiebeln. Diese sind vor Kindern und Haustieren sicher zu verwahren. In Beet oder Kübel sollten Sie darauf achten, dass Kinder nicht in Kontakt mit der Pflanze kommen und diese abpflücken.

Den passenden Standort finden

Bei der Wahl des Standortes lohnt ein Blick auf das natürliche Verbreitungsgebiet der Schachbrettblume. Das Vorkommen erstreckt sich von Westeuropa über die Normandie bis nach Rumänien. Auch in Deutschland kommen die Pflanzen vereinzelt vor. Die Schachbrettblume ist vor allem auf Feuchtwiesen in Brandenburg und dem fränkischen Raum anzutreffen. Weitgehend beschränkt sich das Vorkommen auf Naturschutzgebiete.

Bei der Standortwahl kommt es vorrangig auf einen feuchten Boden an. Teichränder oder natürliche Bachläufe sind dabei ideal. Auch wenn die Pflanzen nasse Füße bevorzugen, zum Auftreten von Staunässe darf es aber nicht kommen. Daher müssen Sie für eine gute Durchlässigkeit des Bodens sorgen.

Sehr gut macht sich die Schachbrettblume auch im Steingarten oder als Unterpflanzung von Gehölzen. Gruppenpflanzungen bringen die Vielfalt der Blütenfarben dabei besonders intensiv zum Ausdruck. Auf einen Quadratmeter können Sie dabei bis zu 15 Zwiebeln der Schachbrettblume setzen. Direkte Pflanznachbarn mögen Schachbrettblumen allerdings weniger. Viel lieber stehen sie für sich allein. Frühblüher wie Schneeglöckchen oder Märzenbecher machen sich aber gut in Gesellschaft von Schachbrettblumen. Sie sollten dennoch einen Pflanzabstand von etwa einem halben Meter einhalten.

Der ideale Standort in Stichworten:

  • halbschattig
  • feucht
  • Alleinstellung oder Gruppenpflanzungen

Das ideale Substrat auswählen

Eine gleichmäßige Feuchtigkeit ist für das Gedeihen der Schachbrettblumen sehr wichtig. Es darf jedoch keine Staunässe entstehen. Kann das Gießwasser nicht abfließen, greift dies die Zwiebeln an, welche letztlich zu faulen beginnen. Sorgen Sie deshalb dafür, dass der Boden gut durchlässig ist. Das erreichen Sie indem Sie dem Boden Lehm und groben Sand beimischen.

Schachbrettblumen kommen generell gut mit einem neutralen Boden zurecht. Sie vertragen aber auch ein leicht saures Milieu. Karge Böden sollten Sie bereits vor der Pflanzung mit Kompost aufwerten, damit die Schachbrettblume von Beginn an genügend Nährstoffe erhält, um gut anwachsen zu können.

Das passende Substrat in Stichworten:

  • gut durchlässig
  • nährstoffreich
  • locker
  • neutral bis leicht sauer
  • feucht

Wann ist die beste Pflanzzeit?

Da die Zwiebeln der Schachbrettblume nur schlecht anwurzeln, ist der Spätsommer der ideale Zeitpunkt für die Pflanzung. So können die Pflanzen vor dem Winter noch ein stabiles Wurzelsystem ausbilden. Alternativ dazu können Sie die Schachbrettblume auch im Frühling pflanzen.

Wie ist der Boden vorzubereiten?

Lockern Sie zunächst das Substrat und befreien Sie es von Unkraut, Steinen und alten Wurzelresten. Da die Schachbrettblume ein nährstoffreiches Substrat benötigt, sollten Sie das Erdreich entsprechend aufwerten. Durch die Zugabe von Kompost, Guano oder Hornspänen ist für einen reichhaltigen Langzeitdünger gesorgt und die Pflanzen können entsprechend gut anwachsen.

Tipp: Sand bietet einen guten Untergrund für Pflanzung der Blumenzwiebel.

Was ist bei der Pflanzung zu beachten?

Bei der Pflanzung sollten Sie zügig vorgehen. Die Zwiebeln der Schachbrettblume trocknen an der Luft nämlich schnell aus. Die Pflanztiefe beträgt etwa acht Zentimeter. Als Faustregel gilt, das Pflanzloch, proportional zur Länge der Blumenzwiebel, doppelt so tief anzulegen. Nach der Pflanzung erfolgt zügig eine ausreichende Bewässerung.

Tipp: Bei Gruppenpflanzungen beträgt der Pflanzabstand etwa 30 Zentimeter.

Pflanzanleitung

  1. Standort auswählen.
  2. Substrat lockern und aufbereiten.
  3. Pflanzlöcher anlegen.
  4. Blumenzwiebeln zügig einsetzen.
  5. Pflanzlöcher schließen.
  6. Boden gut angießen.

Wie ist nach der Pflanzung zu verfahren?

Wichtig ist, dass Sie den Boden gleichmäßig feucht halten. Das Substrat sollte sich immer feucht anfühlen und darf auch oberflächlich nicht austrocknen. Pflanzen Sie die Schachbrettblume im August, setzt im September das Wachstum der Wurzeln ein. Es ist also etwas Geduld gefragt, bis die Blumenzwiebeln ihre Wurzeln ausgebildet haben.


Foto1: © ulkas - Fotolia.com

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