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Schleierkraut – Pflanzen, pflegen und vermehren

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Wer sich eine Zierstaude in den Garten holen möchte, die nicht nur lange blüht, sondern auch wenig gepflegt werden muss, der trifft mit dem Schleierkraut eine gute Wahl.

Schleierkraut
© GalinaB – Fotolia.com

Unter seinem lateinischen Namen ist das Schleierkraut als Gypsophila bekannt. Unter Botanikern wird das Zierkraut auch Rispiges Gipskraut gennant, welches mit seiner langen Blütezeit, die bis in den späten Herbst andauern kann, im Hobbygarten punkten kann. Dank der großen Vielzahl an Sternblüten, welche das Aussehen dieser Pflanze ausmachen, ist das Schleierkraut hierzulande in besonders vielen Gärten anzutreffen. Hierbei handelt es sich um ein weißblütiges Nelkengewächs, welches als hübsche Staude mit den verschiedensten anderen Pflanzen im eigenen Garten kombiniert werden kann. Ob im Bauerngarten oder im heimischen Rosenbeet – das Schleierkraut macht fast überall eine gute Figur.

Wenngleich es sich hierbei um ein eher zartes, anmutiges Gewächs handelt, ist das Schleierkraut dennoch als sehr zäh und robust einzustufen. Selbst die hiesigen Winter werden für das Kraut zu keinem ernstzunehmenden Problem, sofern Sie auf den entsprechenden Frostschutz zurückgreifen.

Steckbrief zum Schleierkraut

Die Heimat des Schleierkrauts erstreckt sich vom Osten Europas bis hin zum Westen Sibiriens. Das Nelkengewächs kann dabei eine Wuchshöhe von 50 bis zu imposanten 120 Zentimetern erreichen. Allein die Wurzeln des Krauts können eine Länge von bis zu 250 Zentimetern vorweisen, die demnach entscheidend zur Robustheit der Pflanze beitragen. Mit seinen vielen weißen Sternblüten, die selten auch rosa gefärbt sind, blüht das Schleierkraut ungefähr ab Mai und bis in den September oder sogar in den Oktober hinein. Auch als Schnittblume ist die winterharte Zierpflanze überaus beliebt und lässt sich somit wunderbar in einem Blumenstrauß integrieren.

Wenngleich das filigrane Kraut über recht dicke, rübenartige Wurzeln verfügt, ist eine Verwilderung im eigenen Garten nicht zu befürchten. Schleierkraut verbreitet sich demnach nicht wie Unkraut und macht Hobbygärtnern entsprechend wenig Arbeit.

Inwiefern ist Schleierkraut giftig?

Ja, Sie lesen richtig. Das in der Pflanze enthaltene Gypsophila-Saponin gilt in der Tat als Gift. Allerdings sind die Mengen so gering, dass keine Gefahr für den Menschen besteht. Bei Haustieren sieht es hingegen anders aus. Hunde, Kaninchen und Katzen dürfen daher auf gar keinen Fall am Schleierkraut herumknabbern. Dies hätte zwar keinen tödlichen Ausgang, aber schon eine kleine Menge von Schleierkraut ist für die Tiere giftig. Dass das Schleierkraut für den Menschen ungefährlich ist, zeigt im Übrigen auch der Umstand, dass die Schleierkraut-Wurzeln in der Vergangenheit sehr gerne für die Seifenherstellung verwendet wurden.

Welcher Standort ist für das Schleierkraut ideal?

Ein Blick auf die freie Natur zeigt recht schnell, dass das Schleierkraut kein sonderlich anspruchsvoller Genosse ist, wenn es um den passenden Standort geht. Immerhin ist Schleierkraut auch auf vielen Böden zu finden, die eigentlich gar nicht den Anschein erwecken, als dass Blühpflanzen dort wachsen und gedeihen könnten. Ob an Bahndämmen und –übergängen, auf eigentlich recht trostlosen, sandigen Hügeln oder sogar bei Geröllhalden – überall dort ist das liebliche Schleierkraut zu finden. Dieser Umstand ist insofern sehr aufschlussreich, da sich die idealen Bodenbedingungen für das Schleierkraut somit kinderleicht ableiten lassen. Der ideale Standort für Schleierkraut lässt sich demnach wie folgt beschreiben:

  • sonnig, warm – auch die pralle Sonne ist gut (nicht jedoch für Jungpflanzen!)
  • windgeschützte Lage, sofern es sich um eine Sorte mit recht hohem Wuchs handelt
  • trocken und magerer Boden (sollte aber viel Kalk enthalten)
  • Boden ohne Staunässe
  • tiefgründige Erde, die möglichst locker und durchlässig ist

Sofern Schleierkraut auf der Terrasse, auf dem Balkon oder im Garten in einem Kübel angepflanzt werden soll, ist es wichtig, nicht nur auf einfache Blumenerde zu setzen. Vielmehr sollte die Erde mit den folgenden Zusatzstoffen versetzt werden, um für die idealen Standortbedingungen für das Schleierkraut zu sorgen:

  • Kalk
  • Sand
  • Kies
  • Splitt

Zur Bepflanzung des eigenen Gartens bietet sich das Schleierkraut demnach hervorragend für Kiesbeete oder auch für Steingärten an. Auch auf einer Trockenmauer fühlt sich das hübsche Kraut ausgesprochen wohl.

Schleierkraut anpflanzen – Schritt für Schritt erklärt

Grundsätzlich kann eine Schleierkraut-Staude das komplette Jahr über im eigenen Garten oder auch in einem Kübel angepflanzt werden. Allerdings darf der Boden nicht gefroren sein, so dass sich das Frühjahr als idealer Pflanzzeitpunkt erwiesen hat. Dann haben Sie schließlich noch im gleichen Jahr etwas von der langanhaltenden Blüte des Schleierkrauts. Folgende Vorkehrungen sind beim Anpflanzen zu treffen:

  1. Standort von Wurzeln, Steinen und Unkraut befreien.
  2. Die Erde bis in die Tiefe mit einer Harke auflockern.
  3. Das Erdreich dann mit einem Rechen glattziehen.
  4. Den Wurzelballen in einem Eimer mit Wasser vollsaugen lassen.
  5. Eine Pflanzgrube schaffen und die Sohle mit einer Drainage bedecken.
  6. Das Kraut nun im Loch so tief wie zuvor im Topf eingraben.
  7. Hochwachsendes Schleierkraut mit einem Stützpfahl versehen.

Wer Schleierkraut nicht in einem Beet, sondern direkt im Kübel anpflanzen möchte, sollte auf eine kleinere Sorte der Pflanze zurückgreifen. Diese bieten sich sogar für Blumenkästen an. Dabei kommt es auf ein Pflanzgefäß, über dessen Boden das Wasser ablaufen kann, entscheidend an. Denn Staunässe bedeutet sonst den Tod für das Schleierkraut. Das gilt auch für Schleierkraut im Beet. Deshalb ist es durchaus sinnvoll, wenn Sie das Kraut in der freien Natur auf einem Hügel anpflanzen. Selbst bei starkem Regen kann die Flüssigkeit somit leichter ablaufen.

Wie groß sollte der Pflanzabstand sein?

Je nach Sorte müssen Sie beim Pflanzen einen anderen Pflanzabstand einhalten. Es gelten generell die folgenden Faustregeln:

WuchshöheWuchsbreitePflanzabstand
10 bis 15 cmbis 30 cm20 bis 30 cm
20 bis 30 cm60 bis 80 cm80 cm
30 bis 40 cm20 bis 30 cm30 cm
80 bis 100 cm40 bis 80 cm50 cm
100 bis 120 cmbis 80 cm70 cm

Schleierkraut pflegen – So machen Sie es richtig

Gießen:

Ein Blick auf die idealen Standortbedingungen für das Schleierkraut lässt darauf schließen, dass dieses Gewächs nicht allzu viel Wasser benötigt. Dem ist in der Tat so, was heißen soll, dass Sie nur in Trockenperioden, die von einer besonders langen Dauer gekennzeichnet sind, überhaupt zur Gießkanne greifen müssen.

Düngen:

Selbst auf Dünger können Sie beim Schleierkraut vollkommen verzichten. Denn das Kraut braucht keine Düngemittel, um prächtig zu gedeihen. Zu viele Nährstoffe in Form von Dünger könnten sogar den gegenteiligen Effekt bewirken und der Staude am Ende schaden. Selbst organischer Mulch sollte daher nicht in der Nähe des extrem pflegeleichten Schleierkrauts verwendet werden.

Rückschnitt:

Ein Rückschnitt des Schleierkrauts ist vor allem deshalb zu empfehlen, da Sie das Kraut dann zu einer zweiten Blüte anregen können. Wenn das Ihr Ziel ist, muss der Rückschnitt allerdings unbedingt zum richtigen Zeitpunkt erfolgen. Der Rückschnitt sollte also genau dann erfolgen, wenn das Schleierkraut zum ersten Mal abblüht. Dazu den Rückschnitt bitte kurz über dem Laub der Pflanze ansetzen. Auch im Herbst ist ein Rückschnitt sinnvoll, wobei die Stauden dann auf Handbreite über dem Erdboden einzukürzen sind.

Wer seinen Wohnraum mit Schleierkraut als Blumenbukett verschönern möchte, schneidet die Blütenstängel am besten in den frühen Morgenstunden ab. Dann haben sich nur ein Teil der Blütenknospen geöffnet. Die unteren Blätter sollten Sie natürlich entfernen, bevor Sie das Schleierkraut in einer Vase platzieren. Damit sich der Blumenstrauß möglichst lange hält, müssen Sie die Stiele, wie bei den meisten anderen Blumen auch, leicht schräg anschneiden. Lauwarmes Blumenwasser ist zu empfehlen, damit das Schleierkraut keinem Kälteschock ausgesetzt wird. Geben Sie eine Prise Zucker zu dem lauwarmen Blumenwasser, so blüht das Schleierkraut in der Vase sogar noch länger. Eine Nährstofflösung für die Blumenvase, die zum Beispiel im Fachhandel erhältlich ist, tut also nicht Not, wobei Zucker ohnehin günstiger ist.

Überwinterung:

Bei den meisten Schleierkraut-Sorten handelt es sich um winterharte Zierpflanzen. Nachdem der Rückschnitt im Herbst nach dem Ende der Blüte erfolgt ist, sollten Sie die Pflanze zur Sicherheit dennoch bedecken. Für diesen Frostschutz können Sie zum Beispiel die folgenden Materialien verwenden:

  • Laub
  • Tannenwedel
  • Reisig
  • Stroh

Schnee sowie Frost können somit kaum zum Schleierkraut durchdringen, um es zu durchnässen. Sobald die Temperaturen im Frühling ansteigen, müssen Sie den Frostschutz jedoch unbedingt entfernen. Sonst kann es zu einer Schimmelbildung kommen. Haben Sie das Schleierkraut in einem Kübel angepflanzt, sollten Sie den Kübel im Winter auf einem Holzblock positionieren und den kompletten Topf als Winterschutz mit einer wärmenden Folie umwickeln.

Übrigens:
Sofern das Schleierkraut trotz der genannten Tipps nicht erneut austreibt, können Sie davon auszugehen, dass Sie versehentlich auf eine einjährige Sorte des Krauts zurückgegriffen haben, bei der ein erneuter Austrieb entsprechend nicht zu erwarten ist.

Schleierkraut vermehren – So klappt’s

Schleierkraut-Blüten
© sakhorn38 – Fotolia.com

❍ Vermehrung über Stecklinge:

Die Kopfstecklinge, die Sie beim ersten Rückschnitt des Schleierkrauts entnommen haben, bieten sich wunderbar an, um das Kraut zu vermehren. Die Vermehrung kann sowohl im Topf als auch im Bett direkt neben der großen Schleierkraut-Pflanze erfolgen. Die Stecklinge dazu am besten zwischen April und Mai auf einer Länge von zehn bis 15 Zentimetern abschneiden. Jeder der Stecklinge sollte dabei über drei oder mehr Blattpaare verfügen, wobei ein Schnitt kurz unterhalb des letzten Blattknotens ideal ist. Sofern Sie die Stecklinge in einem Topf vermehren wollen, sollten Sie wie folgt vorgehen:

  1. Den Topf mit einem Gemisch aus Torf und Sand füllen.
  2. Den unteren Teil des Stecklings entlauben.
  3. Den Steckling auf halber Höhe einpflanzen.
  4. Den Steckling zusammen mit dem Substrat leicht anfeuchten.
  5. Eine perforierte Plastikfolie über den Topf samt Steckling stülpen.
  6. Topf an einem hellen Platz am Fenster aufstellen.

❍ Vermehrung durch Teilung:

Das Schleierkraut lässt sich auch per Teilung sowie per Aussaat vermehren. Bei der Teilung gilt es zu bedenken, dass die dicken Wurzeln des Schleierkrauts im Frühjahr möglichst zeitig, jedoch nicht komplett geteilt werden sollten. Besser ist es jedoch, wenn Sie einige Wurzelabrisse schonend von der Mutterpflanze entnehmen. Die unteren Wurzeln werden dann schräg angeschnitten und in einen Topf eingesetzt.

Die weiteren Schritte ähneln der Vermehrung von Stecklingen im Topf, wobei Sie die Wurzeln im oberen Bereich mit einer dünnen Sandschicht bestreuen sollten, bevor Sie sie anfeuchten. Erst, wenn die ersten Blattpaare herangewachsen sind, können Sie die Schleierkraut-Jungpflanze in den Garten umsiedeln. Junges Schleierkraut sollten Sie immer beschatten, damit es nicht gleich mit der prallen Sonne in Berührung kommt.

❍ Vermehrung durch Aussaat:

Das Schleierkraut können Sie im März oder April aussäen. Gehen Sie dabei am besten wie nachfolgend beschrieben vor:

  1. Füllen Sie eine Anzuchtschale mit Aussaaterde.
  2. Dann die Samen ausstreuen und mit einer dünnen Schicht Erde bedecken.
  3. Das Ganze mit ein wenig Wasser besprühen.
  4. Die Schale mit Folie oder Glas bedecken und regelmäßig lüften.
  5. An einem warmen Ort ohne volle Sonne aufstellen.
  6. Abwarten, bis sich die ersten Laubblätter bei der Pflanze bilden.
  7. Die kleinen Schleierkraut-Jungpflanzen dann in Einzeltöpfe umsiedeln.
  8. Nicht düngen und die Jungpflanzen feucht halten (jedoch nicht zu sehr).
  9. Jungpflanzen können in den Garten oder den Kübel, wenn sie über ein ausreichendes Wurzelwerk verfügen.

Expertentipp:
Die Schleierkraut-Sorten, die im Fachhandel als Saatgut erhältlich sind, sind meist Hybriden, die leider nicht mehrjährig sind. Wer sich also nicht nur ein Jahr lang an der Schleierkraut-Blütenpracht im eigenen Garten erfreuen will, sollte die Aussaat meiden. Setzen Sie lieber auf fertig vorgezogene Jungpflanzen.

Krankheiten und Schädlinge am Schleierkraut bekämpfen

❍ Pilzinfektion:

Eine Pilzinfektion ist eine der möglichen Krankheiten des Schleierkrauts. Sie ist an einem kümmerlichen Aussehen der gesamten Pflanze sowie an den dunkel verfärbten Stängeln zu erkennen. Damit sich die Pilze nicht wie Unkraut im weiteren Garten ausbreiten können, müssen Sie die betroffenen Schleierkraut-Stauden großzügig ausgraben und entsprechend vernichten. Staunässe trägt zudem dazu bei, dass das Schleierkraut leichter von einer Pilzinfektion befallen wird.

❍ Schnecken:

Schnecken lieben Schleierkraut als kleinen Snack. Ein Schneckenzaun kann sich hier als sehr hilfreich und sinnvoll erweisen. Dies gilt jedoch nur in Regionen, in denen Sie aufgrund der örtlichen Gegebenheiten von einem starken Schneckenbefall ausgehen müssen. Sonst würde sich diese Investition einfach nicht lohnen. Auch Schneckenkorn kann helfen. Oder auch diese Tipps gegen Schnecken.

❍ wilde Kaninchen:

Auch wilde Kaninchen machen sich gerne über Schleierkraut her. Als Schutz gegen die Tiere hilft nur ein spezieller Zaun, der im Fachhandel aus dem entsprechenden Kaninchendraht angeboten wird. Dieser sollte gut 30 Zentimeter in den Boden hineinreichen, damit sich die Langohren auch unterirdisch keinen Weg zu dem für sie so attraktiven Schleierkraut bahnen können. Im Fachhandel sind zudem verschiedene Vergrämungsmittel speziell für Wildkaninchen erhältlich.


Foto1: © GalinaB - Fotolia.com, Foto2: © sakhorn38 - Fotolia.com

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