Wer sich eine Zierstaude in den Garten holen möchte, die nicht nur lange blüht, sondern auch wenig gepflegt werden muss, der trifft mit dem Schleierkraut eine gute Wahl.

Mit seinen feinen Blüten von Juni bis September wirkt Gypsophila fast schwerelos und setzt Rosen, Stauden, Naturgärten und Steingärten sanft in Szene. Die Staude gehört zur Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae) und zeigt sich im Garten je nach Art ganz unterschiedlich. Das Riesen-Schleierkraut (Gypsophila paniculata), auch Rispiges Schleierkraut genannt, wächst locker aufrecht und bringt luftige Fülle ins Beet. Das Teppich-Schleierkraut (Gypsophila repens) bleibt niedrig und eignet sich besonders gut für Steingärten, Mauerkronen und sonnige Beete.

Steckbrief

Nahaufnahme von weißen Schleierkraut-Blüten.
Schleierkraut kennen viele von Blumensträußen, doch im Garten ist es ebenso schön anzusehen. | © GalinaB – Fotolia.com

Die Heimat des Schleierkrauts erstreckt sich vom Osten Europas bis hin zum Westen Sibiriens. Das Nelkengewächs kann dabei je nach Sorte eine Wuchshöhe von 50 bis zu imposanten 120 Zentimetern erreichen.

Allein die Wurzeln des Krauts können eine Länge von bis zu 250 Zentimetern vorweisen, die demnach entscheidend zur Robustheit der Pflanze beitragen. Mit seinen vielen weißen Sternblüten, die selten auch rosa gefärbt sind, blüht das Schleierkraut ungefähr ab Mai und bis in den September oder sogar in den Oktober hinein. Auch als Schnittblume ist die winterharte Zierpflanze überaus beliebt und lässt sich somit wunderbar in einem Blumenstrauß integrieren.

Wenngleich das filigrane Kraut über recht dicke, rübenartige Wurzeln verfügt, ist eine Verwilderung im eigenen Garten nicht zu befürchten. Schleierkraut verbreitet sich demnach nicht wie Unkraut und macht Hobbygärtnern entsprechend wenig Arbeit.

💡 Ist Schleierkraut giftig?
Im Schleierkraut ist Gypsophila-Saponin enthalten, das giftig ist. Allerdings sind die Mengen so gering, dass keine Gefahr für den Menschen besteht. Bei Haustieren sieht es hingegen anders aus. Hunde, Kaninchen und Katzen dürfen daher auf gar keinen Fall am Schleierkraut herumknabbern. Dies hätte zwar keinen tödlichen Ausgang, aber schon eine kleine Menge von Schleierkraut ist für die Tiere giftig. Dass das Schleierkraut für den Menschen ungefährlich ist, zeigt im Übrigen auch der Umstand, dass die Schleierkraut-Wurzeln in der Vergangenheit sehr gerne für die Seifenherstellung verwendet wurden.

Schleierkraut pflanzen

Grundsätzlich kann eine Schleierkraut-Staude das komplette Jahr über im eigenen Garten oder auch in einem Kübel angepflanzt werden. Allerdings darf der Boden nicht gefroren sein, sodass sich das Frühjahr als ideale Pflanzzeit erwiesen hat.

Standort

Ein Blick auf die freie Natur zeigt recht schnell, dass das Schleierkraut kein sonderlich anspruchsvoller Genosse ist, wenn es um den passenden Standort geht. Trotzdem liebt das Schleierkraut einen sonnigen, warmen und windgeschützten Platz.

Boden

Schleierkraut braucht einen lockeren, gut durchlässigen und eher trockenen Boden. Ideal ist ein sandiger, kiesiger oder steiniger Gartenboden, der Wasser schnell ablaufen lässt. Staunässe verträgt Gypsophila schlecht, weil die Wurzeln sonst faulen. Ein kalkhaltiger bis neutraler Boden ist vorteilhaft, während sehr nährstoffreiche Erde nicht nötig ist.

💡 Tipp:
Wer unsicher ist, ob der Gartenboden zu sauer ist, kann vor dem Pflanzen einen einfachen pH-Bodentest durchführen. Dafür werden an mehreren Stellen im Beet kleine Bodenproben entnommen, gemischt und nach Packungsanleitung geprüft. Liegt der pH-Wert im sauren Bereich, kann der Boden im Herbst sparsam mit Gartenkalk verbessert werden.

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Pflanzanleitung

Schritt 1: Topfware vor dem Pflanzen wässern
Stellen Sie das Schleierkraut vor dem Pflanzen für einige Minuten in einen Eimer mit Wasser. Der Wurzelballen sollte sich gut vollsaugen, damit die Pflanze leichter anwächst. Sobald keine Luftblasen mehr aufsteigen, kann die Topfware herausgenommen werden.

Schritt 2: Boden vorbereiten
Lockern Sie den Boden tiefgründig auf, damit die Wurzeln gut einwachsen können. Schwere Lehmerde wird mit Sand, feinem Kies oder Splitt durchlässiger gemacht. Ideal ist ein lockerer, kalkhaltiger bis neutraler Boden, der Wasser schnell ablaufen lässt.

Schritt 3: Pflanzloch ausheben
Heben Sie ein Pflanzloch aus, das etwa doppelt so breit wie der Wurzelballen ist. Bei sehr schwerem Boden hilft eine dünne Schicht Kies oder Splitt am Boden des Pflanzlochs, damit überschüssiges Wasser besser abzieht.

Schritt 4: Schleierkraut einsetzen
Setzen Sie das Schleierkraut so tief ein, wie es vorher im Topf stand. Der Wurzelballen sollte nicht zu tief in die Erde kommen. Füllen Sie das Pflanzloch anschließend mit Erde auf und drücken Sie die Erde vorsichtig an.

Schritt 5: Pflanzabstand einhalten
Riesen-Schleierkraut braucht mehr Platz, weil es locker und ausladend wächst. Hier sind etwa 60 bis 80 cm Abstand sinnvoll. Teppich-Schleierkraut bleibt niedriger und eignet sich auch für Mauerkronen oder Steingärten. Dafür reichen meist etwa 30 bis 40 cm Pflanzabstand.

Schritt 6: Angießen und anwachsen lassen
Nach dem Pflanzen wird gründlich angegossen. In den ersten Wochen sollte die Erde leicht feucht bleiben, bis das Schleierkraut gut angewachsen ist. Danach kommt die Staude mit Trockenheit besser zurecht als mit dauerhaft nassem Boden.

💡 Tipp:
Wird Schleierkraut auf der Terrasse, auf dem Balkon oder im Garten in einem Kübel angepflanzt, ist es wichtig, nicht nur auf einfache Blumenerde zu setzen. Vielmehr sollte die Erde mit Sand aufgelockert werden.

Schleierkraut pflegen

Nahaufnahme vom weißen Schleierkraut
Schleierkraut benötigt kaum Wasser. | © iralex / stock.adobe.com

Gießen

Sobald Schleierkraut angewachsen ist, reicht der natürliche Regen für die Wasserversorgung aus. Nur Schleierkraut im Topf wird gelegentlich, aber mit wenig Wasser, gegossen, und überschüssiges Wasser aus dem Untersetzer stets entfernt.

Düngen

Während das Hohe Schleierkraut sich im Frühjahr über etwas Dünger freut, wird Teppich-Schleierkraut nicht gedüngt.

Rückschnitt

Beim Riesen-Schleierkraut werden die abgeblühten Blütenstände bis zu den oberen Stängelblättern zurückgeschnitten. So bleibt noch genügend Laub stehen, während die verwelkten Blütenrispen entfernt werden.

Teppich-Schleierkraut wird nach dem ersten Blütenflor bis auf Polsterhöhe oder etwa eine Handbreit über dem Boden zurückgeschnitten. Das regt einen frischen Austrieb an.

💡 Tipp: Schleierkraut für die Vase schneiden
Als Schnittblume eignet sich vor allem Riesen-Schleierkraut (Gypsophila paniculata), da es lange, locker verzweigte Blütenstiele bildet. Schneiden Sie die Stiele am besten morgens ab, wenn die Pflanze gut mit Wasser versorgt ist. Ideal ist der Schnitt, sobald sich viele kleine Blüten geöffnet haben, aber noch nicht alle Blüten voll aufgeblüht sind. Verwenden Sie eine saubere, scharfe Schere und schneiden Sie die Stiele möglichst lang und leicht schräg ab, damit sich die Schnittblumen lange halten. Danach kommen sie direkt in frisches Wasser.

Überwintern

Mehrjähriges Schleierkraut ist winterhart und benötigt im Beet keinen Winterschutz.

Schleierkraut im Kübel braucht jedoch etwas Schutz. Stellen Sie den Blumentopf im Herbst an eine Hauswand, unter einen Dachüberstand oder an einen anderen regengeschützten Platz. Der Topf steht am besten auf kleinen Füßen, Holzleisten oder einer Styroporplatte. Zusätzlich wird der Kübel mit Jute, Vlies oder Noppenfolie umwickelt. Gegossen wird im Winter nur sparsam und ausschließlich an frostfreien Tagen.

💡 Tipp:
Treibt ihr Schleierkraut im Frühjahr nicht aus, kann es sich auch um eine einjährige Sorte wie Schleierkraut (Gypsophila elegans) handeln.

Vermehrung

Schleierkraut lässt sich je nach Art über Samen oder Stecklinge vermehren.

Schleierkraut-Blüten
Schleierkraut lässt sich mit Erfolg vermehren. | © sakhorn38 – Fotolia.com

Riesen-Schleierkraut vermehren

Riesen-Schleierkraut (Gypsophila paniculata) wird vor allem durch Aussaat vermehrt. Die Vorkultur beginnt ab März im Haus, ab Mai kann direkt ins Beet gesät werden. Die Samen werden nur dünn mit Erde bedeckt, da Schleierkraut zu den Lichtkeimern gehört. Sobald die Jungpflanzen kräftig genug sind, werden sie an einen sonnigen, durchlässigen Standort gesetzt. Auch junge Kopfstecklinge, die im Frühjahr geschnitten und in Anzuchterde bewurzelt werden, sind möglich. Eine Teilung ist beim Riesen-Schleierkraut weniger empfehlenswert, da die Pflanze eine tiefe Pfahlwurzel bildet und sich nur schwer umpflanzen lässt.

Teppich-Schleierkraut vermehren

Teppich-Schleierkraut (Gypsophila repens) kann ebenfalls ausgesät werden. Bei einfachen Arten funktioniert das unkompliziert. Wer jedoch eine bestimmte Sorte mit gleichbleibender Blütenfarbe erhalten möchte, vermehrt Teppich-Schleierkraut besser über Grundstecklinge. Dafür werden im Frühjahr junge Triebe mit einer kleinen Wurzelverdickung abgeschnitten und bis zu den Blättern in Aussaaterde gesteckt. Unter Folie oder Glas wachsen die Stecklinge geschützter an.

💡 Tipp:
Eine Teilung ist beim Teppich-Schleierkraut nur bei großen, gut eingewachsenen Polstern sinnvoll. Schonender ist es meist, junge Sämlinge umzusetzen oder Stecklinge zu ziehen. So bleibt die Mutterpflanze ungestört und die neuen Pflanzen wachsen leichter an.

Krankheiten und Schädlinge

Schleierkraut ist am richtigen Standort sehr robust und wird nur selten von Krankheiten oder Schädlingen befallen. Einzig an jungen Trieben können im Frühjahr gelegentlich Schnecken fressen.

Beliebte Schleierkraut-Sorten

Teppich Schleierkraut (Gypsophila repens)

Nahaufnahme der Blüten vom Teppich Schleierkraut.
Teppich Schleierkraut | © M. Schuppich / stock.adobe.com
Teppich Schleierkraut (Gypsophila repens)
Blütenfarbe:weiß
Wuchshöhe:15 – 25 cm
Wuchsbreite:30 – 40 cm
Blütezeit:Mai – Juli
Standort:Sonne
Boden:trocken bis feucht, durchlässig
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Riesen Schleierkraut (Gypsophila paniculata)

Nahaufnahme von weißen Schleierkraut-Blüten.
Riesen Schleierkraut (Rispiges Schleierkraut) | © GalinaB – Fotolia.com
Rispiges Schleierkraut (Gypsophila paniculata)
Blütenfarbe:weiß
Wuchshöhe:80 – 100 cm
Wuchsbreite:60 – 80 cm
Blütezeit:Juli – August
Standort:Sonnig
Boden:kalkhaltig, durchlässig, leicht trocken
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Schleierkraut ‚Flamingo‘ (Gypsophila paniculata ‚Flamingo‘)

Nahaufnahme der Blüten vom Schleierkraut Flamingo.
Schleierkraut ‚Flamingo‘ | © sandipruel / stock.adobe.com
Gold-Trompetenbaum (Catalpa bignonioides ‚Aurea‘)
Blütenfarbe:zartrosa bis rosa
Wuchshöhe:100 – 120 cm
Wuchsbreite:60 – 80 cm
Blütezeit:Juni – August
Standort:Sonne
Boden:durchlässig, kalkhaltig, nährstoffreich
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Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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