Bäume

Steineiche pflegen: Tipps für die Kultivierung im Freiland und im Kübel

Die Steineiche gibt ein imposantes Bild ab. Da sie aber größtenteils nicht an unser Klima angepasst ist, benötigt sie besonders im Winter etwas mehr Pflege.

Steineiche pflegen
© Maria / stock.adobe.com

Die Steineiche (Quercus ilex) beeindruckt durch ihre bizarre und knorrige Wuchsform. Allerdings sind die Gewächse in Deutschland in freier Natur kaum anzutreffen. Denn die Steineiche ist Wärme liebend und fühlt sich im mediterranen Raum deutlich wohler als bei uns. In unseren Breiten übersteht sie den Winter nur in klimatisch besonders begünstigten Regionen – zum Beispiel im Rheintal oder dem Bodenseeraum. Die Pflanzen werden daher bei uns bevorzugt im Kübel kultiviert und bieten dabei einen hübschen Blickfang auf Balkon oder Terrasse.

Während die Steineiche im Freiland bis zu 20 Meter an Wuchshöhe erreichen kann, werden die Pflanzen im Kübel immerhin etwa zwei Meter groß und bieten damit einen imposanten Anblick. Werden Pflegefehler vermieden, wird die Steineiche sich als robust und pflegeleicht erweisen. Worauf es bei der Pflege der Buchengewächse ankommt, kann im Folgenden nachgelesen werden.

Die Steineiche richtig gießen

Steineichen mögen keine Trockenheit. Stehen die Pflanzen im Freiland, sollte im Sommer regelmäßig bewässert werden, sobald die oberste Erdschicht angetrocknet erscheint.

Tipp: Gießen Sie immer direkt an der Wurzel und vermeiden Sie es, das Gießwasser auch über die Blätter oder über den gesamten Baum zu schütten.

Besondere Rücksicht ist auf junge Pflanzen zu nehmen. Deren Wurzelsystem ist noch nicht stabil genug, um sich ausreichend mit Flüssigkeit aus dem Boden zu versorgen. Daher können ja nach Wetterlage tägliche Wassergaben erforderlich sein.

Im Winter wird weniger gegossen. Aber auch hier darf der Boden nicht austrocknen. Kontrollieren Sie die Pflanze daher regelmäßig und bewässern die Steineiche ggf. an frostfreien Tagen.

Tipp: Die Gewächse werden besser vor Austrocknung geschützt, wenn eine Mulchschicht auf den Erdboden aufgebracht wird.

Was ist beim Gießen der Steineiche im Kübel zu beachten?

Steineiche im Kübel gießen
Steineichen im Kübel sind besonders anfällig für Staunässe – © ahau1969 / stock.adobe.com

Die Steineiche hat im Kübel nur begrenzt Substrat zur Verfügung und muss daher regelmäßig gegossen werden. Die Erde sollte sich dabei stets leicht feucht anfühlen. Staunässe gilt es allerdings zu vermeiden.

Tipp: Da Staunässe bei Kübelpflanzen besonders häufig auftritt, sollten Sie immer darauf achten, dass sich ausreichend Abflusslöcher im Pflanzkübel befinden. Weiterhin schützt eine Drainage aus Kies oder Blähton im Gefäßboden vor Staunässe.

In Kürze:

    • Boden darf nicht austrocknen
    • Freilandpflanzen gelegentlich gießen
    • Kübelpflanzen regelmäßig gießen
    • Staunässe vermeiden
    • Wasser direkt an die Wurzeln geben

Die Steineiche richtig düngen

Steineichen zeigen sich bezüglich des Düngers recht anspruchslos. Bei Freilandpflanzen ist es ausreichend, wenn Sie bei der Pflanzung das Substrat mit reifem Kompost oder einen anderen organischen Langzeitdünger mischen. Wurde im Frühling gepflanzt, sollte die Düngergabe im Sommer wiederholt werden.

Im Kübel stehen dem Gewächs weniger Nährstoffe zur Verfügung. Die Düngung spielt hier eine größere Rolle. Während der Wachstumsperiode kann 14tägig ein Volldünger verabreicht werden.

Tipp: Da sich die Erde im Kübel schnell verbraucht, sollte am besten jährlich umgetopft werden und ein kompletter Bodenaustausch stattfinden.

In Kürze:

    • Freilandpflanzen erhalten zweimal jährlich Kompost
    • alternativ kann auch ein anderer organischer Volldünger verabreicht werden
    • Kübelpflanzen während der Wachstumsperiode düngen
    • 14tägig kann handelsüblicher Volldünger gegeben werden

Die Steineiche richtig schneiden

Regelmäßige Schnittmaßnahmen sind bei der Steineiche nicht zwingend erforderlich. Die Gewächse bilden ihre charakteristische knochige Form am schönsten aus, wenn der Hobbygärtner möglichst wenig eingreift.

Die Pflanzen sind jedoch schnittverträglich und können, wenn der Bedarf oder die Notwendigkeit besteht, im zeitigen Spätwinter zurückgeschnitten werden.

Tipp: Wählen Sie für den Rückschnitt einen frostfreien und wolkigen Tag ohne Niederschlag und ohne prallem Sonnenschein.

Kranke oder abgestorbene Zweige sollten großzügig entfernt werden. Dabei sollte jedoch nicht bis in das alte Holz zurückgeschnitten werden. Alle Triebe, welche Ihnen zu lang erscheinen und die Wuchsform des Baumes beeinträchtigen, werden über einem nach außen gerichteten Auge gekürzt. Kürzen Sie auch sich überkreuzende oder nach innen wachsende Triebe.

Achtung: Verwenden Sie beim Rückschnitt stets scharfe und saubere Gartenwerkzeuge. Sind die Schnittwerkzeuge nicht desinfiziert, können Bakterien und Pilze in die Pflanze eindringen. Unscharfe Scheren hinterlassen an den Zweigen und Ästen keine sauberen Schnitte, sondern Quetschungen. Diese würden die Pflanze unnötig beschädigen und Schädlingen und Krankheitserregern eine Eintrittspforte bieten.

In Kürze:

    • Rückschnitt nicht zwingend notwendig
    • kranke und abgestorbene Äste entfernen
    • Wuchsform durch Auslichtungsschnitt erhalten
    • sauberes und keimfreies Schnittwerkzeug verwenden

Die wichtigsten Pflegemaßnahmen im Überblick

Pflegemaßnahme Erläuterung
Gießen Die Erde darf nicht austrocknen.
Freilandpflanzen sind bei längerer Trockenheit zu bewässern.
Kübelpflanzen werden regelmäßig gegossen.
Staunässe sollte vermieden werden.
Das Gießwasser ist direkt an die Wurzeln zu geben.
Düngen Freilandpflanzen erhalten im Frühling und Sommer organischen Dünger.
Kübelpflanzen werden während der Wachstumsperiode regelmäßig mit Volldünger versorgt.
SchneidenSchnittmaßnahmen sind nicht zwingend notwendig.
Die Pflanze entwickelt ohne Eingreifen des Hobbygärtners ihre charakteristische Wuchsform.
Alte und abgestorbene Äste sind zu entfernen.
Die Steineiche ist gut schnittverträglich.

Die Steineiche richtig überwintern

Die Winterhärte der Steineiche in Deutschland ist leider als eingeschränkt zu betrachten. Die mediterranen Gewächse überstehen den Winter im Freiland nur in besonders milden Regionen, wie zum Beispiel Weinbaugebieten. Die Bäume können über einige Tage durchaus auch Frösten bis zu – 15 Grad trotzen, würden jedoch bei anhaltenden Dauerfrösten in rauen Lagen mit Sicherheit erfrieren.

Steht die Steineiche im Freiland, ist sie auch vor starker Sonneneinstrahlung zu schützen. Intensive Wintersonne kann zum Aufplatzen der Rinde führen. Dies schwächt die Bäume und kann sie anfälliger für Krankheiten machen. Ein eher schattiger Winterstandort ist also ratsam. Kann dies nicht gewährleistet werden, sollten die Stämme mit Gartenvlies geschützt werden:

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Wie lässt sich die Steineiche im Kübel überwintern?

Kübelpflanzen werden vor den ersten Frösten ins Haus geholt. Eine gewisse Frostverträglichkeit kann nur Freilandpflanzen zugesprochen werden. Steht die Steineiche im Kübel, besteht die Gefahr, das das Pflanzgefäß durchfriert und die Wurzeln keine Nährstoffe mehr aufnehmen können, was zum Absterben der Pflanze führt.

Die Steineiche im Kübel muss frostfrei überwintern. Dabei sollten keine allzu großen Temperaturunterschiede herrschen. Konstante Temperaturen zwischen acht und zehn Grad sind ideal. Das Winterquartier sollte hell beschaffen sein. Sehr gut eignet sich ein unbeheizter Wintergarten oder auch helle Treppenhäuser.

Tipp: Da es sich um immergrüne Gewächse handelt, sollte das Winterquartier möglichst hell beschaffen sein. Ansonsten kommt es zum Blattfall. Meist treiben die Pflanzen aber im Frühling zuverlässig wieder aus.

Krankheiten und Schädlinge an der Steineiche erkennen

Mehltau erkennen und bekämpfen

Steineiche: Mehltau
© Burapa Nammulsint / stock.adobe.com

Die Steineiche ist eine robuste Pflanze, welche nur selten kränkelt. Hin und wieder kommt es zu einem Befall mit Mehltau. Diesen kann der Hobbygärtner gut an einen weißlichen Belag auf den Blättern erkennen. Der Belag erinnert an Mehl. Bei einem fortgeschrittenen Befall mit Mehltau werden zwangsläufig chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden müssen.

Tipp: Bei leichterem Befall kann es helfen, die Blätter mit Milch abzureiben.

Schildläuse erkennen und bekämpfen

Besonders im Winterquartier besteht die Gefahr eines Befalls mit Schildläusen. Die Schädlinge sind mit dem bloßen Auge zu erkennen und lassen sich häufig schon durch die Behandlung mit einem harten Wasserstrahl vertreiben. Auch Hausmittel wie Brennnesseljauche oder Knoblauch zeigen Wirkung.

Tipp: Bei einem Befall mit Blattläusen oder Weißen Fliegen hingegen ist in der Regel kein Eingreifen durch den Hobbygärtner nötig.

Pflegefehler vermeiden

Damit die Pflanzen gesund bleiben, sind bei der Pflege einige Dinge zu beachten. Besonders empfindlich reagieren die Gewächse auf Trockenheit. Auch im Winterquartier dürfen die Pflanzen nicht austrocknen. Zudem sollten die Kübelpflanzen erst auf Balkon oder Terrasse umziehen, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind.

Hilfe – meine Steineiche blüht nicht

Sie haben eine Steineiche gepflanzt und warten nun vergeblich auf die Blüte? Ein Pflegefehler liegt vermutlich nicht vor, dennoch werden Sie sich noch gedulden müssen. Die ersten Blüten bilden die getrenntgeschlechtlichen Pflanzen erst im Alter von 30 bis 40 Jahren aus.

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