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Teichpflege im Sommer – Das gibt es jetzt zu tun

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Zu viel Hitze kann für den Gartenteich schlimme Folgen haben. Das erhöhte Algenwachstum kann zum Kippen des Teiches führen und somit die darin lebenden Fische gefährden. Eine optimale Teichpflege im Sommer kann dies verhindern.

Teichpflege im Sommer - Das gibt es jetzt zu tun
© sonne_fleckl – Fotolia.com

Ein Gartenteich ist die Ruheoase schlechthin in einem Garten. So richtig genießen kann man diesen aber nur, wenn er sauber und gepflegt aussieht. Viele lassen Ihrem Gartenteich im Frühjahr eine ausgiebige Pflegekur zuteil werden. Das ist richtig, aber damit ist es noch längst nicht erledigt. Wichtig ist auch, dass der Gartenteich im Sommer nicht sich selbst überlassen wird. Denn durch die heißen Temperaturen und das Überangebot an Nahrung, wodurch das Algenwachstum stark erhöht ist, passiert es schnell, dass der Teich kippt und somit die darin lebenden Tiere gefährdet sind. Im schlimmsten Fall können diese sterben.

Damit das nicht passiert, ist es wichtig seinen Gartenteich im Sommer immer im Auge zu haben und regelmäßig einige Vorkehrungen zu treffen. Welche das genau sind, erfahren Sie jetzt.

Checkliste für die Teichpflege im Sommer

❍ Wasserwerte überprüfen

Wasserwerte überprüfen
© jensrother – Fotolia.com

Die Wasserqualität bestimmt das Leben im Gartenteich. Um hier ein Gleichgewicht zu schaffen, müssen Sie regelmäßig die Wasserwerte überprüfen. Hierfür gibt es spezielle Teststreifen mit denen die Wasserwerte kinderleicht abgelesen werden können. Entscheidend sind folgende Werte:

  • pH-Wert (pH)
  • Karbonathärte (kH)
  • Gesamthärte (gH)
  • Ammonium (NH4)
  • Ammoniak (NH3)
  • Nitrit (NO2)
  • Nitrat (NO3)

» pH-Wert

Der pH-Wert gibt an wie sauer (< 7), neutral oder basisch (> 7) das Teichwasser ist. Ist dieses zu sauer, dann verätzen bei den Fischen die Schleimhäute und Kiemen. Ist das Wasser basisch (alkalisch), dann wird Ammonium zu Ammoniak umgewandelt, woran die Tier qualvoll sterben.

Sie müssen also eine Balance schaffen, um Ihre Pflanzen und Tiere zu schützen. Der ideale Wert liegt zwischen 7 und 8 (Toleranzbereich: zwischen 6,5 und 8,5 pH). Durch Regen, frisches Teichwasser und Sonne unterliegt das Wasser aber ständigen Schwankungen. Erlaubt sind Schwankungen von 0,5 pH, größer sollten sie nicht sein, da dies schädlich für Fische und Pflanzen sein kann.

» Karbonathärte

Wie eben erwähnt, unterliegt der pH-Wert ständigen Schwankungen. Teiche neigen dazu mit der Zeit zu übersäuern. Das liegt an dem Urin der Fische, an Regenwasser oder dem Freisetzen saurer Substanzen einiger Bakterien. Wie stark der Teich mit diesen pH-Wert-Schwankungen umgehen kann, hängt von der Höhe des Karbonatwertes ab. Um einen stabilen pH-Wert zu halten, muss die Karbonathärte einen Wert zwischen 6 und 10 ° dKH aufweisen.

» Gesamthärte

Die Gesamthärte im Teichwasser gibt an, wie viele gelöste Mineralien sich darin befinden. Diese sind für viele biologische Prozesse im Wasser notwendig. Ist das Wasser zu weich (niedriger Mineralgehalt) funktionieren diese nicht mehr richtig. Weiches Wasser ist bei einem Wert zwischen 8 und 10 ° dH. Eine optimale Wasserhärte haben Sie, wenn der Wert zwischen 10 und 15 ° dH liegt.

» Tipp: Der Wert lässt sich erhöhen, indem Sie dem Teich frisches Wasser zuführen.

» Ammonium und Ammoniak

Durch Ausscheidungen und Abbauprozessen von organischen Materialien entsteht Ammonium. Das ist nicht weiter schlimm. Gefährlich wird es , wenn dieses Ammonium bei einem zu hohen pH-Wert zu Ammoniak umgewandelt wird. Schon ein geringer Wert kann für die Fische tödlich sein. Der Ammoniak-Gehalt im Teichwasser sollte also 0 mg pro Liter betragen.

Zeigt Ihnen das Messegerät allerdings einen Wert ab 0,2 mg pro Liter an, sollten Sie dringend einen Teilaustausch des Wassers vornehmen. Ersetzen Sie 25 Prozent des Wassers bei einem Wert bis zu 1,0 mg pro Liter. Bei einem höheren Wert sollten Sie jedoch bis zu 75 Prozent austauschen.

» Nitrit und Nitrat

Ebenfalls ursächlich für Fischsterben kann ein nachweisbarer Nitrit-Wert sein. Dieser sorgt dafür, dass der Sauerstofftransport blockiert wird und dementsprechend die Fische ersticken.

Bei einem biologischen Gleichgewicht wird das giftige Nitrit allerdings sofort in das harmlose Nitrat umgewandelt. Pflanzen nutzen dieses als Dünger. Ein Überschuss kann doch das Algenwachstum erhöhen. Achten Sie also auch darauf, dass der Nitrat-Wert so gering wie möglich ist – bis 25 mg pro Liter ist alles in Ordnung. Darüber hinaus sollten Sie mehr Wasserpflanzen einsetzen und einen Teilwasseraustausch mit nährstoffarmen Regenwasser vornehmen.

BestandteilWert
pH-Wert6,5 - 8,5 pH
Karbonathärte6 ° - 10 ° dKH
Gesamthärte10 ° - 15 ° dH
Ammoniak0 mg / l
Nitrit0 mg / l
Nitratbis 25 mg / l
Sauerstoff5 - 10 mg / l

(Quelle: selbst.de)

Ergeben sich bei Ihren Messungen größere Abweichungen als die hier genannten Optimalwerte, sollten Sie diesbezüglich unbedingt Vorkehrungen treffen. Nur so kann das biologische Gleichgewicht des Wassers erhalten bleiben.

❍ Wasserpflanzen zurückschneiden

Neben zahlreicher Fische gehören in jeden Gartenteich auch Wasserpflanzen. Sie beeinflussen die Wasserqualität und sollten deshalb auf keinen Fall fehlen. Was sich aber negativ auf die Qualität auswirken kann, ist die Tatsache, wenn sich die Pflanzen ungehindert ausbreiten und zu üppig wachsen. Im schlimmsten Fall kann es zum Umkippen des Teiches kommen.

Dem wirken Sie mit einem gezielten Rückschnitt entgegen. Nehmen Sie sich einfach eine Schere und dünnen Sie die Pflanzen aus. Entfernen Sie aber anschließend unbedingt alle Pflanzenreste wie Stängel und Blätter.

» Experten-Tipp: Nur ein Drittel des Teiches sollte bepflanzt sein.

❍ Algen regelmäßig entfernen

Algen entfernen
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Algen im Gartenteich sind keine Seltenheit. Im Gegenteil – sie sollten sogar vorhanden sind. Jedoch nur in geringen Maßen. Sobald aber die Temperaturen steigen und die Sonne auf den Teich scheint, nimmt das Algenwachstum zu. Besonders Fadenalgen sind ein lästiges Problem. Damit die Algen nicht überhand nehmen und somit das biologische Gleichgewicht stören, gilt es diese zu entfernen. Dazu eignen sich Kescher, Rechen oder aber auch spezielle Fadenalgenbürsten. Alternativ funktioniert natürlich auch ein langer Stock.

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Die oben genannten Hilfsmittel eignen sich bei einem normalen Befall von Fadenalgen. Ist dieser jedoch schon zu weit fortgeschritten, sind spezielle Algenvernichter (gefunden auf aquagart.de) die einfachere und vor allem zeitsparende Alternative. Das Mittel wird direkt auf die Fadenalgen gegeben und entfernt diese innerhalb von 24 Stunden. Es hat dabei keine negativen Auswirkungen auf die Fische und Pflanzen in Ihrem Gartenteich.

❍ Wasser auffüllen

Besonders kleinere Teiche erreichen im Sommer schnell eine Temperatur von über 22 °C. Wenn dieser Wert erreicht ist, sollten Sie unbedingt kaltes Wasser auffüllen, um einen Sauerstoffmangel im Teich vorzubeugen.

Das Gleiche gilt im übrigen bei Verdunstung. In besonders heißen Sommern mit geringem Niederschlag verlieren viele Gartenteiche bis zu 120 Liter pro Quadratmeter. Auch hier gilt es regelmäßig kaltes Wasser nachzufüllen.

❍ Teichpumpen und Teichfilter im Dauerbetrieb

Teichpumpe reinigen
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Teichpumpen und Filter sollten im Sommer unbedingt im Dauerbetrieb arbeiten. Nur so kann diesbezüglich sichergestellt sein, dass im Gartenteich dauerhaft ausreichend Sauerstoff vorhanden ist.

Die Filterpumpe sollte unbedingt ein Mal in der Woche gereinigt werden. Nur so kann sie volle Leistung bringen und Ihren Teich sauber halten.

❍ Spezielles Sommer-Futter für Fische

Fische benötigen in der warmen Jahreszeit wertvolle Nährstoffe. So soll das Futter im Sommer proteinreich sein, um für ein optimales Wachstum zu sorgen. Außerdem sollte es mit Mikronährstoffen angereichert sein, da die Fische es so besser verwerten können. Das hat gleichzeitig den Vorteil, dass sich die Ausscheidungen verringern und diesbezüglich der Nitratgehalt im Wasser gering bleibt.

❍ Schattiges Plätzchen schaffen

gartenteich im Schatten
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Wie oben schon einmal erwähnt, wachsen Algen vermehrt, wenn sich der Gartenteich in der prallen Sonne befindet. Auch die Fische brauchen ein schattiges Plätzchen, um nicht einen gefährlichen Sonnenbrand zu bekommen.

Der Standort lässt sich im Nachhinein nicht mehr verändern, aber Sie können für Schattenspender am Gartenteich sorgen. Ein Sonnensegel lässt sich beispielsweise schnell und einfach montieren. Aber auch eine Brücke bietet einen kühlen Unterstand für die Fische.


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