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Wacholder gießen und düngen – So machen Sie es richtig

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Der Wacholder ist sehr anpassungsfähig und robust. Dennoch gedeiht er nur gut, wenn er richtig gepflegt wird. Hier kommt es vor allem auf das richtige Gießen und Düngen an.

Wacholder gießen und düngen
© Irina Baturina – Fotolia.com

Zum Großteil ist der Wacholder (Juniperus) auf der Nordhalbkugel beheimatet und besonders anpassungsfähig. Wacholder wächst zum Beispiel auch in Wüstengebieten und ist damit an längere Trockenperioden gewöhnt. Die Pflanze gedeiht somit also auch auf trockenen Sandböden sehr gut. Selbst unmittelbar an der Baumgrenze kommen häufig noch Wacholderarten vor.

Der Wacholder zählt zu den Zypressengewächsen und ist in Mitteleuropa mit dem Gemeinen Wacholder und dem Sadebaum in zwei verschiedenen Arten in der Natur anzutreffen. Die immergrünen Sträucher genießen als Gartenpflanze weithin Beachtung, denn sie sind anpassungsfähig und bedürfen nur wenig Pflegeaufwand. Entsprechend gering sind auch die Anforderung im Hinblick auf Düngung und Bewässerung. Dennoch sollten Sie einige Dinge beachten, um gesunde und kräftige Pflanzen im Garten zu haben und den Wacholder durch entsprechende Pflegemaßnahmen vor Krankheiten und Schädlingen zu bewahren.

Wacholder richtig gießen – Darauf kommt es an

Wasserbedarf richtet sich nach dem Standort

Wie viel Wasser der Wacholder benötigt, richtet sich maßgeblich nach dem Standort im Garten. Ein heller Standort ist für ein gleichmäßiges Wachstum besonders wichtig. Die Pflanze bevorzugt vor allem einen sonnigen Standort. Das Licht sollte von allen Seiten auf die Pflanze treffen. So ist für eine artgerechte Entwicklung gesorgt. Auch im Halbschatten gedeiht Wacholder recht gut, einige Sonnenstunden täglich sollten jedoch gewährt bleiben.

An den Boden passt sich die Pflanze meist problemlos an. Sie gedeiht in allen herkömmlichen Gartenböden. Ein durchlässiger Boden ist jedoch wichtig. Zu schwere Böden sind immer auch eine Gefahr für Staunässe und diese ist der größte Feind der ansonsten pflegeleichten Pflanze. Wählen Sie als Standort deshalb einen Sand- oder Lehmboden. Auch kalkhaltige oder saure Böden stellen für die Pflanzen keine Probleme dar. Lesetipp: Wacholder pflanzen und pflegen – So wird’s gemacht.

So gießen Sie richtig

Wie und wie oft der Wacholder gegossen werden muss, ist abhängig vom Alter der Pflanze und von der Pflanzzeit. Junge Pflanzen müssen sich an ihren neuen Standort erst gewöhnen und benötigen mehr Wasser als Pflanzen, die bereits mehrere Jahre am selben Standort wachsen und sich an die Umstände gut angepasst haben. Deshalb gilt:

  • Junge Pflanzen brauchen mehr Wasser als ältere Exemplare.
  • Vor der nächsten Wassergabe Erde abtrocknen lassen.
  • Ältere Pflanzen lediglich bei extremer Hitze und Trockenheit gießen.
  • Wacholder verträgt Ballentrockenheit.
  • Zu trockene Pflanzen neigen zu Pilzbefall und Schädlingen.
  • Staunässe wird nicht vertragen.

Selbst längere Trockenperioden können dem Wacholder nur wenig anhaben, dennoch sollten Sie darauf achten, dass die Erde nicht vollständig austrocknet. Das könnte zu einem Absterben der Wurzeln führen. Im Gegensatz dazu führt Staunässe zum Faulen der Wurzeln. Es gilt also, mit Bedacht zu gießen. An heißen Tagen kann der Wacholder auch eine Dusche mit Leitungs- oder Regenwasser vertragen.

Kübelpflanzen besitzen einen erhöhten Wasserbedarf. Um längerer Trockenheit vorzubeugen, können die Kübel ein Tauchbad nehmen, bis die Pflanze ausreichend Feuchtigkeit aufgenommen hat. Um den Wacholder vor Staunässe zu schützen, sollten Sie die Pflanze anschließend gut abtrocknen, bevor sie die nächste Wassergabe erhält.

Wacholder düngen – So machen Sie es richtig

Als robuste und pflegeleichte Pflanze ist der Wacholder in der Regel nicht auf regelmäßige Düngergaben angewiesen. Es bietet sich jedoch an, den Boden im Frühling und Herbst aufzuwerten. Dies geschieht am einfachsten durch das Einbringen von Kompost. Hierfür müssen Sie den Bereich rund um den Stamm auflockern und den Kompost einarbeiten. Haben Sie einen idealen Standort gewählt, wird sich die Pflanze gut entwickeln und ohne zusätzlichen Dünger auskommen.

So beugen Sie einen Nährstoffmangel vor

Ist der Boden besonders hart, trocken und nährstoffarm, können Sie mit einer Düngung des Wacholders entgegenwirken. Damit stellen Sie sicher, dass die Pflanze ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird, auch wenn die äußeren Bedingungen nicht als ideal einzuschätzen sind. Hierfür ist kein spezieller Wacholderdünger notwendig. Sie können auch auf einen Tannendünger zurückgreifen, da Nadelgewächse in etwa in Ansprüchen und Nährstoffbedarf mit dem Wacholder übereinstimmen.

Mit einem handelsüblichen Tannendünger können Sie auch Fichten, Kiefern, Lebensbäume oder andere Koniferen versorgen. Besonders wichtig ist dabei die Versorgung mit Magnesium. Ein Magnesiummangel kann beim Wacholder nämlich zu einer Braunfärbung der Nadeln führen.

➜ Welche Inhaltsstoffe besitzt Tannendünger?

Tannendünger ist auf die speziellen Bedürfnisse von Nadelgewächsen abgestimmt und enthält neben Schwefel, Eisen und Magnesium auch einen, gegenüber herkömmlichen Dünger, höheren Anteil an:

  • Kalium
  • Natrium
  • Phosphat

Den genauen Anteil der Inhaltsstoffe müssen Sie den Angaben der Hersteller entnehmen.

➜ Wie wird Tannendünger angewendet?

Tannendünger kann ganzjährlich verwendet werden. Es bietet sich jedoch an, eine Düngung nur bis zum Spätsommer durchzuführen. Ab September bereiten sich die Pflanzen auf den Winter vor und benötigen keine Düngergaben mehr. Je nach Größe des Wacholders ist der Dünger zu dosieren. Ein Esslöffel des festen Düngers in Wasser gelöst dürfte für einen Wachholder durchschnittlicher Größe ausreichen. Wie der Dünger aufgenommen wird, ist dann abhängig von der Beschaffenheit des Bodens und der allgemeinen Wetterlage. Nach etwa acht Wochen kann eine erneute Gabe erfolgen. Gehen Sie dabei so vor:

  1. Dünger rund um den Wacholder locker verteilen.
  2. Dünger flach in den Boden einarbeiten.
  3. Erde angießen.

Wichtiger Hinweis: Die Herstellerangaben beziehen sich meist auf Tannen oder Fichten. Die Düngermenge müssen Sie entsprechend reduzieren. Ansonsten kann es zu einer Überdüngung des Wacholder kommen.

➜ Bittersalz statt Tannendünger

Wacholder besitzt einen hohen Magnesiumverbrauch. Ist das Mineral am Standort aufgebraucht, zeigt das die Pflanze durch einen verlangsamten Wuchs und gelbe Verfärbungen an den Blättern an. Das Gießwasser und der Regen sorgen jährlich dafür, dass etwa acht Gramm Magnesium pro Quadratmeter aus dem Boden gewaschen werden. Wer hierbei Gewissheit haben möchte, sollte eine Bodenanalyse durchführen lassen. Liegt ein Magnesiummangel vor, können Sie ganz gezielt eingreifen und mit Bittersalz gegensteuern. Bei Bittersalz handelt es sich um:

  • Magnesiumsulfat
  • fest, geruchlos, wasserlöslich
  • häufig im Gartenbau oder der Medizin angewandt
  • wird für die Bildung von Chlorophyll gebraucht

Das Bittersalz einfach im Gießwasser auflösen und auf die Pflanze spritzen. Alternativ dazu können Sie das feste Granulat auch im Boden einarbeiten und anschließend angießen.

Tipp:
Wacholder sollte nur während der Wachstumsphase mit Bittersalz versorgt werden. Ansonsten bleibt das Substrat wirkungslos und stellt lediglich eine Belastung des Grundwasserspiegels dar.

Wacholder als Bonsai – So gießen und düngen Sie ihn richtig

Wachholder ist auch als Bonsai beliebt. Die Pflanzen können Sie an einem hellen und sonnigen Standort ganzjährlich im Garten aufstellen. Auch hier gilt, nicht zu oft zur Gießkanne zu greifen. Trockenheit verträgt die Pflanze besser als Staunässe. Nach einer Wassergabe sollte der Boden zudem gut antrocknen, bis Sie ihn wieder wässern. Da Wacholder eine hohe Luftfeuchtigkeit schätzt, können Sie die Pflanze auch häufiger mal einsprühen.

Für die Düngung des Bonsai ist organischer Dünger ratsam. Gedüngt wird alle vier Wochen, allerdings nur während der Wachstumsphase. Im Frühjahr besteht ein hoher Stickstoffbedarf. Soll die Pflanze üppig austreiben, müssen Sie einen entsprechenden Dünger auswählen.


Foto1: © Irina Baturina - Fotolia.com

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