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Waschbären im Garten – Anzeichen, Bekämpfung und Prävention

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Waschbären haben keine natürlichen Fressfeinde und breiten sich immer mehr aus. Sie machen nicht mal vor Gärten und Gebäuden halt und richten enorme Schäden an.

Waschbären im Garten – Anzeichen, Bekämpfung und Prävention
© veroja – Fotolia.com

In Deutschland soll es etwa 500.000 Waschbären geben. Die nachtaktiven Allesfresser leben bevorzugt in Wäldern und Gewässernähe. Oft zieht es diese vermeintlich süßen Tierchen aber auch in die Nähe des Menschen, wo sie enorme Schäden anrichten können. Da kann es auch schonmal vorkommen, dass sie ihr Lager auf dem Dachboden einrichten, um in der Nacht im heimischen Garten auf Beutezug zu gehen.

Anzeichen für Waschbären im Garten

Die offensichtlichsten Anzeichen für Waschbären sind wohl die angerichteten Schäden auf den nächtlichen Streifzügen.
So können große Rasenflächen und Komposthaufen auf der Suche nach Würmern und Engerlingen zerwühlt werden oder reifes Obst und Beeren verspeist werden, bevor Sie dieses ernten können. Waschbären machen bei der Futtersuche aber auch vor Abfall keinen Halt. So kommt es nicht selten vor, dass Mülltonnen umgekippt und entleert werden oder Müllsäcke zerrissen werden. Häufig gehen bei den nächtlichen Erkundungstouren im Garten auch Blumentöpfe zu Bruch oder Gartenmöbel werden beschädigt.
Weitere Anzeichen für Waschbären können eindeutige Fußspuren oder der Kot sein.

Achtung:
Waschbären können über ihren Kot eine Reihe von Infektionskrankheiten und Parasiten übertragen, die für den Menschen und Haustiere gefährlich werden können. Wenn Sie also irgendwo Waschbärenkot finden, sollten Sie auf gar keinen Fall mit diesem direkt in Berührung kommen. Ziehen Sie deshalb beim Aufsammeln unbedingt Handschuhe an und verbrennen den Kot anschließend.

Wenn Sie ganz sicher sein wollen, wer bei Ihnen im Garten immer wieder Schäden anrichtet, können Sie auch eine Wildkamera in Ihrem Garten installieren.

Tipp: Achten Sie beim Kauf der Kamera darauf, dass diese auch für Nachtaufnahmen geeignet ist (siehe Frankonia.de). Die meisten Räuber kommen nämlich wie der Waschbär nachts.

Waschbären bekämpfen und fernhalten

Mit „bekämpfen“ ist auf keinen Fall das Fangen oder Töten gemeint. Dies ist zum einen nur bedingt gestattet und wird bei Verstoß gegen Vorschriften mit empfindlichen Geld- und Freiheitsstrafen geahndet. Zum anderen hat dies keinen Sinn, da sehr schnell neue auftauchen werden. Waschbären haben nämlich eine Art Strategie: Um Verluste auszugleichen passt sich die Population an. Das heißt, wenn mehr Waschbären sterben, werden auch mehr Waschbären geboren.
Es ist also sinnvoller, Waschbären den Anreiz in Ihrem Garten zu nehmen.

Müll und Abfälle

Waschbär Abfall
© jon_chica – Fotolia.com
Da Waschbären auch in Mülltonnen und Müllsäcken nach Futter suchen, müssen Sie dafür sorgen, dass diese nicht durch Waschbären geplündert werden können. Dies erreichen Sie, indem Sie Ihre Mülltonnen sichern, damit diese nicht geöffnet werden können. Dazu eignen sich unter andrem starke Spanngummis oder schwere Steine auf der Tonne. Am besten sichern Sie diese jedoch mit einem Schloss. Müllsäcke sollten Sie nachts nicht draußen stehen lassen. Es ist sinnvoll, diese erst am Morgen raus zu stellen.

Komposthaufen

Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie keine hochwertigen Speisereste wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Obst und Brot auf den Komposthaufen werfen.
Garten- und Gemüseabfälle, Kartoffeln und ähnliches sind für Waschbären uninteressant und können ohne Probleme kompostiert werden.
Tipp: Wenn Sie Ihre hochwertigen Speisereste kompostieren, damit aber keine Waschbären anlocken wollen, empfehle ich Ihnen einen verschließbaren Schnellkomposter.

Obst

Waschbären sind hervorragende Kletterer. Deshalb ist es enorm wichtig, dass Sie einen Aufstieg der kleinen Raubtiere auf Obstbäume verhindern. Dies erreichen Sie zum Beispiel durch das Anbringen einer ca. 1 Meter hohen Blechmanschette, die durch ihre glatte Oberfläche keinen Haltemöglichkeiten bietet. Dabei müssen Sie aber auch darauf achten, dass es keine Überstiegsmöglichkeiten von anderen Bäumen oder von Gebäuden gibt.
Reifes Obst sowohl in Bodennähe als auch auf dem Baum sollten Sie sofort abernten, sobald es reif ist. So vermeiden Sie Fallobst, welches die Waschbären auch sehr mögen. Sollte doch mal Obst auf den Boden fallen, sollten Sie dieses sofort beseitigen.

Tierfutter

Waschbären mögen auch Hunde- und Katzenfutter. Vermeiden Sie deshalb, Ihre Tiere draußen zu füttern oder räumen Sie abends die Reste ins Haus.
Auch Vogelfutter ist für Waschbären interessant. Vermeiden Sie deshalb, dass Waschbären dort heran kommen können.

Technik

In verschiedenen Onlineshops habe ich auch noch ein paar Geräte gefunden, die die Waschbären verscheuchen sollen. Diese arbeiten größtenteils mit Ultraschall und/oder Blitzlicht. Es gibt aber auch Geräte, die über LEDs blaue Lichtimpulse abgeben. Dass blaues Licht bei Rehen abschreckend wirkt, wurde inzwischen belegt. Die gleiche Wirkung soll es laut Herstellerangaben auch auf Waschbären haben.

Hinweis:
Der Waschbär richtet übrigens nicht nur Schäden im Garten an. Hat er sich bei Ihnen auf dem Dachboden eingenistet, richtet er in der Regel dort noch einen viel größeren Schaden an. Deshalb ist es auch wichtig, dass Sie Ihr Haus vor Waschbären absichern:

  • Glatte Blechmanschetten (1m hoch) über den Fallrohren der Regenrinnen können einen Aufstieg auf das Dach verhindern.
  • Bäume und Sträucher, die an oder über das Dach reichen, sollten Sie großzügig einkürzen, damit der Waschbär nicht hinüber klettern kann.
  • Verschließen Sie Öffnungen in Dachkästen durch solide Baumaterialien, damit der Waschbär nicht auf den Dachboden gelangen kann.
  • Ein starkes Metallgitter auf dem Schornstein verhindert Einstieg.
  • Kletterpflanzen sollten Sie stutzen, sodass mind. 1 m Luft bis zur Dachkante bleibt. Dadurch verhindern Sie, dass sich der Waschbär auf diese Weise Zutritt zu Ihrem Dachboden verschafft.

Tipp: Ich habe lange nach Blechmanschetten für Fallrohre und Baumstämme gesucht und bin dann auf diesen Anbieter für Blechmanschetten – sowohl für Bäume als auch für Fallrohre gestoßen.


Foto1: © jon_chica - Fotolia.com

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