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Wasserdost vermehren – 2 Möglichkeiten genau erklärt

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Der Wasserdost ist eine beliebte und pflegeleichte Pflanze, die sogar ganz einfach vermehrt werden kann. Dafür stehen zwei verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl.

Wasserdost vermehren
© PhotoSG – Fotolia.com

Am Gartenteich und auch im Blumenbeet ist der Wasserdost (Eupatorium cannabinum) eine Bereicherung. Die Pflanzen wachsen schnell und üppig, sind robust und pflegeleicht. Mit ihren hübschen Blüten werden Sie zum Mittelpunkt des sommerlichen Ziergartens und von zahlreichen Schmetterlingen und Bienen aufgesucht.

Sie können die Pflanzen natürlich bereits gut gewachsen im Handel erwerben und sofort auspflanzen. Aber auch die Vermehrung kann sich spannend gestalten. Warum also nicht den Wasserdost selbst aussäen oder bereits bestehende Pflanzen durch Teilung vermehren. Im Folgenden erfahren Sie, wie sich der Wasserhanf vermehren lässt und was Sie dabei beachten sollten.

Wasserdost durch Aussaat vermehren

Der Wasserdost sät sich im Herbst selbst aus. Die Samen fallen also aus und beginnen an neuer Stelle zu keimen. Sollten Sie kein Interesse an neuen Pflanzen haben, sollten die Blütenstängel frühzeitig entfernt werden.

» Tipp: Bevor Sie die Samen achtlos entsorgen, könnten Sie diese doch im Haus trocknen und dann an Gartenfreunde weiter verschenken.

Auch wenn Sie gezielt aussäen möchten, sollten Sie die Samen im Haus trocknen lassen. Da die Samen einen feinen Haarkranz besitzen, werden sie vom Wind fortgetragen und keimen meist nicht in unmittelbarer Umgebung der Mutterpflanze.

Aussaat Schritt für Schritt erklärt

❶ Pflanzschale auswählen
❷ Substrat einfüllen
❸ Samen einstreuen
❹ Samen mit Erde bedecken
❺ Pflanzschale hell und warm aufstellen
❻ Pflanzschale abdecken
❼ Pflanzschale gleichmäßig befeuchten
❽ Keimung abwarten

Für die Aussaat des Wasserdost eignen sich flache Pflanzschalen jeder Größe. Zunächst füllen Sie das Pflanzgefäß mit Anzuchterde. Die Samen werden anschließend auf dem Substrat großflächig ausgelegt und nur leicht mit Erde bedeckt. Das Pflanzgefäß wird an einem hellen Fensterplatz, am besten bei Zimmertemperatur, aufgestellt.

» Tipp: Die Aussaat sollte im Frühjahr erfolgen. Für einen Standort des Pflanzgefäßes im Freien ist es noch deutlich zu kalt.

Für die Anzucht ist es günstig, wenn konstante Temperaturen herrschen. Das Thermometer sollte nicht unter 18 Grad abfallen. Um die Keimung zu beschleunigen, können die Pflanzschalen mit einer Abdeckung aus Glas oder Folie versehen werden.

Achtung: Die Abdeckung ist regelmäßig zu lüften, damit kein Schimmel in der Anzuchtschale entsteht.

Achten Sie darauf, das Substrat gleichmäßig feucht zu halten. Der Boden darf nicht austrocknen. Nach zirka zwei bis vier Wochen werden sich die ersten Keimblätter zeigen.

Was passiert mit den jungen Pflanzen?

Sie belassen die Sämlinge zunächst noch in der Pflanzschale. Sind die Pflänzchen etwa fünf Zentimeter hoch gewachsen, werden sie in separate Pflanztöpfe gesetzt. Gehen Sie hierbei vorsichtig vor, damit die zarten Wurzeln nicht verletzt werden. Sie belassen die Pflanztöpfe zunächst weiterhin im Haus. Erst im Laufe des Sommers, wenn sich kräftige Pflanzen ausgebildet haben, werden die Sämlinge ins Freiland gesetzt.

Dabei sollten Sie auf folgende Dinge achten:

  • halbschattigen Standort wählen
  • feuchtes, lehmiges Substrat bereitstellen
  • mindestens einen Meter Pflanzabstand halten

Sie können die kleinen Pflanzen auch zunächst dichter pflanzen. Da der Wasserdost recht schnell wächst, ist es allerdings von Vorteil, von Beginn an den passenden Pflanzabstand zu wählen. Umpflanzen bedeutet für die Pflanzen Stress und sollte wenn möglich vermieden werden.

» Tipp: Sie können die jungen Pflanzen auch in einen Kübel setzen und auf Balkon oder Terrasse kultivieren. Im Winter wird dann allerdings ein Schutz notwendig oder sie holen den Pflanzkübel ins Haus.

Wasserdost durch Teilung vermehren

Wenn Sie bereits eine Pflanze besitzen und seit einigen Jahren Freude daran haben, könnte die Vermehrung durch Teilung für Sie in Frage kommen. Der Wasserdost wächst zügig zu einer kompakten Pflanze heran. Innerhalb einiger Jahre hat sich auch ein stabiles Wurzelsystem ausgebildet. Dies macht es möglich, die Pflanze zu teilen und so für eine einfache und zügige Art der Vermehrung zu sorgen.

Teilung Schritt für Schritt erklärt

❶ Pflanze komplett aus dem Boden nehmen
❷ Wurzel in Augenschein nehmen
❸ Erde von der Wurzel entfernen
❹ Wurzelballen teilen
❺ Die beiden getrennten Pflanzen wieder in die Erde bringen
❻ Pflanzen gut angießen

Um die Pflanze teilen zu können, muss diese komplett aus dem Boden genommen werden. Gehen Sie dabei langsam und sorgfältig vor. Damit die Wurzeln nicht verletzt werden, sollte der Wasserdost großflächig ausgestochen werden. Haben Sie den Wurzelballen freigelegt, betrachten Sie diesen zunächst. Für die Teilung ist es wichtig, dass wir es mit einem kräftigen und gesunden Wurzelballen zu tun haben. Sind die Wurzeln augenscheinlich nicht in Ordnung, wäre es keine gute Idee, die Pflanze zu teilen, da dies den Wasserdost weiter schwächen würde.

In der Regel sind die Pflanze jedoch kräftig und intakt. Daher dürfen Sie zu einem scharfen Spaten greifen und den Wurzelballen nun halbieren. So erhalten Sie mit wenigen Handgriffen zwei eigenständige und voll entwickelte Pflanzen. Diese sollten nun schnellstmöglich wieder eingepflanzt werden.

Was ist beim Einpflanzen zu beachten?

Eine der neu entstandenen Pflanzen werden Sie vermutlich zurück in das nun bereits ausgehobene Pflanzloch setzen. Bei dieser Gelegenheit bietet es sich an, das Substrat zu überprüfen. Bevor die Pflanze zurück ins Pflanzloch gesetzt wird, können Sie ein Lehm-Sand-Gemisch in den Boden geben. Dies sorgt dafür, dass die Flüssigkeit sich länger im Boden hält.

Für die zweite der neu entstandenen Pflanzen ist ein feuchter und halbschattiger Standort zu finden. Heben Sie das Pflanzloch mindestens in doppelter Größe des Wurzelballens aus und bedenken, dass auch diese neu gewonnene Pflanze zügig wachsen wird und mindestens ein Meter zum Pflanznachbarn frei bleiben sollte. Sie sollten beide Pflanzen nun gut angießen und wie gewohnt kultivieren.

» Tipp: Nach zwei bis vier Jahren können die bestehenden Pflanzen erneut geteilt werden. Damit gewinnen Sie nicht nur neue Pflanzen, Sie sorgen auch für eine Verjüngung der bestehenden Sträucher.

Vor- und Nachteile im Überblick

Art der Vermehrung Vorteile Nachteile
Aussaat
  • Es lassen sich viele Pflanzen auf einmal heranziehen.
  • gute Erfolgsaussichten
  • langwierig
  • aufwendig
Teilung
  • schnell und einfach
  • Sofort vollwertige Pflanzen verfügbar.
  • Es lässt sich meist nur eine neue Pflanze gewinnen.
  • Eine gut entwickelte Pflanze muss vorhanden sein.

Foto1: © PhotoSG - Fotolia.com

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