Wilder Wein hat neben seiner tollen Herbstfärbung noch weitere vorteilhafte Eigenschaften. Wie Sie die Kletterpflanze ideal einsetzen, lesen Sie hier.

Wilder Wein in schöner Herbstfärbung umrankt spielerisch die Haussfassade.
Wilder Wein in schöner Herbstfärbung umrankt spielerisch die Hausfassade. © miss_mafalda / stock.adobe.com

Mühelos erklimmt der Wilde Wein (Parthenocissus quinquefolia) Ranken und Mauern. Dabei gilt die Pflanze als eines der schnellwüchsigen Klettergehölze überhaupt. Die auch als  Selbstkletternde Jungfernrebe bekannte Pflanze macht ihrem Namen alle Ehre und benötigt für ihre Kletterkünste keine Rankhilfe. Wie ein dichter Teppich kann der Wilde Wein Wände und Mauern überziehen. Dies bleibt häufig für das Mauerwerk nicht ohne Folgen. Uneingeschränkt beeindruckend dagegen ist die attraktive Herbstfärbung des Laubs.

Herkunft

Der Wilde Wein zählt zu den bekanntesten Kletterpflanzen in unseren Breiten. Die ursprüngliche Heimat der zur Familie der Weinrebengewächse zählenden Pflanze liegt in den östlichen Regionen Nordamerikas. Dort lässt sich an Waldrändern beobachten, dass die Kletterpflanze oft ganze Bäume komplett einhüllt.

Wilder Wein (Parthenocissus quinquefolia)
Wuchs: kletternd mittels Haftscheiben
Wuchshöhe: 800 – 1000 cm
Wuchsgeschwindigkeit:: bis 200 cm/Jahr
Blatt: fingerförmig, 5-teilig, glänzend
Standort: Sonne bis Halbschatten
Boden: anpassungsfähig, frisch
Besonderheiten: schnellwachsend, frosthart, leuchtend rotes Herbstlaub
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Der sommergrüne Strauch wird zu den sogenannten Selbstklimmern gezählt. Derartige Pflanzen benötigen keinerlei Unterstützung, um selbst große Höhen zu erreichen. Berührt die Jungfernrebe den Untergrund, bleiben die Haftscheiben daran kleben.

Im Juli erscheinen die recht unscheinbaren, hellen Blütenstände. Die Rispen duften und locken Bienen und andere Insekten an. Die Beeren bilden sich im Spätsommer aus und werden etwa einen halben Zentimeter groß. Für uns Menschen sind die Früchte nicht genießbar. Die Vögel freuen sich umso mehr über die wertvolle Nahrungsquelle im Spätherbst und Winter.

Den passenden Standort finden

Der Wilde Wein passt sich eigentlich jedem Standort an. Die wunderbare Herbstfärbung können Hobbygärtner an einem vollsonnigen Standplatz am intensivsten erleben. Die Jungfernrebe arrangiert sich aber auch mit einem Platz im Halbschatten. Auch in Städten gedeihen die Kletterpflanzen ohne Einschränkungen, da ihnen die oft trockene oder staubige Luft nichts anhaben kann.

Verwendung

Der Wilde Wein lässt sich zur schnellen und unkomplizierten Begrünung der verschiedensten Flächen und Objekte einsetzen:

  • Fassaden
  • Mauern
  • Spaliere
  • Zäune
  • Bäume

In Sitzplatznähe kann darüber nachgedacht werden, den Wilden Wein als Sichtschutz und Schattenspender einzusetzen. Alte Bäume wirken mit dieser außergewöhnlichen Begrünung besonders attraktiv. Bereits junge Pflanzen wachsen kräftig und innerhalb weniger Jahre ist ein ansprechender Deko-Effekt erzielt. So können die Triebe von alten Bäumen wie eine Girlande herabhängen.

Auch als Kübelpflanze kann Wilder Wein eingesetzt werden. Damit können Sie sich die farbenfrohen Ranken auch auf Balkon und Terrasse holen.

Das ideale Substrat auswählen

Wilder Wein gedeiht auf Sand- und Lehmböden. Da die Pflanzen sehr empfindlich auf Staunässe reagieren, bietet es sich an, den Boden im Vorfeld aufzulockern und tiefgründiger zu gestalten, damit das Gieß- und Regenwasser gut abfließen kann. Schwere Lehmböden sollten mit Sand vermischt werden.

Das ideale Substrat besitzt folgende Eigenschaften: Es ist

  • locker
  • tiefgründig
  • gut durchlässig
  • frisch
  • leicht feucht.

Wilden Wein pflanzen

Die besten Pflanzzeiten für den Wilden Wein sind das Frühjahr und der Herbst. Wir empfehlen die Pflanzung im Frühling. Dann bleibt der Kletterpflanze ausreichend Zeit, sich bis zum Winter gut einzuwurzeln und die kalte Jahreszeit problemlos zu überstehen.

Die Vorbereitung der Pflanzstelle

Die besten Bedingungen für ein schnelles Anwachsen und gutes Gedeihen können mit der gezielten Bodenvorbereitung geschaffen werden.

Das Pflanzloch sollte etwa 45 Zentimeter tief gegraben werden. In die Grube wird zunächst etwas Lehm gefüllt. Die Lehmschicht kann leicht angedrückt werden. Darüber wird eine dünne Schicht Kompost verteilt. Der Dünger wird mit dem Substrat vermischt. Nun kann die Pflanze eingesetzt werden.

Die Pflanzung Schritt für Schritt

  • Standort auswählen
  • Boden wie beschrieben vorbereiten
  • Pflanzloch ausheben
  • Wurzelballen der Pflanze wässern
  • Pflanze aus dem Pflanztopf nehmen
  • Wurzeln dabei vorsichtig behandeln
  • Pflanze mittig in das Pflanzloch einsetzen
  • Erde auffüllen
  • Boden gut andrücken
  • Pflanze ausreichend bewässern

Die Pflanzung von Wildem Wein als Fassadenbegrünung

Soll die Jungfernrebe für die Begrünung von Fassaden genutzt werden, erfolgt die Pflanzung im Frühling oder im Frühsommer. Dabei erwerben Sie mehrere Pflanzen und setzen diese in einem Abstand von zirka vier Metern in die Erde.

Damit die Pflanzen stabilen Halt an der gewünschten Unterlage finden, kann empfohlen werden, anfänglich Bambusstäbe oder eine andere Unterstützung als Aufleitung anzubringen. Hat die Pflanze stabilen Halt gefunden, können die Rankunterstützungen entfernt werden.

Die Pflanzung von Wildem Wein im Kübel

Soll der Wilde Wein im Kübel wachsen, ist auf ein ausreichend großes Pflanzgefäß zu achten. Wird keine natürliche Rankmöglichkeit gefunden, ist eine Rankhilfe stabil in den Pflanztopf einzubringen.

Es sollte auf Behältnisse aus Keramik, Ton oder anderen natürlichen Materialien zurückgegriffen werden. Der Wilde Wein braucht erst umgetopft zu werden, wenn das Wurzelwerk den gesamten Pflanztopf durchdrungen hat und sich kaum noch Substrat erkennen lässt.

Welche Sorten von Wildem Wein gibt es?

Beim Wilden Wein lassen sich die beiden grundsätzlichen Vertreter recht einfach unterscheiden:

  • Selbstkletternde Jungfernrebe: Blätter sind fünfteilig
  • Dreispitzige Jungfernrebe: Blätter sind dreilappig

Die Gewöhnliche Jungfernrebe kommt eher selten zum Einsatz. Sie ist beinahe mit der Selbstkletternden Jungfernrebe identisch, bildet aber gewöhnliche Ranken aus.

Im Handel finden sich verschiedene Sorten dieser Grundformen:

  • Engelmannii: Auf diese Sorte haben wir bereits in Verbindung mit den sehr guten Hafteigenschaften hingewiesen. Ideal ist diese Unterart für Standorte, wo sich die langen Triebe wie Girlanden nach unten schlängeln können. Ein weiterer Vorteil dieser Sorte ist die ausgesprochen imposante Herbstfärbung.
  • Veitchii: Im Volksmund hat sich für diesen ausgesprochen wuchsfreudigen Wilden Wein die Bezeichnung “Mauerkatze” eingebürgert. Das Laub ist besonders dicht und die zahlreichen Haftscheiben sorgen für sicheren Halt auf beinahe jedem Untergrund.
  • Green Spring: Diese Sorte ist relativ selten im Handel zu finden, kann aber mit dem frischen Grün der Blätter beeindrucken und bietet ebenfalls eine imposante Herbstfärbung.

Den Wilden Wein richtig pflegen

Der Feuchtigkeitsbedarf des Wilden Weins ist hoch. An heißen Tagen und nach längerer Trockenheit sollte die Bewässerung nicht versäumt werden. Das Gießen verlangt dabei jedoch nach etwas Fingerspitzengefühl, da die Pflanzen absolut keine Staunässe vertragen.

Andererseits wird sie einen Wassermangel durch einen Wachstumsstopp anzeigen. Die Kletterer schalten dann auf Sparflamme um. Dass die Kletterpflanze aufgrund von Wassermangel tatsächlich komplett eingeht, wird dagegen kaum beobachtet.

Bis sich die Pflanzen gut eingewurzelt haben, vergeht in der Regel eine Gartensaison. Das Wachstum lässt sich beschleunigen, wenn im Frühling reifer Kompost unter das Substrat gemischt wird.

Wilder Wein an Hausfassaden – dies gilt es zu beachten

Da der Wilde Wein schnell wächst und ganz unkompliziert auch größere Höhen erklimmt, wird die Jungfernrebe gern zur Begrünung von Hausfassaden eingesetzt. Bevor dies geschieht, sollte das Mauerwerk einer Prüfung unterzogen werden. Befinden sich Risse im Mauerwerk, ist die Pflanzung nicht ratsam. Bei intakten Mauern und Fassaden kann der Wilde Wein ohne Bedenken zur Begrünung eingesetzt werden.

Die Früchte des Wilden Weins werden gerne von Vögeln gefressen.
Die Früchte des Wilden Weins werden gerne von Vögeln gefressen. © AnnaReinert / stock.adobe.com

Mit seinen Haftscheiben findet der Wilde Wein guten Halt an rauem Putz. Das Ablösen kann sich allerdings schwierig gestalten und es entstehen unschöne Flecken.

Sollen die Haftscheiben schnell und wirkungsvoll entfernt werden, bietet sich der Einsatz eines Gasbrenners an. Vorsicht vor Wildem Wein auf Dächern. Wachsen die Triebe zwischen die Dachziegel, können sie diese anheben oder zu einer Beschädigung der Dichtungsbahnen führen.

Gibt es Alternativen?

Hier kommt die bereits erwähnte Gewöhnliche Jungfernrebe ins Spiel. Der Wilde Rankwein bildet kaum Haftorgane aus. Sie können die Pflanzen mithilfe von Seilsystemen in die Höhe führen. Ist die Höhe erreicht, bilden die Ranken hübsche Girlanden und hängen herab.

Wilden Wein schneiden

Damit sich die Pflanze von Beginn an gut verzweigt, ist ein Rückschnitt unmittelbar nach der Pflanzung ratsam. Ansonsten muss der Wilde Wein nicht zwingend geschnitten werden. Sollen jedoch zu üppig gewachsene Pflanzen gekürzt werden, bietet sich hierfür der Spätsommer an.

Dient der Wilde Wein zur Begrünung von Hausfassaden, sollten Fenster oder Dachrinnen regelmäßig vom Laub befreit werden.

Wilden Wein vermehren

Wilder Wein kann auf unterschiedliche Art vermehrt werden, dabei ist jede Methode recht einfach anzuwenden:

  • üblich sind die Vermehrung durch Stecklinge oder Steckhölzer.
  • Wilder Wein kann auch durch Aussaat vermehrt werden. Dabei können die reifen Früchte im Herbst direkt in die Erde ausgesät werden.
  • in der Regel wird Wilder Wein jedoch als vor kultivierte Topfware erworben und wie beschrieben gepflanzt.

Krankheiten und Schädlinge am Wilden Wein erkennen

Es handelt sich um robuste Pflanzen, die selten von Krankheiten oder Schädlingen heimgesucht werden. Wurde der Standort aber nicht sorgfältig genug ausgewählt, kann Verticilliumwelke, eine gefürchtete Pilzerkrankung, auftreten. Ein Gegenmittel ist bislang nicht gefunden. Vorbeugend gilt es, Staunässe unbedingt zu vermeiden. Der Pilz überträgt sich auf die gesamte Pflanze und verhindert durch ein Verstopfen der Bahnen die Wasseraufnahme durch die Wurzeln.

Wilder Wein im Winter

Der Wilde Wein ist eine frostharte Pflanze. Im ersten Standjahr bietet sich ein leichter Winterschutz aus Laub oder Reisig an. Ein Platz an der Südmauer ist für die Überwinterung des Wilden Weins ideal.

Gartentipp des Tages!

Als zweifache Mutter lebe ich mit meiner Familie, Hund und Pferden auf dem Land. Nachhaltigkeit und ein angenehmes Miteinander sind mir besonders wichtig und werden in unserem Haushalt täglich vorgelebt. Genau wie meine Leidenschaft fürs Gärtnern und Schreiben.

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