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Zimmerhopfen – Justicia brandegeana pflanzen und pflegen

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Zimmerhopfen (Justicia brandegeana) ist eigentlich recht anspruchslos, braucht aber besonders in der Wachstumsphase viel Wasser. Alle Pflegetipps hier!

Zimmerhopfen
© artmans / stock.adobe.com
Hopfen darf in keiner Brauerei fehlen, denn er dient als Grundstoff zur Bierherstellung. Mit dem Zimmerhopfen haben es die dekorativen Pflanzen, mit ihren ausladenden Blütenständen, auch an das Blumenfenster geschafft. Justicia brandegeana ist die einzige, als Zimmerpflanze, kultivierte Art. Es handelt sich um eine blühfreudige und pflegeleichte Pflanze. Damit kann der Zimmerhopfen auch Anfänger überzeugen. So manche Pflegefehler werden verziehen.

Zimmerhopfen – Besonderheiten

Der Zimmerhopfen, auch als Beloperone guttata bekannt, wächst als Halbstrauch und besitzt überhängende Triebe und weiche, samtartige Blätter. Die ursprüngliche Heimat des Zimmerhopfens liegt in Mexiko. Auch in Florida ist die Pflanze mittlerweile heimisch geworden. Der Justicia brandegeana wird aufgrund seiner auffallenden rotbraunen Blütenstände geschätzt. Eine Besonderheit des Zimmerhopfens ist eine ausgedehnte Wachstumsphase. Die Blüten erfreuen ganze zehn Monate das Auge und werden fortlaufend gebildet.

Zimmerhopfen (Justicia brandegeana)
Wuchshöhe: 30 – 60 cm
Blüte: Februar – November
Standort: hell, sonnig, keine pralle Sonne
Gießen: im Sommer reichlich, aber keine Staunässe
Düngen: in der Wachstumsphase alle 2 – 3 Wochen
Vermehrung: durch Stecklinge möglich

Den passenden Standort finden

Um zu einem attraktiven und üppig blühenden Halbstrauch heranzuwachsen, benötigt der Zimmerhopfen viel Licht. Täglich sollte die Pflanze einige Stunden Sonnenlicht abbekommen. Die pralle Mittagssonne wird nicht vertragen. Steht die Pflanze am sonnigen Südfenster, benötigt sie einen entsprechenden Schutz. Im Sommer gedeiht der Zimmerhopfen bei normalen Zimmertemperaturen. Während der kalten Jahreszeit werden Temperaturen um 15 Grad bevorzugt.

» Tipp: Ein zu warmer Standort im Winter führt zu Blattfall.

Die Pflanzen sind frostempfindlich. Bereits Temperaturen im einstelligen Plus-Bereich werden schlecht vertragen.

Das ideale Substrat auswählen

Der anspruchslose Zimmerhopfen gedeiht in normaler Blumenerde. Wer das Substrat selbst herstellen möchte, wird der Pflanze mit einem Gemisch aus Gartenerde, Ton und Kompost gerecht.

Zimmerhopfen pflanzen und umtopfen

Bei der Pflanzung ist darauf zu achten, ein ausreichend großes Pflanzgefäß zu benutzen. Dann muss der Zimmerhopfen weniger häufig umgetopft werden. Da die Pflanze empfindlich auf Staunässe reagiert, ist es hilfreich, eine Drainage im Gefäßboden anzubringen. Dafür eignen sich eine Lage Kies oder Tonscherben.

Zimmerhopfen pflanzen Schritt für Schritt

  1. Pflanzgefäß auswählen
  2. Drainage einsetzen
  3. etwas Substrat einfüllen
  4. Pflanze mittig einsetzen
  5. Substrat auffüllen
  6. Erde leicht andrücken
  7. Pflanze gut angießen

» Tipp: Der richtige Zeitpunkt für das Umtopfen ist das zeitige Frühjahr, wenn der Austrieb noch nicht begonnen hat.

An folgenden Anzeichen lässt sich erkennen, ob das Umpflanzen notwendig wird:

  • Es ist kaum noch Substrat zu sehen.
  • Das Substrat ist zusammengesackt.
  • Der Pflanztopf ist komplett durchwurzelt.
  • Die Wurzeln sind an der Oberfläche deutlich sichtbar.
  • Die Wurzeln treten aus dem Gefäßboden aus.

Zimmerhopfen umpflanzen Schritt für Schritt

  1. größeres Pflanzgefäß auswählen
  2. Substrat bereitstellen
  3. Pflanze aus dem alten Gefäß entfernen
  4. Substrat von den Wurzeln lösen
  5. Wurzeln kontrollieren
  6. Drainage in neues Pflanzgefäß einbringen
  1. Substrat einfüllen
  2. Pflanze einsetzen
  3. Substrat bis zum Gefäßrand auffüllen
  4. Erde leicht andrücken
  5. Pflanze angießen
Der Zimmerhopfen ist vorsichtig aus dem alten Pflanzgefäß zu entfernen. Wurde das Umpflanzen versäumt, kann es vorkommen, dass die Wurzeln den Pflanztopf komplett ausfüllen und förmlich sprengen. Um den Wurzelballen nicht zu verletzen, sollte das Pflanzgefäß dann besser zerstört werden.

Ist die Pflanze ausgetopft, wird das verbrauchte Substrat komplett entfernt. Das Umtopfen bietet dem Zimmergärtner eine gute Gelegenheit, sich vom Zustand des Wurzelwerkes zu überzeugen. Abgestorbene und tote Wurzelteile werden entfernt. Bei Bedarf können auch intakte Wurzeln leicht gekürzt und in Form gebracht werden.

In der Regel verträgt der Zimmerhopfen das Umtopfen recht gut. Um die Pflanze zu schonen, ist es ratsam, das Pflanzgefäß die ersten beiden Wochen nach der Pflanzaktion an einem geschützten und schattigen Platz aufzustellen.

Zimmerhopfen richtig gießen

Der Wasserbedarf des Zimmerhopfens ist recht hoch, nicht zuletzt durch die ausgedehnte Wachstumszeit. Die Erde darf nicht austrocknen. Die richtige Bewässerung erfordert einiges an Fingerspitzengefühl. Wird zu viel gegossen, bildet sich Staunässe und die Wurzeln werden angegriffen. Wird nicht rechtzeitig reagiert, kann es passieren, dass die komplette Pflanze abstirbt.

» Tipp: Kalkhaltiges Leitungswasser bekommt dem Zimmerhopfen nicht. Es sollte bevorzugt abgestandenes zimmerwarmes Wasser oder Regenwasser verwendet werden.

Während der kurzen Ruhephase wird nur sporadisch gegossen. Die Erde darf aber nicht komplett austrocknen.

Zimmerhopfen richtig düngen

Während der Wachstumsperiode ist der Nährstoffbedarf der Pflanze entsprechend hoch. In monatlichen Abständen wird Flüssigdünger für Grün- und Blühpflanzen verabreicht. Im Oktober wird die Düngung langsam eingestellt. Ende April kann die Nährstoffversorgung wieder aufgenommen werden.

Zimmerhopfen schneiden

Der Zimmerhopfen wächst als etwa 60 Zentimeter hoher Halbstrauch. Damit die Pflanze buschig erscheint, wird jährlich zurückgeschnitten. Indem die Spitzen der Jungpflanzen regelmäßig gekürzt werden, lässt sich ein verzweigter Wuchs fördern.

Zimmerhopfen vermehren

Die Vermehrung des Zimmerhopfens kann mit dem jährlichen Rückschnitt im zeitigen Frühjahr verbunden werden. Die entfernten Triebe können für die Stecklingsvermehrung genutzt werden.

Dabei ist wie folgt vorzugehen:

  1. Steckling schneiden
  2. untere Blätter entfernen
  3. Trieb in die Erde stecken
  1. sparsam bewässern
  2. mit Plastikhaube abdecken
  3. Bewurzelung abwarten
Die Stecklinge werden auf eine Länge von maximal zehn Zentimeter gebracht. Beim Entfernen der unteren Blätter ist vorsichtig vorzugehen. Der Trieb wird in einem Sand-Torf-Gemisch kultiviert, welches gut angefeuchtet wird. Die Bildung der Wurzeln wird etwa sechs bis acht Wochen Zeit in Anspruch nehmen. Während dieser Phase wird nur sehr wenig gegossen.

» Tipp: Eine Abdeckung aus Folie hält die Feuchtigkeit im Boden und schafft ein vorteilhaftes Mikroklima.

Zeigen sich die ersten Triebe, ist dies ein Indiz für eine erfolgreiche Vermehrung. Wer schnell eine buschige und üppige Pflanze heranziehen möchte, platziert mehrere Stecklinge auf die beschriebene Art und Weise in einem Pflanzgefäß.

Wichtige Pflanz- und Pflegetipps auf einen Blick

TätigkeitErläuterung

Standortwahl
  • hell
  • warm
  • keine Mittagssonne
  • im Sommer Zimmertemperatur
  • im Winter um 15 Grad

Pflanzen
  • ausreichend großes Pflanzgefäß wählen
  • Drainage schützt vor Staunässe
  • Blumenerde oder Gartenerde mit Kompost

Gießen
  • hoher Wasserbedarf
  • während der Wachstumsphase regelmäßig
  • im Winter sporadisch
  • Erde darf nicht austrocknen

Düngen
  • Flüssigdünger im Abstand von vier Wochen
  • zwischen Oktober und April nicht düngen

Krankheiten und Schädlinge am Zimmerhopfen

Beim Zimmerhopfen werden folgende Schädlinge beobachtet:

  • Weiße Fliege
  • Rote Spinne
Die Schädlinge lassen sich mit einfachen Mitteln bekämpfen, wenn der Befall frühzeitig erkannt wird. Häufig ist bereits ein harter Wasserstrahl ausreichend. Auch das Besprühen mit Seifenlauge oder Knoblauchsud kann hilfreich sein. Von Krankheiten wird der Zimmerhopfen kaum befallen.

Einige Schadbilder deuten auf Pflegefehler hin:

Hüllblätter verfärben sich nicht
Blattfall im Winter
Zimmerhopfen gerät aus der Form
Zimmerhopfen wächst nicht buschig

Vergilben, Blattfall
zu dunkler Standort
zu warmer Standort
zu warmer Standort
zu dunkler Standort, keine Schnittmaßnahmen
Staunässe, angegriffene Wurzeln
Foto1: © artmans / stock.adobe.com

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