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Hühner im Garten halten – Diese Vorüberlegungen sind wichtig

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Sich Hühner zu halten, geht nur auf einem Bauernhof? Natürlich nicht! Wenn Sie vorher alles richtig durchdenken und planen, können Sie auch Hühner im Garten halten.

Überlegen Sie sich vorher alles genau
Überlegen Sie sich vorher alles genau

Wenn Sie die Hühnerhaltung anstreben, müssen Sie dafür nicht unbedingt einen Bauernhof haben. Auch in kleineren Gärten ist die Haltung von Hühnern durchaus möglich, denn die Tiere sind sehr genügsam. Sie brauchen keinen Luxus-Stall, Sie müssen nur ihren Bedürfnissen gerecht werden und sie artgerecht halten. Bei entsprechender Zuwendung können sie mit der Zeit dann sogar richtig zahm werden und auch auf den Arm steigen. So können Sie nicht nur von frischen Eiern profitieren, sondern sich auch an den zutraulichen Haustieren erfreuen.

Doch bevor es an die Umsetzung geht und Sie den Freilauf planen oder gar schon einen Hühnerstall bauen, sollten Sie vorher über einige wichtige Punkte nachdenken. Nur wenn sich hier keine Probleme ergeben, steht der Hühnerhaltung im Garten nichts mehr im Weg.

Darüber sollten Sie vorher nachdenken:

1. Sind die Nachbarn einverstanden?

Bevor Sie überhaupt an Hühnerhaltung denken, sollten Sie mit Ihren Nachbarn darüber reden, um später Ärger zu vermeiden. In dicht besiedelten Wohngebieten sollten Sie aus Rücksicht ohnehin auf die Haltung von Hühnern verzichten, lediglich in ländlichen Gebieten ist dies problemlos möglich. Bei geplanter Hühnerhaltung müssen Sie auch unbedingt das zuständige Veterinäramt informieren.

2. Welche Hühnerrasse eignet sich?

Nicht jede Hühnerrasse eignet sich gleichermaßen für die Haltung im Garten. Grundsätzlich sollten Sie kleinere Rassen bevorzugen. Zwerghühner sind besonders zu empfehlen, denn sie haben keinen so großen Bewegungsdrang wie das bei großen Rassen der Fall ist. Selbstverständlich ist es immer wünschenswert, dass Tiere so viel Platz wie möglich haben, doch Zwerghühnern können Sie auch auf kleineren Flächen ein artgerechtes Leben bieten.

Hühner bekommen Sie übrigens am ehesten vom Züchter. Dort haben Sie auch einen guten Ansprechpartner, wenn Fragen oder Probleme auftauchen sollten, was vor allem für Anfänger wichtig ist. Adressen von seriösen Züchtern bekommen Sie z.B. beim Geflügelzuchtverein. Dort können Sie sich auch vorab ausführlich informieren, bevor Sie voll in das neue Hobby einsteigen. Die Preise für die Tiere sind natürlich unterschiedlich: für ein Jungtier im Alter von bis zu 12 Monaten müssen Sie mit durchschnittlich 10 bis 15 Euro rechnen.

3. Wie viele Hühner müssen mindestens her?

Wie viele Zwerghühner Sie sich in den Garten holen, hängt natürlich vom Platzangebot ab. Sie sollten jedoch eine Gruppe von mindestens vier bis fünf Hennen halten. Bei einem großen Huhn müssen Sie grob mit einer Fläche von 10 Quadratmetern rechnen. Dazu kommt dann noch im Hühnerstall eine Grundfläche von einem Quadratmeter für höchstens fünf Tiere. Dieser Platz im Stall reicht jedoch nur aus, wenn Sie den Hühnern auch einen ausreichend großen Auslauf zur Verfügung stellt.

4. Was wird alles benötigt?

➤ Freilauf:

Hühner brauchen einen Freilauf, so dass sie nach Lust und Laune scharren können. Sie brauchen allerdings keine riesige Fläche, denn sie mögen keine langen Wege. Optimal wäre es aber natürlich, wenn die Hühner im kompletten Garten freien Auslauf hätten. Dann dürfen Sie aber keinen allzu großen Wert auf akkurat angelegte und top gepflegte Beete sowie einen schönen Zierrasen legen, denn die Tiere werden darauf keine Rücksicht nehmen. Auch frisch Gepflanztes ist vor ihnen nicht sicher. Sie müssen also deutliche Abstriche bei der Optik Ihres Gartens in Kauf nehmen.

Es ist empfehlenswert, den Auslauf komplett einzuzäunen und auch von oben durch ein Gitter vor anderen Tieren zu schützen. Das ist auch wichtig zur Vorbeugung von Tierseuchen. In den Freilauf sollten Sie dann auch noch Sträucher und Bäume integrieren, unter denen die Tiere Schutz finden können. Außerdem brauchen sie eine Fläche mit Sand zum Scharren und auch um darin ein Sandbad zu nehmen.

➤ Hühnerstall:

Ein Hühnerstall ist ein absolutes Muss, wenn Sie Hühner im Garten halten möchten. Diesen sollten Sie ausreichend dämmen, denn die Hühner bleiben ja ganzjährig im Freien. Obendrein sollte der Hühnerstall über ausreichend Sitzstangen verfügen. Für die Eiablage werden zudem mehrere Nester benötigt.

➤ Futter:

Ein Futtermittel alleine deckt meistens nicht den Bedarf an allen notwendigen Nährstoffen, weshalb Sie ruhig verschiedene miteinander kombinieren sollten. Darüber hinaus fressen die Hühner noch Gras, kleine Insekten, Beeren, Würmer, Blätter und verschiedene Samenkörner.


Foto1: © WavebreakmediaMicro - Fotolia.com

2 KOMMENTARE

  1. Ich meine, das größte Problem bei der Hühnerhaltung im Garten ist, einen passenden Hühnersitter „heranzuziehen“, der, wenn man selbst verhindert ist, die Hühner versorgt. Das sollte man auf jeden Fall in die Überlegungen im Vorfeld einbeziehen.

  2. Ich finde gut, dass ihr auch auf die Nachbarschaftsthematik eingeht! Einige Freunde von mir haben vor der Anschaffung nicht mit ihren Nachbarn gesprochen und später kam es bei einer Freundin sogar bis vor’s Gericht, weil der Hahn im Garten die Nachbarn so gestört hat.

    Im Internet habe ich dafür eine ganz gute Lösung gefunden:

    Ein automatischer Türöffner, der mit einer Zeitschaltuhr verbunden ist und den Stall erst nach den üblichen „Krähzeiten“ öffnet. Damit diese Lösung aber auch richtig funktioniert, sollte der Stall natürlich einigermaßen gut isoliert sein. Aber das ist sowieso auch für den Winter ganz praktisch, wenn die Hühner im Garten nicht frieren.

    LG Sebastian

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