Ein Apfelbaum ist schnell gepflanzt. Damit er gut anwächst und Jahr für Jahr Körbe voller Äpfel trägt, kommt es auf ein paar Handgriffe an.
Der Spaten steckt in der Erde, der junge Baum wartet im Eimer, und plötzlich stellt sich die Frage, wie tief der Apfelbaum eingepflanzt wird und ob ein Pfahl nötig ist. Ein Fehler an dieser Stelle zeigt sich oft erst Jahre später, wenn der Kulturapfel (Malus domestica) schief steht oder kümmert. Daher ist es ratsam, Pflanzzeit, Standort und Boden zu kennen, um spätere Probleme zu vermeiden.
💡 Schon gewusst? Als kalorienarme Nährstoffbombe ist der Apfel die unangefochtene Nummer eins unter den deutschen Obstsorten.
Apfelbaum pflanzen
Apfelbäume kommen fast immer veredelt in den Handel. Auf einer Wurzel, der Unterlage, wächst dabei ein Zweig der gewünschten Sorte. Die Sorte bringt Geschmack und Erntezeit mit, die Unterlage bestimmt, wie groß der Baum wird. Standort und Boden ähneln sich bei fast allen Apfelbäumen.
Standort
Apfelbäume benötigen einen hellen und sonnigen Platz, um kräftig zu gedeihen. Im Halbschatten wachsen sie zwar, doch dort färben die Früchte blasser aus und bleiben weniger aromatisch. Zur Sonne gehört auch ein luftiger Platz, an dem Morgentau und Regentropfen rasch vom Laub abtrocknen, denn auf trockenen Blättern finden Pilzkrankheiten wie Schorf kaum Halt.
💡 Tipp: Wie weit ein Obstbaum von der Grundstücksgrenze entfernt stehen muss, richtet sich häufig nach der Größe der Baumkrone. Es gibt große, ausladende Baumkronen, hier sollten Sie also einen großzügigen Mindestabstand zum Zaun und zur Hauswand halten. Für kleine Gärten gibt es allerdings auch kleinwüchsige Sorten, wie Säulenäpfel.
Boden
Am besten gedeiht ein Apfelbaum in tiefgründigem, humosem, lehmigem Boden, der Wasser hält, ohne zu vernässen, denn in Staunässe faulen seine feinen Saugwurzeln.
Leichte Sandböden trocknen im Sommer schnell aus und gewinnen mit reichlich reifem Kompost an Speicherkraft. Schwere, verdichtete Tonböden brauchen vor dem Pflanzen eine tiefe Lockerung, sonst finden die Wurzeln kaum den Weg nach unten.
Pflanzzeit
Wurzelnackte Apfelbäume kommen nach dem Laubfall von Mitte Oktober bis Ende November in die Erde. Der Boden ist dann noch warm, die Wurzeln wachsen bis zum ersten Frost weiter, und der Baum startet im Frühjahr mit Vorsprung. Ist der Herbst verpasst, bleibt das Frühjahr von März bis Mitte April. Containerware kann auch ganzjährig eingepflanzt werden, nur nicht bei Frost und in Hitzeperioden.
💡 Tipp: Für die Befruchtung von Obstbäumen braucht fast jeder Apfelbaum den Pollen einer anderen Sorte, die zur gleichen Zeit blüht. Steht in den Nachbargärten kein Apfelbaum, pflanzen Sie einen zweiten dazu oder einen Duo-Baum von der Baumschule mit zwei Sorten auf einem Stamm. Platzsparend eignet sich auch ein Zierapfel.
Pflanzanleitung: Schritt für Schritt erklärt

Schritt 1: Wurzeln wässern
Bevor es ans Graben geht, stehen wurzelnackte Bäume einige Stunden oder über Nacht in einem Eimer Wasser. Containerware bleibt so lange untergetaucht, bis keine Luftblasen mehr aus dem Ballen steigen.
Schritt 2: Pflanzloch ausheben
Das Pflanzloch benötigt etwa die doppelte Breite des Wurzelwerks und so viel Tiefe, dass keine Wurzel umknickt. Mit der Grabegabel gelockert, lässt die Sohle die Wurzeln später leicht in die Tiefe wachsen.
Schritt 3: Optional Wühlmauskorb einlegen
Wühlmäuse fressen mit Vorliebe die zarten Wurzeln junger Apfelbäume, und der Schaden bleibt oft lange unbemerkt. Erst wenn der Baum schief steht und sich mühelos aus der Erde ziehen lässt, zeigt sich das Ausmaß. Ein Korb aus unverzinktem Maschendraht schützt die Wurzeln in den ersten Jahren und rostet später von selbst weg.
Schritt 4: Pfahl zuerst einschlagen
Noch bevor der Baum ins Loch kommt, folgt der Pfahl, denn nachträglich eingeschlagen trifft er leicht die Wurzeln. Am besten steht er auf der Westseite, aus der meist der Wind weht, etwa zehn Zentimeter vom späteren Stamm entfernt. Die Oberkante endet knapp unterhalb der Krone, sonst reiben die Äste am Holz.
Schritt 5: Baum einsetzen
Geknickte oder verletzte Wurzeln fallen der Gartenschere zum Opfer. Bei wurzelnackter Ware regt ein frischer Anschnitt der Wurzelspitzen außerdem die Bildung neuer Feinwurzeln an. Der Baum steht anschließend so tief wie zuvor in der Baumschule, erkennbar an der alten Erdlinie, die sich am Stamm als Farbwechsel der Rinde abzeichnet. Die Veredelungsstelle, eine leicht verdickte Knickstelle am unteren Stamm, bleibt dabei eine Handbreit über der Erde.
💡 Gut zu wissen: Liegt die Veredelungsstelle über dem Boden, behält die Unterlage die Kontrolle über den Wuchs. Gerät sie unter die Erde, bildet die Edelsorte eigene Wurzeln, und aus der kleinen Spindel wird über die Jahre ein ausladender Baum.
Schritt 6: Erde einfüllen und festtreten
Der Aushub kommt, mit etwas reifem Kompost vermischt, zurück ins Loch. Ein leichtes Rütteln am Stamm lässt die Krümel zwischen die Wurzeln rieseln. Danach rundherum vom Rand zur Mitte festtreten, damit keine Hohlräume bleiben.
Schritt 7: Baum anbinden
Steht der Baum fest, verbindet ihn ein Kokosstrick in Form einer liegenden Acht mit dem Pfahl. Die Faser gibt etwas nach und schneidet nicht in die Rinde ein. Zum Schluss umwickelt der Strick die Mitte der Acht und endet in einem festen Knoten.
Schritt 8: Gießrand anlegen und einschlämmen
Ein kleiner Erdwall rund um die Pflanzstelle hält das Wasser am Baum. Zwei volle Kannen, also rund 20 Liter, schwemmen die Erde an die Wurzeln, und zwar auch dann, wenn der Herbst ohnehin feucht ist. Zum Schluss hält eine dünne Mulchschicht aus angetrocknetem Rasenschnitt oder Laub den Boden feucht.

Autoren-Kommentar von Ringo Dühmke
💡 Handvoll Hornspäne
Ich gebe beim Auffüllen immer eine Handvoll Hornspäne mit ins Pflanzloch. Die Späne geben ihren Stickstoff langsam über viele Monate ab und versorgen den Baum, ohne die frischen Wurzeln zu verbrennen. Mischen Sie die Hornspäne unter den Aushub, statt sie direkt auf die Wurzeln zu streuen.
Hier noch ein Video, das alle einzelnen Schritte noch einmal genau zeigt:
Pflanzschnitt beim jungen Apfelbaum
Beim Ausgraben in der Baumschule verliert der Baum einen Teil seiner Wurzeln, die Krone dagegen behält ihre volle Größe. Die verbliebenen Wurzeln reichen nicht aus, um alle Triebe zu versorgen. Säulenäpfel und schlanke Spindeln bleiben ungeschnitten, weil sie sonst unerwünschte Seitentriebe bilden. Wie Mitteltrieb und Leitäste eingekürzt werden und wie die Krone in den Folgejahren Gestalt annimmt, zeigt die Anleitung zum Obstbäume schneiden.
Den jungen Apfelbaum im ersten Jahr pflegen
Im ersten Jahr reichen die Wurzeln bislang nicht tief genug, um den Baum allein zu versorgen. In trockenen Phasen hilft ihm ein durchdringender Guss von 20 bis 30 Litern einmal pro Woche mehr als tägliches Nachgießen in kleinen Schlucken, denn nur so folgen die Wurzeln dem Wasser in die Tiefe. Ab dem zweiten Standjahr beginnt die regelmäßige Nährstoffversorgung, und beim Apfelbaum richtet sich die Düngermenge nach Boden, Alter und Unterlage.
💡 Tipp: Im Frühjahr verdient auch der Kokosstrick einen prüfenden Blick. Drückt er sich in die Rinde, wird ein neuer Strick gebunden.






