Schützen Sie Ihre Apfelbäume vor der Apfel-Gespinstmotte mit meinen Tipps zur Prävention, natürlichen Kontrolle und Methoden zur Bekämpfung.

Die Apfel-Gespinstmotte (Yponomeuta malinellus) gehört zur Familie der Gespinstmotten (Yponomeutidae) und bildet pro Jahr eine Generation. Meist im Mai beginnen die Raupen, Triebe und Blätter des Apfelbaums schleierartig einzuspinnen. In diesen Gespinsten sitzen sie gut geschützt und fressen an Knospen, jungen Blättern und später auch an ganzen Blattpartien. Bei einem starken Befall können dadurch erhebliche Schäden an den Apfelbäumen verursacht werden. Für die Bekämpfung der Apfel-Gespinstmotte ist vor allem das frühe Larvenstadium interessant, und das sollte auf keinen Fall verpasst werden.

Apfel-Gespinstmotte erkennen

Nahaufnahme: Apfelgespinst (Yponomeuta malinellus) von oben
Die schwarzen Punkte auf den Flügeln sind charakteristisch für die Apfel-Gespinstmotte | © iredding01 / stock.adobe.com

Die erwachsene Apfel-Gespinstmotte ist etwa 10 bis 12 mm lang und lässt sich zwischen Juni und August beobachten. Männchen und Weibchen sehen sich äußerlich sehr ähnlich und sind daher kaum sicher zu unterscheiden. Charakteristisch sind die weißen Vorderflügel mit vielen kleinen schwarzen Punkten. Die Hinterflügel sind grau und besitzen lange Fransen. Da die Falter eher dämmerungs- und nachtaktiv sind, fallen sie im Garten jedoch weniger auf als die Raupen und ihre weißen Gespinste im Frühjahr.

💡 Schon gewusst?
Die erwachsenen Falter der Apfel-Gespinstmotte haben eine Lebenserwartung von 20 bis 30 Tagen.

Lebenszyklus der Apfel-Gespinstmotte

Genauso wie andere Schmetterlinge durchläuft die Apfel-Gespinstmotte vier Entwicklungsstadien: Ei, Larve, Puppe und erwachsene Motte. Für den Schaden am Apfelbaum ist vor allem die Larvenphase wichtig. In dieser Zeit fressen die Raupen an Knospen und Blättern und bilden die auffälligen weißen Gespinste am Apfelbaum.

Apfelgespinstmotte bekämpfen
Raupen der Apfel-Gespinstmotte | © Martina / stock.adobe.com
  1. Nach der Paarung legen die Weibchen zwischen Juli und August ihre Eier in kleinen Gelegen an junge Triebe und Zweige in der Krone von Apfelbäumen. Eine erwachsene Gespinstmotte kann bis zu 150 Eier ablegen, die sie mit einem gelblichen Schleim zum Schutz bedeckt.
  2. Nach etwa 8 bis 15 Tagen schlüpfen die winzigen Eiraupen, überwiegend noch im August oder September. Sie bleiben zunächst unter der Schutzschicht und überwintern dort verborgen am Baum. Im Frühjahr, etwa ab April, werden sie aktiv. Dann dringen sie in die Knospen ein und häuten sich.
  3. Mit jeder Häutung werden die Larven größer. Zwischen April und Mai bilden sie die typischen Gespinste, die mehrere Blätter oder ganze Triebpartien umfassen. Darin leben die Raupen in Gruppen und sind so vor Witterung und Fressfeinden geschützt.
  4. Nach etwa 6 Wochen verpuppen sich die Larven innerhalb der Gespinste, meist Ende Mai bis Juni. Die weißen Kokons sitzen dicht nebeneinander und sind bei einem starken Befall gut zu erkennen. Aus ihnen schlüpfen im Hochsommer, zwischen Juni und August, die erwachsenen Falter. Nach dem Schlupf beginnt der Kreislauf von vorn.

💡 Tipp:
Die Raupen besitzen Spinndrüsen. Aus diesen Drüsen geben sie einen dünnen Faden ab, ähnlich wie Spinnen, nur stammt der Faden hier von den Raupen. Während sie an Blättern, Trieben und Knospen fressen, bewegen sie sich über die Pflanze und ziehen dabei immer wieder neue Fäden. So entsteht nach und nach ein dichtes, weißliches Gespinst.

Schäden der Apfel-Gespinstmotte

Die Schäden der Apfel-Gespinstmotte zeigen sich im Frühsommer. Die gefräßigen Raupen fressen die Blätter ab, was bei einem starken Befall zu Kahlfraß, Ernteausfällen und Wachstumsschwächen des Baumes führen kann.

Schäden der Apfelgespinstmotte
Die Apfel-Gespinstmotte kann Schaden am gesamten Baum anrichten | © JRG / stock.adobe,com
  • Blattverlust: Die Raupen schaben das Blattgewebe ab und fressen die Blätter bis auf die Blattrippen ab. Im schlimmsten Fall verliert der Baum einen großen Teil oder alle seiner Blätter (Kahlfraß).
  • Folgen für den Baum: Durch den Kahlfraß ist die Photosynthese stark eingeschränkt. Der Baum verliert an Vitalität und schlägt im Sommer oft nur zögerlich neu aus.
  • Ernteausfall: Die Bäume benötigen viel Energie für den Neuaustrieb. Blüten und junge Früchte werden deswegen häufig abgeworfen, wodurch die Apfelernte in dem Jahr entweder nur schwach oder komplett ausfällt.

Trotz des dramatischen Anblicks sterben die Apfelbäume in der Regel nicht ab, sondern erholen sich in den darauffolgenden Monaten oder im nächsten Frühjahr vollständig. Da die Apfel-Gespinstmotte nur eine Generation pro Jahr bildet, ist der richtige Zeitpunkt für die Bekämpfung besonders wichtig.

Apfel-Gespinstmotte bekämpfen

Am besten lässt sich die Apfel-Gespinstmotte bekämpfen, solange die Raupen noch jung sind und noch keine dichten Gespinste gebildet haben.

Kokons der Apfelgespinstmotte
Kokons der Apfel-Gespinstmotte | © kazakovmaksim / stock.adobe.com

Mechanische Bekämpfungsmethode

Das Absammeln von Larven und Puppen mit Handschuhen ist eine wirksame Methode. Entscheidend ist der richtige Zeitpunkt: Am besten werden die ersten kleinen Gespinste bereits im April oder Mai entfernt, bevor sich die Raupen stark vermehren und die Triebe vom Apfelbaum einspinnen.

💡 Tipp:
Sind bereits weiße Kokons im Gespinst zu sehen, befinden sich die Larven in der Verpuppung. Auch diese Puppennester können noch entfernt werden. Das stoppt zwar den aktuellen Fraß nicht mehr, reduziert aber die Zahl der Falter, die im Sommer schlüpfen und neue Eier ablegen.

Biologische Bekämpfung

Gegen die Apfel-Gespinstmotte helfen biologische Mittel nur im richtigen Moment. Besonders bewährt haben sich Präparate mit Bacillus thuringiensis, kurz Bt. Die jungen Raupen nehmen den Wirkstoff beim Fressen auf, stellen danach die Fraßtätigkeit ein und sterben ab.

Der beste Zeitraum liegt etwa zwischen Mitte April und Mitte Mai. Dann sind die Raupen noch klein und fressen an Knospen und jungen Blättern. Haben sie bereits dichte Gespinste gebildet, werden sie vom Mittel kaum noch erreicht. In diesem Fall ist es sinnvoller, die Nester abzustreifen oder stark befallene Triebspitzen herauszuschneiden. Wild- und Honigbienen werden durch das biologische Schädlingsmittel nicht geschädigt.

💡 Tipp:
Schlupfwespen und Erzwespen können Raupen oder Puppen der Apfel-Gespinstmotte befallen. Im Hausgarten lässt sich dieser Effekt aber kaum gezielt nutzen, weil passende Arten nicht einfach als fertige Nützlinge gegen die Apfel-Gespinstmotte erhältlich sind.

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Apfel-Gespinstmotte vorbeugen

Mit der Förderung natürlicher Fressfeinde im Garten, wird der Apfel-Gespinstmotte vorgebeugt. Entscheidend ist, dass sich Tiere ansiedeln, die Raupen, Puppen oder Falter fressen oder parasitieren, und das gelingt nur mit einem naturnahen Garten.

Eine Blaumeise sitzt zwischen den grünen Blättern im Apfelbaum
Meisen zählen zu den natürlichen Feinden der Apfel-Gespinstmotte | © cuhle-fotos / stock.adobe,com
  • Meisen, Spatzen und andere insektenfressende Vögel fressen Raupen der Apfel-Gespinstmotte, besonders während der Brutzeit. Dann brauchen sie viel eiweißreiches Futter für ihre Jungen. Nistkästen in der Nähe von Obstbäumen, dichte Hecken, heimische Sträucher und eine flache Wasserstelle machen den Garten für Singvögel attraktiver. Nistkästen werden am besten im Herbst oder zeitigen Frühjahr aufgehängt.
  • Raubwanzen (Reduviidae) stechen kleine Raupen und andere weiche Insekten an und saugen sie aus. Sie halten sich bevorzugt in strukturreichen Gartenbereichen auf, etwa zwischen Stauden, Gräsern, Kräutern und locker bewachsenen Beetflächen. Ungestörte Ecken mit Pflanzenresten oder dichterem Bewuchs bieten ihnen Verstecke. Breit wirkende Spritzmittel sollten vermieden werden, da sie auch Raubwanzen schädigen.
  • Schlupfwespen (Ichneumonidae) legen ihre Eier in oder an Raupen. Die geschlüpften Larven entwickeln sich im Schädling und verhindern, dass daraus neue Falter entstehen. Damit sich Schlupfwespen im Garten einfinden, brauchen sie kleine, offene Blüten mit leicht erreichbarem Nektar. Gut geeignet sind Doldenblütler wie Dill, Fenchel, Koriander, Wilde Möhre und Schafgarbe.
  • Erzwespen (Chalcidoidea) können je nach Art Eier, Raupen oder Puppen verschiedener Insekten parasitieren. Dadurch tragen sie dazu bei, Gespinstmottenbestände auf natürliche Weise zu begrenzen. Sie profitieren von einem Garten, in dem vom Frühjahr bis in den Herbst immer etwas blüht. Heimische Wildpflanzen, ungefüllte Blüten und blühende Randbereiche bieten ihnen Nahrung und Rückzugsorte.

💡 Tipp:
Verwenden Sie im Winter und Frühjahr Baumanstriche oder Rindenleimringe, um die Eiablage der Motten zu verhindern und somit die Populationen der Apfel-Gespinstmotte zu reduzieren.

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Apfelbaum nach Gespinstmottenbefall pflegen

Nach einem Befall ist es wichtig, Ihren Apfelbaum ein wenig zu pflegen, um die Regeneration zu unterstützen.

Apfelbaum gießen
Nach einem Befall mit der Apfel-Gespinstmotte braucht der Apfelbaum Zeit und ausreichend Feuchtigkeit, um neue Blätter zu bilden. Durchdringend gegossen wird am besten dann, wenn die Erde in 10 bis 15 cm Tiefe trocken und krümelig ist.

💡 Tipp:
Der Apfelbaum darf nicht dauerhaft nassstehen. Staunässe schwächt die Wurzeln und kann die Erholung zusätzlich bremsen. Schwere Lehmböden werden deshalb seltener gegossen als sandige Böden. Eine dünne Mulchschicht aus Rasenschnitt, Stroh oder Laubkompost hilft, die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten.

Apfelbaum mit Nährstoffen versorgen
Jetzt aber bitte nicht stark mit Stickstoff düngen. Zu viel Dünger treibt weiche, anfällige Triebe und belastet den Baum zusätzlich. Sinnvoller ist eine dünne Schicht reifen Komposts im Wurzelbereich, die nur leicht eingearbeitet wird.

Apfelbaum nicht direkt zurückschneiden
Auch wenn der Apfelbaum kahl aussieht, ist ein starker Rückschnitt direkt nach dem Befall meist keine gute Idee. Viele Triebe wirken zwar geschädigt, sind aber noch lebendig. Das heißt, erst einmal abwarten, ob neue Blätter austreiben. Abgestorbene, trockene oder gebrochene Zweige können später entfernt werden. Der eigentliche Erziehungsschnitt oder Auslichtungsschnitt passt besser in die übliche Schnittzeit, je nach Ziel im Winter oder moderat im Sommer.

Wichtige Fragen zur Apfel-Gespinstmotte

Wie erkenne ich einen Befall mit der Apfel-Gespinstmotte?

Ein Befall ist an den weißen Gespinsten an den Ästen und Blättern Ihrer Apfelbäume zu erkennen. Innerhalb dieser Gespinste befinden sich die Larven, die das Blattgewebe fressen.

Welche Schäden verursacht die Apfel-Gespinstmotte?

Die Larven der Apfel-Gespinstmotte fressen das Blattgewebe kahl und beeinträchtigen damit die Photosynthese. Das kann zu erheblichen Ernteverlusten führen.

Wie kann ich meine Apfelbäume vor der Apfel-Gespinstmotte schützen?

Apfelbäume regelmäßig auf Befall prüfen und die Förderung natürlicher Feinde sind die effektivsten Methoden zur Prävention. Befallene Blätter und Zweige nicht auf dem Kompost entsorgen.

Apfel-Gespinstmotte mit chemischen Insektiziden bekämpfen?

Chemische Insektizide sollten nur bei starkem Befall eingesetzt werden und immer in Kombination mit anderen Bekämpfungsmethoden, um die besten Ergebnisse zu erzielen.

Wie pflege ich einen Apfelbaum nach einem Befall mit der Gespinstmotte?

Nach einem Befall mit der Apfel-Gespinstmotte braucht der Apfelbaum vor allem Ruhe, Wasser und Zeit. Selbst nach starkem Fraß treiben Apfelbäume meistens wieder aus, oft mit dem sogenannten Johannistrieb im Juni.

Dagmar von Gartentipps.com

Seit über 14 Jahren ist Dagmar Dittfeld als Online-Redakteurin für Gartentipps.com aktiv. Auf dem Land aufgewachsen, weiß sie die Vorzüge eines Selbstversorger-Gartens auch heute noch zu schätzen. Ihre ganz besondere Leidenschaft gilt der Gestaltung von Garten, Balkon und Terrasse. Mit ihren Ideen zum Dekorieren, Do-It-Yourself und Upcycling hat Dagmar schon viele Leser zum Nachmachen inspiriert.

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