Unter Hobbygärtnern ist besonders eine Pflanze sehr beliebt: die Kamelie. Kein Wunder, denn sie ist relativ pflegeleicht und besonders im Winter eine Augenweide.
Kamelien (Camellia japonica) verschönern gerade im Winter unsere Wohnung und auch den Wintergarten. Üppige Blüten erhalten Sie allerdings nur, wenn Sie Ihre Kamelien richtig pflegen. Sie verzaubern dann so ziemlich jeden Raum mit ihren herrlichen Farben. So eignet sich die Kamelie ganz hervorragend dazu, sich einen Vorgeschmack auf den Frühling ins Haus zu holen. Damit die Pflanze aber auch pünktlich zum Winterende ihre Knospen öffnet, sollten Sie ihr die richtige Pflege zukommen lassen.
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Kamelien pflegen: Schritt für Schritt

Standort der Kamelie
Der perfekte Standort für Kamelien ist ein kühler, heller Platz mit hoher Luftfeuchtigkeit, ohne direkte Sonneneinstrahlung. Vermeiden Sie trockene, warme Heizungsluft, da Kamelien am besten bei Temperaturen zwischen 10 bis 15 Grad gedeihen und empfindlich auf Hitze reagieren.
Tipp: Bekommt eine Kamelie zu wenig Licht, bilden sich nur wenige Blütenknospen aus.
Kamelie gießen
Kamelien sollten mit kalkarmem Regenwasser oder abgestandenem Leitungswasser gegossen werden. Die Erde bleibt idealerweise gleichmäßig feucht, jedoch nie nass, da Kamelien empfindlich auf Trockenheit und Staunässe reagieren.
Vor dem Gießen mit dem Finger testen, ob die Erde trocken ist. Gießen Sie die Kamelie am besten einmal in der Woche kräftig.
Tipp: Kamelien durchleben von August bis September eine Ruhephase, in der sie weniger gegossen werden.
Luftfeuchtigkeit
Auch wenn Kamelien nicht allzu oft gegossen werden müssen, mögen sie dennoch hohe Luftfeuchtigkeit. In einem warmen Zimmer sollten Sie deswegen die Blätter immer mit etwas Wasser bestäuben.
Kamelie umtopfen
Kamelien brauchen ausreichend Platz, um kräftig zu blühen. Wird der Wurzelballen zu dicht durchwachsen oder zeigen sich Wurzeln an der Oberfläche, ist es Zeit zum Umtopfen. Jüngere Pflanzen werden etwa alle zwei bis drei Jahre, ältere alle fünf bis sechs Jahre in ein größeres Gefäß gesetzt. Erst, wenn der Blumentopf zu eng wird. Der beste Zeitpunkt dafür ist der Herbst ab Oktober, wenn die Ruhephase im Spätsommer endet und das neue Wachstum beginnt.
- Neuen Pflanztopf wählen
Der Pflanztopf sollte etwa fünf Zentimeter größer im Durchmesser sein als der alte und über ausreichend Abzugslöcher verfügen. Bei Bedarf zusätzliche Löcher bohren. - Drainageschicht einfüllen
Das untere Viertel des Topfs mit Blähton oder Tonscherben füllen, um Staunässe zu vermeiden. - Passendes Substrat vorbereiten
Rhododendronerde verwenden und mit etwas grobem Sand oder Lavasplitt mischen, damit die Erde durchlässiger wird (3 Teile Substrat/ 1 Teil Lavastein). - Pflanze entnehmen
Die Kamelie vorsichtig am Ansatz herausziehen. Falls der Ballen festsitzt, vorher gut wässern und kurz warten. - Kamelie einpflanzen
Den Wurzelballen mittig in den neuen Topf setzen, sodass seine Oberfläche etwa ein bis zwei Fingerbreit unter dem Rand liegt. - Auffüllen und angießen
Frisches Substrat rundherum einfüllen, leicht andrücken und die Kamelie angießen.
Tipp: Ein kleiner Anteil der alten Erde kann beim Umtopfen an der Wurzel der Kamelie als „Anwuchshilfe“ bleiben, um das Bodenmilieu vertrauter zu machen.
Kamelie düngen
Düngen Sie Ihre Kamelien ab Mai bis Ende Juli (2x reicht). Am besten mit mineralischem Langzeitdünger für Rhododendren oder organischem Rhododendron-Dünger mit Guano. Nach der Düngung den Boden immer gut wässern und das Düngen im August wieder einstellen, denn dann ist die Knospenbildung abgeschlossen.
Tipp: Die Dosierung der Herstellerangaben sollte um die Hälfte reduziert werden, da Kamelien sehr salzempfindlich sind.
Kamelie schneiden
Der ideale Zeitpunkt, um die Kamelie zu schneiden, liegt zwischen Mai und Juli. Dann ist die Blüte vorbei und die Pflanze bereitet sich auf neues Wachstum vor. Verwelkte Blüten können direkt nach der Blüte entfernt werden. Das regt die Bildung neuer Knospen an und fördert eine dichtere Krone.
Kamelien wachsen sehr langsam. Deswegen gilt bei allen Schnitten: Weniger ist mehr.
Erhaltungsschnitt
Beim Erhaltungsschnitt werden kranke, abgestorbene oder blattlose Triebe entfernt. Ältere Pflanzen profitieren zudem von einem Auslichten der Krone, damit mehr Licht ins Innere gelangt und die Pflanze neue, kräftige Triebe bildet.
Erziehungsschnitt
Dieser Schnitt dient der Formkorrektur. Entfernt werden nur einzelne Triebspitzen, die aus der Form gewachsen sind. So bleibt die natürliche, leicht runde Wuchsform erhalten.
Kamelie überwintern
Kamelien draußen überwintern
Ältere Kamelien sind in der Regel bis -5 Grad Celsius winterhart. Umwickeln Sie den Blumenkübel mit Vlies und bedecken Sie den Boden mit einer dicken Mulchschicht, dann sogar bis zu -15 Grad Celsius. Allerdings muss die Pflanze dann an einem geschützten Standort stehen.
Kamelien drinnen überwintern
Möchten Sie Ihre Pflanzen lieber ins Haus holen, dann machen Sie das erst, wenn die Temperaturen auf -5 Grad Celsius gefallen sind. Die Pflanze braucht diesen Kältereiz, damit sich die Knospen öffnen und die Blüte lange hält. Bringen Sie die Kamelien dann in einen Raum, in dem die Temperaturen nicht über 15 Grad Celsius liegen. Mehr zum Thema Kamelien überwintern erfahren Sie hier.








5 Kommentare
Meine Kamelie hat auf vielen Blättern braun Verfärbungen. Kann es sein ,dass es Sonnenbrand ist?
Zu viel Dünger kann auch die Ursache sein.
letztes jahr eine „jungpflanze“ erstanden…….auf dem balkon sehr gut über den winter gebracht!
madame – hat blüten ohne ende angesetzt………..und JETZT – wirft sie eine nach der anderen ab!!!
WAS – läuft jetzt falsch?
regelmäßige düngung mit universaldünger alle 2 wochen seit anfang märz……….halbschattigen standort……..
treibt neue blätter……….aber die blütenpracht – fällt leider aus.
grüße Corinna
meine kamelie lebt an einer recht sonnigen garagenwand——–winters wie sommers!!!!!!seit 2 wochen trägt sie viele wunderschöne rote blüten. die pflegebeschreibung habe ich gelesen : sie ist ja eigentlich eine zimmerpflanze!!!! wie soll ich sie im herbst behandeln??? sie ist ca 1m hoch.
für eine beratung wäre ich dankbar. bis bald!!!!
Es tut mir leid, leider muß ich einfach einmal Kritik an den Hinweisen in Ihren „Tipps“ formulieren:::
Ich habe in den letzten 2Jahren erlebt, daß 80 % (ca.10 Pflanzen) meiner Pflanzen eingegangen sind!
Dabei geht es nicht um die Selbstverständlichkeiten: keine warmen Räume/ kein Frost usw.!
Es ist 1. die Erde ! Auf keinen Fall kann man die Rhododendrenerde verwenden. In ihr sind die Wurzeln gestorben. Sie ist zu fest + bleibt viel zu feucht !!! Vielmehr muß man eine leichte, durchlässige (auch Torf) Erde ggf. selbst herstellen. Eine Drainage allein hilft überhaupt nicht!
2. Ganz wichtig einen „engen“ ( nicht zu weiten Topf….am Besten :Tontopf) Topf , damit keine Feuchtigkeit stehen bleiben kann ….und schon garnicht jedes Jahr umtopfen !!!
3. Die Düngung muß, anders als bei anderen Pflanzen, ungemein vorsichtig sein. Von Azaleen-Dünger z.B. nur grad einmal 50% der Vorschläge!
Bei all meinen Pflanzen ist zusammengefasst:::
…die feste Rhododendrenerde
…der zu große Plastiktopf
…das „ständige“ Umtopfen (1X pro Jahr)
…und möglich zu viel Düngung
die Ursachen für das „Sterben“ gewesen!
Für weitere Informationen stehe ich gern zur Verfügung…
mit freundlichen Grüßen