Der Orangenbaum bringt mediterranes Flair in Garten, Kübel und Wintergarten. Allerdings nur bei richtiger Pflanzung und Pflege. Hier deshalb alles, was Sie darüber wissen müssen.

Ein Orangenbaum im eigenen Garten oder auf dem Balkon sorgt für Urlaubsstimmung. Sobald sich im Frühjahr die weißen Blüten öffnen und ihren süßen Duft verströmen, fühlt sich selbst ein regnerischer Tag ein wenig nach Urlaub an. Neben Grapefruit, Pomelo und Buddhas Hand gehört der Orangenbaum (Citrus × sinensis) zu den beliebtesten Zitrus-Kübelpflanzen in Deutschland. Denn dieser Baum überzeugt nicht nur mit seinem dekorativen Laub, sondern auch mit herrlich duftenden Blüten und leuchtenden Früchte.

Wer nun meinen mag, dass der Anbau nur etwas für Profis ist, der täuscht sich. Mit dem richtigen Standort, dem passenden Substrat und etwas Geduld gedeiht der Orangenbaum auch in unseren Breiten zuverlässig. Erfahren Sie nachfolgenden alles, was Sie drüber wissen müssen.

Herkunft

Citrus × sinensis stammt ursprünglich aus Südostasien. Von dort aus kam die Orange über Händler erst nach Persien und später in Länder rund um das Mittelmeer. Vor etwa 500 Jahren brachten schließlich Seefahrer aus Portugal die Früchte nach Europa. Besonders in Italien, Spanien und Portugal wurden dann viele Orangenbäume gepflanzt. Hier fand man sie vor allem in alten Schlossgärten, denn damals galten Orangenbäume als etwas Besonderes. Sie zeigten nämlich, dass die Besitzer reich waren. Zu dieser Zeit entstanden dann auch die ersten Orangerien, denn in diesen großen und hellen Gewächshäuser stellt man die Orangenbäume, damit sie im Winter keinen Frost abbekamen.

Heute zählen Spanien, Italien, Brasilien und die USA zu den wichtigsten Anbauländern. In Deutschland findet man sie nicht so häufig und wenn, dann stehen sie fast immer in Töpfen oder Kübeln, weil sie Kälte und Frost nicht vertragen.

Aussehen und Wuchs

Orangenbaum pflanzen, pflegen und überwintern
Orangen sind sehr vitaminreich – © Olena Rudo / stock.adobe.com

Der Orangenbaum gehört zur Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Botaniker gehen davon aus, dass es sich um eine Kreuzung aus Mandarine (Citrus reticulata) und Pampelmuse (Citrus maxima) handelt. Innerhalb der Gattung Citrus spielt Citrus × sinensis eine zentrale Rolle, denn die Orange ist die wirtschaftlich bedeutendste Zitrusart. 

Im Mittelmeerraum erreicht ein Orangenbaum im Freiland eine Höhe von 6 bis 10 m. In Kübelkultur bleibt er natürlich deutlich kleiner und wird meist „nur“ zwischen 1,5 und 2,5 m hoch. An den Ästen wachsen immergrüne Blätter, die oval, lederartig und glänzend dunkelgrün sind. Das Tolle: Zerreibt man ein Blatt zwischen den Fingern, verströmt es einen herrlichen Zitrusduft. Grund hierfür sind die ätherischen Öle, die in den Blättern enthalten sind.

Im Frühjahr erscheinen die weißen und intensiv duftenden Blüten. Mit etwas Glück sogar noch einmal im Spätsommer. Aus ihnen wird Orangenblütenwasser gewonnen, das vor allem in der Patisserie und in der Parfümherstellung genutzt wird.

Die Orange ist eine gelblich orange bis tief orange Frucht mit einer ledrigen Schale. Diese liefert ätherische Öle, die vor allem in der Aromatherapie verwendet werden. In der Schale steckt das Fruchtfleisch, dass saftig und in einzelne Segmente unterteilt ist. Je nach Sorte enthalten die Segmente mehr oder weniger Kerne. 

Autoren-Kommentar von M. Liebeskind

💡 Besonderheiten der Pflanze

Ein Orangenbaum kann gleichzeitig blühen und Früchte tragen. Zudem besitzt er eine ausgeprägte Regenerationsfähigkeit nach einem Rückschnitt. Seine Blätter bleiben ganzjährig grün, was ihn auch im Winter attraktiv macht.

Wie gesund sind Orangen?

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Mehr Informationen

Orangen sind klassische Vitaminlieferanten. Eine mittelgroße Frucht deckt bereits einen Großteil des Tagesbedarfs an Vitamin C. Dieses Vitamin unterstützt das Immunsystem, fördert die Eisenaufnahme und schützt Zellen vor oxidativem Stress. Auch enthalten sind Folsäure, Kalium, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide.

Steckbrief

Orangenbaum (Citrus × sinensis)
Familie:Rutaceae
Wuchshöhe:6 bis 10 m im Freiland, 1,5 bis 2,5 m im Kübel
Blütezeit:Frühjahr
Fruchtreife:Herbst – Winter
Standort:sonnig, windgeschützt
Boden:locker, gut durchlässig, pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5
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  • ✅ Orangenbaum (Citrus sinensis) mit leuchtend orangefarbenen, süß-aromatischen Früchten. Mediterrane Zitruspflanze für Balkon, Terrasse oder Wintergarten.
  • ✅ Immergrüner Zitrusbaum mit dichter Blattstruktur und charakteristischen, duftenden Blüten. Bringt südliches Flair und natürliche Frische in Ihren Außen- oder Innenbereich.
  • ✅ Professionell veredelte Zitruspflanze aus mediterraner Baumschulkultur. Fruchtfähig und für die langfristige Kübelhaltung geeignet.
  • ✅ Lieferhöhe inklusive Kulturtopf ca. 70-100cm. Das Erscheinungsbild variiert saisonbedingt entsprechend dem natürlichen Entwicklungsstadium der Pflanze.

Geeignete Sorten für den Gartenanbau

Da Orangebäume aufgrund der Witterung im Winter bei uns vor allem im Kübel gehalten werden, sollten Sie sich für kompakt wachsende Sorten wie Navelina (frühreife, kernlose Nabelorange), Washington Navel (sehr saftige und süße Tafelorange) oder Valencia Late (saftig-süße Orangensorte) entscheiden. Diese Orangenbäume bleiben im Vergleich zu anderen Sorten etwas kleiner und lassen sich deshalb gut auf Balkon oder Terrasse halten. Gleichzeitig tragen sie regelmäßig Früchte, die angenehm süß schmecken.

Ein weiterer Pluspunkt: diese Sorten sind relativ widerstandsfähig was kleinere Pflegefehler betrifft. Somit sind sie besonders für Einsteiger interessant.

Der richtige Standort

Orangenbaum pflanzen, pflegen und überwintern
Orangen lieben die Sonne – © gartentipps.com

Orangenbäume benötigen viel Licht. Wählen Sie daher einen Platz aus, an dem der Baum mindestens 6 Stunden direkte Sonneneinstrahlung täglich abbekommt. Das tut dem Baum gut und fördert Blüte und Fruchtbildung.

Während Orangebäume den Winter über drinnen verbringen sollten, freuen sie sich im Sommer über einen Platz im Freien, an dem sie geschützt vor starkem Wind stehen.

Der passende Boden

Zitruspflanzen bevorzugen ein lockeres, gut durchlässiges Substrat mit leicht saurem pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5. Setzen Sie am besten auf spezielle Zitruserde, denn diese enthält oft einen angepassten Nährstoffmix. Außerdem ist eine Drainageschicht aus Blähton ratsam, da sie Wurzelfäule im Topf verhindert. Lesetipp: pH-Wert im Boden messen – So wird’s gemacht

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Pflanzanleitung

➜ Pflanzung im Kübel:

In Deutschland werden Orangebäume in der Regel in Kübel gepflanzt. Gehen Sie dabei folgendermaßen vor:

  1. Entscheiden Sie sich für ein stabiles Gefäß mit einem Abzugsloch im Boden, damit überschüssiges Wasser gut ablaufen kann.
  2. Legen Sie nun eine Drainageschicht aus Blähton oder kleinen Kieselsteinen auf dem Topfboden an. Diese Schicht ist wichtig, denn sie sorgt dafür, dass sich keine Staunässe bildet.
  3. Auf die Drainageschicht kommt dann das vorbereitete Substrat für Zitruspflanzen.
  4. Setzen Sie den Orangenbaum anschließend vorsichtig in den Topf. Achten Sie dabei darauf, dass der Wurzelballen etwa auf derselben Höhe sitzt wie zuvor im alten Topf.
  5. Füllen Sie danach rundherum Erde auf und drücken Sie diese leicht an, damit der Baum stabil steht.
  6. Gießen Sie den Orangenbaum abschließend gründlich an, damit sich die Erde gut um die Wurzeln legt.
  7. Stellen Sie den Orangenbaum in den ersten Wochen nach dem Einpflanzen an einen geschützten Platz. So kann er sich langsam an den neuen Standort gewöhnen.
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➜ Pflanzung ins Freiland

Im Freiland ist eine Auspflanzung nur in sehr milden Regionen in Deutschland möglich. Aber selbst dort braucht der Orangenbaum im Winter einen guten Schutz vor Frost. Der Standort sollte sonnig sein und der Baum windgeschützt stehen. Gepflanzt wird dann im Prinzip genauso wie im Topf.

Tipps zur Pflege

Orangenbaum pflanzen, pflegen und überwintern
Orangen benötigen viel Wasser – © gartentipps.com

💧 Gießen:

Beim Orangebaum ist es wichtig darauf zu achten, dass die Erde stets leicht feucht, aber niemals dauerhaft nass ist. Prüfen Sie am besten mit dem Finger, ob die oberste Erdschicht bereits abgetrocknet ist. Erst dann sollten Sie erneut gießen. Das gilt allerdings nicht im Sommer. Denn dann benötigt der Baum deutlich mehr Wasser als im Frühjahr oder Herbst, da er durch Sonne und Wärme schneller austrocknet.

Gießen sollten Sie möglichst mit kalkarmes Wasser. Am besten eignet sich Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser. Lesetipp: Regenwasser auffangen und als Gießwasser nutzen – 3 Möglichkeiten vorgestellt

🌱 Düngen:

Von März bis August wächst der Orangenbaum besonders stark. In dieser Zeit sollten Sie ihn etwa alle zwei Wochen mit einem speziellen Zitrusdünger versorgen, den Sie über das Gießwasser verabreichen. Dieser enthält wichtige Nährstoffe wie Stickstoff, Kalium und Eisen.

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Sollten sich die Blätter des Orangenbaumes mal gelb verfärben, kann das ein Zeichen für einen Eisenmangel sein. In diesem Fall sollten Sie auf einen speziellen Eisendünger zurückgreifen.

✂️ Schnitt:

Ein Rückschnitt sorgt dafür, dass der Orangenbaum kompakt bleibt und eine schöne Krone bildet. Schneiden Sie daher im zeitigen Frühjahr vor allem abgestorbene Zweige, sehr lange Triebe und Äste, die nach innen wachsen, zurück. Dadurch gelangt mehr Licht in die Krone und der Baum kann neue Triebe bilden.

❄️Überwinterung:

Im Winter braucht der Orangenbaum eine Ruhephase. Stellen Sie ihn dafür an einen hellen und kühlen Ort, an dem Temperaturen zwischen 5 und 10 °C herrschen. Geeignet sind zum Beispiel ein Wintergarten, ein kühler Flur oder ein helles Treppenhaus. Während der Überwinterung brauchen Sie nur wenig gießen und gar nicht düngen. 

🕷️ Krankheiten und Schädlinge:

Am Orangenbaum treten gelegentlich Schildläuse, Spinnmilben oder Blattläuse auf. Diese Schädlinge sitzen meist auf den Blattunterseiten oder an jungen Trieben. Deshalb lohnt es sich, den Baum regelmäßig genau zu kontrollieren.

▪️Schildläuse:

Schildläuse erkennen Sie an kleinen braunen oder grauen Schilden auf Blättern und Zweigen. Sie saugen Pflanzensaft und schwächen dadurch den Baum. Entfernen Sie die Tiere am besten vorsichtig mit einem feuchten Tuch oder einem Wattestäbchen. Bei einem stärkeren Befall können Sie auch eine Lösung aus Wasser und etwas Schmierseife herstellen und den Baum damit besprühen.

▪️Spinnmilben:

Spinnmilben gehören zu den typischen Zitronenbaum Schädlingen. Sie fallen vor allem durch feine Gespinste zwischen den Blättern auf. Die Blätter bekommen dann oft helle Punkte und wirken trocken. Hier hilft es, die Pflanze regelmäßig mit Wasser zu besprühen und die Luftfeuchtigkeit etwas zu erhöhen. Zusätzlich können Sie die Blätter mit einer milden Seifenlösung abwischen.

▪️Blattläuse:

Blattläuse sitzen meist in Gruppen an jungen Trieben und Knospen. Sie lassen sich oft schon mit einem kräftigen Wasserstrahl abspülen. Alternativ können Sie eine Mischung aus Wasser und Schmierseife auf die befallenen Stellen sprühen.

Erntezeit und Erntetechnik

Orangen sind zwischen November und März/April erntereif. Dazu sollten Sie wissen, dass Orangen nicht nachreifen. Ernten Sie die Früchte daher erst, wenn sie vollständig ausgefärbt sind und sich leicht vom Zweig lösen lassen. Schneiden Sie die Frucht dabei am besten mit einer Schere ab, um die Triebe nicht zu verletzen.

Vermehrung

Orangenbaum pflanzen, pflegen und überwintern
Die Vermehrung über Stecklinge ist ganz einfach – © gartentipps.com

Vermehren können Sie den Orangebaum am besten über Aussaat und Stecklinge. Zwar ist auch eine Veredelung möglich, doch diese Art der Vermehrung nutzen in der Regel nur professionelle Gärtnereien. Daher empfehle ich die Aussaat und die Vermehrung über Stecklinge.

➜ Aussaat:

  1. Entnehmen Sie frische Kerne aus einer reifen Orange und reinigen Sie diese gründlich, sodass keine Fruchtreste mehr daran haften.
  2. Stecken Sie die Kerne etwa 1 cm tief in lockere Anzuchterde.
  3. Stellen Sie den Topf an einen warmen und hellen Platz (20 und 25 °C).
  4. Halten Sie die Erde während der Keimung leicht feucht.
  5. Nach einigen Wochen zeigen sich meist die ersten kleinen Keimlinge.

Wichtig zu wissen: Pflanzen aus Samen tragen häufig erst nach vielen Jahren Früchte und unterscheiden sich manchmal von der ursprünglichen Sorte.

➜ Stecklinge:

  1. Schneiden Sie im Frühjahr oder Frühsommer Stecklinge von halb verholzten Trieben. Diese Triebe sollten etwa 10 bis 15 cm lang sein.
  2. Entfernen Sie die unteren Blätter und setzen Sie den Steckling anschließend in ein feuchtes, lockeres Substrat.
  3. Stellen Sie den Steckling an einen hellen, warmen Platz.
  4. Um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, können Sie einen durchsichtigen Plastikbeutel locker über den Topf stülpen.
  5. Nach einigen Wochen bilden sich erste Wurzeln.

Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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