Sie besitzen keinen Garten, würden aber gern Kartoffeln anbauen? Das ist gar kein Problem. Pflanzen Sie Kartoffeln einfach platzsparend im Topf an.

Kartoffeln (Solanum tuberosum) sind in Deutschland auch unter der Bezeichnung Erdäpfel bekannt. Zwar stammen sie ursprünglich aus Südamerika, sind mittlerweile aber weltweit heimisch. Aus der Knolle lassen sich die unterschiedlichsten Gerichte zaubern: Von Salaten über Pürees bis hin zu Pommes ist für jeden Geschmack etwas Passendes dabei.

Kartoffeln anpflanzen im Topf

Ein Vorteil der Kartoffel ist deren einfacher Anbau. Auch ohne Garten, lassen sich die Knollen in einem sogenannten Kartoffeltopf ziehen. Der Potatoe Pot findet Platz auf der Terrasse oder dem Balkon und ermöglicht eine beachtliche Ernte. Wie genau die Kultivierung von Kartoffeln im Topf vonstattengeht und worauf zu achten ist, wird hier Schritt für Schritt erklärt.

Standort für den Anbau von Kartoffeln im Topf

Kartoffeln bevorzugen einen witterungsgeschützten Standort, der sonnig und warm ist. Ein südlich ausgerichteter Platz, der bestenfalls überdacht ist, wäre die erste Wahl der Knolle. Ebenfalls geeignet sind etwa die West- oder Ostseite eines Balkons.

Auch ein Anbau der Kartoffel in der Wohnung ist möglich, wenn der Topf an ein sonniges Fenster gestellt wird, wo ihn genügend Licht und Wärme erreichen.

Substrat für den Kartoffeltopf

Kartoffeln sind Starkzehrer. Daher sollte die Pflanzenerde durchlässig sowie reich an Nährstoffen sein. Gemüse- oder Tomatenerde eignet sich besonders gut, da sie viele Nährstoffe enthält und die Entwicklung der Kartoffelpflanzen im Kübel unterstützt.

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Pflanztopf für Kartoffelanzucht wählen

Ein Kartoffeltopf braucht mindestens 20 bis 30 Liter Volumen, um den Knollen genug Platz zum Wachsen zu geben. Wichtig sind zudem Abflusslöcher, damit sich keine Staunässe bildet. Praktisch sind Kartoffelpflanztöpfe (PotatoPot) mit Einsatz oder Erntefenster. So lassen sich die Kartoffeln nach und nach ernten, ohne die Pflanze ausgraben zu müssen. Größere Gefäße bringen meist auch eine bessere Ernte.

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Kartoffelsorten für die Aufzucht im Topf

Kartoffeln im Topf sind nicht auf eine bestimmte Sorte festgelegt. Bewährt haben sich jedoch kompakt wachsende oder frühreifende Sorten.

Kartoffeln im Topf anbauen
© L. Shat / stock.adobe.com

Wenn allerdings unterschiedliche Sorten gemischt angepflanzt werden, dann bietet es sich an, auf eine ähnliche Reifezeit zu achten. Dies erleichtert die Ernte.

Pflanzzeit und Erntezeit der Kartoffeln im Topf

Kartoffeln im Topf werden wie alle Kartoffeln zwischen Anfang April und Mitte Mai gepflanzt. Dabei herrschen im Freien idealerweise Temperaturen von mindestens zehn Grad, besser noch etwa 15 Grad. In den Nächten sinken die Temperaturen möglichst nicht unter fünf Grad. Zudem ist es wichtig, dass kein Frost mehr zu erwarten ist.

SortePflanzzeitErntezeit
FrühkartoffelEnde MärzMitte Juni
Mittelfrühe KartoffelMitte April bis Mitte MaiMitte August
Späte KartoffelMitte April bis Mitte Maibis Ende Oktober

Unser Tipp: Kartoffeln vorkeimen

Wer es kaum abwarten kann, lässt die Kartoffeln vorkeimen. Der beste Zeitpunkt hierfür ist vier bis sechs Wochen vor dem Einpflanzen. Hierdurch treiben die Knollen schneller aus, reifen früher und bringen oft einen höheren Ertrag.

Wichtig ist die richtige Methode: Die Kartoffeln liegen hell und kühl (ca. 10 bis 15 °C), damit sich kurze, dicke, grüne Keime bilden. Eine dunkle Lagerung führt dagegen zu langen, hellen, schwachen Trieben und ist daher ungeeignet. Für die Lagerung eignen sich flache Kisten.

Kartoffeln im Topf pflanzen: Anleitung

Sind alle Vorbereitungen getroffen und der richtige Standort ermittelt, kann gepflanzt werden. Für Kartoffeln im Topf werden benötigt:

  • Pflanzgefäß mit mindestens 10 bis 20 Litern Volumen
  • Gemüse- oder Tomatenerde
  • Sand
  • etwa 3 mittelgroße Kartoffeln
  • Kompost oder organischer Dünger (falls vorhanden)

Beim Pflanzen der Kartoffeln geht es Schritt für Schritt voran:

  1. Vorgekeimte oder bereits grüne Kartoffeln eignen sich besonders gut. Sie werden in der Küche meist nicht mehr verwendet, lassen sich aber noch problemlos einpflanzen. Alternativ gibt es im Gartencenter spezielle Pflanzkartoffeln.
  2. Zuerst wird etwa ein Viertel des Topfes mit Erde gefüllt. Diese wird idealerweise gemischt, etwa zwei Teile Gemüse- oder Tomatenerde, ein Teil Kompost und ein Teil Sand. So bleibt die Erde locker und gut durchlässig. (Ohne Kompost: 2–3 Teile Erde/1 Teil Sand)
  3. Anschließend kommen die Knollen in die Erde. In einen Topf passen etwa drei mittelgroße Kartoffeln. Pro Pflanze sind rund zehn bis 15 Knollen Ertrag möglich. Bei einem Potato Pot liegen die Kartoffeln idealerweise mittig vor den Fenstern. Die Triebe zeigen dabei nach oben.
  4. Danach werden die Erdäpfel mit einer mindestens zehn Zentimeter dicken Erdschicht bedeckt, sodass der Topf fast vollständig gefüllt ist.
  5. Zum Schluss wird alles gut angegossen.

Unser Tipp: Potato Pot selber basteln

Ein PotatoPot lässt sich mit wenigen Handgriffen selbst herstellen:

  1. Zwei gleich große Kunststoff-Pflanztöpfe mit etwa 10 bis 20 Litern Volumen auswählen.
    💡Tipp: Ideal sind Modelle, die nach unten etwas schmaler verlaufen. So lassen sie sich besser ineinanderstecken und später auch wieder auseinanderziehen. Wichtig ist außerdem, dass beide Töpfe Abzugslöcher im Boden haben.
  2. Einen der Töpfe vorbereiten: An drei Seiten jeweils ein rechteckiges Fenster ausschneiden. Die Öffnungen liegen im unteren bis mittleren Bereich und sind etwa handgroß. Die Stege dazwischen bleiben breit genug, damit der Topf stabil bleibt.
  3. Zum Schneiden eignet sich ein scharfes Teppichmesser. Dabei den Topf sicher festhalten und vorsichtig arbeiten, damit das Messer nicht abrutscht.
  4. Anschließend den bearbeiteten Topf in den zweiten Topf stellen. So entsteht ein herausnehmbarer Innentopf, der später die Ernte erleichtert.

Fertig ist der Potato Pot! 👍

Kartoffeln im Topf pflegen

Setzt sich die Erde mit der Zeit, lässt sich problemlos etwas nachfüllen. So bleiben die Knollen gut bedeckt und können sich weiter entwickeln. Da der Platz im Topf begrenzt ist, wachsen Kartoffeln hier meist kompakter als im Beet.

Gießen

In den nächsten Monaten kommt es bei Kartoffeln im Topf vor allem auf eine gleichmäßige Wasserversorgung an. Mit dem regelmäßigen Gießen bleibt die Erde leicht feucht. Trocknet sie aus, reagieren die Knollen empfindlich. Gleichzeitig vertragen Kartoffeln keine Staunässe.

Düngen

Damit sich beim Kartoffelanbau im Topf eine gute Ernte entwickelt, zahlt sich regelmäßiges Düngen aus. Flüssigdünger wird etwa alle zwei Wochen über das Gießwasser verabreicht und versorgt die Kartoffelpflanzen zuverlässig mit Nährstoffen.

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Krankheiten und Schädlinge

Kraut- und Braunfäule gehört zu den häufigsten Problemen bei Kartoffeln. Die Krankheit breitet sich vor allem bei kühlem, feuchtem Wetter schnell aus. Erste Anzeichen sind braune Flecken auf den Blättern, die sich schnell ausbreiten. Um der Krankheit vorzubeugen, hilft ein luftiger Standort, damit das Laub nach Regen zügig abtrocknet. Befallenes Kraut wird früh entfernt. Zudem lohnt sich der Anbau robuster Sorten.

Der Kartoffelkäfer fällt durch seine gelb-schwarz gestreiften Flügel sofort auf. Besonders in warmen, trockenen Sommern tritt er vermehrt auf. Sowohl die Käfer als auch ihre rötlichen Larven fressen an den Blättern. Ein regelmäßiger Blick auf die Pflanzen hilft, den Befall früh zu erkennen. Einzelne Käfer und Larven lassen sich gut absammeln. Bei stärkerem Auftreten können natürliche Mittel auf Neem-Basis eingesetzt werden.

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Kartoffeln im Topf ernten

Kartoffeln im Topf ernten
© Emma / stock.adobe.com

In der Regel lassen sich bereits nach drei bis vier Monaten die ersten Kartoffeln ernten.

  • Frühkartoffeln lassen sich bereits ab Juli ernten, oft noch mit grünem Laub.
  • Spätere Sorten werden geerntet, sobald das Kraut abgestorben ist.
  • Um die Kartoffeln einzulagern, empfiehlt sich eine Wartezeit von etwa zwei Wochen nach dem Absterben des Laubs.

Testen lässt sich der ideale Zeitpunkt an der Kartoffelschale. Lässt sich diese nicht mehr abreiben, ist sie reif. Bei einer dünnen Schale hingegen wird die Haltbarkeit verringert. Bei Frühkartoffeln spielt dieses Kriterium keine Rolle. Sie werden direkt verarbeitet. Erste Erträge gibt es hier bereits zwei Wochen nach der Blüte.

Ist die Zeit gekommen, werden die Pflanzen aus dem Gefäß befreit. An dieser Stelle kommen die Vorteile des Potatoe Pots zum Zug: Dabei wird der innere Topf angehoben und die Kartoffeln durch die Fenster geerntet. So lässt sich die Pflanze nach der ersten Ernte wieder in den Übertopf setzen. Kleinere Knollen bleiben noch in der Erde und reifen weiter nach. Zudem lassen sich die benötigten Kartoffeln ohne Aufwand nach Bedarf herauslösen.

Kartoffeln im Topf lagern

Sind alle Kartoffeln erntereif, sorgt die richtige Lagerung für eine lange Haltbarkeit. Wichtig sind ein kühler, dunkler und trockener Ort sowie eine gute Luftzirkulation. Ideal sind Temperaturen zwischen etwa 4 und 8 °C.

Auf das Waschen vor der Lagerung wird verzichtet. Die Feuchtigkeit begünstigt Fäulnis und lässt die Knollen schneller keimen. Leichte Erdreste dürfen ruhig an den Kartoffeln bleiben.

Beschädigte oder gedrückte Knollen werden aussortiert, da sie schneller verderben. Gesunde Kartoffeln lassen sich gut in Kisten oder Körben in mehreren Lagen lagern.

Ringo von Gartentipps.com

Ringo ist Gründer und Chef-Redakteur von Gartentipps.com. Hat auf dem Dorf (bei Oma) zwischen Stachelbeeren, Kirschbaum und Hühnerhof seine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt.

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