Obst & Gemüse

Kartoffeln im Topf anbauen: Anleitung und Tipps zu Pflege, Ernte und Lagerung

Sie besitzen keinen Garten, würden aber gern Kartoffeln anbauen? Das ist gar kein Problem. Pflanzen Sie sie einfach platzsparend im Topf an.

Kartoffeln im Topf anbauen
© L. Shat / stock.adobe.com
Kartoffeln (Solanum tuberosum) sind in Deutschland auch unter der Bezeichnung Erdäpfel bekannt. Zwar stammen sie ursprünglich aus Südamerika, sind mittlerweile aber weltweit heimisch. Aus der Knolle lassen sich die unterschiedlichsten Gerichte zaubern, von Salaten über Pürees bis hin zu Pommes ist für jeden Geschmack etwas Passendes dabei.

Ein weiterer Vorteil der kulinarisch abwechslungsreichen Pflanze ist deren einfacher Anbau. Auch wenn man keinen Garten hat, lassen sich die Knollen in einem sogenannten Kartoffeltopf ziehen. Mit Potatoe Pots kann man auch auf der Terrasse oder einem Balkon eine beträchtliche Ernte erzielen. Wie genau die Kultivierung von Kartoffeln im Topf vonstattengeht und worauf man achten sollte, wird Ihnen in diesem Beitrag erklärt.

Geeigneten Standort für Kartoffeln im Topf wählen

Kartoffeln bevorzugen einen Standort, welcher vor Witterungen geschützt ist. Überdies sollte er sonnig und warm sein. Hat man einen südlich ausgerichteten Ort, der bestenfalls überdacht ist? Dann wäre das die erste Wahl der Knolle. Ebenfalls geeignet sind beispielsweise die West- oder Ostseite eines Balkons. Ein Anbau der Kartoffel ist auch innerhalb einer Wohnung möglich, wenn man den Topf an ein sonniges Fenster stellt, wo ihn genügend Licht und Wärme erreichen.

Schlechtes Wetter können die Pflanzen überstehen, wenn man sie schnell abtrocknet. Des Weiteren kann ein Regenschutz diverse Kartoffelkrankheiten verhindern oder verzögern.

Geeignete Kartoffelsorten für die Aufzucht im Topf

Kartoffeln im Topf müssen keine bestimmte Sorte haben. Wenn man allerdings unterschiedliche Sorten mischen möchte, bietet es sich an, auf eine ähnliche Reifezeit zu achten. Dies erleichtert die Ernte.

Optisch können rote oder violette Kartoffelsorten für einen Hingucker sorgen. Frühe Sorten wie beispielsweise Friesländer haben eine kurze Reifezeit von etwa 100 Tagen und können bereits im Sommer geerntet werden.

Pflanzzeit der Kartoffeln im Topf

Kartoffeln im Topf werden wie alle Kartoffeln zwischen Anfang April und Mitte Mai gepflanzt. Dabei sollten im Freien Temperaturen von mindestens zehn Grad herrschen. Besser sind 15 Grad. Während der Nacht sollten die Temperaturen nicht unter fünf Grad fallen. Zudem sollte Frost ausgeschlossen werden können.

Pflanzzeit Ernte
Frühkartoffel Ende März Mitte Juni
Mittelfrühe Kartoffel Mitte April bis Mitte Mai Mitte August
Späte Kartoffel Mitte April bis Mitte Mai bis Ende Oktober

Unser Tipp: Kartoffeln vorkeimen

Ungeduldige können die Kartoffeln vorkeimen – der beste Zeitpunkt hierfür ist vier bis sechs Wochen vor dem Einpflanzen. Hierdurch werden die Knollen schneller reif. Zudem ist der Ertrag meist höher. Dabei sollte man die Technik beachten. Nur Lichtkeime, welche grün und gedrungen sind, tragen zum Erfolg bei. Jene erlangt man, indem die Knollen in Papiertüten an einem dunklen und kühlen Raum lagert.

Passende Erde für den Kartoffeltopf

Erdäpfel sind Starkzehrer. Daher sollte die Pflanzenerde durchlässig sowie reich an Nährstoffen sein. Beispielsweise Gemüse- oder Tomatenerde verfügt über einen hohen Nährstoffgehalt und bietet sich daher an.

Kartoffeln im Topf pflanzen

Kartoffeln im Topf pflanzen
© Emma / stock.adobe.com
Hat man alle Vorbereitungen getroffen und den richtigen Standort ermittelt, kann man zur Tat schreiten. Für Kartoffeln im Topf benötigt man:

  • Pflanzgefäß mit mindestens zehn bis 20 Litern Volumen/ Potatoe Pot
  • Gemüse- oder Tomatenerde
  • Sand
  • Kompost
  • etwa 3 mittelgroße Kartoffeln

Beim Pflanzen der Kartoffeln geht man wie folgt vor:

❶ Bestenfalls nutzt man bereits vorgetriebene oder grüne Kartoffeln. Jene finden in der Küche keine Verwendung mehr. Statt sie wegzuwerfen, kann man sie anpflanzen. Alternativ lassen sich Pflanzkartoffeln in einem Gartencenter erwerben.
❷ Nun füllt man das erste Viertel des Topfes mit Erde. Jene kann mit etwas Kompost und Sand vermischt werden.
❸ Anschließend legt man die Knollen in die Erde. Dabei passen etwa drei mittelgroße Kartoffeln in einen Topf. Pro Pflanze kann man mit etwa zehn bis 15 Kartoffeln Ertrag rechnen. Bei einem Potatoe Pot kann man die Kartoffeln jeweils mittig vor den Fenstern postieren. Dabei sollten etwaige Auswüchse nach oben zeigen.
❹ Danach werden die Erdäpfel mit einer mindestens zehn Zentimeter dicken Erdschicht bedeckt, sodass der Topf bis fast oben hin aufgefüllt wird.
❺ Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh sorgt für eine geringere Verdunstung.
❻ Abschließend gießt man die Erde.

Unser Tipp: Potatoe Pot basteln

Um Kartoffeln noch einfacher ernten zu können, kann man einen sogenannten Potatoe Pot herstellen. Hierzu geht man wie folgt vor:

❶ Man kauft zwei gleich große Plastikpflanztöpfe mit einem Fassungsvermögen von zehn bis 20 Litern und dünnen Wänden.
❷ Nun werden bei einem der Töpfe an drei Seiten drei gleich große Fenster mit einem Teppichmesser oder ähnlichem herausgeschnitten. Dabei sollte man beachten, dass die Stege zwischen den Fenstern nicht zu dünn werden. Auf diese Weise bleibt die Stabilität gewahrt.
❸ Danach wird der bearbeitete Topf in den zweiten Topf gesteckt. Diese Kombination wird mit Erde gefüllt.

Pflege der Kartoffeln im Topf

In den nächsten Monaten sollte man auf eine ausreichende Feuchtigkeitszufuhr achten. Die Pflanzen sollten nie austrocknen. Zudem ist es wichtig, Staunässe zu vermeiden.

Wenn die Erde nach einer Weile zusammensackt, kann man weitere Erde nachfüllen. In der Regel wachsen die Pflanzen aufgrund des begrenzten Platzes weniger stark als in einem Beet.

Düngt man die Kartoffeln regelmäßig, zeigt sich dies in einem guten Wachstum sowie einer größeren Ernte. Dabei kann Flüssigdünger von Vorteil sein, da festes Granulat schwer im Topf zu verteilen ist.

Bei der Pflege ist auch auf Schädlinge und Krankheiten zu achten:

Kraut- und Braunfäule wird durch einen Pilz hervorgerufen und tritt gerne bei feuchter und kühler Witterung auf. Um ihm vorzubeugen, sollte man Kartoffellaub nach dem Regen abtrocknen sowie resistente Pflanzen anbauen.

Kartoffelkäfer haben schwarze und gelbe Streifen. Sie erscheinen in heißen und trockenen Sommern. Jene kann man absammeln. Natürliche Präparate auf Neem-Basis können die Schädlinge abhalten.

Ernte der Kartoffeln im Topf

Kartoffeln im Topf ernten
© Emma / stock.adobe.com
In der Regel lassen sich bereits nach drei bis vier Monaten die ersten Kartoffeln ernten.

  • Frühkartoffeln kann man bereits mit grünen Blättern ab Juli ernten.
  • Spätere Sorten erntet man, sobald das Laub abstirbt.
  • Will man die Kartoffeln lagern, wartet man noch zwei Wochen, nachdem das Laub abgestorben ist.

Testen lässt sich der ideale Zeitpunkt an der Kartoffelschale. Lässt sich diese nicht mehr abreiben, ist sie reif. Bei einer dünnen Schale hingegen wird die Haltbarkeit verringert. Bei Frühkartoffeln spielt dieses Kriterium keine Rolle. Sie werden direkt verarbeitet. Erste Erträge gibt es hier bereits zwei Wochen nach der Blüte.

Ist die Zeit gekommen, werden die Pflanzen aus dem Gefäß befreit. An dieser Stelle kommen die Vorteile des Potatoe Pots zum Zug: Dabei kann man den inneren Topf anheben und die Kartoffeln durch die Fenster ernten. Auf diese Weise kann die Pflanze nach der Ernte wieder in den Übertopf gesetzt werden. Hierdurch kann man die kleineren Knollen zu einem späteren Zeitpunkt ernten. Zudem lassen sich die benötigten Kartoffeln ohne Aufwand nach Bedarf herauslösen.

Alternativ lassen sich die Kartoffeln vorsichtig per Hand ausgraben. Zuvor sollte das Kraut entfernt werden.

Generell ist es von Vorteil, wenn der Boden relativ trocken ist. So bleibt wenig Erde an den Knollen hängen und man muss diese nicht vor der Nutzung oder Einlagerung waschen.

Kartoffeln richtig lagern

Erntet man alle Kartoffeln auf einmal, ist eine richtige Lagerung von Vorteil. Diese sollte die folgenden Bedingungen erfüllen:

  • kühl
  • trocken
  • dunkel
  • 90 Prozent Luftfeuchtigkeit

Auf Waschen der Kartoffeln sollte man nach Möglichkeit vor der Lagerung verzichten. Jenes kann die Knollen verderben, da die Feuchtigkeit die Sporen schädlicher Pilze befördert und das Auskeimen beschleunigt.

Druckstellen hingegen stellen für Kartoffeln kein Problem dar. Die robusten Kartoffel kann problemlos in mehreren Lagen gesammelt und eingelagert werden.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Please enter your comment!
Bitte hier den Namen eingeben