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Kartoffelkäfer bekämpfen mit natürlichen Mitteln

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Kartoffelkäfer sehen unscheinbar aus, können aber enormen Schaden anrichten. Wir zeigen Ihnen einige effektive Maßnahmen, um die Schädlinge wieder loszuwerden.

Kartoffelkäfer
© pavlofox / stock.adobe.com

Hat der Kartoffelkäfer den Weg in den Gemüsegarten gefunden, ist die Kartoffelernte akut gefährdet. Die kleinen und recht harmlos wirkenden Käfer können binnen kurzer Zeit ganze Kartoffelpflanzen vernichten. Die Käfer vermehren sich rasant. Ein Massenbefall ist nur schwer zu bekämpfen. Wer seine Kartoffelpflanzen regelmäßig kontrolliert und Eier, Larven und Käfer gezielt bekämpft, wird seine Ernte retten können.

Im Folgenden erfahren Sie, woran Sie den Kartoffelkäfer erkennen können und wie Sie ihn mit natürlichen Mitteln bekämpfen können.

Kartoffelkäfer erkennen

Der Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata) gehört der Familie der Blattkäfer an. Seine ursprüngliche Heimat liegt in Colorado. Dort ist die Bezeichnung „colorado beetle“ geläufig. Um einem Befall wirkungsvoll zu begegnen, müssen Eier, Larven und Käfer sicher bestimmt werden.

Eier Des Kartoffelkäfers - © Andrei310 / Stock.adobe.com
Merkmale:
• leuchtend orange gefärbt
• wie ein Zylinder geformt
• Ablage in Gruppen
• Vorkommen auf der Blattunterseite

Larven Des Kartoffelkäfers - © Dmitriydanilov62 / Stock.adobe.com
Merkmale:
• unge Larven rotbraun gefärbt
• ältere Larven besitzen Gelbfärbung
• schwarze Punkte an Kopf und Seiten
• Vorkommen auf Ober- und Unterseite der Blätter

Kartoffelkäfer - © Nechaevkon / Stock.adobe.com
Merkmale:
• bis 15 Millimeter groß
• gelbe Färbung
• Flügel besitzen fünf schwarze Längsstreifen
• Halsschild orange und schwarz gefleckt
• Unterseite rotbraun, seitlich schwarz gepunktet

Schadbild des Kartoffelkäfers

Beginnt der Kartoffelkäfer mit seinem zerstörerischen Werk, kann dies kein aufmerksamer Gemüsegärtner übersehen. Die Kartoffelblätter dienen den reifen Larven wie auch den Käfern als Nahrungsquelle.

Zunächst fallen Löcher in der Blattmitte oder Einkerbungen an den Rändern der Blätter ins Auge. Greifen Sie nicht zeitnah ein, bleiben meist nur die dickeren Blattadern übrig. Bei starkem Befall entsteht sogar Kahlfraß. Lediglich die Stängel und einige dickere Seitentriebe werden verschont.

Tipp: Der Kartoffelkäfer lässt sich nicht nur auf der Kartoffelpflanze nieder. Gefährdet sind auch andere Nachtschattengewächse, wie Tomaten, Paprika oder Auberginen.

Müssen Kartoffelkäfer wirklich bekämpft werden?

Als der Kartoffelkäfer im ausgehenden 19. Jahrhundert nach Deutschland eingeschleppt wurde, verging nicht viel Zeit, bis ihm komplette Kartoffelfelder zum Opfer fielen und damit das Überleben ganzer Familien gefährdet war.

Werden die Käfer nicht bekämpft, entwickeln sie sich zu einer wahren Plage und der Gemüsegärtner wird auf seine Ernte verzichten müssen. Daher kommt man um eine Bekämpfung der gefräßigen Käfer und ihrer Brut nicht herum.

Achtung: Der Kartoffelkäfer kann Resistenzen gegenüber Insektiziden entwickeln und sollte mit natürlichen Mitteln bekämpft werden.

Kartoffelkäfer natürlich bekämpfen – die besten Methoden

Kartoffelkäfer absammeln

Handelt es sich um einen leichteren Befall und ein überschaubares Kartoffelbeet, erweist sich das Absammeln der Tiere als effektive Methode. Sie sollten etwas Zeit mitbringen und müssen sorgfältig vorgehen, um keine Eier, Larven oder Käfer zu übersehen.

Tipp: Achten Sie auch auf die Blattunterseiten. Dort befinden sich die Eier und auch zahlreiche Larven.

Der günstigste Zeitpunkt zum Absammeln ist der frühe Morgen. Die Käfer und Larven sind dann noch unbeweglicher und lassen sich leichter entfernen. Für das Absammeln sollten Sie ein Gefäß mit Deckel verwenden. Ansonsten fliegen die Käfer schnell davon. Eine mehrmalige Kontrolle der Pflanzen wird notwendig sein.

Die Käfer können im Gefäß belassen werden, bis sie von allein absterben. Das Aufgießen mit Wasser führt ebenfalls zum Tod. Wem dies zu brutal erscheint, der kann die abgesammelten Kartoffelkäfer bei einem Spaziergang in der Natur in die Freiheit entlassen. Das eigene Kartoffelbeet sollte sich in entsprechender Entfernung befinden.

Kartoffelkäfer mit Gesteinsmehl bekämpfen

Wie der Name bereits verrät, handelt es sich um besonders fein zerkleinertes Gestein. Vermahlene Steine enthalten Kieselsäure und Nährstoffe und werden gemeinhin als Düngemittel verwendet.

Befallene Kartoffelpflanzen werden mit Gesteinsmehl bestäubt. Dadurch entsteht ein Film auf den Blättern, welcher den Kartoffelkäfern die Nahrungsquelle entzieht. Weiterhin sorgt das Mehl dafür, dass die Käfer an Körperflüssigkeit verlieren und austrocknen.

Bringen Sie das Gesteinsmehl am besten in den frühen Morgenstunden auf. Durch den Tau haftet das feine Mehl besser auf den Blättern der Kartoffelpflanze. Von Vorteil ist auch der morgendliche senkrechte Stand der Blätter. Das Gesteinsmehl gelangt dadurch auch auf die Unterseite der Blätter, wo die Eier abgelegt werden.

Tipp: Getrockneter Kaffeesatz besitzt eine ähnliche Wirkung wie das beschriebene Gesteinsmehl.

Kartoffelkäfer mit Pflanzensud bekämpfen

Pflanzensud gegen Kartoffelkäfer
Sprühen Sie Ihre Kartoffelpflanzen mit Pflanzensud ein, um Kartoffelkäfer zu vertreiben – © Jovica Varga / stock-adobe.com

Farn oder Minze gegen Kartoffelkäfer

Um diesen Pflanzensud herzustellen, wird ein gewöhnlicher Wassereimer zur Hälfte mit Farnwedeln oder Minzblättern gefüllt. Die grob zerkleinerten Pflanzenteile werden mit fünf Litern Wasser übergossen. Der Sud wird für etwa eine halbe Stunde aufgekocht. Die abgekühlte Brühe wird abgeseiht und im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt.

Sprühen Sie den Pflanzensud morgens und abends auf die Kartoffelpflanze und vergessen Sie nicht, auch die Blattunterseiten zu behandeln.

Meerrettich gegen Kartoffelkäfer

Meerrettich hat sich als natürliches Spritzmittel gegen Kartoffelkäfer bewährt.

Anwendung Schritt für Schritt:

      1. 400 Gramm frischen oder getrockneten Meerrettich verwenden
      2. Meerrettich mit 20 Litern Wasser übergießen
      3. Gemisch einige Tage der Sonne aussetzen
      4. Lösung in eine Sprühflasche füllen
      5. Kartoffelpflanze gründlich besprühen

Tipp: Meerrettichsud können Sie auch vorbeugend einsetzen. Geben Sie die Jauche nämlich im Frühling auf das Kartoffelbeet, werden Kartoffelkäfer abgeschreckt und ziehen weiter, um ihre Eier abzulegen.

Kartoffelkäfer mit Bakterien bekämpfen

Konkret kommt hier das Bakterium Bacillus thuringiensis in Betracht. Nach dem Aufsprühen auf die Pflanzen wird ein Giftstoff freigesetzt, welcher Käfer und Larven töten kann. Für Mensch und Tier ist der Stoff harmlos und auch anderen Pflanzen kann das Bakterium nichts anhaben.

Nach Aufnahme des Bacillus stellen Käfer und Larven das Fressen ein, sodass sie schließlich sterben. Die im Handel zugelassenen Produkte wirken bereits gegen junge Larven. Daher sollten Sie die Kartoffelpflanzen frühzeitig mit dem Bacillus behandeln.

Dem Befall mit Kartoffelkäfern vorbeugen

Entsprechende Vorbeugungsmaßnahmen können einen Befall verhindern oder dezimieren.

Mischkultur beugt Kartoffelkäfern vor

Entscheiden Sie sich für eine Mischkultur, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Schädlinge von den Kartoffelpflanzen absehen. Die idealen Pflanznachbarn wirken sich positiv auf die Entwicklung der Kartoffelpflanzen aus. Widerstandsfähige Pflanzen werden seltener von den Schädlingen befallen.

Kartoffeln entwickeln sich sehr gut in Nachbarschaft von:

Tipp: Kartoffelkäfer ziehen sich zum Überwintern in den Erdboden zurück. Daher ist es ratsam, sich jedes Jahr einen anderen Standort zu suchen, an dem Sie die Kartoffeln pflanzen.

Kartoffelkäfer können Frühkartoffeln nichts anhaben

Der Kartoffelkäfer wird im Frühsommer aktiv. Im Juni beginnt die Eiablage. Wer Frühkartoffeln anbaut, kann den Kartoffelkäfer austricksen und seine Kartoffeln bereits ernten, bevor die ersten Käfer schlüpfen.

Folgende Kartoffelsorten sind bereits im Juli erntereif:

  • Christa
  • Astoria
  • Sieglinde
  • Agata
  • Hela
  • Karat

Kartoffelkäfer mit Schädlingsschutznetze fernhalten

Durch die Anbringung von Schädlingsschutznetzen können Sie Ihre Kartoffelpflanzen vor Schädlingen geschützt werden. Dies betrifft nicht nur den Kartoffelkäfer, sondern auch Maden und Raupen. Gleichzeitig ist für einen zuverlässigen Sonnenschutz gesorgt und es muss weniger bewässert werden.

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