Ihr Rasen bekommt immer mehr rötlich-braune Flecken? Dann ist eventuell die Rotspitzigkeit Schuld daran. Was das ist und was dagegen hilft, erkläre ich hier.
Sieht der Rasen vertrocknet aus und besitzt er einen rötlichen Schimmer, ist das meist ein klares Anzeichen dafür, dass er von der Rotspitzigkeit befallen ist. Dabei handelt es sich um eine der am häufigsten vorkommenden Rasenkrankheit, die weitaus schlimmer aussieht, als sie letztendlich ist. Bei einem kleineren Befall müssen Sie nicht einmal handeln. Breitet sich die Rotspitzigkeit jedoch ziemlich stark im Rasen aus, sollten Sie geeignete Behandlungsmaßnahmen ergreifen. Und wie genau diese aussehen sollten, erkläre ich nachfolgend etwas genauer.
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Was versteht man unter Rotspitzigkeit im Rasen?
Rotspitzigkeit ist eine der häufigsten Pilzkrankheiten, die Rasenflächen befällt. Verursacher dieser Krankheit ist der Pilz Laetisaria fuciformis. Er kommt vor allem bei feuchter und kühler Witterung zum Vorschein (Frühjahr oder Herbst) oder wenn der Rasen unter Nährstoffmangel leidet. Die Erkrankung macht sich dabei vor allem durch rötliche Fäden bemerkbar, die dieser Pilz auf den Grashalmen bildet.
Diese Pilzerkrankung kann prinzipiell verschiedene Gräserarten befallen, wobei vor allem Rotschwingel und das Deutsche Weidelgras besonders anfällig sind.
Was sind die Ursachen für Rotspitzigkeit im Rasen?
Rotspitzigkeit im Rasen tritt vor allem zwischen Juni und Oktober auf. Die Hauptursache dafür ist der Pilz Laetisaria fuciformis. Dieser gedeiht besonders gut unter bestimmten Bedingungen. So schaffen eine hohe Luftfeuchtigkeit und regelmäßige Niederschläge zum Beispiel ideale Bedingungen für das Wachstum des Pilzes. Vor allem, wenn milde Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad Celsius herrschen.
Ein Mangel an Stickstoff kann das Gras aber auch schwächen und somit anfälliger für Pilzkrankheiten machen. Ist der Boden dann auch noch verdichtet und kann dementsprechend die Luft nicht gut zirkulieren, kann dies das Pilzwachstum fördern. Aber auch andere schwächende Faktoren wie z.B. Trockenheit, Überbewässerung oder eine schlechte Bodendrainage können den Rasen anfälliger für Krankheiten machen und die Rotspitzigkeit fördern.
Wie bzw. woran erkennt man Rotspitzigkeit im Rasen?

Rotspitzigkeit im Rasen lässt sich relativ leicht erkennen, da die Pilzkrankheit einige charakteristische Symptome zeigt. Darunter zählen:
- Verfärbungen: Bei der Rotspitzigkeit erscheinen kleine, rötlich-braune Flecken auf den Grashalmen. Diese Flecken können mit der Zeit immer größer werden und breiten sich von der Blattspitze nach unten aus. Die Grashalme wirken dann strohig und vertrocknet.
- Rötliche Fäden: Bei genauerem Hinsehen können Sie rötliche Fäden auf den Grashalmen erkennen, die sich oft bei feuchtem Wetter zeigen. Obendrein erscheinen häufig rötliche bis rosafarbene, watteartige Myzel.
- Abgestorbene Bereiche: Ist die Rotspitzigkeit weit fortgeschritten, sterben die betroffenen Grasbereiche in der Regel ab. Der Rasen wird dadurch fleckig.
Das Gute: Hat sich der Rasen von der Pilzkrankheit erholt, kann er wieder neu austreiben. Das können Sie unterstützen, indem Sie die folgenden Tipps beherzigen.
So können Sie die Rotspitzigkeit bekämpfen
Für den heimischen Garten gibt es bisher kein Bekämpfungsmittel gegen Rotspitzigkeit im Handel zu kaufen. Sie können die Pilzerkrankung aber auch mit einigen anderen Maßnahmen in den Griff bekommen. Darunter zählen:
➩ Rasen morgens wässern:
Bei Rotspitzigkeit ist es wichtig, dass der Rasen gut abtrocknen kann. Deshalb sollten Sie ihn am besten morgens wässern.
➩ Rasen belüften:
Zunächst einmal sollten Sie die betroffenen Stellen im Rasen ausharken und vertikutieren. Das lockert die Grasnarbe auf, sodass der Rasen wieder „atmen“ kann.
➩ Rasen düngen:
Im nächsten Schritt sollten Sie etwas Dünger ausbringen. Setzen Sie dabei am besten auf stickstoffreichen Dünger. Das stärkt den Rasen und lässt ihn gesund nachwachsen.
➩ Rasen nachsäen:
Sollten nach dem Vertikutieren kahle Stellen im Rasen entstehen, mischen Sie einfach etwas Blumenerde mit Grasssamen und verteilen Sie diese Mischung auf den kahlen Stellen.
Tipps zur Vorbeugung von Rotspitzigkeit im Rasen

Die Rotspitzigkeit im Rasen können Sie durch einige geeignete Maßnahmen vorbeugen und zugleich eine gesunde und dichte Rasenfläche fördern. Zu diesen Maßnahmen zählen:
• Rasen aerifizieren und vertikutieren:
Indem Sie regelmäßig Ihren Rasen aerifizieren und vertikutieren, können Sie verhindern, dass der Boden verdichtet. Außerdem fördern Sie so eine gute Wasser- und Nährstoffaufnahme. Wichtig ist nach dem Aerifizieren, dass Sie die entstandenen Löcher mit Quarzsand auffüllen. Dieser lüftet den Boden zusätzlich und fördert die Wasserdurchlässigkeit
• Rasen regelmäßig düngen:
Rotspitzigkeit ist ein Schwächepilz. Bedeutet, er tritt auf, wenn der Rasen geschwächt ist. Besonders wichtig ist es deshalb den Rasen zu stärken. Eine regelmäßige und ausgewogene Düngung, insbesondere mit Stickstoff, fördert das Wachstum und die Gesundheit des Rasens.
• Rasen richtig gießen:
Gießen Sie Ihren Rasen nicht häufig oberflächlich, sondern lieber durchdringend und dafür weniger. Staunässe sollte dabei aber nicht entstehen. Nutzen Sie deshalb am besten einen Rasensprenger. Hier können Sie nicht nur exakt die Wurfweite, -breite, und -länge einstellen, sondern auch die Wassermenge. Passend dazu ein Lesetipp: Rasensprenger: Ratgeber & Tipps für Bewässerungssysteme.
• ausreichend Sonnenlicht:
Stellen Sie sicher, dass der Rasen ausreichend Sonnenlicht erhält und somit vor allem nach Regengüssen gut abtrocknen kann. Schneiden Sie deshalb überhängende Äste zurück, um den Lichteinfall zu erhöhen.
• Rasen richtig mähen:
Mähen Sie den Rasen auf die empfohlene Höhe und achten Sie immer darauf, dass die Rasenmähermesser scharf sind. Ansonsten kann es passieren, dass Rotspitzigkeit und andere Rasenkrankheiten leichtes Spiel haben. Deshalb hier ein passendes Video: Rasenmähermesser schärfen – Scharfe Schneide für einen sauberen Schnitt.
Wichtig ist außerdem, dass Sie das Schnittgut sowie Laub immer zügig vom Rasen entfernen, denn das Schnittgut verrottet nur sehr langsam und kann daher zur Bildung von Rasenfilz beitragen.
Fazit
Rotspitzigkeit ist zwar eine häufig auftretende Rasenkrankheit, aber keine, die sich nicht gut behandeln lässt. Achten Sie einfach darauf, dass der Rasen „atmen“ kann und versorgen Sie ihn mit Dünger. Das stärkt den Rasen und mach ihn widerstandsfähiger gegen Krankheiten. Kahle Stellen können Sie zudem einfach ausbessern, indem Sie Rasen nachsäen. Also alles kein Beinbruch.







