Die Mondsamenpflanze beeindruckt nicht mit ihren Blüten, sondern mit der Knolle. Diese macht die Pflanze besonders pflegeleicht und somit perfekt für Anfänger.
Die Mondsamenpflanze (Stephania erecta) ist eine Zimmerpflanze, die in den letzten Jahren unter Pflanzenliebhabern immer beliebter geworden ist. Grund hierfür ist ihre ungewöhnliche Optik. Schließlich besitzt diese Pflanze ein knollenartigen, fast kartoffelförmigen Wurzelstock mit runden Blättern. Wer nun meint, dass diese Pflanze aufgrund der Knolle sehr pflegeintensiv ist, der irrt sich. Denn die Mondsamenpflanze ist alles andere als pflegeintensiv. Sie müssen lediglich die hier genannten Punkte beachten und schon gedeiht Ihre Pflanze prächtig.
Inhalte
Herkunft
Die Mondsamenpflanze stammt ursprünglich aus Südostasien. Hier wächst sie in den tropischen Wälder Thailands. Aber auch in den Nachbarländern Kambodscha, Laos und Vietnam ist sie heimisch. In diesen Regionen herrschen warme Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit, an die sich die Pflanze angepasst hat.
In ihrer Heimat wird die Pflanze sogar zu medizinischen Zwecken genutzt. Die Einheimische sagen nämlich, dass die Knolle bei richtiger Zubereitung eine heilende Wirkung gegen Schmerzen und Verdauungsprobleme hat. Allerdings ist hierbei Vorsicht geboten, denn einige Bestandteile der Pflanze sind giftig.
Aussehen und Wuchs

Die Mondsamenpflanze gehört zur Familie der Mondsamengewächse (Menispermaceae) und kann in Zimmerkultur bis zu etwa 1 Meter hoch werden. Meist bleiben die Pflanzen im Topf aber deutlich kleiner und kompakter. Das Markenzeichen der Mondsamenpflanze ist ihr dicker Wurzelstock, der sogenannte Caudex. Er sieht aus wie eine braune, knorrige Knolle und sitzt meist halb oberirdisch und halb unter der Erde. Diese Knolle dient als Wasserspeicher und sorgt somit dafür, dass die Pflanze längere Trockenperioden gut übersteht.
Aus der Knolle wachsen dünne und gerade Triebe in die Höhe. An diesen befinden sich die Blätter der Mondsamenpflanze. Sie sind fast kreisrund, grün und können einen Durchmesser von etwa 2 bis 6 cm erreichen. Im Herbst verfärben sich die Blätter gelblich bis braun und fallen schließlich ab. Das ist ganz normal, denn die Stephania erecta gehört zu den wenigen Zimmerpflanzen, die ihr Laub abwerfen und dann in Winterruhe gehen.
Was die Blüten betrifft, so müssen Sie wissen, dass die Pflanze zweihäusig ist. Das bedeutet, dass es männliche und weibliche Exemplare gibt. Männliche Pflanzen bilden erst kleine Blüten und dann Blätter aus. Weibliche Pflanzen machen es umgekehrt. Sie bilden zuerst Blätter und dann Blüten aus. Die Blüten selbst sind winzig und oft grün, weißlich oder ganz leicht gelb. Doch machen Sie sich keine allzu große Hoffnung. Die Blüte bleibt in Zimmerkultur oftmals aus.
Beachten Sie:
Stephania erecta ist giftig und das in allen Pflanzenteilen. Haustiere sollten deshalb niemals an der Pflanze knabbern oder Teile davon verschlucken. Das gilt natürlich auch für Kinder. Tragen Sie beim Umtopfen oder Schneiden vorsichtshalber auch immer Handschuhe, denn manchmal können die Pflanzensäfte Hautreizungen verursachen.
Steckbrief
| Mondsamenpflanze (Stephania erecta) | |
|---|---|
| Familie: | Mondsamengewächse (Menispermaceae) |
| Wuchsform: | Caudexpflanze (knollenartiger Wurzelstock), rankende Triebe |
| Wuchshöhe: | ca. 30 – 100 cm im Topf, sehr langsam wachsend |
| Blüte: | winzig, kugelige Blütenstände, grünlich-weiß |
| Standort: | hell, keine pralle Mittagssonne |
| Boden: | durchlässig, Kakteenerde mit Sand/Perlit |
Der perfekte Standort
Für die Mondsamenpflanze ist ein heller Platz mit viel indirektem Licht ein perfekter Standort. Da die empfindlichen runden Blätter leicht verbrennen können, sollte die Pflanze niemals in der prallen Mittagssonne stehen. Ein Standort am Ost- oder Westfenster ist daher ideal. Wichtig ist zudem, dass am Standort Temperaturen von 18°C bis 25°C herrschen und die Pflanze keine Zugluft abbekommt.
Des Weiteren sollten Sie die Luftfeuchtigkeit nicht aus den Augen verlieren. Die Mondsamenpflanze wächst in ihrer Heimat schließlich in feuchten Wäldern. Dementsprechend freut sie sich über eine hohe Luftfeuchtigkeit. Diese sollte am besten zwischen 50 und 70% liegen. Ein Platz im Badezimmer wäre daher ideal für diese Pflanze. Sie können aber auch gelegentlich die Blätter mit zimmerwarmem, kalkfreiem Wasser besprühen oder eine Schale mit Wasser in der Nähe der Pflanze platzieren.
Der optimale Boden
Damit die Mondsamenpflanze optimal gedeiht, benötigt sie ein durchlässiges Substrat. Verwenden Sie am besten Kakteenerde oder eine Mischung aus Blumenerde, Sand und Perlite, um für eine gute Drainage im Blumentopf zu sorgen und dementsprechend Wurzelfäule zu verhindern. Achten Sie zudem darauf, einen Topf mit Abflussloch zu verwenden, damit das Wasser gut abfließen kann. Stehendes Wasser im Untersetzer sollten Sie zudem immer wegschütten.
Tipps zur Pflege

💧 Gießen:
Als sukkulente Pflanze mit einer Knolle kann die Mondsamenpflanze Wasser speichern. Dementsprechend genügt es vollkommen aus, wenn Sie sie erst gießen, sofern die oberste Erdschicht abgetrocknet ist. Das sollte etwa einmal pro Woche der Fall sein. Wichtig ist dann beim Gießen, dass Sie das Wasser nicht direkt über die Knolle geben. Gießen Sie das Wasser lieber in den Untersetzer.
Im Herbst kündigt die Pflanze mit dem Abwurf ihrer Blätter die Winterruhe an. Dann benötigt sie immer weniger Wasser. Im Herbst und Winter müssen Sie daher nur noch alle 4 Wochen oder sogar noch seltener gießen. Erst im späten Frühling sollten Sie Schritt für Schritt wieder etwas mehr Wasser verabreichen.
🌱 Düngen:
Von April bis September können Sie etwa einmal im Monat Kakteen- oder Sukkulentendünger verabreichen. Im Herbst und Winter müssen Sie hingegen nicht düngen, da die Pflanze in dieser Zeit ruht und kaum Nährstoffe aufnimmt.
✂️ Schneiden:
Zur Schere greifen müssen Sie bei der Mondsamenpflanze nicht. Die Stephania erecta wächst sehr langsam und muss daher nicht in Form geschnitten werden. Lediglich vertrocknete oder vergilbte Blätter sollten Sie entfernen.
🪴 Umtopfen:
Die Mondsamenpflanze wächst langsam und muss nicht häufig umgetopft werden. Es reicht vollkommen aus, wenn Sie der Pflanze einen neuen Topf gönnen, sofern die Knolle zu groß geworden ist. Gehen Sie dabei wie folgt vor:
- Wählen Sie einen Topf aus, der etwa 2 bis 3 cm größer ist als die Knolle.
- Ziehen Sie sich Handschuhe an, um Hautreizungen zu vermeiden.
- Geben Sie dann frisches Substrat (am besten Kakteenerde gemischt mit Blähton oder Perlit) in den Topf.
- Nehmen Sie die Mondsamenpflanze vorsichtig aus dem alten Topf und entfernen Sie vorsichtig die Erde.
- Setzen Sie die Knolle in die frische Erde. Achten Sie dabei darauf, dass die Hälfte der Knolle über den Topfrand hinausragt. Füllen Sie den Rand mit Erde auf.
- Gießen Sie nach dem Umtopfen sparsam. Nach etwa einer Woche können Sie wieder wie gewohnt gießen.
❄️ Überwinterung:
Wenn die Stephania erecta im Herbst ihre Blätter abwirft, beginnt die Winterruhe. Sie können die Pflanze dann ruhig an ihrem bisherigen Platz stehen lassen. Reduzieren Sie jedoch das Gießen. Kontrollieren Sie etwa einmal im Monat die Erde. Ist sie komplett ausgetrocknet, können Sie ein klein wenig Wasser verabreichen. Düngen müssen Sie hingegen im Winter nicht. Im späten Winter oder Frühjahr treibt die Mondsamenpflanze dann wieder aus.
Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

Die Mondsamenpflanze ist robust und wird eigentlich eher selten von Schädlingen befallen. Viel eher kommt es zu Problemen durch Pflegefehler. Hier typische Probleme, ihre Ursachen und Lösungen:
➩ Gelbe Blätter:
Geht die Pflanze nicht gerade in die Winterruhe, können gelbe Blätter ein Anzeichen für Überwässerung sein. In diesem Fall sollten Sie das Gießen sofort einstellen und die Erde komplett trocknen lassen. Steht die Pflanze schattig, stellen Sie sie wiederum an einen helleren Platz.
➩ Braune Blätter:
Braune Blätter entstehen z.B. durch zu viel direktes Sonnenlicht. In diesem Fall sollten Sie den Standort wechseln. Starke und anhaltende Trockenheit kann ebenfalls zu braunen, vertrockneten Blättern führen. In diesem Fall sollten Sie etwas häufiger gießen. Zudem kann es hilfreich sein, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen.
➩ Knolle wird weich:
Dies ist ein Anzeichen für Wurzelfäule, die durch Staunässe entsteht. Nehmen Sie die Pflanze in diesem Fall aus der Erde und entfernen Sie matschige Stellen sowie faulige Wurzeln mit einem sauberen Messer. Anschließend die Knolle einige Stunden bis Tage abtrocknen lassen und in frisches Substrat setzen. Lesetipp: Wurzelfäule erkennen, behandeln & vorbeugen
➩ Spinnmilben:
Spinnmilben an Zimmerpflanzen sind erkennbar an feinen Gespinsten an den Blattunterseiten oder Triebspitzen. Erhöhen Sie in diesem Fall die Luftfeuchtigkeit und duschen Sie die Pflanze sanft ab.
➩ Wollläuse:
Diese Schädlinge erkennen Sie an kleinen, weißen, wattebauschähnlichen Pünktchen in Blattachseln und an der Knolle. Entfernen Sie die Wollläuse mit einem Wattestäbchen, das Sie zuvor in Alkohol tauchen. Anschließend die Pflanze mit Wasser abduschen.
Vermehrung
Eine Mondsamenpflanze zu vermehren, ist schon ein wahres Kunststück. Denn in der Regel gelingt es nur über Samen. Und an diese heranzukommen, ist schon eine Kunst. Außerdem erfordert die Vermehrung über Samen viel Geduld. Es ist daher ratsamer, eine Pflanze zu kaufen, statt zu vermehren. Kommen Sie an Samen heran, können Sie natürlich trotzdem einen Versuch wagen. Gehen Sie dann folgendermaßen vor:
- Legen Sie die Samen für 24 Stunden in lauwarmes Wasser ein. Platzieren Sie das Gefäß an einem warmen, dunklen Ort, am besten in der Nähe einer Heizung.
- Befüllen Sie eine Schale mit Anzuchterde.
- Legen Sie die gequollenen Samen auf das Substrat und bedecken Sie sie nur ganz leicht mit Erde.
- Befeuchten Sie die Erde mit einem Sprühnebel und halten Sie diese stets feucht.
- Decken Sie die Anzuchtschale mit einer Klarsichtfolie oder einem durchsichtigen Deckel ab. Dadurch bleibt die Luftfeuchtigkeit hoch und die Temperatur konstant. Lüften Sie diese Abdeckung jedoch täglich für einige Minuten, um Schimmelbildung vorzubeugen.
- Stellen Sie die abgedeckte Anzuchtschale an einen warmen, hellen Ort.
- Die Keimung der Samen kann nun mehrere Monate dauern.
- Sobald sich Keimlinge zeigen und diese ein zweites Blattpaar entwickelt haben, können Sie die Abdeckung entfernen und die stärksten Pflänzchen vorsichtig in eigene kleine Töpfe umsetzen.






