In schattigen Gartenbereichen können Alpenveilchen im Winter Akzente setzen. Aber nur, sofern sie winterhart sind. Die hier vorgestellten Sorten sind es.
Wenn im Garten kaum noch Farbe zu sehen ist, strecken winterharte Alpenveilchen ihre Köpfe empor. Während viele Sommerblumen längst schon verschwunden sind, kämpfen sich diese robusten Knollenpflanzen durch das welke Laub oder sogar durch eine dünne Schneeschicht und verzaubern den Garten nochmal mit etwas Farbe. Genau das macht diese Pflanze besonders reizvoll, denn durch ihre rosa bis kräftig purpurfarbenen Blüten bringen sie Leben in schattige Gartenbereiche und unter Gehölze, eben dort, wo andere Pflanzen sich schwertun.
Doch Alpenveilchen sind nicht gleich Alpenveilchen. Viele kennen sie als Zimmerpflanze, sprich als Zimmer-Alpenveilchen. Doch diese herkömmlichen Sorten sind mit den robusten Gartenformen nicht vergleichbar. Die klassischen Alpenveilchen sind nicht winterhart und somit nicht für den Garten geeignet. Es gibt allerdings winterharte Sorten und genau diese möchte ich Ihnen hier einmal vorstellen.
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Sind alle Alpenveilchen winterhart?
Die klassischen Alpenveilchen (Cyclamen) sind in der Regel nicht für das Beet geeignet. Sie stammen häufig vom Persischen Alpenveilchen (Cyclamen persicum) ab und reagieren empfindlich auf Frost. Schon Temperaturen unter 0 °C können Schäden an Blättern und Knollen verursachen. Dementsprechend sind sie für den Winter im Freien nicht geeignet.
Anders sieht es bei bestimmten Wildarten aus. Diese Arten sind an kühlere Winter angepasst und überstehen Temperaturen von bis zu –15 °C oder sogar darunter. Einzige Voraussetzung: der Standort muss passen und der Boden durchlässig sein. Denn weniger die Kälte macht den Alpenveilchen im Winter Probleme, sondern viel mehr Staunässe. Nasse und somit schwere Böden in Verbindung mit Frost setzen den Knollen deutlich stärker zu als trockene Kälte.
Wenn Sie also Alpenveilchen dauerhaft im Garten kultivieren möchten, sollten Sie im Gartenmarkt gezielt nach winterharten Alpenveilchen Ausschau halten.
Diese Alpenveilchen sind winterhart
🌱 Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum)

Das Vorfrühlings-Alpenveilchen, botanisch Cyclamen coum, ist die wohl robusteste Alpenveilchenart. Es blüht oft schon im Januar und dann bis in den März hinein. Während also viele andere Pflanzen noch in der Winterruhe stecken, erscheinen die Blüten des Vorfrühlings-Alpenveilchens in Weiß, Rosa oder kräftigem Purpur.
Neben den Blüten sind auch die Blätter ein kleiner Hingucker. Sie sind nahezu kreisrund und häufig silbrig gemustert. Sie entwickeln sich im Herbst und bleibt über den Winter erhalten. Auf diese Weise wird das Beet bzw. die Fläche unter Gehölzen schon vor der Blüte verschönert.
Das Tolle: Im Laufe der Jahre breitet sich diese Art wie ein natürlicher Blütenteppich aus und kann sich bei passenden Bedingungen sogar durch Selbstaussaat vermehren.
🌡️ Frosthärte:
In Bezug auf die Frosthärte ist Cyclamen coum ziemlich widerstandsfähig. Besitzt der Boden eine gute Drainage, kann die Knolle ohne Probleme Temperaturen bis etwa –20 °C überstehen. Am optimalsten ist für diese Alpenveilchenart ein halbschattiger bis schattiger Standort unter Laubbäumen oder Sträuchern, da dort meist ein lockerer und humusreicher Boden zu finden ist, der im Sommer eher trocken und im Winter nicht zu nass ist.
🌱 Herbst-Alpenveilchen/Efeublättriges Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium)

Das Herbst-Alpenveilchen, auch Efeublättriges Alpenveilchen und botanisch Cyclamen hederifolium genannt, bringt Farbe in den Spätsommer und Herbst, denn dieses Alpenveilchen blüht meist ab August und bis in den Oktober hinein. Daher auch die Bezeichnung Herbst-Alpenveilchen. Es wird aber auch Efeublättriges Alpenveilchen genannt und das zu Recht, denn die Blätter erinnern in ihrer Form an Efeu. Sie sind häufig silbrig gemustert und bleiben über den Winter grün. Im Frühjahr ziehen sie sich langsam zurück, während die Knolle in die Sommerruhe geht.
Auch bei dieser Alpenveilchenart entwickeln sich aus einzelnen Knollen mit den Jahren ein weitläufiger Teppich.
🌡️ Frosthärte:
Cyclamen hederifolium verträgt Temperaturen bis etwa –15 °C und kommt auch mit trockeneren Standorten zurecht. Wichtig ist auch bei dieser Sorte, dass der Boden durchlässig und im Winter nicht zu nass ist. Einen schweren Lehmboden verbessern Sie zum Beispiel, indem Sie Sand oder feinen Splitt untermischen.
🌱 Sommer-Alpenveilchen/Europäisches Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens)

Das Sommer-Alpenveilchen, auch Europäisches Alpenveilchen und botanisch Cyclamen purpurascens genannt, ist in Teilen Mitteleuropas heimisch und wächst vor allem in lichten Wäldern. Zwischen Juni und September erscheinen die purpur-rosa Blüten, die nicht nur angenehm duften, sondern sich auch deutlich vom dunkelgrünen Laub abheben. Dieses ist herzförmig und besitzt oft eine rötliche Unterseite. Im Gegensatz zu den beiden zuvor genannten Arten bleibt das Laub meist das ganze Jahr über erhalten, sofern der Winter nicht extrem kalt ist.
🌡️ Frosthärte:
Das Sommer-Alpenveilchen ist bis etwa –20 °C winterhart. Am besten gedeiht es im lichten Schatten, etwa am Rand von Gehölzen oder in einem schattigen Staudenbeet. Wählen Sie auf keinen Fall einen trockenen und stark sonnigen Platz für diese Pflanze aus, denn dieser bekommt ihr weniger gut.
Worauf Sie bei der Überwinterung achten sollten
Auch wenn diese Arten als winterhart gelten, sollten Sie die Alpenveilchen dennoch im Winter etwas schützen. Halten Sie sich dabei am besten an die folgenden Tipps:
❄️ Frisch gepflanzte Knollen sind empfindlicher als ältere. Schützen Sie sie daher im ersten Winter mit Laub vor starkem Frost und Temperaturschwankungen.
💧 Gefährlicher als Frost ist die Feuchtigkeit, denn Staunässe führt schnell zu Fäulnis an der Knolle. Sorgen Sie deshalb für eine gute Drainage. Arbeiten Sie in schwere Böden vor dem Pflanzen am besten eine Schicht aus grobem Sand oder Splitt ein.
✂️ Schneiden Sie das Laub nicht vorschnell zurück, denn es versorgt die Knolle mit Nährstoffe. Entfernen Sie immer nur vergilbte oder abgestorbene Teile.
Pflanzzeit und Standortwahl
◾Pflanzzeitpunkt:
Möchten Sie winterharte Alpenveilchen in Ihren Garten pflanzen, ist der Spätsommer oder Frühherbst der beste Zeitpunkt dafür, sprich zwischen August und Oktober. Der Boden ist dann noch warm, was den Alpenveilchen das Einwurzeln erleichtert. Sobald der Boden frostfrei ist, können Sie diese Blumen aber auch im zeitigen Frühjahr pflanzen.
◾Standort:
Was den Standort betrifft, sollten Sie sich am besten an den natürlichen Lebensräumen orientieren. Am besten geeignet sind halbschattige bis schattige Plätze im Gärten. Zum Beispiel etwa unter laubabwerfenden Gehölzen. Dort erhalten sie in Winter und Frühjahr ausreichend Licht und sind im Sommer vor starker Sonne geschützt.
◾Boden:
Der Boden sollte humusreich, locker und gut durchlässig sein. Stellen Sie am besten eine Mischung aus Gartenerde, Laubkompost und etwas Sand her.
Pflanzanleitung

- Lockern Sie den Boden gründlich auf und entfernen Sie größere Steine oder Wurzelreste.
- Mischen Sie unter schwere Böden Sand oder feinen Splitt.
- Setzen Sie die Knollen mit der flachen Seite nach unten ein. Beim Herbst-Alpenveilchen und Vorfrühlings-Alpenveilchen reicht eine Pflanztiefe von etwa 3 bis 5 cm aus. Das Sommer-Alpenveilchen sollten Sie etwas tiefer einsetzen. Halten Sie außerdem einen Pflanzabstand von rund 10 bis 15 cm ein, damit sich die Pflanzen später ausbreiten können.
- Drücken Sie die Erde nach dem Einsetzen vorsichtig an und gießen Sie.
Autoren-Kommentar von M. Liebeskind
💡 Wichtig:
In den folgenden Wochen darf der Boden nicht völlig austrocknen, jedoch auch nicht dauerhaft nass bleiben. Kontrollieren Sie die Bodenfeuchtigkeit daher regelmäßig.
Tipps zur Pflege
Winterharte Alpenveilchen sind zwar pflegeleicht, doch ein wenig Zuwendung benötigen Sie trotzdem.
💧 Gießen:
Wenn es im Winter viel regnet, müssen Sie nicht zusätzlich gießen. In längeren Trockenphasen im Frühjahr oder Herbst sollten Sie die Pflanzen mäßig gießen. Es darf aber auf keinen Fall Staunässe entstehen.
🌱 Düngen:
Es reicht vollkommen aus, wenn Sie im Frühjahr sparsam mit Kompost düngen. Streuen Sie dazu eine dünne Schicht reifen Laubkompost rund um die Pflanzen aus.





