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Bärlauch pflegen – Gießen, düngen und schneiden

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Wer sich Bärlauch in den eigenen Garten anpflanzen möchte, muss bei der Pflege nicht allzu viel beachten. Das Kraut ist anspruchslos und pflegeleicht. Dennoch hier ein paar Tipps für besonders warme Tage.

Bärlauch - Gießen, düngen und schneiden
© Wolfgang – Fotolia.com

Dieses Wildkraut, das auch als wilder Knoblauch bekannt ist, gilt als vergleichsweise unkomplizierter Frühblüher im Garten. Bärlauch (Allium ursinum) ist recht genügsam und bedarf daher keiner aufwendigen Pflege. Beim Anpflanzen und der Aufzucht von Bärlauch können selbst Anfänger nicht viel falsch machen. Das heißt jedoch nicht, dass gar keine Pflege betrieben werden muss.

Welche Pflegemaßnahmen erforderlich sind, damit das Kraut im eigenen Garten wunderbar gedeihen kann, verrät der nachfolgende Artikel im Detail.

Sorgen Sie für ausreichend Bewässerung

Die Pflege von Bärlauch konzentriert sich vor allem auf das Gießen der Pflanze. Denn das Wildkraut hat einen feuchten Untergrund sehr gerne. Diesen ist die Pflanze von ihrem natürlichen Standort im Normalfall gewohnt, so dass im Garten für die gleichen Bedingungen gesorgt werden sollte.

Allerdings muss das Wildkraut wirklich nur dann gegossen werden, wenn es sich gerade in der Anwachsphase befindet oder sehr trockene Umgebungsbedingungen vorherrschen. Wenn es im Sommer lange trocken ist und die Pflanze nicht ausreichend gegossen wird, würde der Bärlauch sonst Gefahr laufen, komplett zu vertrocknen. Wer dies verhindern möchte, gießt das Kraut, das für seine gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe bekannt ist, am besten abends oder morgens.

Durch einen Standort im Halbschatten, den Bärlauch klar bevorzugt, kann während der meisten Zeit jedoch dafür gesorgt werden, dass das Kraut ausreichend natürliche Feuchtigkeit aus dem Boden ziehen kann. Nur wenn Bärlauch zu viel Wärme und Sonne abgekriegt hat, sollten alle Hobbygärtner mit ein bisschen Wasser aus der Gießkanne nachhelfen.

Bärlauch düngen

Auch was das Düngen angeht, zeigt sich Bärlauch relativ anspruchslos. Einen speziellen Dünger nur für Bärlauch müssen Hobbygärtner nicht verwenden. Über ein wenig Laub, das im Herbst als Mulch bei den Beeten mit Bärlauch zum Einsatz kommt, ist das Kraut jedoch sehr dankbar. Eine recht dünne Schicht ist im Übrigen ausreichend, um den Nährstoffbedarf der Pflanze abzudecken.

Dabei sorgt das Laub für einen höheren Humusgehalt des Untergrundes, so dass der Bärlauch besonders gut gedeihen kann. Das Liegenlassen des Herbstlaubes bringt insgesamt die folgenden Vorteile mit sich:

  • fungiert als Schutz im Winter
  • natürlicher Dünger, der die Hobbygärtner nichts kostet
  • umweltfreundliche Art des Düngens ohne künstliche Zusatzstoffe

In vielen Laubwäldern gibt es riesige Kolonien an Bärlauch. Diese kommen ebenso ohne jeglichen künstlichen Dünger aus. Dies ist wohl das beste Beispiel dafür, dass Bärlauch in der Tat mit ein wenig Laub als Dünger aus der Natur, das sich im Laufe der Zeit zersetzt, vollkommen zufrieden ist.

Was tun, wenn der Boden zu sauer für Bärlauch ist?

Einzig dann, wenn Bärlauch in einen zu sauren Boden eingepflanzt wurde, sollte ein etwas umfangreicherer Pflegeaufwand betrieben werden, damit sich die Pflanze wohlfühlt. In diesem Fall gilt es das Erdreich in regelmäßigen Abständen zu kalken, um den pH-Wert des Bodens im Sinne des Bärlauchs zu verändern. Dann wird aus einem sauren Erdreich im Laufe der Zeit ein mäßig saurer oder leicht alkalischer Boden, wie ihn diese Pflanze mag.

Muss Bärlauch zurückgeschnitten werden?

Es gibt einige Pflanzen, die nicht nur vor dem Winteranfang, sondern in regelmäßigen Abständen das ganze Jahr über zurückgeschnitten werden müssen. Dazu gehört Bärlauch allerdings nicht. Das Abschneiden von Bärlauch dient nur der Ernte. Vor dem kommenden Wintereinbruch ist ein Rückschnitt nicht nur nicht erforderlich, sondern auch nicht sinnvoll. Denn Bärlauch braucht seine Blätter, damit die Pflanze die nötige Kraft ziehen kann.

Bärlauch in Zaum halten

Bei Bärlauch handelt es sich um ein Wildkraut, das den natürlichen Drang mitbringt, sich im Garten wie Unkraut zu verbreiten. Denn dieses Kraut vermehrt sich durch die sogenannte Selbstaussaat. Hobbygärtner müssen demnach kaum etwas dafür tun, damit sich Bärlauch in ihrem Garten wie wild vermehrt.

Wer nur eine kleine Menge an Bärlauch für den Hausgebrauch nutzen möchte, sollte das Kraut daher regelmäßig zupfen und jäten. Sonst nimmt Bärlauch schnell Überhand im eigenen Garten. Die regelmäßige Beet-Pflege gestaltet sich vor allem dann besonders einfach, wenn der Bärlauch von Anfang an in ein abgetrenntes Beet gesetzt wird, welches über seitliche Begrenzungsplatten verfügt, so dass das Kraut auch unterirdisch nicht weiter auswuchern kann.

Auch wenn Bärlauch inzwischen einen zu engen Bestand im eigenen Garten gebildet hat, kann es sinnvoll sein, einige Pflanzen zu entfernen. Das Auslichten des Bärlauchs trägt dazu bei, dass die verbleibenden Pflanzen auf der begrenzten Fläche mit ausreichend Wasser und Nährstoffen versorgt werden können und nicht mit den umstehenden Pflanzen konkurrieren müssen. Die Zwiebeln, die aus einem zu engen Bestand an Bärlauch entfernt wurden, können nicht nur in der Küche zum Einsatz kommen, sondern lassen sich wahlweise auch an einen anderen Standort verpflanzen, wo sie neu eingesetzt werden können.

Schutz vor Schädlingen und Krankheiten

Auch was einen möglichen Befall mit Schädlingen oder Krankheiten betrifft, präsentiert sich diese Pflanze als sehr robust. Eine spezielle Pflege ist daher generell nicht erforderlich, um Bärlauch zu schützen. Immerhin sind Bärlauch-Pflanzen nur selten von dieser Problematik betroffen.

Nur die Wühlmaus kann Bärlauch im Garten gefährlich werden. Allerdings sind Wühlmäuse auch noch für viele andere Pflanzen im Garten ein Problem, so dass alle Gärtner ohnehin gegen diese störenden Tierchen vorgehen werden wollen.


Foto1: © Wolfgang - Fotolia.com

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