Wer bereits eine Dieffenbachie sein Eigen nennt und diese vermehren möchte, hat dafür genau 4 Möglichkeiten. Wir erklären, wie die Methoden funktionieren.

Als eine der beliebtesten Zimmerpflanzen erfreut sich die Dieffenbachie großer Beliebtheit. Die Pflanzen sind mit ihren großen, auffällig gemusterten Blättern ein Hingucker an jedem Blumenfenster. Zudem lässt sich die exotische Pflanze recht einfach kultivieren. Wer über eine Vermehrung der Dieffenbachie nachdenkt, kann hierfür mehrere Möglichkeiten nutzen, welche nun näher beschrieben werden.

Eine Vermehrung ist mit Hilfe folgender Methoden möglich:

  • Kopfstecklinge
  • Stammstecklinge
  • Kindel
  • Samen

Methode 1 – Vermehrung durch Kopfstecklinge

Wer die Dieffenbachie mit Hilfe von Kopfstecklingen vermehren möchte, sollte das zeitige Frühjahr abwarten. Geschnitten werden die Stecklinge unterhalb des Blattknotens. Ein Steckling sollte eine Länge von 10 bis 15 Zentimetern besitzen. Die unteren Blätter werden großzügig entfernt. Um die Wurzelbildung zu beschleunigen, kann die Schnittstelle mit einem Bewurzlungshormon behandelt werden. Nun wird der Steckling in ein geeignetes Pflanzgefäß gesetzt. Als Substrat eignet sich ein Gemisch aus Sand und Torf.

Da die Stecklinge ein konstant feucht-warmes Klima benötigen, sollte der Pflanztopf nicht nur hell und bei Zimmertemperatur aufgestellt werden, Sie müssen auch für eine konstant hohe Luftfeuchte sorgen. Dies gelingt am besten, wenn über den Steckling eine Abdeckung aus Folie oder Glas gestülpt wird. Hierfür eignen sich Gläser ebenso wie Plastikbeutel. Der Steckling wird bis zu seiner Bewurzelung nur schwach gegossen.

Nach einigen Wochen bekommt der Steckling Wurzeln. Ist das gewählte Pflanzgefäß kräftig durchwurzelt, ist dies das Zeichen einer geglückten Vermehrung und die Jungpflanze kann in ein größeres Pflanzgefäß umziehen.

➔ Tipp: Wer seine Dieffenbachie später in Hydrokultur halten möchte, nutzt für die Anzucht des Stecklings Blähton statt Erde.

Vermehrung durch Kopfstecklinge in Stichworten:

  • bester Termin: Frühling
  • Steckling in 10 bis 15 Zentimetern Länge schneiden
  • Steckling wird unterhalb des Blattknotens geschnitten
  • Bewurzlungshormon beschleunigt den Vorgang
  • Mindesttemperatur von 21 Grad erforderlich
  • für konstant hohe Luftfeuchtigkeit sorgen
  • Substrat bis zur Bewurzelung nur leicht feucht halten
  • bewurzelten Steckling umtopfen

Methode 2 – Vermehrung durch Stammstecklinge

Diese Methode der Vermehrung gelingt nur bei sehr wenigen Pflanzen. Stammstecklinge werden, wie die Bezeichnung bereits vermuten lässt, aus dem Stamm der Dieffenbachie gewonnen. Es wird also ein Stück Stamm abgeschnitten und anschließend in etwa daumendicke Scheiben geschnitten. Die so gewonnenen Stammstecklinge dürfen nun einige Tage an einem warmen Ort trocknen. Anschließend werden die Stecklinge hochkant in gut angefeuchtete Erde gesteckt und das Pflanzgefäß hell und warm im Zimmer aufgestellt. Eine Abdeckung aus Plastik oder Glas sorgt auch hier für die nötige Luftfeuchtigkeit. Mit etwas Glück wird aus jeder eingepflanzten Stammscheibe eine neue Pflanze entstehen.

➔ Achtung: Bei der Vermehrung unbedingt Handschuhe tragen. Alle Pflanzenteile sind giftig und können die Haut und die Schleimhäute reizen.

Die Vermehrung durch Stammstecklinge in Stichworten:

  • Vermehrungsart jederzeit möglich
  • Stammteile abschneiden
  • etwa daumendicke Scheiben gewinnen
  • Stammstecklinge hochkant in Pflanzerde setzen
  • Stecklinge feucht und warm halten

    Methode 3 – Vermehrung durch Kindel

    Wenig Aufwand kostet die Vermehrung durch Kindel. Der beste Zeitpunkt für diese Vermehrungsart ist der Frühling. Wenn die Pflanze, vor Einsetzen der Wachstumsperiode umgetopft wird, können Sie die Gunst der Stunde nutzen und die neben dem Hauptstamm wachsenden Jungpflanzen abtrennen. Hierbei ist Vorsicht geboten, damit die empfindlichen Pflanzenteile nicht verletzt werden. Die so gewonnenen Kindel müssen nicht erst umständlich bewurzelt und herangezogen werden. Es handelt sich um vollwertige Pflanzen, die sofort in herkömmliche Blumenerde gesetzt und wie die Mutterpflanze kultiviert werden können.

    Die Vermehrung durch Kindel in Stichworten:

    • bester Zeitpunkt: Frühling, während des Umpflanzens
    • vorsichtig die jungen Pflanzen neben dem Hauptstamm abtrennen
    • Jungpflanze in Blumenerde setzen
    • Pflanze wie Mutterpflanze kultivieren

      Methode 4 – Vermehrung durch Samen

      In Zimmerkultur blüht die Dieffenbachie vergleichsweise selten. Dennoch soll die Möglichkeit der Vermehrung durch Aussaat nicht unerwähnt bleiben. Wer das Glück hat und eine der recht unscheinbaren weißen oder cremefarbenen Blüten an seiner Pflanze entdeckt, kann die Samen gewinnen und sich auf das Abenteuer Aussaat einlassen.

      Die Samen müssen zunächst eine Nacht in Wasser eingeweicht werden. Eine Pflanzschale wird mit Aussaaterde gefüllt und die Samen werden großflächig darauf ausgestreut. Die Samen werden dabei nur leicht mit Erde bedeckt. Um für die nötige Luftfeuchtigkeit zu sorgen, wird das Pflanzgefäß mit einer Abdeckung aus Folie oder Glas versehen.

      ➔ Tipp: Die Abdeckung sollte täglich kurz gelüftet werden, damit sich kein Schimmel bildet.

      Die Pflanzschale wird an einem hellen, aber nicht vollsonnigen Standort aufgestellt. Bei Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad bestehen beste Aussichten auf die gelungene Aussaat. Während der Anzucht wird das Substrat nur leicht mit Wasser benetzt.

      Die Aussaat ist immer auch ein Geduldsspiel und zudem mit einer gehörigen Portion Spannung verbunden. Meist werden in unseren Breiten Hybriden verkauft. Sie werden also mit großer Wahrscheinlichkeit nicht die gleiche Pflanze erhalten, welche den Samen lieferte. Die Spannung ist also groß und vielleicht wird eine neue, bislang unbekannte Sorte mit außergewöhnlicher Blattzeichnung das Ergebnis sein.

      Die Vermehrung durch Samen in Stichworten:

      • Samen aus der Blüte gewinnen.
      • Samen leicht feucht halten.
      • Pflanzgefäß mit Folie bedecken.
      • Pflanzgefäß hell und bei Zimmertemperatur aufstellen.
      • Samen über Nacht in Wasser einweichen.
      • Samen auf der Anzuchterde verteilen.
      • Samen leicht mit Erde bedecken.
      • Samen leicht feucht halten.
      • Pflanzgefäß mit Folie bedecken.
      • Pflanzgefäß hell und bei Zimmertemperatur aufstellen.

      Die einzelnen Methoden der Vermehrung mit ihren Vor- und Nachteilen

      Dieffenbachie vermehren
      © Frank-Peter Funke – Fotolia.com

      Kopfstecklinge

      VorteileNachteile
      ✔ gute Erfolgsaussichten✖ Geduld bis zur Bewurzelung erforderlich
      ✔ auch für Anfänger gut zu bewerkstelligen✖ gut entwickelte Mutterpflanze muss vorhanden sein

      Stammstecklinge

      VorteileNachteile
      ✔ einfache und schnelle Methode✖ recht langwierige Methode
      ✔ nicht viele Pflanzen bieten
      diese Möglichkeit der Vermehrung
      ✖ Stamm muss ausreichend entwickelt sein

      Kindel

      VorteileNachteile
      ✔ man erhält sofort vollwertige Pflanzen✖ ausreichend entwickelte Mutterpflanze muss vorhanden sein
      ✔ lässt sich bequem mit dem Umpflanzen erledigen

      Aussaat

      VorteileNachteile
      ✔ es können mehrere Pflanzen
      gewonnen werden
      ✖ Dieffenbachien im Zimmer blühen nur selten
      ✔ bei Hybriden Überraschungseffekt
      garantiert
      ✖ Samen sind rar
      ✖ Geduld erforderlich

      Vermehrung und dann: Was ist bei der Aufzucht der Jungpflanzen zu beachten?

      War die Vermehrung erfolgreich, werden sich bald darauf kräftige Jungpflanzen entwickeln. Diese benötigen recht bald ein größeres Pflanzgefäß. Besonders im ersten Standjahr wachsen die Dieffenbachien recht üppig und der Pflanztopf sollte nicht zu klein gewählt werden. Junge Pflanzen sind empfindlich und besitzen ein sehr feines und wenig stabiles Wurzelgeflecht. Beim Umpflanzen ist daher besonders vorsichtig vorzugehen. Auch die Bewässerung erfordert Fingerspitzengefühl. Wer zu viel gießt, wird riskieren, dass sich die Flüssigkeit im Pflanzgefäß staut. Ist die Erde nicht locker genug, kann das Gießwasser nur schwer abfließen und verursacht Staunässe, welche Jungpflanzen schnell wegfaulen lässt. Die jungen Pflanzen benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Sprühen Sie daher häufig oder stellen Sie im Raum Luftbefeuchter auf.

      ➔ Tipp: Werden die Jungpflanzen in herkömmliche Blumenerde gesetzt, muss im ersten Standjahr nicht gedüngt werden. Das Substrat enthält alle für die Anzucht benötigten Nährstoffe.

      Gesunde Jungpflanzen der Dieffenbachie heranziehen – alle Fakten im Überblick

      • ✔ heller Standort
      • ✔ keine direkte Sonneneinstrahlung
      • ✔ hohe Luftfeuchtigkeit
      • ✔ keine Zugluft .
      • ✔ Zimmertemperatur
      • ✔ regelmäßig gießen
      • ✔ Staunässe vermeiden

      Gartentipp des Tages!

      Dagmar von Gartentipps.com

      Seit über 14 Jahren ist Dagmar Dittfeld als Online-Redakteurin für Gartentipps.com aktiv. Auf dem Land aufgewachsen, weiß sie die Vorzüge eines Selbstversorger-Gartens auch heute noch zu schätzen. Ihre ganz besondere Leidenschaft gilt der Gestaltung von Garten, Balkon und Terrasse. Mit ihren Ideen zum Dekorieren, Do-It-Yourself und Upcycling hat Dagmar schon viele Leser zum Nachmachen inspiriert.

      Ein Kommentar

      1. Die Anleitung den Stammsteckling in etwa Daumenbreit abzuschneiden finde ich wenig aussagekräftig. Für mich sind das so 1-2 cm. Bei allen Videos im Internet die ich jetzt angesehen habe, waren die Stämme eher 4-5 cm lang und hatten mehrere Blattachsen. Ich hätte es hilfreicher gefunden wenn die Angabe in Zentimetern oder in Anzahl an Blattachsen gemacht worden wäre. Würde mich freuen wenn der Beitrag konkretisiert werden könnte.

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