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Diptam (Brennender Busch) richtig pflanzen und pflegen

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Der Diptam ist eine Rarität im heimischem Garten. Er stellt allerdins besondere Ansprüche an den Standort und Boden. Pflanz- und Pflegetipps finden sie hier.

Blüten vom Diptam
Der Diptam überzeugt mit seiner attraktiven Optik in jedem Garten | © Nicolette Wollentin – Fotolia.com

Hand aufs Herz, wer ist nicht vom Zauber wild wachsender Pflanzen am Feldrain oder Waldrand angetan? Und wer hätte nicht selbst solch ein exklusives Gewächs in seinem Garten? Es einfach ausbuddeln und umsetzen, das geht auf keinen Fall. Immerhin stehen blühende Pflanzen in der freien Natur unter Schutz.

Eine solche Rarität ist auch der Diptam (Dictamnus albus). Gelegentlich können Sie diese Staude bei Spaziergängen im Sommer auf Trockenwiesen oder entlang trockener Waldränder begegnen. Doch auch im eigenen Garten können Sie sich daran erfreuen. Längst haben Staudengärtner diese ungewöhnliche Pflanze für den Hobbygarten kultiviert (siehe Shop).

Was macht den Diptam so besonders?

Bei einer Wuchshöhe von 80 bis 120 Zentimetern bringt das Gewächs kräftige Stiele hervor, an denen sich doldenartig angeordnete hellrosa Blüten von Ende Mai bis Juli entfalten. Dabei verbreitet der Diptam einen intensiven Duft von Zitrone und Vanille.

Die ätherischen Öle der Pflanze können bei schwülheißem Wetter so kräftig ausgestoßen werden, dass sich die Blüte am unteren Ende selbst entzünden und dabei kurz bläulich aufflammen. Dieses Phänomen können Sie mit viel Glück in der Dämmerung beobachten. Der Diptam trägt deswegen auch den treffenden Namen „Brennender Busch“. Zu Schaden kommt die Staude beim Entflammen jedoch nicht.

Doch Vorsicht: Alle Teile der Pflanze sind giftig.

Diptam Wirkung als Heilpflanze nicht belegt
Früher galt der Diptam, aufgrund seiner Vielzahl an ätherischer Öle, als Heilpflanze. Die Wirkung als Heilpflanze konnte jedoch nie positiv belegt werden. Ganz im Gegenteil, die toxischen Stoffe der Pflanze führen in Verbindung mit Sonnenlicht zu schweren Hautreizungen. Ein Kontakt sollte deshalb möglichst vermieden werden.

Diptam - Brennender Busch
Unverwechselbar ist sein Duft, der einer zarten Mischung aus Zitrone und Vanille gleicht | © emer – Fotolia.com

Worauf sollten Sie beim Pflanzen des Diptam achten

Ähnlich wie Pfingstrosen pflanzen Sie den Diptam an eine Stelle im Garten, wo er viel Sonne bekommt und über viele Jahre ungestört wachsen kann. Wenn sich die Wurzel gut ausgebildet hat, bedankt sich der Brennende Busch mit üppigen Blütenrispen von Mai bis Juli. Bis es dazu kommt, können aber mindestens zwei bis drei Jahre vergehen. Sie sollten deshalb Geduld haben.

Pflanzen können Sie den Diptam vom Frühjahr bis Herbst. Der Abstand zwischen den Jungpflanzen sollte mindesten 50 Zentimeter betragen. Letztlich gießen sie nur leicht an.

Bevorzugte Standorte
Wählen Sie für den Diptam sonnige bis halbschattige Standorte, beispielsweise auf Freiflächen, an Gehölzrändern oder im Präriegarten. Die seltene Prachtstaude bevorzugt einen wasserdurchlässigen, eher trockenen Boden. Zudem sollte er kalkhaltig (ph-Wert zwischen 8 und 10) und nährstoffarm sein.

Bodenverhältnisse anpassen
Die Diptam-Staude reagiert empfindlich auf wechselnde Bodenverhältnisse. Es ist deshalb ratsam, dass Sie vor dem Pflanzen junger Stauden die Gartenerde an das Substrat im Topf angleichen.
Sollten Sie einen feuchten Gartenboden haben, dann legen Sie am besten eine Drainage an oder vermischen den Boden kräftig mit Sand.

Pflege ohne großen Aufwand

Der Brennende Busch, wie die Staude auch bezeichnet wird, ist sehr genügsam und stellt wenig Ansprüche an die Pflege.

Sparsam gießen und düngen
Da die Pflanze auf kargen, trockenen Böden gut gedeiht, muss sie lediglich bei anhaltenden Hitze- und Trockenperioden gegossen werden. Dabei geben Sie das Wasser direkt auf den Wurzelbereich. Blüten und Blätter dürfen nicht mit benetzt werden.

Düngen können Sie den Diptam im Frühjahr mit Kompost. Weitere Nährstoffgaben sind nicht notwendig

Geschnitten wird im zeitigen Frühjahr
Unkompliziert ist der Schnitt des Brennenden Busches. Erst vor dem Neuaustrieb im Frühjahr kürzen Sie die Staude bis auf etwa 20 Zentimeter ein. Lediglich kranke Triebe schneiden Sie bodennah heraus. Der Schnitt während des Wachstums ist tabu, da der Diptam ihn nicht verträgt.

Schutz von Krankheiten und Schädlingen
Stimmen Standort und Bodenverhältnisse so können Krankheiten und Schädlinge der Pflanze kaum etwas anhaben. Wenn eine Gefahr ausgeht, dann eher von Nacktschnecken. Die fühlen sich im Frühjahr besonders von den Jungpflanzen angezogen und können großen Schaden anrichten.

Deshalb: Schützen Sie den jungen Diptam mit einem Schneckenkragen oder Schneckenzaun vor Nacktschnecken! Ratsam ist es, den Schutzzaun täglich einmal zu kontrollieren, ob nicht doch noch einer der schleimigen Pflanzenfresser die Schneckenbarriere überwunden hat.

Zusammenfassung: Der Diptam ist eine Pflanze, die einen sonnigen und trockenen Standort bevorzugt. Er liebt einen durchlässigen und kalkhaltigen Boden. Vor dem Pflanzen müssen Sie die Erde dem Substrat der Jungpflanze im Topf unbedingt angleichen. Wässern Sie den Diptam nur bei längeren Trockenperioden.


Foto1: © Nicolette Wollentin - Fotolia.com

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