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Douglasie vermehren mit Hilfe von Samen

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Douglasien sind imposante Bäume mit enormem Platzbedarf. Wer den entsprechenden Platz hat und seine Douglasie vermehren möchte, kann die Samen dazu nutzen.

Douglasie vermehren
© Schlegelfotos – Fotolia.com

Douglasien sind häufig in unseren Wäldern anzutreffen und auch in Parks und Gärten sind die aus Nordamerika stammenden immergrünen Nadelbäume ein gern gesehener Gast. Wer den Gewächsen auf seinem Grundstück genügend Raum bieten kann, wird vielleicht sogar darüber nachdenken, die Douglasie zu vermehren, um sich einen zweiten Baum oder sogar ein kleines Wäldchen anzuschaffen. Wie sich Douglasien vermehren lassen und was es dabei zu beachten gibt, können Sie hier nachlesen.

Wie lassen sich Douglasien vermehren?

Douglasien können durch Samen vermehrt werden. Wer bereits über eine Douglasie verfügt, kann den Samen ernten und für die direkte Vermehrung verwenden.

Wann können die Samen gewonnen werden?

Die Samenreife der Douglasie ist von einigen Faktoren abhängig:

Standort
Klima
allgemeine Wetterlage

Mit der Reife der Samen ist in der Regel in den Monaten August und September zu rechnen. Wer sich unsicher ist, kann einen Zapfen aufschneiden und nachschauen, ob sich die Samen bereits verfärbt haben. Färben sich die Zapfen und auch die Samen braun, kann davon ausgegangen werden, dass es sich um ausgereifte Samen handelt, welche zur Anzucht neuer Pflanzen verwendet werden können.

» Tipp: Bei trockenem Wetter lassen sich die Samen leichter ernten.

Was ist im Vorfeld zu beachten?

Bevor die Samen in die Erde gebracht werden können, ist eine sorgfältige Vorbereitung des Saatbeetes notwendig. Die Sämlinge sind empfindlich und stellen hohe Ansprüche an den Boden. Es ist darauf zu achten, dass der Boden gut durchlässig ist. In einem zu festen und zu schweren Substrat können sich die Jungpflanzen nicht entwickeln. Schwere Böden können durch die Beigabe von Sand oder Kies durchlässiger gemacht werden.
Ganz besonders wichtig ist es auch, den Wasserhaushalt des Bodens im Auge zu behalten. Feuchtigkeit ist für die Douglasie ein großes Thema. Trockenheit gilt es ebenso auszuschließen, wie Staunässe. Der Boden sollte nicht austrocknen und darf im Gegenzug auch nicht zu feucht sein. Dies stellt den Hobbygärtner vor einige Herausforderungen bei der Pflanzenpflege.

Um Gewissheit zu haben, dass die Bodenbeschaffenheit den Ansprüchen der Sämlinge entspricht, bietet es sich an, den pH-Wert des Bodens zu bestimmen. Dies kann jeder Hobbygärtner selbst durchführen. Entsprechende Sets sind für wenige Euros in jedem Gartenmarkt oder bei Amazon erhältlich:

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» Tipp: Bewegt sich der pH-Wert zwischen 5 und 6,5, ist das Substrat für die Anzucht der Douglasie geeignet.

Wichtig für das Substrat ist weiterhin, dass es möglichst kalkarm beschaffen ist.

Wann kann ausgesät werden?

Die beste Zeit für die Aussaat ist Anfang Mai. Je nach Wetterlage und Standort ist abzuwarten, bis keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind.

Wie ist mit den Samen zu verfahren?

Douglasie vermehren Samen
© Manfred Richter – Fotolia.com

Sind die Samen gewonnen, können Sie nicht sofort in die Erde gesetzt werden. Wer die Samen nicht erst im Frühling ins Saatbeet im Freien setzen möchte, kann sich mit Hilfe der Anzucht im Zimmer einen kleinen Vorlauf verschaffen und die vorgezogenen Bäumchen im nächsten Jahr direkt verpflanzen.

Die Douglasie ist ein Kaltkeimer. Die Samen werden nicht von selbst keimen, wenn sie sofort nach der Reife ausgesät werden. Die Samen enthalten Substanzen, welche die Keimung hemmen. Die Keimungsfähigkeit wird aktiviert, wenn die Samen etwa zwei Wochen bei zirka drei Grad im Kühlschrank aufbewahrt werden. Vor der Aussaat werden die Samen nach dem Kälteschock einen Tag lang in ein mit Wasser gefülltes Gefäß gelegt und bei Zimmertemperatur aufbewahrt.

Verwenden Sie ein flaches Saatgefäß und füllen dieses mit Anzuchterde. Die Samen werden nur leicht mit Substrat bedeckt, bei Zimmertemperatur aufgestellt und durchweg mit Feuchtigkeit versorgt.

Die Vermehrung der Douglasie – Schritt für Schritt

➊ Samen gewinnen
➋ Samen zirka 14 Tage im Kühlschrank aufbewahren
➌ Samen wässern
➍ Samen in Pflanzgefäß ausbringen
➎ Samen dünn mit Erde bedecken
➏ Samen feucht halten

Für die Beschleunigung der Keimung ist es allgemein sinnvoll, das Pflanzgefäß mit einer Folienabdeckung zu versehen. Dabei entsteht ein für die Keimung förderliches Mikroklima. Dabei darf nicht vergessen werden, die Abdeckung täglich für kurze Zeit zu lüften, damit durch den Luftstau keine Schimmelbildung entsteht. Das Pflanzgefäß wird bei Zimmertemperatur hell aufgestellt und gleichmäßig bewässert.

» Tipp: Um die Feuchtigkeit gut dosieren zu können und nicht zuviel Wasser an die Samen gelangen zu lassen, kann die Bewässerung mit Hilfe eines Pflanzensprühers vorgenommen werden.

Was ist bei der Anzucht der Jungpflanzen zu beachten?

Jungpflanzen sind besonders empfindlich. Haben Sie die Douglasien im Zimmer herangezogen, wird es im kommenden Frühjahr Zeit für die Pflanzung ins Freiland. Finden Sie für die Pflanze zunächst einen passenden Standort. Das kleine Pflänzchen wird überraschend schnell wachsen und damit andeuten, dass ausreichend Platz vorhanden sein sollte – und zwar von Anfang an. Gewächse mögen es nicht, umgepflanzt zu werden. Pflanzen Sie die Jungpflanze daher an ihren vorgesehenen Standort und bereiten den Boden entsprechend vor, damit dieser durchlässig ist und die Wurzeln gut anwachsen können.

Beachten Sie bei der Pflanzung, genügend Abstand zu Gebäuden und Straßen zu halten. Als Faustregel gilt, dass der Pflanzabstand mit der zu erwartenden Wuchshöhe des Baumes identisch sein sollte. Führen Sie sich vor Augen, dass die Douglasie in Europa mehr als 50 Meter hoch wachsen kann. Somit wird deutlich, dieses Gewächs eignet sich nicht für jeden Garten.

» Tipp: Durch die Wahl des passenden Standorts sichern Sie die Entwicklung der Pflanze und vermeiden eine spätere Fällung.

Eigenschaften junger Douglasien im Überblick

  • bevorzugt Halbschatten
  • erweist sich als konkurrenzstark
  • benötigt einen durchlässigen Boden
  • ist in der Jugend sehr frostanfällig
  • empfindlich gegenüber Staunässe

Sorgenkind Douglasie

In jungen Jahren benötigt die Douglasie weit mehr Pflege und Aufmerksamkeit, als dies bei älteren Pflanzen der Fall ist. Bis zum Alter von etwa zwölf Jahren sind die Gewächse besonders empfindlich gegenüber Frost. Besonders im Spätwinter besteht die Gefahr, dass sich an sonnigen Tagen die Nadeln bereits zu öffnen beginnen und dabei Wasser verdunstet, welches der noch gefrorene Stamm nicht schnell genug nachliefern kann. Dies führt zu einer Rötung und Austrocknung der Nadeln.

» Tipp: Es entstehen meist keine größeren Schäden und die Knospen treiben wie gewohnt aus.

Junge Douglasien sind ebenfalls besonders anfällig gegenüber Trockenheit und längeren sonnigen Phasen. Die Wahrscheinlichkeit der Vertrocknung ist hoch. Unmittelbar nach der Pflanzung ist auf eine tägliche Bewässerung zu achten. Erst etwa einen Monat nach der Pflanzung hat sich der Wasserhaushalt weitgehend normalisiert und die Wurzeln haben sich regeneriert.

» Tipp: Junge Douglasien benötigen weit mehr Pflege als andere Baumarten.


Foto1: © Schlegelfotos - Fotolia.com, Foto2: © Manfred Richter - Fotolia.com

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