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Douglasie pflegen – was der Baum alles braucht

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Wer eine Douglasie im Garten hat, wird sich an dem imposanten Baum erfreuen. Doch ganz ohne Pflege kommt der Nadelbaum nicht aus.

© Schlegelfotos – Fotolia.com
Douglasien sind stattliche Bäume und aus unseren Wäldern nicht mehr wegzudenken. Bis zu 60 Meter hoch können die imposanten Nadelbäume wachsen. Der Stamm kann einen Durchmesser von etwa vier Metern erreichen. Die Douglasie wird folglich nicht in jedem Garten Platz finden. Ein kleiner Trost für den Hobbygärtner – die Douglasie kann auch als Bonsai kultiviert werden. Douglasien sind besonders in jungen Jahren recht empfindlich und bei der Pflege der Bäume gilt es, einiges zu beachten. Einige Tipps für ein gesundes Wachstum haben wir nun für Sie zusammengestellt.

Douglasien möchten hoch hinaus

Douglasien (Pseudotsuga menziesii) stammen aus Nordamerika und wurden im 19. Jahrhundert nach Europa eingeführt. Der Baum hat sich in den Wäldern, wie in Parkanlagen oder größeren Gärten, gut etabliert und zeigt sich in vielerlei Hinsicht sogar robuster und widerstandsfähiger als die heimische Fichte. In Übersee ist das Gewächs ein wahrer Gigant und wächst mehr als 100 Meter hoch. In Europa sind 50 bis 60 Meter an Wuchshöhe die Regel. Diese Ausmaße sollten in jedem Fall beachtet werden, bevor Sie sich für die Anpflanzung einer Douglasie entscheiden.

Douglasie als Gartenbaum

Ihr schlankes und rankes Erscheinungsbild macht die Douglasie sicher zum Hingucker im heimischen Garten. Dennoch sind die immergrünen Bäume keinesfalls typische Gartenpflanzen. Auf Grund der Ausmaße sollten in jedem Fall ein größeres und weitläufiges Grundstück oder eine bereits bewaldete Fläche vorhanden sein. Wenn sich die Douglasie – auch im Hinblick auf die Bodenbeschaffenheit – eher anspruchslos zeigt, die Pflege ist dennoch kein Kinderspiel, denn die Pflanzen benötigen ein feuchtes und regenreiches Klima und sind besonders empfindlich gegenüber längerer Trockenheit.

Douglasie richtig gießen

Beim Bewässern der Bäume kommt es auf das richtige Fingerspitzengefühl an. Die Douglasie verträgt weder Staunässe noch Ballentrockenheit. Staut sich das Gießwasser, kommt es zum Faulen der Wurzeln. Bei längerer Trockenheit werden die empfindlichen Haarwurzeln der Douglasie angegriffen und die Pflanze kann sich nicht mehr hinreichend mit Nährstoffen aus dem Boden versorgen.

Hinweis: Die Erde darf an der Oberfläche leicht antrocknen, aber auf keinen Fall sollte das Substrat komplett austrocknen.

Douglasie richtig gießen in Stichworten:

  • mäßig bewässern
  • Substrat darf nicht austrocknen
  • Erde sollte nicht zu nass sein

Douglasie richtig düngen

Für Gewächse im Freiland ist keine regelmäßige Düngung notwendig, sofern es sich nicht um einen auffallend kargen Boden handelt. Der Boden kann in diesem Fall bereits bei der Pflanzung mit Kompost aufgewertet werden. Jährlich kann Kompost als Langzeitdünger eingebracht werden.

Wird die Douglasie als Bonsai kultiviert, ist während der Wachstumsperiode die regelmäßige Gabe von Flüssigdünger empfohlen. Ab September sollte generell nicht mehr gedüngt werden.

Wichtige Pflegetipps im Überblick

HinweisErläuterung

Wuchsform
  • Die Douglasie kann bis 60 Meter hoch wachsen. Dies ist bei der Wahl des Standortes zu bedenken.
  • Es sollten sich keine Gebäude in einem der Wuchshöhe entsprechenden Radius befinden.
  • Vor der Pflanzung ist die Eignung des Baumes für das eigene Grundstück zu prüfen.

Gießen
  • Douglasien sind besonders empfindlich gegenüber Trockenheit.
  • Der Erdboden darf nicht komplett austrocknen.
  • Ebenso wenig wird Staunässe vertragen.
  • Das Gießen erfordert Fingerspitzengefühl.

Jungpflanzen
  • Junge Pflanzen brauchen besonders viel Pflege.
  • In den ersten Wochen nach der Pflanzung muss täglich gegossen werden.
  • Die Gefahr für Schädlings- und Pilzbefall ist in den ersten 15 Lebensjahren besonders hoch.

Blühfaule Douglasien – was ist zu tun?

Douglasie Blüte
© Zerbor – Fotolia.com
Wer eine Douglasie gepflanzt hat, wird sich zunächst gedulden müssen. Bis der Baum in der Lage ist, Blüten auszubilden, werden zwischen 20 und 40 Jahre vergehen.
Die Blüten erscheinen in den Monaten April und Mai. Die Douglasie ist eine einhäusige Pflanze. Damit befinden sich männliche und weibliche Blüten häufig an einem Gewächs. Die männlichen Blüten lassen sich daran erkennen, dass sich Zapfen bilden. Weibliche Blüten stehen dagegen einzeln.

Tipp: Männliche und weibliche Blüten lassen sich auch dahingehend auseinanderhalten, dass die männlichen Blütenknospen leicht rötlicher erscheinen und etwas kleiner sind als die weiblichen Blüten.

Gibt es verschiedene Arten?

Die Douglasie lässt sich grob in zwei Arten einteilen. Die Küsten-Douglasie kommt in Deutschland häufig als Forstbaum vor. Sie trägt auch die Bezeichnung Grüne Douglasie. Die Gebirgs-Douglasie wird auch Colorado-Douglasie genannt und ist in unseren Breiten weniger verbreitet.

Douglasie richtig schneiden

Zwingend notwendig sind Schnittmaßnahmen nicht. Die Bäume wachsen auch ohne regelmäßigen Rückschnitt. Wer jedoch die Größe der Douglasie im Zaum halten möchte und eine bestimmte Wuchsform herausarbeiten will, kann zur Schere greifen. Douglasien vertragen den Rück- und Formschnitt meist problemlos.

Wer sich die von Natur aus schlanke Baumkrone üppiger wünscht, sollte regelmäßig die zwischen Wurzelstamm und Krone liegenden Äste und Triebe entfernen. Zur Schere sollte auch gegriffen werden, wenn es gilt, abgestorbene oder kranke Äste zu entfernen. Ein Schnitt ist hier immer die bessere Option. Wer nicht handelt, riskiert die Ausbreitung der Pilze und Schädlinge auf die gesamte Pflanze.

Tipp: Die Nadeln geben nach dem Schnitt ein angenehmes, zitroniges Aroma frei.

Krankheiten und Schädlinge erkennen

Douglasien können von Pilzen befallen werden. Dabei spielen besonders die Rostige Douglasienschütte und die Rußige Douglasienschütte eine Rolle. Dabei handelt es sich um Schlauchpilze, die sich durch Sporen ausbreiten. Erkennbar ist ein Pilzbefall an Nadelverfärbungen. Die Nadeln nehmen eine gelbliche bis bräunliche Färbung an.

Tipp: Da die Küsten-Douglasie sich weniger anfällig gegenüber der Rostigen Douglasienschütte zeigt, sind die Bäume in Deutschland weit verbreitet.

Ebenfalls zu erwähnen ist der Schädlingsbefall durch Douglasiensamenwespen und Douglasienwollläusen. Diese Schädlinge können direkte Baumschäden verursachen. Die Nadeln verfärben sich gelblich und fallen schließlich ab. Das Auftreten der Wolllaus ist an weißen, pudrigen Stellen an den Nadeln zu erkennen. Beide Schädlinge wurden aus dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet der Douglasie “importiert”. die Douglasienwolllaus hat sich in Europa besonders stark ausgebreitet und zählt mittlerweile zu den wichtigsten Forstschädlingen.

Für die Bekämpfung sollten zugelassene Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt werden. Hausmittel zeigen kaum Wirkung und sind schon allein auf Grund der Größe der Pflanzen selten eine Option. Jüngere Pflanzen können mit Brennnesseljauche oder Ackerschachtelhalmbrühe eingesprüht werden. Dies dient der allgemeinen Kräftigung des Baumes.

Die Douglasie überwintern

Die Gewächse sind im Freiland gut winterhart und benötigen keinen speziellen Schutz. Damit der Boden nicht austrocknet, sollte an frostfreien Tagen hin und wieder bewässert werden. Für Bonsaipflanzen ist ein Winterschutz aus Laub oder Rindenmulch notwendig. Bei strengen Frösten bietet sich die Überwinterung im frostfreien hellen Keller oder Hausflur an.

Ist die Douglasie giftig?

Die Gewächse sind nicht giftig. Weder in den Nadeln, noch in den Zapfen oder Samen sind Giftstoffe enthalten. Somit ist die Douglasie eine für Mensch und Tier vollkommen ungefährliche Pflanze.


Foto1: © Schlegelfotos - Fotolia.com2 alt=, Foto2: © Zerbor - Fotolia.com

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