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Echter Salbei pflanzen, pflegen und ernten

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Salbei wirkt bei Erkältungen wahre Wunder und verfeinert als Gewürz diverse Speisen. Wir zeigen Ihnen, was es bei der Pflanzung und Pflege zu beachten gibt.

Salbei
© Josie Elias / stock.adobe.com

Der echte Salbei (Salvia officinalis) ist eine beliebte Gewürz- und Heilpflanze, welche im Mittelmeerraum zuhause ist, sich aber mittlerweile im gesamten europäischen Raum ausgebreitet hat. Die wärmeliebenden, aromatischen Pflanzen schmücken Bauerngärten und geben Fleisch- und Fischgerichten eine ganz besonders Note. Die Tradition des Salbei als Heilpflanze reicht weit zurück. Davon profitieren wir heute nach dem Verzehr eines üppigen Essens, denn Salbei macht schwere Kost bekömmlicher.

Kleine Pflanzenbeschreibung

Echter Salbei (Salvia officinalis)
Wuchsbreite:35 – 40 cm
Wuchshöhe:30 – 60 cm
Pflanzenbedarf:40 cm Pflanzabstand, 6 bis 8 Stück pro m²
Verwendung:Kräutergarten, Freiflächen, Bauerngarten, Würzpflanze, Heilpflanze
Standort:Sonne
Boden:leicht trocken bis frisch, durchlässig, humusarm, kalkhaltig
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Es handelt sich um einen mehrjährigen Halbstrauch, welcher etwa einen halben Meter hoch wächst. Sind die Standortbedingungen ideal, sind auch Wuchshöhen von einem Meter nicht ausgeschlossen.

Der Echte Salbei bildet schwache Stängel aus. Diese können vierkantig bis rundlich verlaufen und sind stark verzweigt. Die Laubblätter erscheinen paarweise und gegenständig. Die länglich-eiförmigen Blätter können knapp zehn Zentimeter lang wachsen und eine Breite von etwa fünf Zentimeter erreichen. Die Blattoberflächen bedeckt ein weißlicher Filz, was der Pflanze eine graugrüne Färbung verleiht.

Die Stängel verholzen bei älteren Pflanzen. Die oberen Blätter sind kürzer gestielt, als die an den unteren Stielenden erscheinenden Blätter. Ältere Blätter können auf der Oberseite verkahlen. Wer ein Salbeiblatt mit der Lupe betrachtet, wird die kleinen Öldrüsen ausmachen können, welche die ätherischen Öle enthalten, verantwortlich für den Duft und die Heilwirkung der Pflanze.

Verwendung und Nutzen

Der aromatische und leicht würzige Geschmack des Echten Salbei verleiht Fisch, Geflügel, Wild oder Fleischgerichten eine würzige, mediterrane Note. Der Salbei kann roh und fein gehackt für Suppen, Soßen oder Geflügelfüllungen verwendet werden. Vielerorts wird in Deutschland zur Kirchweih mit Salbeiküchlein ein traditionelles Gebäck serviert.

Tipp: Salbei kann verhindern, dass Fette schnell ranzig werden.

Salbei enthält zahlreiche Wirkstoffe:

  • ätherische Öle
  • Gerbstoffe
  • Bitterstoffe
  • Flavonoide

In vielen Ländern wird Salbeitee häufig serviert. Salbei enthält Thujon. Dieser Bestandteil ätherischer Öle ist bei einer Überdosierung giftig.

Achtung: Salbeitee ist nicht zur dauerhaften Konsumierung empfohlen.

Während das Gewürz erst im Mittelalter in den Küchen Einzug hielt, ist die Bedeutung als Heilpflanze weit älteren Ursprungs. Der Echte Salbei ist aufgrund seiner bakterienhemmenden, antiviralen und antientzündlichen Wirkung geschätzt. Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum wird Salbeitee als Gurgellösung empfohlen. Wird der Tee getrunken, kann er gegen übermäßige Schweißausbrüche helfen. Auch Verdauungsbeschwerden lassen sich lindern.

Echten Salbei pflanzen

Den passenden Standort finden

Der Echte Salbei ist eine recht genügsame Pflanze, welche bevorzugt auf steinigen und felsigen Untergründen wächst. Der Standort sollte sonnig und warm gewählt werden. Im Kräuterbeet wird die Pflanze schnell von zahlreichen Insekten besucht.

Daneben ist auch die Kultur im Pflanzgefäß möglich. Tontöpfe haben sich hierbei bestens bewährt. Besonders gut gedeiht Salbei auf der Südseite von Balkonen.

Den idealen Boden auswählen

Es wird ein magerer Boden bevorzugt. Ein sandiger Boden ist sehr gut geeignet. Lehmige Böden sollten mit Lava aufbereitet werden. Ein besonders nährstoffhaltiger Boden, welcher nicht durchlässig genug erscheint und damit Staunässe fördert, eignet sich nicht für die Kultur des Echten Salbei.

Tipp: Für die Topfkultur eignet sich mit Sand vermischte Kräutererde.

Pflanzanleitung – Schritt für Schritt

1. Standort auswählen
2. Boden vorbereiten
3. Pflanzloch ausheben
4. Pflanze mittig einsetzen
5. Pflanzloch schließen
6. Erde leicht andrücken
7. Pflanze gut angießen

Der Boden sollte von Wurzeln, Unkraut und Steinen befreit werden. Zu schwere Böden sind aufzulockern. Zur Förderung des Wachstums der Pflanzen kann etwa Gartenkalk untergemischt werden. Das Pflanzloch sollte mindestens im doppelten Durchmesser des Wurzelballens ausgehoben werden. Nach dem Einsetzen der Pflanze wird die Erde aufgefüllt und gut angedrückt. Der Boden ist ausreichend zu wässern.

Die wichtigsten Pflanztipps im Überblick

TätigkeitErläuterung
Standort auswählen
  • sonnig
  • warm
  • windgeschützt
Boden vorbereiten
  • durchlässig
  • mager
  • kalkhaltig
Pflanzung vornehmen
  • Anzucht ab März auf der Fensterbank
  • Ab Mai ins Freiland
  • Topfkultur möglich

Artenvielfalt erleben

Purpur-Salbei (Salvia Officinalis 'Purpurascens') © Maria Brzostowska / Stock.adobe.com

Bunter Gewürz-Salbei (Salvia Officinalis 'Tricolor') © Astrid Gast / Stock.adobe.com

Gelbbunter Gewürz-Salbei (Salvia Officinalis 'Icterina') © Riccardomotti / Stock.adobe.com

Weißer Salbei (Salvia Officinalis 'Alba') © Etfoto / Stock.adobe.com

Breitblaettriger Gewürz-Salbei (Salvia Officinalis 'Berggarten') © Fabian / Stock.adobe.com

Rosa Gewürz-Salbei (Salvia Officinalis 'Rosea') © Marina / Stock.adobe.com

Salbei ist nicht gleich Salbei. Verschiedene Arten der Gewürzpflanze erweitern das Farbspektrum im Kräutergarten. Der Rosa Gewürz-Salbei blüht im Hochsommer und ist eine beliebte Bienenweide. Die rosafarbenen Blüten machen auch die Verwendung als Zierpflanze möglich.

Der besonders kompakte Wuchs und die breiten Blätter kennzeichnen den Salbei „Berggarten“. Kontraste setzt die kleinwüchsige Sorte „Dwarf“. Hübsche weiße Blüten zeichnen die Sorte „Alba“ aus.

Mit ihrem hübschen Blattschmuck sind die Arten „Tricolor“, „Purpurascens“ und „Icterina“ ein Blickfang im Zier- und Nutzgarten.

Echten Salbei pflegen

Echten Salbei richtig gießen

Der Echte Salbei benötigt regelmäßige Wassergaben. Allerdings sollte es der Hobbygärtner mit der Bewässerung nicht übertreiben. Ursprünglich wuchs der Salbei an trockenen Gebirgshängen. Niederschlag erlebte er nur selten. Daher kommt die Pflanze mit Staunässe nicht zurecht. Trockenheit wird dagegen auffallend gut toleriert. Besonders an heißen Tagen sollte mäßig bewässert werden.

Tipp: Vor dem Gießen die Fingerprobe durchführen – ist die Erde etwa fingernageltief bereits trocken, sollte gegossen werden. Fühlt sich das Substrat noch nass an, muss noch nicht bewässert werden.

Echten Salbei richtig düngen

Auch im Hinblick auf die Nährstoffversorgung zeigt sich der Echte Salbei genügsam. Salbei im Kräutergarten muss nicht regelmäßig gedüngt werden. Es ist ausreichend, während der Pflanzung etwas mit Sand vermischten Kompost einzuarbeiten.

Wird der Echte Salbei im Pflanztopf kultiviert, steigt sein Nährstoffbedarf. Während der Wachstumsperiode im Frühling und Sommer kann in regelmäßigen Abständen gedüngt werden.

Echten Salbei richtig schneiden

Bei Jungpflanzen sind keine Schnittmaßnahmen notwendig. Ältere Pflanzen verholzen von unten leicht. Wird der Salbei im Frühling zurückgeschnitten, lässt sich die Verholzung aufhalten. Weiterhin wächst die Pflanze ansprechender und neigt nicht dazu, auseinanderzubrechen. Mit einem Rückschnitt wird das Wachstum der Blätter angeregt.

Tipp: Der Rückschnitt sollte nicht zu weit in das alte Holz erfolgen.

Wer verhindern möchte, dass sich der Salbei im Gartenbeet fleißig selbst aussät, sollte verwelkte Blüten regelmäßig entfernen.

Die wichtigsten Pflegetipps im Überblick

TätigkeitErläuterung
Gießen
  • mäßig gießen
  • Staunässe vermeiden
  • längere Trockenheit wird toleriert
Düngen
  • geringer Nährstoffbedarf
  • Kompost bei der Pflanzung
  • Kübelpflanzen regelmäßig düngen
Schneiden
  • im Frühling zurückschneiden
  • nicht zu weit ins alte Holz schneiden
  • Schnittmaßnahmen fördern den Wuchs

Echten Salbei vermehren

Die Vermehrung des Echten Salbei ist durch Samen, durch Teilung und durch Stecklinge möglich.

Vermehrung durch Samen

Salbeisamen kann bereits ab Februar ausgesät und an einer sonnigen Fensterbank herangezogen werden. Der Echte Salbei zählt zu den Lichtkeimern. Die Samen werden folglich auf das Substrat gestreut und nur leicht in den Boden gedrückt, aber nicht vollständig mit Erde bedeckt. Nach etwa zwei Wochen setzt die Keimung ein.

Mitte Mai, wenn nicht mehr mit Bodenfrösten zu rechnen ist, können die vorgezogenen Pflanzen ins Freie. Es ist auch möglich, die Aussaat ab Mai direkt ins Freiland vorzunehmen. Es wird dann allerdings entsprechend länger dauern, bis der erste Salbei geerntet werden kann.

Vermehrung durch Teilung

Handelt es sich um eine gut entwickelte Pflanze, kann der Echte Salbei auch durch Teilung vermehrt werden. Hierfür wird die Pflanze zunächst vorsichtig komplett aus dem Boden genommen. Die Erde wird vom Wurzelballen abgeschüttelt. Dies gibt Gelegenheit, die Pflanze auf ihre Beschaffenheit hin zu kontrollieren und mögliche kranke oder abgestorbene Wurzelteile zu entfernen.

Salbeipflanzen lassen sich leicht mit den Händen teilen. So erhält der Hobbygärtner schnell zwei gleichwertige Pflanzen, welche nun getrennt verpflanzt und wie gehabt kultiviert werden können. Es ist darauf zu achten, dass beide Pflanzen ausreichend Wurzelgeflecht aufweisen.

Vermehrung durch Stecklinge

Die Vermehrung durch Stecklinge garantiert schnell gut entwickelte Pflanzen. Eine Voraussetzung hierfür ist eine kräftige Mutterpflanze.

Die Vermehrung durch Stecklinge Schritt für Schritt:

  1. Steckling abschneiden
  2. Blätter entfernen
  3. Steckling in die Erde bringen
  4. Bewurzelung abwarten

Als Steckling eignet sich ein kräftiger Trieb einer älteren Mutterpflanze. Dieser sollte im Frühling oder Frühsommer geschnitten werden. Dann verkraftet die Pflanze den Eingriff an besten und kann ihre Wunde schnell verschließen.

Damit der Steckling seine Kraft in die Ausbildung der Wurzeln steckt, wird lediglich ein Blattpaar am Stängel belassen. Der Trieb wird in Anzuchterde gesteckt und leicht angegossen. Zeigen sich neue Triebe, kann von einer erfolgreichen Vermehrung ausgegangen werden.

Krankheiten am Echten Salbei erkennen und bekämpfen

Der Echte Salbei ist robust und kaum von Krankheiten betroffen. Pflegefehler machen ihm jedoch zu schaffen und führen zum Befall mit Spinnmilben oder Mehltau. Dies geschieht, wenn Sie es mit dem Gießen zu gut gemeint haben oder die Pflanzen überdüngt wurden.

Die Schädlinge lassen sich mit einfachen Hausmitteln beseitigen. Gegen Mehltau hilft eine Lösung aus neun Teilen Wasser und einem Teil Milch. Die Mischung wird in eine Sprühflasche gegeben und die Pflanzen werden regelmäßig damit behandelt.
Spinnmilben können mit Kieselgur natürlich bekämpft werden. Dieses Insektenbekämpfungsmittel schadet der Umwelt nicht, tötet die Schädlinge aber zuverlässig ab, während sich Spinnmilben gegen chemische Schädlingsbekämpfungsmittel häufig als resistent erweisen.

Bei hartnäckigem Befall sollten die Pflanzen großzügig zurückgeschnitten werden. Der Schnittabfall sollte nicht auf dem Kompost landen, sondern verbrannt oder über den Biomüll entsorgt werden.

Echten Salbei überwintern

Der Echte Salbei ist mehrjährig und übersteht auch in unseren Breiten den Winter in der Regel unbeschadet. Es sollte jedoch bedacht werden, dass es sich um eine Pflanze aus dem mediterranen Raum handelt. Besonders Kahlfröste können dem Echten Salbei gefährlich werden. Eine Abdeckung aus Laub oder Reisig schützt die Pflanze vor Frostschäden.

Wird der Echte Salbei im Topf kultiviert, ist eine Überwinterung im Freien nicht ratsam. Im Topf steht nur vergleichsweise wenig Substrat zur Verfügung. Die Erde kann schnell komplett durchfrieren und der Salbei kann keine Feuchtigkeit und keine Nährstoffe mehr aufnehmen. Topfpflanzen sollten vor den ersten Frösten ins Haus geholt werden und überwintern hell und frostfrei.

Echten Salbei ernten

Die Blätter der Salbeipflanze können ganzjährig geerntet werden. Besonders aromatische Blätter lassen sich vor der Blüte pflücken. Die Salbeiblätter lassen sich frisch und getrocknet verwenden. Der intensive Geschmack ist sicher gewöhnungsbedürftig, daher ist ein sparsamer Gebrauch empfehlenswert.

Tipp: Statt der üblichen Nudelsoße lässt sich Salbei-Butter verwenden.


Foto1: © Josie Elias / stock.adobe.com

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