Engelstrompeten vermehren leicht gemacht: 3 Methoden, Schritt-für-Schritt-Anleitung, geeignete Sorten und Tipps für eine reiche Blüte. So klappt die Vermehrung auch ohne grünen Daumen.
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Engelstrompete vermehren: Schritt für Schritt
Die Engelstrompete (Brugmansia) gehört mit ihren großen, duftenden Blüten zu den schönsten Kübelpflanzen im Garten. Wer Brugmansia vermehren möchte, sollte jedoch auch wissen, dass alle Pflanzenteile – Blätter, Blüten, Samen und Wurzeln – hochgiftig sind. Daher immer Handschuhe tragen und danach die Hände gründlich waschen.
Engelstrompete durch Stecklinge vermehren
Die Stecklingsvermehrung der Engelstrompete ist die zuverlässigste Methode. Und sie gelingt auch ohne grünen Daumen.

Schritt 1: Steckling schneiden
Engelstrompeten können von Mai bis August durch ca. 10–20 cm lange Kopfstecklinge vermehrt werden. Der Rückschnitt im Herbst eignet sich ebenfalls dafür.
Schneide einen halbverholzten Trieb von 15–25 cm Länge mit einem sauberen, scharfen Messer ab. Der Steckling sollte mindestens einen Blattknoten und 2–4 Blätter haben. Die unteren Blätter entfernst du komplett, große Blätter kannst du halbieren. So reduziert der Steckling seinen Wasserverlust.
Schritt 2: Steckling vorbereiten
Das untere Ende des Stecklings schräg anschneiden, in feuchte Anzuchterde oder ein Gemisch aus Kokoserde und Sand stecken. Ein Bewurzelungspulver beschleunigt die Wurzelbildung, ist aber kein Muss.
Schritt 3: Den richtigen Standort wählen
Stelle den Steckling an einen hellen, warmen Platz ohne direkte Mittagssonne. Die ideale Temperatur liegt bei 20–25 °C. Eine Plastikfolie oder ein Minigewächshaus, über dem Topf erhöht die Luftfeuchtigkeit und beschleunigt die Bewurzelung. Täglich kurz lüften verhindert Schimmelbildung.
Nach 3–6 Wochen zeigen sich neue Triebe. Das ist ein sicheres Zeichen, dass die Bewurzelung geklappt hat. Ab jetzt die Folie schrittweise entfernen.
Engelstrompete im Wasserglas bewurzeln
Wer den Fortschritt gerne beobachtet, kann Brugmansia-Stecklinge auch im Wasserglas ziehen.

Schritt 1: Steckling ins Wasser stellen
Schneide einen Trieb genauso vor wie bei der Erde-Methode. Dann den Steckling in ein sauberes Glas Wasser stellen, sodass das untere Ende etwa 3–5 cm im Wasser steht. Bitte nicht mehr, sonst fault der Stiel zu leicht.
Schritt 2: Steckling austreiben lassen
Das Glas kommt an einen hellen Platz ohne direkte Mittagssonne, bei idealerweise 20–25 °C. Eine Fensterbank mit indirektem Licht ist perfekt. Alle 2–3 Tage wird das Wasser komplett gewechselt.
Schritt 3: Steckling einpflanzen
Die Ableger der Engelstrompete bewurzeln schnell in Wassergläsern. Nach 2–4 Wochen erscheinen die ersten weißen Wurzeln am unteren Stielende. Wenn sie 3–5 cm lang sind, ist der ideale Zeitpunkt zum Einpflanzen. Stecklinge vorsichtig in Anzuchterde mit etwas Sand einpflanzen, gut andrücken und gleichmäßig feucht halten.
Engelstrompeten vermehren durch Aussaat
Die Vermehrung über Samen ist etwas anspruchsvoller. Am besten startet man im Januar bis März auf der Fensterbank.

Schritt 1: Samen einweichen
Lege die Brugmansia-Samen vor der Aussaat 24 Stunden in lauwarmem Wasser ein. Das weicht die harte Samenschale auf und beschleunigt die Keimung.
Tipp: Engelstrompetensamen, die nach dem Einweichen an der Oberfläche schwimmen, sind oft nicht keimfähig. Diese einfach aussortieren.
Schritt 2: Samen einpflanzen
Fülle flache Anzuchttöpfe oder Saatschalen mit feiner, nährstoffarmer Anzuchterde. Die Erde leicht andrücken und gleichmäßig anfeuchten. Anschließend mehrere Samen pro Topf aussäen und mit einer dünnen Schicht Anzuchterde von etwa 1 cm bedecken.
Brugmansia ist ein sogenannter Dunkelkeimer. Licht hemmt die Keimung, deshalb ist eine Abdeckung mit Erde wichtig.
Schritt 3: Keimphase Standort
Die Saatschale mit einer Klarsichthaube oder Frischhaltefolie abdecken, um ein gleichmäßig feuchtes Mikroklima zu schaffen. Den Topf an einen warmen Ort mit 20–25 °C stellen. Täglich kurz lüften und bei Bedarf leicht nachfeuchten.
Die Keimzeit beträgt 4–8 Wochen. Manchmal sogar etwas länger. Also nicht gleich aufgeben, wenn zunächst nichts passiert. Sobald die ersten Keimblätter sichtbar sind, kann die Abdeckung schrittweise entfernt werden.
Schritt 4: Sämlinge pikieren
Wenn die Jungpflanzen etwa 10 cm groß sind und 2–3 echte Blätter gebildet haben, werden sie vereinzelt. Jeden Sämling vorsichtig mit einem Stäbchen oder Löffel herausheben und in einen eigenen Topf mit normaler Kübelpflanzenerde umsetzen. Dabei die zarten Wurzeln so wenig wie möglich berühren.
Wichtig zu wissen: Aus Samen gezogene Engelstrompeten brauchen in der Regel 2–3 Jahre bis zur ersten Blüte. Wer schneller Blüten sehen möchte, greift lieber zur Stecklingsvermehrung. Diese blühen oft schon im ersten Sommer.
Nach der Vermehrung: So geht es weiter
Frisch bewurzelte Engelstrompeten sind pflegeleicht, solange ein paar wichtige Dinge beachtet werden.

- Engelstrompete frostfrei überwintern
Da Brugmansia nicht winterhart ist, wird sie jedes Jahr bei mindestens 5 bis 10 °C frostfrei überwintert. Ein kühles Treppenhaus, eine Garage oder ein frostfreier Keller sind dafür bestens geeignet. - Engelstrompete umtopfen im Frühjahr
Engelstrompeten wachsen kräftig und schnell. Am besten sie deshalb jährlich oder alle zwei Jahre im zeitigen Frühjahr umgetopft, am besten im März direkt beim Auswintern. Je nach Größe wechselt sie in einen passenden größeren Kübel mit normaler Kübelpflanzenerde und einem Zusatz Sand für gute Drainage. - Langsam an die Sonne gewöhnen
Nach dem Winter kommt die Pflanze nicht sofort in die pralle Sonne. In den ersten Wochen draußen sollte die Engelstrompete lieber halbschattig stehen und sich schrittweise an mehr Licht gewöhnen, sonst drohen Blattverbrennungen. - Engelstrompete gießen und düngen ab Frühjahr
Ab dem Frühjahr braucht Brugmansia regelmäßig Wasser und Nährstoffe. Die Engelstrompete großzügig gießen und wöchentlich mit einem flüssigen Volldünger versorgen. Als echter Starkzehrer dankt sie der regelmäßigen Pflege mit üppigem Wuchs und reicher Blüte.
Welche Engelstrompeten eignen sich für die Vermehrung?
Grundsätzlich lassen sich alle Brugmansia-Arten und ihre Hybriden gut über Stecklinge vermehren. Wer jedoch zum ersten Mal Engelstrompeten vermehren möchte, greift am besten zu einer Art, die kräftig wächst und kleinere Pflegefehler verzeiht.
- Brugmansia suaveolens ist die bekannteste und am weitesten verbreitete Art. Ihre trichterförmigen Blüten erscheinen in Weiß, Gelb oder Rosa und duften intensiv.
- Brugmansia aurea überzeugt mit leuchtenden Blütenfarben, starkem Wuchs und ebenfalls intensivem Duft.
- Brugmansia versicolor fällt durch ihre außergewöhnlich langen Blüten auf. Sie können bis zu 50 cm messen und blühen in Weiß, Rosa oder Apricot.
- Besonders blühstark ist außerdem Brugmansia x candida, eine natürliche Hybride aus aurea und versicolor, die schlechte Witterungsbedingungen gut toleriert.
Kultivare und Hybriden
Neben den botanischen Arten gibt es mittlerweile fast 2000 benannte Kultivare und Hybriden, also gezüchtete Engelstrompeten. Da sie meist keine keimfähigen Samen bilden, führt bei ihnen kein Weg an der Stecklingsvermehrung vorbei.
Fazit: Engelstrompeten vermehren
Wer Engelstrompeten vermehren möchte, liegt mit der Stecklingsvermehrung im Frühjahr goldrichtig. Mit etwas Wärme, gleichmäßiger Feuchtigkeit und einem hellen Standort entwickeln sich in wenigen Wochen kräftige Jungpflanzen – die schon bald mit großen, duftenden Blüten belohnen. 🌺







1 Kommentar
Ich habe eine frage zu einem aprikosen baum
Ist es gut für den baum wen man rundherum mulchverteilt
Für die rückmeldung bedancke ich mich schon im voraus
Mit freundlichen grüssen erich probst