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Erdbeerbaum vermehren mit Stecklingen oder Samen

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Ob für sich selbst oder zum Verschenken, wer einen Erdbeerbaum vermehren möchte, hat zwei Möglichkeiten. Wir erklären, wie beide funktionieren.

Erdbeerbaum pflanzen
© AnnaReinert – Fotolia.com
Erdbeerbäume im Garten? Dann zählen Sie zu den Glücklichen, die sich an dieser ungewöhnlichen Pflanze erfreuen dürfen. Sicher ernten Sie bewundernde Blicke und werden hin und wieder gefragt, seit wann Erdbeeren denn auf Bäumen wachsen. Die Vermehrung der Gewächse ist eine ganz besondere Herausforderung. Gelingt es Ihnen, werden Sie wahres Gärtnerglück verschenken können oder sich selbst an mehreren Exemplaren erfreuen.

Auch die recht hohen Preise für im Fachhandel erhältliche Erdbeerbäume sprechen dafür, eine Vermehrung der Zierpflanzen ins Auge zu fassen. Wie sich der Erdbeerbaum vermehren lässt und wie es Ihnen gelingt, gesunde und kräftige Jungpflanzen heranzuziehen, möchten wir Ihnen nun verraten.

Wie lässt sich der Erdbeerbaum vermehren?

Erdbeerbäume lassen sich durch Stecklinge oder durch Aussaat vermehren. Die Stecklingsvermehrung ist recht unkompliziert. Für die Vermehrung mit Samen werden Geduld und gärtnerisches Geschick notwendig sein.

Erdbeerbaum vermehren durch Stecklinge

Um den Erdbeerbaum durch Stecklinge vermehren zu können, müssen Sie bereits im Besitz einer gut entwickelten Pflanze sein. Dann lassen sich recht einfach und unkompliziert Stecklinge gewinnen und zu neuen Pflänzchen heranziehen.

Die Stecklingsvermehrung Schritt für Schritt

  1. Steckling schneiden
  2. Steckling vorbereiten
  3. Steckling in Pflanzgefäß setzen
  4. Steckling hell und warm platzieren

Der Spätsommer ist der beste Zeitpunkt, um die Stecklinge zu schneiden. Geschnitten wird am älteren, bereits halb verholzten Astwerk. Der Steckling sollte eine Länge von etwa 15 Zentimetern aufweisen. Achten Sie auf ausreichend vorhandene Blätter. Mindestens vier Blattpaare sollte der Steckling aufweisen. Am Trieb werden lediglich die oberen beiden Blätter belassen. Jeder Steckling erhält ein eigenes Pflanzgefäß. Verwenden Sie Anzuchterde, welche mit Kompost angereichert werden kann.

Um die Bewurzelung voranzutreiben, wird das Pflanzgefäß mit einer Plastikhaube versehen. Der Steckling sollte einen hellen Fensterplatz erhalten, aber nicht in der prallen Sonne stehen. Die Temperatur sollte bei etwa 18 Grad liegen. Die Vermehrung erscheint geglückt, wenn sich am Steckling neue Triebe zeigen. Dies ist der Garant für die erfolgreiche Wurzelbildung. Beobachten Sie nun den Steckling. Wachsen die Wurzeln aus dem Topfboden, ist es höchste Zeit, die junge Pflanze in ein größeres Pflanzgefäß zu setzen.

Erdbeerbaum vermehren durch Samen

Wer seine Samen selbst gewinnt, kann diese quasi sofort wieder in die Erde bringen. Im Handel erhältliche Samen sollten zunächst für etwa eine Woche in warmem Wasser weichen. Dies hat einen einfachen Hintergrund. Da die Samen unterschiedliche Jahreszeiten gewohnt sind, müssen sie zunächst einem Kältereiz ausgesetzt werden. Dies gibt ihnen das Signal für den Beginn der neuen Saison und damit für die Keimung. Wer dies versäumt, wird wenig Glück haben und wahrscheinlich vergeblich auf die erhoffte Keimung warten.

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Auch bei der Aussaat muss einiges beachtet werden. So handelt es sich bei den Samen um Lichtkeimer. Sie dürfen also nicht mit Erde bedeckt werden. Die Pflanzschale sollte nicht in der vollen Sonne platziert werden. Ein schattiger Standort am Nordfenster oder im Gewächshaus ist ideal.

➔ Tipp: Achten Sie darauf, die Erde nicht austrocknen zu lassen.

Die Anzucht aus Samen Schritt für Schritt

  1. frische Samen sofort aussäen
  2. gekaufte Samen vorab wässern
  3. Samen nicht mit Erde bedecken
  4. Pflanzgefäß schattig platzieren
  5. Aufzucht etwa bei 20 Grad
  6. Pflanzerde nicht austrocknen lassen

Was passiert nach der Keimung?

Zunächst werden die Keimlinge im Pflanzgefäß belassen und weiterhin regelmäßig bewässert. Das Pflanzgefäß kann nun an einen halbschattigen Platz umziehen. Vor praller Sonneneinstrahlung sind die Keimlinge weiterhin zu schützen. Haben sich neben den Keimblättern weitere Blattpaare gebildet, sollten die Jungpflanzen in größere Pflanztöpfe gesetzt werden. Haben sich die Pflanzen gut entwickelt, werden sie in den Pflanzkübel gesetzt, wo sie die nächsten Jahre verbringen werden, denn der Erdbeerbaum verträgt es nicht, mehrmals umgepflanzt zu werden.

Was ist beim Umtopfen zu beachten?

Erdbeerbäume wachsen eher langsam. In den ersten Jahren wird sich das Umtopfen nicht vermeiden lassen. Ältere Pflanzen möchten dagegen nicht mehr umziehen und sollten im Kübel oder Freiland verbleiben dürfen.

Die beste Zeit für das Umtopfen ist das zeitige Frühjahr. Wählen Sie den neuen Pflanzkübel um einiges größer, als seinen Vorgänger, damit der Pflanze genügend Raum geboten wird uns sie nicht jährlich umtopfen müssen. Das Pflanzgefäß sollte über ausreichend Abzugslöcher verfügen, damit sich das Gießwasser im Pflanztopf nicht staut und es zu Staunässe kommt. Ein wirkungsvoller Schutz gegen Staunässe ist eine Drainage. Hierfür platzieren Sie groben Sand, Kies oder Tonscherben auf dem Gefäßboden. Setzen Sie den Erdbeerbaum vorsichtig in das neue Pflanzgefäß, füllen mit frischer Erde auf und gießen Sie die Pflanze gut an.

Sollen mehrjährige Erdbeerbäume ins Freiland umziehen, platzieren Sie den Pflanzkübel einige Wochen vor der Pflanzung am gewünschten Standort. So kann sich die Pflanze gut akklimatisieren und wird den ungewollten Umzug besser vertragen.

➔ Tipp: Umpflanzen bedeutet extremen Stress für die Pflanze und sollte wenn möglich vermieden werden. Ältere Pflanzen werden nicht mehr umgesetzt.

Die Vor- und Nachteile der Vermehrungsarten

Art der VermehrungVorteileNachteile

Stecklinge
  • einfach und unkompliziert
  • gute Anwachsgarantie
  • man erhält schnell vollwertige Pflanzen
  • Es muss eine gut entwickelte Pflanze vorhanden sein.
  • Schnittverletzungen an der Pflanze möglich.

Aussaat
  • Es lassen sich mehrere Pflanzen heranziehen.
  • kostengünstig
  • langwierig
  • aufwendig

Foto1: © AnnaReinert - Fotolia.com

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