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Garten-Wolfsmilch: Unkraut oder Heilkraut?

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Sicherlich wissen Sie auch, dass die Garten-Wolfsmilch giftig ist. Viele sprechen daher von einem Unkraut. Sie ist aber auch ein Heilkraut. Hier mehr darüber.

Unkraut oder Heilkraut?
Unkraut oder Heilkraut?

Die herkömmliche Garten-Wolfsmilch wird von den Gärtnern in erster Linie als Unkraut angesehen, das möglichst schnell auf einem Kompost wieder entsorgt werden sollte. Zumal die in der Natur vorkommende Wolfsmilch zu den Giftpflanzen zählt und dem entsprechend auch die krautige Garten-Wolfsmilch landläufig ebenso eingestuft wird.

Doch in den letzten Jahren wurde die pflegeleichte, gelb bis grünlich blühende Wolfsmilch extrem kultiviert und steht heute als Staudenpflanze mit einer Wuchshöhe von 10 Zentimeter bis zu 100 Zentimeter im Angebot zahlreicher Gartenfachmärkte. Beliebt sind dabei vor allem die niedrig wachsenden Wolfsmilchstauden für den Steingarten, zu denen unter anderem die Walzenwolfsmilch und die rotlaubige Wolfsmilch zählen.

Auch wenn viele die Garten-Wolfsmilch als Unkraut ansehen, so ist sie aber immer noch ein Heilkraut. Hauptsächlich die Milch der Wolfsmilchpflanzen wird noch heute in der Medizin verarbeitet, beispielsweise in Medikamenten gegen Hautausschlag, als Abführmittel und auch in der Tumorbehandlung. Aber auch Warzen soll die Wolfsmilchpflanze schnell wieder verschwinden lassen.

Aussehen und Blütezeit

Die Blütenzeit der Wolfsmilch dauert je nach Sorte von Mai bis in den September hinein an. Die Blüten selbst wirken dabei stets sehr filigran, nahezu unscheinbar und werden deshalb nur innerhalb einer kompletten Staudenblüte vom menschlichen Betrachter richtig wahrgenommen. Bei den Blüten der Wolfsmilch handelt es sich nicht um eine richtige Blüte, sondern viel mehr um eine Scheinblüte, also um eine so genannte Blattentwicklung, die einer Blüte optisch sehr ähnlich sieht.

» Übrigens:

Auch der bei uns so beliebte Weihnachtsstern, der mit seinen roten, rosa und weißen Blättern alljährlich in der Adventszeit die Wohnstuben verschönert, gehört zur Gattung der Wolfsmilchgewächse.

Bekannte Wolfsmilcharten für den Gartenanbau

  • Herkömmliche Gartenwolfsmilch – gelb blühend, einjährig
  • Zypressenwolfsmilch – frühblühend ab Mai, mehrjährig, sonniger Standort
  • Mandel-Wolfsmilch – halbschattiger Standort, ab April grün blühend
  • Walzenwolfsmilch – wirkt kakteenartig, perfekt für den Steingarten geeignet
  • Goldwolfsmilch – wird auch als vielfarbige Wolfsmilch bezeichnet
  • Rotlaubige Wolfsmilch – Laub bildet einen schönen Kontrast zur Blüte
  • Sumpfwolfsmilch – sehr hoch wachsend (bis zu 100 Zentimeter)
  • Sonnenwendwolfsmilch – spät blühend (ab Juli), bevorzugt Trockenheit
  • Eselswolfsmilch – ihre reifen Früchte schleudern im Spätsommer den Samen mehrere Meter weit aus
  • Kleine Wolfsmilch – einjährig oder zweijährig, wird als Bodendecker gepflanzt
  • Felsen-Wolfsmilch – ist ebenfalls für ein Haltung im Steingarten gut geeignet
  • Wollige Wolfsmilch – verfügt über eine gelbliche Herbstfärbung
  • Breitblättrige Wolfsmilch – bildet hübsche, grüne Kapselfrüchte

Anbau der Garten-Wolfsmilch

Die Garten-Wolfsmilch können Sie eigentlich überall einpflanzen, da sie weder an den Standort noch an die Bodenbeschaffenheit spezielle Ansprüche stellt. Auch benötigt sie während der Gartensaison keinerlei extra Pflege. Sie sollten lediglich aufpassen, dass sie sich nicht unkontrolliert in den Gartenbeeten ausbreitet.

» Wichtig:

Die Garten-Wolfsmilch sollten Sie immer nur mit Gartenhandschuhen bearbeiten, da ihre Milch giftig ist und zu Hautirritationen führen kann. Sie müssen auch darauf achten, dass die Milch nicht in Ihre Augen, Ihre Nase oder Ihren Mund gelangt, da sie dort zu Juckreiz und Schwellungen führt.


Foto1: © MIMOHE - Fotolia.com

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