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Gartenhaus mit Strom versorgen: Wie sinnvoll sind Alternativen zum Erdkabel?

Ein Gartenhaus mit Strom zu versorgen, bringt viele Vorteile mit sich. Dabei haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Aber wie sinnvoll sind diese?

Gartenhaus mit Strom versorgen
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Wer im eigenen Gartenhaus über eine Stromversorgung verfügt, kann das Häuschen auch dann nutzen, wenn es draußen dunkel ist, beispielsweise zum geselligen Beisammensein mit Freunden. Vielleicht möchte man auch eine Sauna im eigenen Gartenhaus betreiben und ist in einem solchen Fall zwingend auf eine stabile und leistungsstarke Stromversorgung angewiesen. Auch wenn man gern in dem Häuschen übernachten möchte, bergen stromfreie Beleuchtungsalternativen wie etwa Kerzen hohe Sicherheitsrisiken.

Um Kosten und Zeit zu sparen, muss die Installation der Stromversorgung gut geplant werden. In diesem Artikel bieten wir Tipps dafür.

Wichtige Fragen zur Stromversorgung

Wie hoch wird der zu erwartende Stromverbrauch liegen?
Um für alle möglichen Fälle gerüstet zu sein, sollte man hier sehr großzügig schätzen. Da sich die meisten Laien mit einer Schätzung dennoch überfordert fühlen, kann man eine solche auch von einem Fachmann vornehmen lassen, beispielsweise von einem Elektroinstallateur.

Ist ein Starkstromanschluss erforderlich?
Wer eine Gartensauna oder ein voll ausgestattetes Gartenhaus mit Küche plant, wird um einen solchen Anschluss nicht herumkommen.

Wer führt die Installation durch?
Entstehen Schäden durch eine nicht sachgemäße Installation, zahlt die Versicherung keinen Cent. Deshalb sollten Sie Elektroinstallationen unbedingt von einem Fachmann durchführen lassen. Wenn Sie die Installation unbedingt selbst vornehmen möchten, haben Sie eine weitere Möglichkeit. Diese besteht darin, das Resultat Ihrer Bemühungen von einem Experten begutachten und die ordnungsgemäße Durchführung bezeugen zu lassen.

Welche Anforderungen muss eine Stromversorgung für das Gartenhaus erfüllen?

Im Garten herrschen in Bezug auf Feuchtigkeit völlig andere Bedingungen vor als im Haus. Alle elektrischen Installationen, die im Gartenhaus vorgenommen werden, müssen deshalb eine Zulassung für Feuchträume besitzen.

Strom via Erdkabel – Nutzung des privaten Stromanschlusses oder des öffentlichen Stromnetzes

Stromkabel im Garten verlegen
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Die einfachste und günstigste Möglichkeit, für Strom im Gartenhaus zu sorgen, ist der Anschluss an das Stromnetz mittels eines Erdkabels. Aufgrund der zahlreichen Vorteile wird diese Variante in der Praxis auch am häufigsten genutzt. Auch sollte sich das Gartenhaus in diesem Fall nicht zu weit vom Haus entfernt befinden.

» Lesetipp: Stromkabel im Garten verlegen – Schritt für Schritt Anleitung

Soll das Gartenhaus an das öffentliche Stromnetz angeschlossen werden, da es sich nicht auf dem eigenen Grundstück befindet, muss ein solcher Stromanschluss allerdings erst beantragt werden, und man sollte sich zunächst darüber informieren, wie hoch die Kosten für Sicherungskasten, Stromzähler und Gebühren sind.

Alternativen zum Erdkabel

Solarenergie

Die optimale Lösung für jeden umweltbewussten Gartenfreund, der im Gartenhaus nur kleine Geräte anschließen möchte ist eine Photovoltaik-Anlage. Beispielsweise kann diese auf dem Dach des Gartenhauses angebracht werden. Steht diese Option nicht zur Verfügung, besteht auch die Möglichkeit, die Anlage an der Hausfassade anzubringen. Eine weitere Möglichkeit: Man stellt die Photovoltaik-Anlage frei auf. Überflüssiger Strom kann in einem Akku gespeichert werden.

» Lesetipp: Solarthermie oder Photovoltaik? Unterschiede und Verwendung (im Garten) erklärt

Eigene kleine Windkraftanlage

Eine weitere grüne Möglichkeit, das Gartenhaus mit Elektrizität zu versorgen, ist eine kleine Anlage, die Windkraft nutzt. Diese bietet den Vorteil, dass Sie kein Profi sein müssen, um eine Windturbine aufzubauen. Nachteil an der Sache ist jedoch zum einen, dass mit einem Geräuschpegel zu rechnen ist. Zum anderen muss der Mast mindestens sieben Meter hoch sein.

Die Leistung dieser Anlagen beträgt 0,05 bis 2 kW. Auch in diesem Fall ist ein Akku sinnvoll, der überflüssigen Strom speichert. In Bezug auf den Verwaltungsaufwand gestaltet sich die Installation von Windkraft recht unkompliziert, da eine vereinfachte Bauanfrage in den meisten Fällen genügt.

Tipp: Auch eine Kombination von Solar- und Windkraft macht Sinn, und man kann sich sicher sein, dass es sich um sauberen Strom handelt.

Eigener Stromgenerator

Stromgenerator
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Stromgeneratoren bieten mehrere Steckdosen, sodass zahlreiche Geräte, die im Gartenhaus verwendet werden, an diesen angeschlossen werden können. Um den Geräuschpegel im Garten zu minimieren, sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass es sich um ein Produkt handelt, das sowohl über einen Katalysator als auch über ausreichende Schalldämmung verfügt.

Eine Leistung von 3,5 Watt ist für die Stromversorgung eines Gartenhauses optimal. Während mobile Stromgeneratoren den Strom mit einem Viertakt-Benzin-Verbrennungsmotor erzeugen, laufen stationäre Generatoren mit einem Dieselmotor. Umweltschützer sollten beachten, dass hierbei Abgase entstehen.

Inverter-Stromerzeuger liefern Strom in hoher Qualität mit geringeren Spannungsschwankungen. Sie bieten den Vorteil, dass sie nur so viel Strom erzeugen, wie gerade benötigt wird. Dadurch hält sich die Belästigung durch Geräusche und Abgase im Rahmen.

Tipp: Positionieren Sie den Stromerzeuger auf der Rückseite des Gartenhauses, stellen die erzeugten Geräusche in der Regel kein Problem dar.

Inwiefern sind diese Alternativen brauchbar?

Ein großer Kühlschrank im Gartenhaus, welcher mit Solarenergie betrieben wird? Das kann man vergessen, denn eine Solaranlage ist nur dazu in der Lage, kleine Geräte mit Strom zu versorgen. Auch eine Kleinwindkraftanlage oder ein Stromgernerator wird mit größeren Elektrogeräten, die mehr Strom brauchen, überfordert sein.

Herdplatten oder Kreissägen sind weitere Geräte, die viel Strom fressen. Einen Starkstromanschluss mit 400 V sowie einer Absicherung mit 32 A benötigt man zwingend, wenn etwa ein Gartenhäcksler angeschlossen werden soll. In jedem Fall macht es Sinn, sich zu dieser Frage von einem Elektrofachmann beraten zu lassen.

In einem voll eingerichteten Gartenhaus mit Küche und allem drum und dran, werden Sie mit den genannten Alternativen also nicht sehr weit kommen. Soll es sich dabei jedoch nur um einen Ort handeln, an dem Sie schöne Stunden mit ihren Liebsten verbringen möchten, können die genannten Alternativen für Sie durchaus Sinn machen. Hierbei sollten Sie aber auch immer die Verhältnismäßigkeit der Anschaffungskosten zur Nutzung im Hinterkopf behalten.

Manchmal reicht auch ein Verlängerungskabel

In manchen Fällen wird das Gartenhaus so selten genutzt, dass sich die Installation einer der oben genannten Stromversorgungen gar nicht rechnet. Vielleicht möchte man das Gartenhaus an einem besonders sonnigen Tag nutzen, um Zeitung zu lesen und dabei Radio hören. Oder Sie möchten zum Beispiel eine Gartenparty im Winter veranstalten. Dann können Sie mit einem Verlängerungskabel für den nötigen Strom für Heizung, Licht und Musik im Gartenhaus sorgen.

Bis auf solche Ausnahmen ist ein Verlängerungskabel als Stromquelle jedoch nicht geeignet und schon garnicht durchgehend über einen längeren Zeitraum. Denn es besteht das Risiko, dass das Kabel von einem Wildkaninchen oder anderen Tieren, die nachts zufällig in den Garten laufen, angeknabbert wird.

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