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Gazanie – Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

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Es gibt einige Schädlinge und Krankheiten, die der Gazanie gefährlich werden können. Um größeren Schaden zu vermeiden, beachten Sie bitte die folgenden Tipps.

Gazanie pflanzen
© hcast – Fotolia.com

Wenn die Gazanie in der Mittagssonne ihre Blütenköpfe öffnet, kehrt Leben ein ins Beet. Die Korbblütengewächse stammen ursprünglich aus Afrika, haben sich aber in unseren Breiten sehr gut etabliert und sind dabei recht pflegeleicht und robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Durch die richtige Pflege lassen sich zahlreiche Schadbilder weitgehend vermeiden. Erfahren Sie nun, welche Krankheiten und Schädlinge bei der Gazanie vorkommen können und was Sie effektiv dagegen oder zur allgemeinen Vorbeugung unternehmen können.

❶ Echter Mehltau – Gefahr für die Blätter

Ein zuverlässiges Erkennungszeichen für den Befall mit Echtem Mehltau ist ein weißer, an Mehl erinnernder Belag, der sich auf den Blättern ausbreitet. Dabei können die Blattoberseiten ebenso betroffen sein, wie die Unterseiten der Blätter. Der Pilz bildet seine Sporen nicht im Gewebe der Pflanze, sondern er wächst direkt auf dem Gewebe, um später dort einzudringen. Dazu nutzt er sogenannte Haustorien. Um sich entwickeln zu können, benötigt der Pilz lebendes Gewebe. Befallene Pflanzenteile können folglich nach ihrer Entfernung auf dem Komposthaufen entsorgt werden, da sich dort in der Regel keine lebendigen Organismen aufhalten.

➔ Tipp: Zum Befall mit Echtem Mehltau kommt es auch bei trockener Witterung. Daher spricht man auch vom “Schönwetterpilz”.

Was ist zu tun?

Befallene Blätter und Pflanzenteile sind umgehend zu entfernen. Ein bewährtes Hausmittel besteht dabei aus einer Lösung aus Wasser und Vollmilch. Diese wird im Verhältnis von 8:1 gemischt und die Pflanzen werden direkt damit besprüht. Für eine erfolgreiche Behandlung werden mehrere Anwendungen notwendig sein.

Der Hobbygärtner kann auch einiges dafür tun, dass der Pilz die Gazanie gar nicht erst befällt, nämlich die Pflanzen nicht zu eng ins Beet setzen und auf einen sonnigen Standort achten.

❷ Deformierte Blätter durch Grauschimmel

Auch der Befall mit Grauschimmel lässt sich gut lokalisieren. Die Blätter sind von einem grauen Belag überzogen. Das darunterliegende Gewebe stirbt mit der Zeit ab und auf den Blättern bilden sich zusätzlich auffallende rotbraune Flecken. Die Blätter beginnen, von der Spitze her zu schrumpfen und fallen schließlich ab.

➔ Tipp: Besonders häufig kommt es bei warmer und feuchter Witterung zum Auftreten von Grauschimmel.

Die Sporen des Pilzes beginnen auch auf gesundem Gewebe zu keimen. Ein Eindringen ist jedoch nur in geschwächtes Pflanzengewebe möglich.

Was ist zu tun?

Grauschimmel lässt sich ähnlich wie Echter Mehltau bekämpfen. Achten Sie zusätzlich darauf, keinen allzu stickstoffhaltigen Dünger zu verwenden. Ein Überangebot an Stickstoff schwächt die Pflanze.

❸ Blattläuse – unnachgiebig aber harmlos

Der Befall mit Blattläusen ist häufig falschen Standortbedingungen zuzuschreiben. Die gefräßigen Schädlinge können binnen kurzer Zeit die Blätter stark deformieren, dennoch ist ein Befall mit Blattläusen in der Regel harmlos, besonders dann, wenn er früh erkannt und schnell gehandelt wird.

Was ist zu tun?

Eine Dusche mit Seifenlauge ist ein bewährtes Mittel gegen Blattläuse. Bei leichtem Befall genügt auch ein harter Wasserstrahl. Das Abduschen sollte in jedem Fall mehrmals wiederholt werden. Damit die Blattläuse nicht in die Erde fallen und anschließend erneut auf die Pflanze krabbeln, ist es von Vorteil, das Erdreich mit Folie abzudecken.

Blattläuse besitzen einige natürliche Fressfeinde, welche Ihnen die Arbeit abnehmen:

  • Florfliegen
  • Spinnen
  • Marienkäfer
  • Gallmücken

❹ Schnecken – gefräßige Blatträuber

Besonders im Frühling, wenn die ersten zarten Blätter erscheinen, sind Schnecken zur Stelle, um sich an den verschiedensten Zier- und Nutzpflanzen zu laben und dabei beachtliche Schäden zu verursachen.

Was ist zu tun?

Sie können sich jeden Abend auf die Lauer legen, um die Schnecken abzusammeln, denn die Schädlinge sind Nachtschwärmer. Weit effektiver und weniger aufwendig ist allerdings das Anbringen von Pflanzhauben. Diese Hauben kennt man von Salatpflanzen, aber auch Blühpflanzen lassen sich damit wirkungsvoll schützen. Dabei muss die Haube sehr gut im Boden fixiert werden, damit kein Einschlupfloch entsteht.

Der Zugang zum Beet wird durch einen Schneckenzaun zuverlässig unterbunden. Die kleinen Zäune verfügen über eine Kante, die nach hinten übersteht. Diese Kante verwehrt der Schnecke den Zugang zum Beet und ist noch dazu völlig ungefährlich und umweltgerecht. Über Varianten mit eingebautem Elektroschocker mag man geteilter Meinung sein. Die Schnecke selbst wird lediglich abgeschreckt und nicht getötet. Jedoch sind diese Hilfsmittel recht preisintensiv und die Funktion dürfte bei Regen eingeschränkt sein.

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Ein altes Hausmittel gegen Schnecken ist die Bierfalle. Ein Gefäß wird mit Bier gefüllt und in die Erde eingegraben. Die Schnecken werden angelockt und ertrinken in der Flüssigkeit. Vor den Bierfallen sind allerdings auch andere Kleintiere nicht sicher.

Einige Pflanzen mögen Schnecken gar nicht auf ihrem Speisezettel:

  • Thymian
  • Lavendel
  • Rosmarin
  • Kresse
  • Knoblauch
Wer besonders geruchsintensive Kräuter in unmittelbarer Nähe der Gazanie anpflanzt, hat vielleicht Glück und die Weichtiere meiden das Beet großräumig.

Krankheiten an der Gazanie durch richtige Pflege vermeiden

Viele Schadbilder sind auf Pflegefehler zurückzuführen. Sind die Pflanzen welk und hängen die Blätter, wurden sie vermutlich zu viel oder auch zu wenig gegossen. Kontrollieren Sie unbedingt den Boden und ändern Sie Ihr Gießverhalten entsprechend. In den meisten Fällen erholen sich die Pflanzen nach geraumer Zeit. Kam es allerdings durch Staunässe zum Faulen der Wurzeln, wird es für die Pflanze vermutlich keine Rettung geben. Eine Sofortmaßnahme besteht im kompletten Bodenaustausch. Die Gazanie wird also aus dem Boden genommen und an einem neuen Standort wieder angepflanzt.

Pflegetipps für gesunde Pflanzen im Überblick

PflegemaßnahmeErläuterung
Standort▶ Der Standort sollte in der vollen Sonne liegen.

▶ Nur wenn die Gazanie vollsonnig steht, wird sie ihre Blütenköpfe öffnen.

▶ Wird dem Lichtbedarf der Pflanzen nicht nachgekommen, beginnen diese zu welken.
Gießen▶ Der Wasserbedarf der Pflanzen ist normal.

▶ Gießen Sie regelmäßig, aber weder zu viel noch zu wenig.

▶ Die Pflanze sollte nicht komplett austrocknen und es darf auch nicht zu Staunässe kommen, da dies die empfindlichen Wurzeln angreift und die Pflanze schließlich zum Absterben bringt.
Düngen▶ Die Gazanie hat einen eher durchschnittlichen Nährstoffbedarf.

▶ Um die Blüte zu fördern, darf mäßig gedüngt werden.

▶ Eine Überdüngung, besonders mit Stickstoff, ist zu vermeiden.

▶ Bei der Pflanzung kann Kompost untergemischt werden.

▶ Phosphorhaltiger Dünger muss nur auf sehr kargen Böden gegeben werden.

Die Gesundheit der Gazanie beginnt mit ihrer Pflanzung

Bereits bei der Pflanzung wird der Grundstein für gesunde und kräftige Pflanzen gelegt. Damit die jungen Pflanzen nicht Opfer von Nachtfrösten werden, ist mit der Pflanzung bis Mitte Mai, also bis nach den Eisheiligen abzuwarten. Die Gazanie benötigt ausreichend Licht. Ein zu enger Pflanzenstand fördert Krankheiten und Schädlinge. Etwa 20 Zentimeter sollte der Abstand zwischen den Pflanzen daher betragen. Der Boden sollte nicht zu schwer sein. Lockern Sie ihn gut auf und mischen Sie Sand oder Kies unter. So wird der Boden durchlässiger und es kommt weniger zur gefürchteten Staunässe.


Foto1: © hcast - Fotolia.com

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