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Gespinstmotte bekämpfen

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Gespinstmotte
© Schlegelfotos / stock.adobe.com

Aufmerksame Spaziergänger finden oft in Parks und Gärten bizarr erscheinende Bäume und Sträucher. Auch im eigenen Garten kann es vorkommen, dass die Gewächse ein silberfarbenes Gespinst umgibt.

Mit großer Wahrscheinlichkeit war die Gespinstmotte am Werk. Die Nester können jedoch auch mit denen des Eichenprozessionsspinners verwechselt werden. Wie sich die Gespinstmotte erkennen lässt, welche Pflanzen besonders betroffen sind und was dagegen unternommen werden kann, verraten wir Ihnen im Folgenden.

Welche Pflanzen sind betroffen?

Es können ganz unterschiedliche Gewächse von den wolkenartigen Netzen verhüllt werden.

Besonders gefährdet sind:

Nicht selten sind auch Obstbäume betroffen. Hierbei wird zwischen der Apfelbaumgespinstmotte und der Pflaumenbaumgespinstmotte unterschieden. Die Motten befallen meist Äpfel-, Pflaumen- und Zwetschgenbäume. Seltener zeigen sich die Gespinste auch an Pfirsich, Aprikose oder Birne. Bei starkem Befall können ganze Baumkronen wie eingesponnen wirken.

Während der Befall der übrigen Gewächse vergleichsweise harmlos erscheint, wird die Gespinstmotte für die Obsternte zu einer wahren Bedrohung.

Gespinstmotte erkennen

Die Falter werden etwa einen Zentimeter groß. Kennzeichnend sind die weißgrauen Flügel, auf denen sich schwarze Punkte absetzen. Die grauen Hinterflügel erscheinen in geschlossenem Zustand wie ein spitz zulaufendes Dach. Die Flügelspannweite einer Gespinstmotte beläuft sich auf etwa 2,5 Zentimeter.

Larven der Gespinstmotte
© evbrbe / stock.adobe.com

Die Larven besitzen eine dunkelgrüne bis bräunliche Farbe. Die Körper sind in zehn Segmente aufgeteilt. Seitlich erscheint jeweils ein schwarzer Punkt. Der Raupenkopf ist ebenfalls schwarz gefärbt. Wird die Raupe von Licht beschienen, zeichnen sich die Innereien in Form einer braunen Linie deutlich vom transparenten Körper ab. Vereinzelt sind zarte Härchen auf dem Körper auszumachen.

Gespinstmotte oder Eichenprozessionsspinner?

Ob es sich um die vergleichsweise harmlose Gespinstmotte oder den gefürchteten Eichenprozessionsspinner handelt, kann jeder selbst überprüfen. Während die Raupen der Gespinstmotte kaum Behaarung aufweisen, sind Eichenprozessionsspinner-Raupen mit feinen Brennhaaren besetzt.

Diese Härchen sind besonders tückisch und können zu gesundheitlichen Problemen führen, auch wenn der Schädling nicht angefasst wird. Die Härchen brechen ab und fallen von den Bäumen und Sträuchern. Dabei können sie auf uns herabrieseln und allergische Reaktionen auslösen. Es kann zu Juckreiz oder Nesselsucht kommen. Im Extremfall droht ein anaphylaktischer Schock.

Achtung: Handelt es sich um den Eichenprozessionsspinner, sollten Sie die Nester nicht berühren und sich an Schädlingsbekämpfer wenden.

Die Raupen der Gespinstmotte dagegen sind für den Menschen vollkommen ungefährlich und können auch den Pflanzen nur wenig anhaben.

Lebenszyklus der Gespinstmotte

Pro Jahr wächst eine Generation Gespinstmotten heran. Wird nichts gegen sie unternommen, können sich diese ungestört bis zu zehn Jahre im heimischen Garten vermehren.

Die Falter legen ihre Eier an Zweigen und Trieben ab. Die Eiablage wird mit einem schützenden Sekret versehen und ist damit ausreichend geschützt. Die Raupen schlüpfen einige Wochen später und überwintern unter dieser Schutzhülle. Im Frühjahr erscheinen sie auf den Blättern und fressen in den angelegten Gespinsten. Dabei kommt es nicht selten zum Kahlfraß.

Die Verpuppung der Raupen vollzieht sich meist Anfang Juni. Dann ist die Gefahr für die Gewächse gebannt. Nach zwei weiteren Wochen fliegen die Falter aus. Diese paaren sich und beginnen mit der Eiablage. Damit beginnt der Lebenszyklus der Gespinstmotte von vorn.

Wie groß ist der Schaden?

Schadbild der Gespinstmotte
© Asray Laleike / stock.adobe.com

Sind die Gewächse stark befallen, ist nicht selten die komplette Pflanze mit einem dichten Gespinst überzogen und komplett kahl gefressen. Mit der Verpuppung der Raupen erholen sich die Gewächse allerdings meist erstaunlich schnell und treiben um den 24. Juni erneut aus. Dies wird als Johannistrieb bezeichnet. Bäume und Sträucher nehmen durch den Befall mit Gespinstmotten keinen nachhaltigen Schaden. Allein bei Obstkulturen muss mit Ernteeinbußen gerechnet werden.

Gespinstmotte bekämpfen

Da Bäume und Sträucher keinen großen Schaden davontragen, ist die Bekämpfung des Falters im Ziergarten nicht unbedingt notwendig. Ratsam ist dagegen eine gezielte Bekämpfung, wenn Obstbäume stark befallen sind.

Der Befall wird jedoch meist erst bemerkt, wenn die Gespinste bereits angelegt wurden. Dann gestaltet sich die Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln schwierig. Die Mittel perlen an den Gespinsten ab und die Wirkstoffe können nicht bis zu den Raupen im Inneren vordringen.

Wurde der Befall bemerkt, bevor die Gespinste angelegt wurden, können bienenverträgliche Präparate auf Neem-Basis, wie das Bio Schädlingsfrei Neem von Naturen, oder anderen Wirkstoffen den Befall stoppen. Weiterhin können mit Schlupfwespen und Raubwanzen natürliche Fressfeinde eingesetzt werden.

Werden die Gespinste mit einem harten Wasserstrahl behandelt, werden sie meist zerstört. Weiterhin lassen sich die Nester der Raupen aus den Gewächsen herausschneiden und entsorgen.

Tipp: Vorbeugend können die Eigelege im Winter von den Bäumen und Sträuchern gekratzt werden.

Gespinstmotte vorbeugen

Damit es gar nicht erst zu einem Befall kommt, sind Leimringe hilfreich. Diese werden bereits im September an den Stämmen der Gewächse angebracht. Dies ist jedoch nur sinnvoll, wenn sich noch keine Larven im Baum befinden.

Eine weitere Vorbeugungsmaßnahme stellen Pheromonfallen dar, welche Lockmittel enthalten. So können sich die Gespinstmotten nicht so stark vermehren.

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