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Drahtwürmer loswerden: 6 Tipps für eine natürliche Bekämpfung

Drahtwürmer mögen unscheinbar aussehen, können aber einen enormen Schaden anrichten. Bei einem Befall ist daher schnelles Handeln gefragt.

Drahtwürmer
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Der Schnellkäfer ist in vielen Gärten unterwegs. Grund zur Sorge gibt es nicht, denn die Käfer sind harmlos und ernähren sich von Nektar und Pollen. Die Larven des Schnellkäfers sind dagegen äußerst gefräßig und können Schäden im Gemüsegarten anrichten. Der Drahtwurm lebt in der Erde und befällt verschiedenes Gemüse. Drahtwürmer lieben Feuchtigkeit und bohren sich häufig in ausgereifte Kartoffeln. Der Hobbygärtner kann mit gezielten Maßnahmen gegen die Larven des Schnellkäfers vorgehen und Maßnahmen der Vorbeugung treffen.

Drahtwürmer erkennen

Der Drahtwurm erreicht eine Größe von zwei bis drei Zentimetern. Das auffälligste Merkmal der schlanken Larven ist ein harter, gelber Chitinpanzer, welcher sie vollständig umschließt und auch für den ungewöhnlichen Namen der Schädlinge verantwortlich ist. Der Drahtwurm besitzt drei Beinpaare, welche zur Fortbewegung genutzt werden. Weiterhin verfügt der Wurm über einen kräftig ausgebildeten Kiefer und kleine Punktaugen.

Nach der Verpuppung entwickelt sich der Drahtwurm zum bereits genannten harmlosen Schnellkäfer. Dieser ist etwa einen Zentimeter groß und braun bis schwarz gefärbt.

Wo kommt der Drahtwurm vor?

Ackerland und Gemüsebeete sind der vorwiegende Lebensraum des Drahtwurms. Besonders gefährdet sind Beete, die erst angelegt wurden und ursprünglich Grasland waren.

Die bevorzugte Nahrung für den Drahtwurm sind Pflanzen mit weichen Wurzeln.

Im Gemüsebeet sind folgende Arten gefährdet:

Auch weiche Blumenzwiebeln werden von den Larven nicht verschont. Das Auftreten von Drahtwürmern bei Zimmerpflanzen ist ebenfalls keine Seltenheit. Häufig befinden sich in handelsüblicher Blumenerde bereits Eier oder Larven.

Tipp: Wird Blumenerde vor dem Gebrauch im Backofen oder in der Mikrowelle sterilisiert, lässt sie sich keimfrei halten.

Wie lässt sich ein Drahtwurmbefall erkennen?

Drahtwurmbefall
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Da der Drahtwurm in der Erde lebt, wird vom Befall zunächst nichts zu sehen sein. Betroffene Pflanzen verkümmern zusehends. Oft kann der Hobbygärtner die Stiele leicht aus dem Erdreich ziehen, da die Wurzeln bereits beinah komplett abgefressen sind. Häufig hat ein Befall das Absterben der Pflanze zur Folge.

Bei näherer Betrachtung lassen sich im Gemüse Fraßgänge ausmachen. Der Drahtwurm hinterlässt in Kartoffeln oder Möhren runde Bohrlöcher. Wurzelreste sind kaum noch vorhanden.

Können vom Drahtwurm befallene Kartoffeln noch gegessen werden?

Drahtwürmer verkorken die Gänge, welche sie in die Kartoffel gebohrt haben. In den Bohrgängen staut sich Kot. Bakterien und Pilze können in die Bohrlöcher eindringen und zu Sekundärinfektionen führen. Die Gänge sind in diesem Fall schwarz verfärbt. Derart befallenes Gemüse sollten Sie nicht mehr auf den Tisch bringen.

Tipp: Leichte Fraßschäden können Sie herausschneiden und das Gemüse weiterhin essen.

Drahtwürmer bekämpfen – die besten Tipps

Der Befall mit Drahtwürmern muss nicht hingenommen werden. Es gibt einige Möglichkeiten, Drahtwürmer gezielt zu bekämpfen, bzw. deren Befall stark zu dezimieren.

Drahtwürmer und Pflanzenschutzmittel

Im Handel sind aktuell (Stand 2021) keine chemischen Pflanzenschutzmittel gegen Drahtwürmer verfügbar. Es muss folglich nach anderen Lösungen gesucht werden. Derzeit laufen Versuche, Drahtwürmer mithilfe des Bodenpilzes Metarhizium abzutöten.

Drahtwürmer durch gezielte Bodenbearbeitung vernichten

Der Drahtwurm liebt es feucht. Halten sich die Larven in den oberen Bodenschichten auf, sollte die Erde gründlich durchgeharkt werden. Wählen Sie dafür einen sonnigen und trockenen Tag.

Wenn Sie den Boden umgraben, gelangen die Würmer in die oberen Erdschichten und können dort von Hand abgesammelt werden. Freilaufende Hühner nehmen Ihnen diese Arbeit gerne ab.

Drahtwürmer mit Fressfeinden bekämpfen

Drahtwürmer bekämpfen mit Fressfeinden
Neben dem Igel hat der Drahtwurm noch weitere Fressfeinde – © Martin Grimm / stock.adobe.com
Der Drahtwurm besitzt eine ganze Reihe weiterer natürlicher Fressfeinde:

Dem Drahtwurm eine Falle stellen

Für die natürliche Bekämpfung des Drahtwurmes können Hobbygärtner zum Fallensteller werden. Die Fallen können Sie ganz einfach selbst basteln. Alles, was dazu gebraucht wird, sind einfache Holzspieße und mehrere breite Kartoffelscheiben.

Die Kartoffelscheiben werden auf die Holzspieße gesteckt und der Köder wird zwischen den gefährdeten Gemüsepflanzen etwa fünf Zentimeter tief in den Boden gegraben. Nach einigen Stunden dürften die Drahtwürmer den Köder angenommen haben. Dann können die Spieße wieder aus der Erde gezogen werden. Köder und Würmer können Sie in einen Eimer geben und den Eimer dort ausleeren, wo die Schädlinge kein Unheil anrichten können.

Um den Drahtwurm nachhaltig zu bekämpfen, basteln Sie neue Köder und wiederholen die Prozedur.

Gezielt Pflanzen gegen Drahtwürmer einsetzen

Einige Pflanzen bekommen dem Drahtwurm nicht. Dazu zählen Ringelblumen und Tagetes. Werden die Blühpflanzen zwischen das Gemüse gesetzt, lässt sich der Befall deutlich verringern. Die Wurzeln sind giftig für die Larven und diese sterben bei Kontakt sofort ab.

Durch Düngung Drahtwurmbefall dezimieren

Wurde das Beet für die Pflanzung vorbereitet, sollte eine Düngung mit Kalkstickstoff erfolgen. Etwa eine Woche nach der Behandlung mit diesem Dünger kann wie gewohnt ausgesät werden.

Tipp: Eine Düngung mit Kalkstickstoff kann den Drahtwurmbefall im Gemüsegarten um bis zu ein Drittel verringern.

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Drahtwurmbefall vorbeugen – so geht’s

Mit verschiedenen Methoden kann einem Befall vorgebeugt werden. Wurde beispielsweise ein Rasenstück in ein Beet verwandelt, sollten dort in den ersten beiden Jahren keine der genannten Gemüsepflanzen kultiviert werden.

1 Gegen Drahtwürmer helfen kann auch eine häufige Lockerung des Erdreichs. Der Hobbygärtner sollte seine Pflanzen im Auge behalten und kontrollieren, ob sich Fraßspuren oder allgemeine Krankheitszeichen erkennen lassen.

2 Gesunde und kräftige Pflanzen sind am besten gegen Krankheiten und Schädlingsbefall geschützt. Dies trifft auch auf Gemüsepflanzen zu. Wer seine Pflanzen selber zieht, sollte diese erst auspflanzen, wenn sie kräftig genug sind. Mit der Anzucht auf der Fensterbank kann bereits im Spätwinter begonnen werden.

Tipp: Kartoffeln sollten vorkeimen, bevor Sie in die Erde gesetzt werden.

3 Der Drahtwurm wird bevorzugt das Kartoffelbeet aufsuchen. Diese Pläne kann der Hobbygärtner durch eine frühe Kartoffelernte durchkreuzen. Achten Sie beim Kauf auf frühreife Sorten. Diese Kartoffeln lassen sich bereits im Frühsommer ernten und der Drahtwurm bekommt keine Gelegenheit, seine Gänge in die erntereifen Erdäpfel zu bohren.

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