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Gloxinie pflegen – So gießen, düngen und schneiden Sie die Pflanze richtig

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Ob im Gartenbeet oder im Blumentopf im Haus – Gloxinien machen überall eine gute Figur. Obendrein sind sie noch recht pflegeleicht und anspruchslos.

Gloxinie pflegen
© Mauro Rodrigues – Fotolia.com

Dass Gloxinien heute so eifrig blühen und in einem ungeahnten Farbenreichtum daherkommen, ist einer akribisch betriebenen Zucht und Sortenauswahl geschuldet. Seit über 100 Jahren ist man bestrebt, Gloxinien durch gezielte Kultur zu einer beliebten Zimmerpflanze zu machen und auch als Gartenpflanze zu etablieren. Was es bei der Pflege der kleinen Blühwunder zu beachten gilt, erfahren Sie nun hier. Doch zunächst einmal ein paar schöne Arten vorgestellt.

Artenreichtum der Gloxinie

Die Gattung der Gloxinie umfasst etwa 15 Arten. Ursprünglich stammen die Pflanzen aus Brasilien und lassen optisch eine gewissen Ähnlichkeit mit dem Usambaraveilchen zu. Die verwandten Usambaraveilchen stammen allerdings aus Afrika.

Der Handel bietet heute zum Großteil durch Kreuzung hervorgebrachte Hybriden an. Seit die Gloxinie Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckt wurde, sind intensive Züchtungen und Kreuzungen entstanden. Die einfachen und gefüllt blühenden Pflanzen überraschen mit einem eindrucksvollen Farbenreichtum. Besonders beliebt sind:

❍ Sinningia speciosa:

Sinningia speciosa gilt als Mutter der Gartengloxinien. In mehr als 150 Jahren intensiver Kreuzungsarbeit wurden alle heute im Handel befindlichen Hybriden herausgezüchtet. Sinningia speciosa besitzt ovale und leicht behaarte Blätter. Die glockenförmigen Blüten erscheinen zwischen April und Oktober und besitzen bei der Urform eine blau-violette Färbung.

❍ Sinningia pusilla:

Dieser winzige Gloxinien-Vertreter wird gerade einmal drei Zentimeter hoch und besitzt etwa erbsengroße Knollen. Die eiförmigen Blätter sind etwa einen Zentimeter lang. Die kleinen Einzelblüten besitzen eine weiß-lila Färbung. Als Zimmerpflanze ist diese Art weniger relevant. Sie ist dagegen häufiger in botanischen Sammlungen anzutreffen.

❍ Gartengloxinie:

Die Gartengloxinie wurde, wie bereits erwähnt, aus der Sinningia speciosa herausgezüchtet. Dabei besitzen die Hybriden optisch große Ähnlichkeit mit der Mutterpflanze. Bei der gezielten Kultur wurde Wert darauf gelegt, größere und farbenfrohere Blüten zu gewinnen. Der Wuchs erscheint im Gesamtbild kompakter und die Blätter sind kleiner als bei der Stammart.

So pflegen Sie Gloxinien richtig

❍ Gloxinien gießen:

Topfpflanzen:
An die Bewässerung stellt die Gloxinie einige Ansprüche. Verwenden Sie leicht temperiertes und vor allem kalkarmes Wasser. Herkömmliches Leitungswasser enthält meist einen zu hohen Kalkanteil. Regenwasser bietet sich auch an. Wer nicht die Möglichkeit besitzt, Regenwasser aufzufangen, kann auch Leitungswasser mit destilliertem Wasser versetzen.

Die Zimmerpflanzen lieben zudem eine hohe Luftfeuchtigkeit, sollten aber nicht direkt besprüht werden. Behelfen Sie sich stattdessen mit einem Untersetzer, den Sie mit Wasser füllen. Das Wasser dann regelmäßig nachgießen. Die Pflanzen dürfen aber nicht direkt im Wasser stehen, denn dies würde auf Dauer zum Faulen der Wurzeln führen.

Tipp:
Setzen Sie den Pflanztopf auf ein Kiesbett oder auf Tongranulat, um den direkten Kontakt des Substrates mit dem Gießwasser zu verhindern.

Im Spätsommer sollten Sie das Gießen reduzieren. Die Erde kann zwischen den einzelnen Wassergaben ruhig etwas abtrocknen. Während sich die Pflanze dann in die Knolle zurückzieht, sollten Sie das Gießen mehr und mehr einschränken. Die Knollen werden während der Winterruhe nicht gegossen.

Beetpflanzen:
Im Gartenbeet benötigt die Gloxinie ausreichend Feuchtigkeit. Besonders, wenn Sie einen sonnigen Standort ausgewählt haben, sollten Sie häufig bewässern. Die Erde sollte stets feucht sein, aber Staunässe gilt es zu vermeiden. Um die Durchlässigkeit des Bodens zu gewährleisten, sollten Sie das Substrat mit grobem Sand, Ton oder Kies versetzen. Lesetipp: Gloxinie pflanzen – So gelingt die Anzucht in Haus und Garten.

❍ Gloxinien düngen:

Zimmerpflanzen sind nach dem Kauf in der Regel ausreichend mit Nährstoffen versorgt und benötigen in ihrem ersten Standjahr keinen zusätzlichen Dünger. Während der Blütezeit ist der Nährstoffbedarf jedoch besonders hoch. Dabei unterscheidet sich die Zimmerpflanze nicht von der Gartengloxinie. Einmal pro Woche können Sie mit flüssigem Blumendünger nachhelfen.

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Haben Sie die Gloxinie nach der Winterruhe nicht umgetopft, sind Düngergaben zwischen April und September notwendig. Hierbei kann es sich um Flüssigdünger, aber auch um Düngestäbchen handeln.

❍ Gloxinien schneiden:

Regelmäßige Schnittmaßnahmen sind nicht notwendig. Wer jedoch eine reiche Blüte begünstigen möchte, der sollte regelmäßig alle verblühten Pflanzenteile entfernen. Zeigen sich Veränderungen an den Blättern, werden diese welk oder verfärben sie sich, müssen sie ebenfalls entfernt werden.

Lassen Sie die Blätter im Herbst welken und schneiden Sie sie erst anschließend bodennah zurück. Schneiden Sie die Blätter nämlich direkt nach der Blüte ab, kann es passieren, dass die Pflanze nicht mehr in der Lage ist, die Nährstoffversorgung für den Winter sicher zu stellen. Dies kann zum Absterben der Gloxinie führen.

Krankheiten und Schädlinge an der Gloxinie erkennen

Gloxinien sind recht robust und werden eher selten von Krankheiten und Schädlingen befallen, vorausgesetzt die Standortansprüche werden berücksichtigt und die Pflegehinweise beachtet.

❍ Blattälchen – Würmer im Anmarsch:

Die Pflanzen zeigen sich anfällig für den Befall mit Blattälchen. Dabei handelt es sich um mit dem bloßen Auge kaum sichtbare Fadenwürmer, welche frei im Wasser leben. Werden die Gloxinien mit entsprechender Flüssigkeit gegossen, verbreiten sich die einen Millimeter großen Fadenwürmer und gelangen durch Spaltöffnungen in das Blattinnere. Dort saugen die Nematoden dann die Pflanzenzellen aus. Der Befall wird sichtbar, wenn die Blätter an einigen Stellen glasig werden. Später kommt es zur Braunfärbung der Blätter.

Bei leichtem Befall ist es ausreichend, betroffene Pflanzenteile zu entfernen. Ist der Befall jedoch bereits stark vorangeschritten, gilt es die Pflanzen zu isolieren und gegebenenfalls zu entsorgen, damit sich der Befall nicht auf die umliegenden Pflanzen ausdehnt.

❍ Blattläuse – gefräßige Schädlinge am Werk:

Vor Blattläusen ist selten eine Blühpflanze sicher. Besonders im Frühjahr kommt es zum gefürchteten Befall und die Pflanzensauger machen sich an den Blättern zu schaffen. Da sich Blattläuse sehr schnell vermehren, genügen bereits wenige Wochen, um wahre Kolonien auf den Pflanzen versammelt zu wissen. Blattläuse pflanzen sich nämlich fort, ohne auf Männchen angewiesen zu sein. Weibchen bringen es auf weit mehr als 100 Nachkommen.

Bemerken Sie den Befall, müssen Sie die Pflanzen isolieren, damit der Befall nicht übergreift. Die Bekämpfung ist dann meist mit natürlichen Mitteln erfolgreich. Bei leichtem Befall genügt es meist, die Pflanzen mit Brennnesseljauche zu behandeln (Anleitung Brennnesseljauche selber machen). Da Gloxinien nicht abgespritzt werden wollen, kann es auch helfen, eine Knoblauchzehe direkt in den Boden zu stecken.

Pflegefehler vermeiden

Einige Schadbilder an der Gloxinie werden durch Pflegefehler hervorgerufen. So deuten trockene und eingerollte Blätter auf eine zu geringe Luftfeuchtigkeit hin. Die Pflanzen sollten deshalb in einem mit Wasser gefüllten Untersetzer stehen, damit sie sich mit ausreichend Luftfeuchtigkeit versorgen können.

Staunässe verträgt die Pflanze auch nicht. Sie kann schnell zum Faulen von Blättern oder Stängeln führen. Entfernen Sie deshalb regelmäßig welke Blüten und Laub, wird einer Fäule des Stängels vorgebeugt.


Foto1: © Mauro Rodrigues - Fotolia.com

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