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Hemlocktanne vermehren – 3 Methoden im Vergleich

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Wer seine Hemlocktanne vermehren möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Das Pfropfen stellt dabei eine Methode dar, die eher für Profis geeignet ist.

Hemlocktanne vermehren
© Heike Rau – Fotolia.com

Wer eine Hemlocktanne (bot. Tsuga) besitzt, wird vielleicht über die Vermehrung der attraktiven Nadelbäume nachdenken. Vielleicht ist noch ein Platz für einen weiteren Ableger gefunden oder Sie haben sich dazu entschlossen, eine Hecke aus Hemlocktannen anzulegen. Werden die Ansprüche der Pflanze im Hinblick auf Standort und Boden berücksichtigt, dürfte dies kein Problem sein. Wie sich die Hemlocktanne vermehren lässt, kann hier nachgelesen werden.

Welche Arten der Vermehrung sind möglich?

Das Pfropfen ist eine Methode, die bevorzugt in Baumschulen angewendet wird, sich recht aufwendig gestaltet und daher für den Hobbygärtner kaum relevant sein dürfte.

❶ Hemlocktanne vermehren durch Stecklinge

Die Stecklingsvermehrung sollte in den Monaten August und September durchgeführt werden. Dies hat den Vorteil, dass die Triebe bereits recht kräftig gewachsen und auch widerstandsfähiger geworden sind, als dies bei einem Schnitt im Frühling der Fall wäre. Verholzte Zweige wurzeln nur sehr schlecht an, daher sollte der Steckling von einem einjährigen Trieb geschnitten werden. Wählen Sie einen kräftigen und gesunden Trieb aus.

Stecklingsvermehrung – Schritt für Schritt

  1. Steckling schneiden
  2. Steckling vorbereiten
  3. Steckling einpflanzen
  1. Steckling hell und warm aufstellen
  2. Wurzelbildung abwarten

Der Steckling wird mit Hilfe eines scharfen Messers vom Haupttrieb getrennt. Bei Nadelbäumen ist es eine bewährte Methode, die Stecklinge nicht gerade abzuschneiden, sondern zu reißen. Dadurch entsteht keine glatte Schnittkante, sondern der Trieb verfügt über Teile der Rinde des älteren Triebs, die sogenannte Ferse und Zunge. Die Stecklinge werden auf eine Länge von maximal zehn Zentimeter gebracht.

Bevor der Steckling in die Erde gesetzt wird, werden die Nadeln und Schuppen vom unteren Teil des Triebes entfernt. Befindet sich der Steckling erst im Erdboden, könnten diese Pflanzenteile zu faulen beginnen.

» Tipp: Berühren Sie die an der Schnittkante entstandene Wunde nicht mit dem Händen. Es könnten Krankheitserreger übertragen werden.

Nun können die Stecklinge in die Erde gesetzt werden. Das Pflanzgefäß wird warm und feucht gehalten und bei Zimmertemperatur aufgestellt. Die Stecklinge können mit einer Abdeckung aus Plastik versehen werden. Das feuchtwarme Mikroklima begünstigt die Wurzelbildung.

» Tipp: Abdeckungen über Setzlingen sollten regelmäßig gelüftet werden. Das Substrat könnte ansonsten zu schimmeln beginnen.

Nun kann es einige Wochen dauern, bis sich die ersten Wurzeln bilden und die erfolgreiche Stecklingsvermehrung an den ersten frischen Triebspitzen erkennbar ist.

❷ Hemlocktanne vermehren durch Ableger

Die Vermehrung durch Ableger wird bevorzugt angewandt, wenn es sich um niedrig wachsende Züchtungen handelt. Verlaufen die Zweige in Bodennähe, passiert es nicht selten, dass sich automatisch Ableger gebildet haben, die verwendet und sofort neu verpflanzt werden können.

Vermehrung durch Ableger – Schritt für Schritt

  1. Pflanze untersuchen
  2. Trieb abschneiden
  1. Ableger ausgraben
  2. Ableger neu einpflanzen

Wer seine Hemlocktanne vermehren möchte, sollte das Gewächs im Herbst besonders in Augenschein nehmen. An Zweigen, die bis zum Erdboden reichen, haben sich nicht selten neue Wurzeln gebildet. Der Trieb ist also in den Erdboden eingewachsen und es hat sich ganz nebenbei eine neue Pflanze gebildet.

Um den Ableger zu gewinnen, wird zunächst der verwurzelte Trieb von der Mutterpflanze getrennt. Nun kann der Setzling, der bereits Wurzeln gebildet hat, ausgegraben werden. Hierbei ist vorsichtig zu Werke zu gehen, damit die empfindlichen Wurzeln nicht beschädigt werden. Der Setzling sollte dann an seinen neuen Standort gebracht und möglichst umgehend wieder eingepflanzt werden.

❸ Hemlocktanne vermehren durch Samen

Hemlocktannen können auch durch Samen vermehrt werden. Dies bietet sich natürlich an, wenn noch keine Pflanze vorhanden ist und Sie mehrere Jungpflanzen gewinnen möchten, sei es, um eine Hecke anzupflanzen oder um ein Geschenk für andere Gartenfreunde parat zu haben.

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Vermehrung durch Samen – Schritt für Schritt

Sind Sie im Besitz der Samen, muss einiges beachtet werden. Setzen Sie die Samen sofort in die Erde, wird leider nichts passieren.

Achtung: Hemlocktannen sind Kaltkeimer. Dies bedeutet, die Keimung muss erst durch einen Kältereiz ausgelöst werden. Dies gelingt, wenn die Samen für vier bis sechs Wochen in den Kühlschrank gelegt werden. Dadurch werden die keimhemmenden Stoffe, welche die Samen in sich tragen, abgebaut.

» Tipp: Niedrig wachsende Spezialzüchtungen lassen sich meist nur vegetativ vermehren.

  1. Samen besorgen
  2. Samen stratifizieren
  3. Samen vorquellen lassen
  1. Samen aussäen
  2. Keimung abwarten

Nach der Stratifizierung im Kühlschrank sollten die Samen einige Stunden, am besten über Nacht, in lauwarmem Wasser vorquellen. Die Aussaat erfolgt in handelsüblicher Anzuchterde. Alternativ kann auch Kokosfasererde benutzt werden. Die Samen werden leicht mit Erde bedeckt.

» Tipp: Die Samengröße bestimmt die Saattiefe. Ein drei Millimeter großer Samen kommt also drei Millimeter unter die Erde usw.

Wichtig ist, dass Sie das Substrat gleichmäßig feucht halten. Die Erde darf nicht austrocknen, darf aber auch nicht zu nass erscheinen, dies kann zum Faulen der Samen führen. Die Keimung lässt sich auch hier durch eine Abdeckung aus Folie oder Glas beschleunigen.

Die Keimungsrate ist als recht gering einzuschätzen. Benutzen Sie daher eine größere Anzahl an Samen. Geduld ist gefragt, bis sich aus einem Samen ein kleiner Baum entwickelt, werden Jahre vergehen.

» Tipp: Der Samen der Hemlocktanne bleibt über mehrere Jahre keimfähig.

Vermehrungsmethoden im Überblick – Vor- und Nachteile

Vermehrungsmethode VorteileNachteile
Stecklinge Stecklinge können von bestehenden Pflanzen leicht gewonnen werden. Die Methode besitzt relativ hohe Erfolgsaussichten.Es muss bereits eine Pflanze vorhanden sein, welche gut entwickelt ist und frisch austreibt. Nur die Stecklinge von einjährigen Trieben bewurzeln.
Ableger Ableger brauchen lediglich aus dem Erdboden gegraben werden. Die neue Pflanze ist quasi von selbst entstanden. Ableger bilden sich nur an niedrig wachsenden Arten, deren Äste bis zum Boden reichen.
Samen Es lassen sich mehrere Pflanzen ohne großen Aufwand heranziehen. Auch wer noch keine eigene Pflanze besitzt, kann die Vermehrung leicht durchführen. Die Samen besitzen eine niedrige Keimungsrate. Da es sich um einen Kaltkeimer handelt, ist die Stratifizierung der Samen notwendig. Die Methode ist sehr langwierig.

Was passiert mit den jungen Pflanzen?

Die Jungpflanzen sind besonders empfindlich. Das Wurzelgeflecht ist noch sehr zart und darf nicht verletzt werden. Nach der Keimung, bzw. Bewurzelung werden die Pflanzen in ein eigenständiges Pflanzgefäß umgesetzt. Junge Hemlocktannen haben einen hohen Feuchtigkeitsbedarf und sollten warm, aber nicht vollsonnig kultiviert werden. Dem hohen Nährstoffbedarf der Pflanzen kommen Sie mit einer regelmäßigen Versorgung mit organischem Dünger, bevorzugt Koniferendünger nach. Verwenden Sie keine salzhaltigen Dünger. Dies wird von den Gewächsen nicht vertragen.


Foto1: © Heike Rau - Fotolia.com

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