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Himalaya-Maiapfel: Zierpflanze mit medizinischer Wirkung

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Der Himalaya-Maiapfel ist recht pflegeleicht und eignet sich hervorragend als Zierpflanze im Garten. Verbreiteter ist jedoch die medizinische Verwendung.

Himalaya-Maiapfel
© rbkelle / stock.adobe.com

Der Himalaya-Maiapfel ist auch als Himalaya-Fußblatt sowie unter seinem botanischen Namen Podophyllum hexandrum bekannt. Diese Pflanze zählt zu der Gruppe der Berberitzengewächse, die auch Sauerdorngewächse genannt werden. Obwohl diese Pflanze sehr dekorativ ist, findet sich der Himalaya-Maiapfel nur gelegentlich in Gärten und Parks als Zierpflanze wieder. Vielmehr steht oftmals die medizinische Anwendung im Vordergrund. Was Hobbygärtner alles zu dieser Pflanze wissen sollten, verrät der nachfolgende Ratgeber.

Heimat des Himalaya-Maiapfels

Der Himalaya-Maiapfel bevorzugt Höhenlagen zwischen 2.000 und 3.500 Metern. Wie es der Name bereits besagt, ist diese Pflanze unter anderem in der Himalaya-Region anzutreffen. Ob in Buschwäldern oder auf Almen, diese geschützte Pflanze benötigt in den folgenden Anbaugebieten dringend einen humosen, sauren, frischen, möglichst kalkfreien und durchlässigen Boden:

  • Afghanistan
  • Indien
  • Kaschmir
  • Nepal
  • Pakistan
  • Bhutan
  • Sikkim (Bundesstaat Indiens)
  • China
  • Taiwan

Beschreibung des Himalaya-Maiapfels

Himalaya-Maiapfel (Podophyllum hexandrum)
Wuchs: aufrechte beblätterte Blütenstiele, horstig
Wuchshöhe: 50 – 60 cm
Blütezeit: Mai bis Juni
Verwendung: Zierpflanze, Heilpflanze
Standort: Halbschatten
Boden: frisch bis feucht, gut durchlässig, humusreich

Bei diesem Gewächs handelt es sich um eine krautige Pflanze, die von wenigen Verzweigungen gekennzeichnet ist. Im Wuchs erreicht der Himalaya-Maiapfel maximal eine Höhe von 50 bis 60 Zentimetern. Auffallend sind die gelappten Laubblätter, die in einem leuchtenden Grünton erstrahlen. Die großen Blätter der Pflanze erinnern rein optisch an die des Ahorns. Nach der Blüte kann es häufig zu rotbraunen Tupfer auf dem Blattwerk dieser Pflanze kommen. Daher schätzen zahlreiche Hobbygärtner auch das Blattwerk für seinen Zierwert.

Die Wuchsbreite beläuft sich auf 25 bis 30 Zentimeter, sodass ein ausreichender Abstand beim Anpflanzen des Gewächses einzuhalten ist. Die Schattenpflanze weist meist einen einblütigen Wuchs mit flachen, schalenförmigen, ausgebreiteten Blüten auf.

Anforderungen an Standort

Im Staudenbeet sowie auf Freiflächen kann diese Pflanze gleichermaßen zum Einsatz kommen. Sofern eine Gruppenanpflanzung angedacht ist, passen bis zu zehn Exemplare des Himalaya-Maiapfels auf eine Fläche von gerade einmal einem Quadratmeter. Die gute Frosthärte macht das Gewächs auch für hiesige Gärten interessant. Hänge-Segge und Strauß-Goldkolben gehören zu den Pflanzpartnern, mit denen der Himalaya-Maiapfel besonders gut harmoniert. Sofern die nötigen Umgebungsbedingungen vorherrschen, verlangt der Himalaya-Maiapfel dem Hobbygärtner nur einen geringen Pflegeaufwand ab. Die Vermehrung der Pflanze kann durch ihre Samen oder durch eine Teilung der Erdsprossen, der sogenannten Rhizome, erfolgen.

Blüte und Früchte

Seine Blütezeit erlebt der Himalaya-Maiapfel von Mai bis Juni, wenn die weniger als fünf Zentimeter großen Blüten die Pflanze besonders dekorativ machen. Außen erstrahlen die Blüten in Rosa und innen in Weiß. Zwischen Juli und August reifen dann die fünf Zentimeter langen Früchte des Gewächs, die eine orangerote Farbe ziert. Auch wenn der Maiapfel durchaus Früchte trägt, die im reifen Zustand nicht giftig sind, handelt es sich um keine besonders schmackhaften und daher nicht essbaren Früchte.

Vorsicht, giftig!

Himalaya-Maiapfel giftig
Die Blätter und die Rhizome des Himalaya-Maiapfels sind giftig – © JFBRUNEAU / stock.adobe.com
Der Wuchs der Pflanze gestaltet sich eher langsam und der Himalaya-Maiapfel geht mit einer phototoxischen Wirkung einher. Dies soll bedeuten, dass es zu Wechselwirkungen zwischen den Wirkstoffen des Himalaya-Maiapfels und dem Sonnenlicht kommt. Sofern der Pflanzensaft aus dem Gewächs auf die Haut gelangt und diese dann mit Sonnenlicht in Kontakt kommt, sind Hautveränderungen zu erwarten. Dabei gelten nicht nur die Blätter als giftig, sondern auch die Erdsprossen. Dies mag ein weiterer Grund sein, warum die Gebirgspflanze in hiesigen Gärten zu den Raritäten zählt.

Tipps zum Anpflanzen und zur Pflege

Pflanzung

Vor dem Einpflanzen gilt es, die Himalaya-Maiäpfel gut zu durchfeuchten. In ein ausreichend großes Pflanzloch ist jede Pflanze bodeneben einzusetzen, bevor der Hobbygärtner die umliegende Erde von Hand festdrückt. Ein gründliches sowie durchdringendes Angießen ist ebenso wichtig, damit der Himalaya-Maiapfel gut anwachsen und prächtig gedeihen kann.

Pflege

Zur Pflege der Gebirgspflanze ist es sinnvoll, diese im Abstand von zwei bis drei Jahren zu teilen. In diesem Zuge sind schwächelnde Triebe und Wurzeln zu entfernen. Denn das stärkt die Blütenkraft der Pflanze. Dabei empfiehlt es sich, sowohl beim Anpflanzen als auch bei der Pflege des Himalaya-Maiapfels Handschuhe zu tragen, um sich wirksam vor der Giftwirkung des Gewächses zu schützen.

Krankheiten und Schädlinge werden bei dieser Pflanze im Normalfall nicht zum Problem. Das erklärt somit, warum das Gewächs für Halbschatten und sonnige Lagen so leicht und wenig arbeitsaufwendig zu pflegen ist.

Vermehren

Sofern der Himalaya-Maiapfel vermehrt werden soll, bietet sich die Teilung eines besonders großen Exemplars im Frühherbst an. Zu der Aussaat sollten alle Hobbygärtner wissen, dass die Pflanze lange braucht, bis sie keimt, und die Sämlinge anschließend von einem langsamen Wachstum gekennzeichnet sind.

Himalaya-Maiapfel als Heilpflanze

Neben dem gelegentlichen Einsatz als Zierpflanze vor allem im Schattengarten dient das giftige Gewächs, welches Kälte sehr gut toleriert, Trockenheit jedoch gar nicht mag, vor allem medizinischen Zwecken. Aus dem Rhizom der Gebirgspflanze lässt sich ein Harz namens Podophyllin gewinnen. Dieser Wirkstoff wird wiederum genutzt, um ein Neurotoxin namens Podophyllotoxin daraus zu extrahieren.

In der Vergangenheit kam dieser Wirkstoff vor allem als Brech- und Abführmittel zum Einsatz. Auch zur Behandlung bereits infizierter Wunden wurde der Wirkstoff aus dem Himalaya-Maiapfel genutzt. Zudem soll dieses Mittel das Tumorwachstum hemmen. Weitere Studien haben ergeben, dass sich der Himalaya-Maiapfel-Wirkstoff als wirkungsvolles Insektizid im Kampf gegen Fruchtfliegen bewährt hat. Ein weiterer Tierversuch mit Mäusen hat ebenso erstaunliche Ergebnisse hervorgebracht. In dieser Studie hat sich das Himalaya-Maiapfel-Extrakt als wirksam gegen die Folgen einer Gammastrahlen-Einwirkung auf die Zellen der Mäuse erwiesen.

Foto1: © rbkelle / stock.adobe.com, Foto2: © JFBRUNEAU / stock.adobe.com

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