Erfahren Sie hier, wie Sie Ihren Garten igelfreundlich gestalten, um ihn so zu unterstützen und ein harmonisches Gleichgewicht mit der Natur zu fördern.

Igel sind natürliche Schädlingsbekämpfer und fressen gerne Insekten, Schnecken und andere Gartenplagen. Wenn Sie einen gesunden Igelbestand in Ihrem Garten haben, können Sie also den Einsatz von Chemikalien zur Schädlingsbekämpfung reduzieren. Hierfür benötigen Igel nicht nur im Winter einen sicheren Unterschlupf, der ihren Bedürfnissen entgegenkommt. Schon im Frühjahr und Sommer lassen sich mit einem igelfreundlichen Garten die richtigen Voraussetzungen schaffen, damit die stacheligen Tiere sich auf die kalte Jahreszeit vorbereiten können. Wie Ihnen das gelingt, erkläre ich nachfolgend im Detail.

🦔 Wie wird der Garten igelfreundlich?

Zunächst ist es gut zu wissen, dass Igel unter Naturschutz stehen. Dementsprechend müssen sie im Garten geduldet werden. Sie gehören zu den nachtaktiven Tieren im Garten und sind Einzelgänger, welche praktisch überall anzutreffen sind und sich inzwischen auch immer mehr in Städten zurechtfinden.

Wer einen eigenen Garten hat und das Leben der Tiere unterstützen möchte, kann diesen möglichst igelfreundlich gestalten. Das gelingt zum Beispiel auf die folgende Art und Weise:

  • Möglichst heimische Pflanzen sollten den Garten besiedeln.
  • Gleichzeitig sollten Sie auf eine gewisse Artenvielfalt Wert legen.
  • Vor dem Rasenmähen sollten alle Gartenbereiche nach Igeln abgesucht werden.
  • Igel schätzen abseits gelegene Winterquartiere, an denen sie ihre Ruhe haben.
  • Bei der Gartenpflege sollten keine Chemikalien oder Pestizide genutzt werden.
  • Wasser- und Futterstellen lassen sich igelfreundlich einrichten.
  • Fallen jeglicher Art oder Abwehrnetze sollten nicht im Garten platziert werden.

Generell ist bei der Erschaffung eines igelfreundlichen Gartens darauf zu achten, dass Sie vor allem Rücksicht auf das Tierwohl nehmen. Die jeweils genannten Punkten möchte ich nachfolgend deshalb noch etwas genauer erläutern.

🌼 Igelfreundliche Bepflanzung im Garten bevorzugen

◾ heimische Pflanzen:

Für den Igel ist es wichtig, dass vor allem heimische Pflanzen im Garten wachsen. Die aufgestellten Gewächse sind idealerweise vor allem abwechslungsreich, was die Artenvielfalt angeht. Mit diesem Schritt schaffen Sie eine wichtige Voraussetzung für das Überleben des Igels im Garten. Denn die Pflanzen locken unterschiedlichste Insekten an, was gleichzeitig das Menü des Igels stark erweitert. Dies ist bei exotischen Pflanzen hingegen nicht gewährleistet.

◾ Hecken:

Zahlreiche Pflanzen bieten dem Igel außerdem einen genügenden Sichtschutz, insbesondere was die Bepflanzung der Grundstücksgrenzen angeht. Hecken sind zum Beispiel für Igel ideal, weil sie sich in ihrem Schutz bestens verstecken können.

◾ Rasen:

Zur Bepflanzung gehört außerdem ein geeigneter Rasen. Diesen dürfen Sie bezüglich seiner Wuchshöhe ruhig vernachlässigen. Wenn Sie nicht unbedingt Ihren gesamten Rasen einer gewissen Wildheit opfern möchten, sollten Sie idealerweise ein Teilstück abtrennen, auf dem das Gras dann etwas länger werden darf und gleichzeitig dem Igel gute Voraussetzungen zum Überleben bietet.

Wichtig:
Wie bereits erwähnt, sollten vor dem Rasenmähen außerdem die Ränder, die Wiese selbst, sowie eventuelle Unterschlüpfe kontrolliert werden, damit der im Garten ruhende Igel nicht verletzt oder gestört wird.

Wird ein Rasenroboter eingesetzt, sollte dieser igelfreundlich sein und ausschließlich während des Tages verwendet werden.

🍂 Der richtige Unterschlupf für den Igel

Igelfreundlicher Garten Unterschlupf
Igelhäuser aus Holz sind ideale Unterschlüpfe – © grafxart / stock.adobe.com

Noch vor einigen Jahren hat man im Herbst einfach das Laub, Reisig und anderes Gehölz zusammen gerecht und in einer Ecke des Gartens liegen lassen, um für die Igel einen geeigneten Unterschlupf zu schaffen. In der heutigen Zeit ist es in vielen Fällen noch immer so. Denn so kann jeder das Herbstlaub sinnvoll verwenden. Es bieten sich jedoch auch gewisse Alternativen an, die den Bedürfnissen des Igels noch besser entgegenkommen.

◾ Notwendigkeit:

Igel brauchen praktisch ganzjährig einen Unterschlupf, in dem sie nicht nur überwintern, sondern im Frühjahr oder Sommer ebenso ihre Jungen aufziehen können. Der Winterschlaf eines Igels geht von etwa Ende Oktober bis zum April oder Mai des folgenden Jahres. Von Juni bis September ziehen sie hingegen ihren Nachwuchs auf.

◾ Material:

Igel bevorzugen einen Unterschlupf, der sich aus Reisig, Buschwerk und Laub zusammensetzt. Dementsprechend ist es sehr gut möglich, das Material ganzjährig in einer Ecke des Gartens zu sammeln.

◾ Platz:

Der beste Platz für das Material ist ruhig gelegen und windgeschützt. Ebenso sollte das Material möglichst keinen Regen abbekommen. Es sollte zudem selbstverständlich sein, dass Haustiere vom Ruheplatz des Igels fernzuhalten sind.

◾ Igelhäuser:

Der Handel bietet sogenannte Igelhäuser aus Holz an. Diese müssen lediglich mit dem geeigneten Material (trockenes Laub, Stroh oder Moos) gefüllt werden und sind somit ein perfektes Quartier für die Igel. Gleichzeitig bieten sie einen Schutz vor Fressfeinden, da die Eingänge so verwinkelt sind, dass beispielsweise Katzen keinen Zugang erhalten.

Wenn Sie wollen, können Sie aber auch selbst ein Winterquartier für Igel bauen.

◾ Feuchtigkeit:

Damit das Igelhaus von unten nicht feucht wird und schließlich schimmelt, ist eine zusätzliche Drainageschicht unterhalb des Häuschens empfehlenswert. Diese Drainageschicht können Sie ganz einfach mittels einer flachen Grube schaffen, die Sie mit Kies oder Sand füllen.

◾ Reinigung:

Um den Unterschlupf für den nächsten Bewohner vorzubereiten, sollte das Igelhaus oder der Laubhaufen erst zum April entfernt werden. Igelhäuser werden nun fachgerecht gereinigt und anschließend wieder an derselben Stelle aufgestellt.

💡 Ein Tipp am Rande:
Selbst wenn es nicht geplant ist, dem Igel im Garten einen Unterschlupf zu bieten, sollten zusammen geharkte Laubhaufen nicht abgebrannt werden. Denn wenn diese bereits länger im Garten liegen, können sich hier unterschiedliche Gartenbewohner eingenistet haben. Darunter zählt nicht nur der Siebenschläfer, sondern auch verschiedene Schneckenarten, Mäuse oder sogar Vögel.

⚠ Gefahrenstellen für Igel beseitigen

Im Garten gibt es einige Gefahrenstellen, die einem Igel zum Verhängnis werden können. Diese lassen sich jedoch relativ leicht ausfindig machen und eliminieren. Dazu zählen zum Beispiel:

FallgrubenSie sind im Garten in Form von Kellerschächten oder anderen Absenkungen zu finden. Diese sollten idealerweise abgedeckt werden.
WasserstellenHiermit sind vor allem größere Wasseransammlungen gemeint wie Teiche, Swimmingpools oder Ähnliches. Sie sollten unbedingt eine Böschung besitzen. Alternativ lassen sich auf ihnen Holzleisten verlegen, sodass der Igel diese erklimmen und das Wasser verlassen kann.
TreppenstufenOftmals sind die Stufen zum Keller oder Haus so hoch, dass der Igel sie nicht mehr bewältigen kann, wenn er sie versehentlich hinuntergestürzt ist. Seitlich auf den Treppenstufen bieten z.B. Klötze aus Holz oder Ziegelblöcke eine gute Möglichkeit zum Aufstieg.
Schuppen/GartenhausIgel erforschen gerne ihre Umgebung und schlüpfen somit auch durch offene Türen. Nach der Gartenarbeit sollten Sie deshalb das Gartenhaus oder den Schuppen kontrollieren. Auf diesem Weg vermeiden Sie, dass Sie einen Igel einschließen.
MüllsäckeIgel kriechen gerne in offene Müllsäcke, weil sie darin Nahrung vermuten und von dem Geruch angezogen werden. Daher sollten die Säcke grundsätzlich verschlossen werden.
AbwehrmaßnahmenOftmals werden im Garten Abwehrmaßnahmen aufgestellt, wie Abwehrnetze für Vögel oder andere Fallen. Hierauf wird in einem igelfreundlichen Garten am besten vollständig verzichtet, da das Tier sich andernfalls in den Netzen verfangen kann oder selbst das Opfer von Fallen wird, die nicht einmal seinetwegen aufgestellt wurden.

🥫 Das optimale Futter- und Wasserangebot

Igelfreundlicher Garten Igel füttern
Getreidefreies Katzen- oder Hundefutter eignet sich für Igel – © Stephen / stock.adobe.com

Ein abwechslungsreicher Garten bietet dem Igel für gewöhnlich genügend Futterquellen, sodass das Zufüttern nicht erforderlich ist. Denn dank einer geeigneten Bepflanzung ist ein ausreichendes Angebot an Würmern, Käfern und Raupen vorhanden. Lediglich im Herbst kann es sinnvoll sein, dem Igel zusätzliche Nahrung anzubieten.

Dabei ist es gut zu wissen, dass die stacheligen Tiere ausschließlich Insekten fressen. Das im Handel angebotene Igelfutter besitzt meist nicht die richtigen Inhaltsstoffe, weswegen es sich nicht zur Fütterung eignet. Stattdessen bevorzugen Igel ein getreidefreies Katzen- oder Hundefutter, das frei von Gelee oder Soße ist. Alternativ sind gekochte Eier ebenso ein Leckerbissen, den die Tiere gut vertragen. Wer möchte, kann auch mit Hackfleisch Igel füttern.

Die Fütterung sollte eingestellt werden, sobald es zu frieren beginnt, da der Igel sich spätestens dann ohnehin ein Quartier zur Überwinterung sucht. Erspähen Sie jedoch einen Igel, der zu diesem Zeitpunkt noch weniger als 600 Gramm auf die Waage bringt, sollten Sie ihn am besten in eine Igelstation bringen. Dort wird er aufgepäppelt und im Frühjahr wieder ausgesetzt.

In Bezug auf das Wasserangebot können verschiedene Tränken Abhilfe schaffen. Das in ihnen enthaltene Wasser sollte grundsätzlich sauber sein und daher täglich ausgewechselt werden.

Beachten Sie:
Igel dürfen ausschließlich Wasser trinken. Bieten Sie ihnen auf keinen Fall Milch an, denn für Igel kann diese sogar tödlich sein.

Igelfreundlicher Garten: So unterstützen Sie den stacheligen Gartenbewohner
Igel sind sehr nützliche Gartenbewohner – © schulzie / stock.adobe.com

☠ Verzicht auf chemische Mittel oder Gifte

Die Pflanzen im Garten benötigen nicht zwingend chemische Maßnahmen, um ihren Wuchs anzuregen. In einem igelfreundlichen Garten sollte die Verwendung von Chemikalien oder Giften grundsätzlich Tabu sein. Als Alternative können dagegen ökologisch verträgliche Produkte Verwendung finden. Noch besser ist selbst zubereitete Brennnesseljauche oder Beinwelljauche, denn diese Jauchen sind biologisch abbaubar und können dem Igel nicht schaden.

Sofern es möglich ist, sollten die im Garten wachsenden Pflanzen ohnehin möglichst in Ruhe gelassen werden. Ist eine gewisse Pflege notwendig, können zum Beispiel Blüten- oder Samenstände zum Teil an der Pflanze belassen werden, um anderen Tieren eine Nahrungsquelle zu bieten. Dies kommt letzten Endes auch dem Igel wieder zugute. Idealerweise werden die Pflanzen daher erst im Frühjahr zurückgeschnitten.

🏡 Durchgänge für den Igel schaffen

Das Revier eines Igels umfasst meistens mehr als 100 Hektar Land, welches sie während der ganzen Nacht durchqueren. Umso wichtiger ist es, ihnen einen passenden Ein- und Ausgang zu schaffen, wenn Sie die Tierchen in den heimischen Garten locken möchten. In Zäunen verfangen sie sich leider nur zu leicht, was häufig mit einer Verletzung des Tieres endet. Wenn Sie unbedingt Ihren Garten einzäunen möchten, sollten Sie hierfür lieber ein Modell aus Holz wählen, welches Sie in einer ausreichenden Höhe befestigen. Auf diesem Weg kann der Igel leicht in den Garten gelangen und ihn wieder verlassen.

Um es dem Igel möglichst einfach zu machen, können Sie Ihren Garten auch mit Hecken einzäunen, da er durch diese eigentlich immer einen Weg hinein als auch wieder hinausfindet.

↪ Fazit:

Ein igelfreundlicher Garten ist nicht nur gut für die stacheligen Bewohner, sondern auch für die gesamte Gartenökologie. Mit ein paar einfachen Schritten können Sie einen sicheren und nährstoffreichen Lebensraum für Igel schaffen und gleichzeitig die natürliche Schönheit und Gesundheit Ihres Gartens fördern.

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Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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