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Johannisbeeren schneiden

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Für eine reiche Johannisbeerernte ist es wichtig, dass Sie ihre Johannisbeeren regelmäßig schneiden. Wie erklären Ihnen, wie Sie dabei am besten vorgehen.

Johannisbeere schneiden
© MarkusL / stock.adobe.com

Damit Johannisbeeren (bot. Ribes) die gewünschten Erträge bringen, müssen die Pflanzen regelmäßig beschnitten werden. Dabei gibt es Unterschiede zwischen roten und schwarzen Sorten und auch die immer beliebter werdenden Johannisbeeren-Stämmchen benötigen spezielle Schnittmaßnahmen. Im Folgenden wird der Schnitt von Johannisbeeren detailliert erläutert und auf die jeweiligen Unterschiede eingegangen.

Warum müssen Johannisbeeren geschnitten werden?

Die meisten Früchte bilden rote und weiße  Johannisbeeren an den Seitentrieben der mehrjährigen Hauptäste aus. Bereits ab dem vierten Jahr sinken die Erträge deutlich. Daher sind Schnittmaßnahmen notwendig, um die Triebe zu entfernen. Schwarze Johannisbeeren wachsen an den einjährigen Trieben. Auch hier muss das alte Holz regelmäßig entfernt werden.

Allgemein macht sich der Schnitt auch notwendig, um die Pflanze zu verjüngen und zu einem kräftigeren Wuchs anzuregen. Zudem ist es notwendig, die alten und abgestorbenen Äste regelmäßig zu entfernen, damit die Sträucher kräftig austreiben und eine reiche Ernte versprechen.

Wann sollten man die Johannisbeeren schneiden?

Der beste Zeitpunkt für den Schnitt ist der Spätsommer. Schneiden Sie die Johannisbeere im Spätsommer unmittelbar nach der Ernte, damit sie im Folgejahr eine reiche Ernte bringt. Zudem ist es möglich, die Johannisbeere im zeitigen Frühjahr – etwa im März – zu schneiden.

Tipp: Sowohl tote und welke Pflanzenteile als auch von der Johannisbeerblasenlaus befallene Pflanzenteile können ganzjährlich entfernt werden.

Welches Werkzeug ist notwendig?

Für den Schnitt der Johannisbeeren sollten folgende Werkzeuge bereitliegen:

  • Handschere
  • Astschere
  • Stichsäge oder Säbelsäge

Tipp: Handschuhe nicht vergessen.

Bei den stärkeren Trieben im Inneren der Pflanze reicht eine Handschere nicht aus. Damit kein unnötiger Kraftaufwand notwendig ist, werden Ast-, Stich- oder Säbelsäge verwendet. Wichtig ist auch, ein sauberes Schnittbild zu erzeugen. Gerade Schnittkanten lassen sich nur mit scharfen Werkzeugen erzielen. Ist die Kante ausgefranst, heilen die Wunden schlechter ab und Bakterien und Pilze haben leichtes Spiel, in die geschwächte Pflanze einzudringen. Lesen Sie dazu gern auch unseren Artikel „Wundpflege bei Gehölzen – So verhindern Sie einen Pilzbefall“.

Rote und weiße Johannisbeeren schneiden

Wie bereits erwähnt, werden die Früchte an den zwei- bis dreijährigen Trieben ausgebildet. Nimmt der Ertrag ab dem vierten Jahr ab, muss die Johannisbeere jährlich zurückgeschnitten werden. Werden die älteren Triebe entfernt, bilden sich vermehrt junge Bodentriebe.

Schwach wüchsige Sträucher werden jährlich etwa um ein Drittel gekürzt. Junge und mehrjährige Triebe sollten dabei in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen.

Was beim Schnitt beachtet werden sollte:

  • Ältere Triebe sind komplett zu entfernen.
  • Stehen die Zweige eng beieinander, werden sie ausgelichtet.
  • An jeder Pflanze werden etwa zehn bis zwölf Hauptäste belassen.

Verholzte Triebe werden an der Strauchbasis abgesägt. Die lassen sich an einer dunklen Rindenfärbung erkennen. Damit die Pflanzen nicht vergreisen, ist es ratsam, frühzeitig mit der Nachzucht von Bodentrieben zu beginnen. Dazu wird der alte Haupttrieb im dritten oder vierten Jahr geschnitten.

Johannisbeeren auslichten

Johannisbeere auslichten
© sky_diez / stock.adobe.com

Mit einem Auslichtungsschnitt macht der Hobbygärtner den Weg frei für die jungen Triebe, welche genügend Licht brauchen, um nachwachsen zu können. Von den neuen Trieben werden zwei bis drei kräftige Exemplare am Strauch belassen. Die alten Hauptäste und die restlichen neuen Triebe werden entfernt.

Die Seitentriebe der jüngeren Ruten werden auf etwa 30 Zentimeter gekürzt. Bodennahe Seitentriebe können entfernt werden. Hier würden sich ohnehin keine Früchte ausbilden, da nicht genug Licht eindringen kann.

Ausbildung der Früchte fördern

Alle Seitentriebe, die im letzten Jahr Früchte trugen, werden auf etwa einen Zentimeter Länge zurückgeschnitten. Hier werden sich neue Triebe bilden. Die Früchte erscheinen vermutlich erst im übernächsten Gartenjahr. Die weiteren Seitentriebe werden nicht beschnitten. Dort kommt es im folgenden Sommer zur Ausbildung von Früchten.

Schwarze Johannisbeeren schneiden

Da die Früchte bei der schwarzen Johannisbeere an den einjährigen Seitentrieben erscheinen, ist dies beim Schnitt zu berücksichtigen. Der Hobbygärtner hat es hier einfacher und kann quasi einen „Rundum-Schnitt“ durchführen. Damit behalten die Sträucher auch ihre Form.

Alle schwachen Triebe an den Hauptästen und der Strauchbasis werden entfernt. Im Frühjahr werden die Hauptäste über dem zweiten oder dritten Seitentrieb gekappt. Die alten Haupttriebe werden komplett entfernt und durch neue Triebe, die an der Basis belassen werden ersetzt.

Ein regelmäßiger Schnitt ist notwendig, denn bereits ab dem zweiten Jahr bilden sich an den älteren Trieben kaum noch Früchte aus. Die alten Zweige hindern die Pflanze am Wachsen und rauben den neuen Trieben das Licht.

Tipp: Damit das Erscheinungsbild der Sträucher gewahrt bleibt, sollten mindestens zehn Äste an jedem Strauch belassen werden.

Ein buschiger Wuchs lässt sich fördern, wenn die Haupttriebe komplett gekürzt und nur vier Seitentriebe am Strauch belassen werden. Die Pflanze wird kräftig austreiben und im Folgejahr vermehrt Früchte ausbilden. Es kann passieren, dass sich die noch schwachen Triebe unter der Last der Früchte zu Boden neigen. Die Äste müssen dann abgestützt werden.

Johannisbeeren-Hochstämmchen schneiden

In kleineren Gärten oder auch auf Balkon oder Terrasse finden vermehrt zu Hochstämmchen gezogene Johannisbeeren ihren Platz.

Beim Schnitt sollte Folgendes beachtet werden:

  • Äste, die steil nach oben wachsen, werden entfernt.
  • Schwache Triebe werden gekürzt.
  • Ältere Zweige, die nach unten wachsen, werden weggeschnitten.
  • Wasserschosser werden entfernt.

Beim Hochstämmchen ist auf einen gleichmäßigen Kronenaufbau zu achten. Auch hier ist es wichtig, scharfes Werkzeug zu verwenden, um glatte Schnittkanten zu hinterlassen und das Einreißen der Äste während des Rückschnitts zu verhindern.

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