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Kannenpflanze – So pflegen & füttern Sie die fleischfressende Pflanze

Sie sieht aus wie ein magisches florales Trinkgefäß aus dem Feenreich. Doch gerade für kleine Insekten ist sie alles andere als bezaubernd: die Kannenpflanze.

Kannenpflanze
Die Kannenpflanze ist eine fleischfressende Pflanze | © wjarek / stock.adobe.com

Unter den fleischfressenden Pflanzen ist die Venusfliegenfalle wohl die bekannteste. Die schönste ist jedoch mit Abstand die Kannenpflanze (Nepenthes). Ihre rot-grünen bis rot-orangen Kannen muten wie elfengleiche Trinkbecher an, besitzen jedoch eine äußerst heimtückische Funktion. Denn die Pflanzengefäße dienen als Fallgruben für lebende Beute. Das tut dem Zierwert von Nepenthes jedoch keinen Abbruch, weshalb die Tropenpflanze insbesondere für Pflanzkonzepte á la Indoor-Dschungel eine echte Bereicherung sind.

Besonderheiten der Kannenpflanze

Nepenthes ist als Zimmerpflanze ein ganz besonderer Blickfang. Die fleischfressende Pflanze bildet unterschiedlich geformte Boden- und Hochkannen aus, die artabhängig bis zu 50 cm groß werden können. Mit ihnen fängt die Kannenpflanze in freier Wildbahn sowohl fliegende Insekten und kleine Vögel als auch Kriech- und Nagetiere.

So tödlich die Kannen aber auch sind, so dekorativ wirken sie im Raum und verleihen diesem eine außergewöhnliche tropische Note. Dabei ist eine sorgfältige Artenauswahl aber äußerst wichtig, denn es gibt Kannenpflanzen mit Wuchshöhen von 20 Zentimetern bis 20 Metern in so gut wie jeder Größenordnung. Andererseits haben die unterschiedlichen Kannenpflanzen-Arten auch sehr individuelle Kulturansprüche.

Hinweise zur Kultur der Kannenpflanze

Da die Kannenpflanze ursprünglich aus südostasiatischen Tropenländern wie Malaysia oder den Philippinen stammt, ist sie leider nicht winterhart. Die Pflanze benötigt deshalb ganzjährig warme Temperaturen zwischen 25 und 30 °C. Außerdem ist die Pflanze aus ihrer tropischen Heimat an eine hohe Luftfeuchtigkeit von 70 bis 90 Prozent gewöhnt. Bei Zimmerkultur empfiehlt sich deshalb entweder die Haltung in einem Terrarium oder die Auswahl spezieller Kultursorten. Empfehlenswerte Nepenthes-Arten für die Zimmerhaltung sind z.B.:

  • Nepenthes gracilis
  • Nepenthes madagascariensis
  • Nepenthes pervillei
  • Nepenthes rafflesiana
  • Nepenthes truncata
  • Nepenthes alata
  • Nepenthes brubidgeae
  • Nepenthes ventricosa

Standort & Substrat für Kannenpflanzen

Kannenpflanze
Bei Zimmerkultur empfiehlt sich die Haltung in einem Terrarium | © KarinD / stock.adobe.com

Grundsätzlich bevorzugen Kannenpflanzen einen Standort im hellen Halbschatten oder in der vollen Sonne. Für die Terrarien-Haltung bedeutet dies, dass gegebenenfalls künstliche Beleuchtung notwendig ist.

Das passende Substrat für Nepenthes sollte einen neutralen pH-Wert aufweisen und gut durchlässig sein. Die Bodenzusammensetzung ähnelt dem von Sukkulenten-Substrat und sollte individuell aus Bestandteilen wie

  • Aktivkohle,
  • Blähton,
  • Kokosfasern,
  • Perliten
  • und Sphagnum-Moos

zusammengemischt werden. Es kann diesbezüglich von Vorteil sein, etwas Erfahrung mit der Kultur von Sukkulenten, Orchideen und Tropenpflanzen zu haben.

So pflegen Sie Kannenpflanzen richtig

❍ Kannenpflanze gießen und besprühen:

Nepenthes benötigt insbesondere während der Wachstumsphase einen konstant frisch-feuchten Boden, wobei Staunässe ebenso zu vermeiden ist wie anhaltende Trockenphasen. Für die Bewässerung verwenden Sie am besten kalkfreies Regenwasser oder auch gerne Mineralwasser.

Um die Luftfeuchtigkeit außerhalb von Terrarien aufrecht zu erhalten, ist ein regelmäßiges Besprühen der Kannenpflanze ratsam.

❍ Kannenpflanze düngen:

In freier Natur bezieht Nepenthes wichtige Nährstoffe aus verdauter Beute. Hierzu bildet die Pflanze in ihren Kannen ein Verdauungssekret mit äußerst saurem pH-Wert, das der Zersetzung der Beute dient. Leeren Sie die Pflanzenkannen daher niemals aus, da diese ansonsten ihre Verdauungsfunktion verlieren und absterben.

❍ Kannenpflanze füttern:

Füttern können Sie Nepenthes mit Fliegen und anderen Insekten, die aber nach Möglichkeit noch leben sollten. Passende Lebendnahrung finden Sie beispielsweise in Form von Mehlwürmern oder Heuschrecken in gut sortierten Haustier- und Angelshops. Alternativ zur Fütterung ist auch eine Düngung mit herkömmlichem Orchideendünger möglich.

Beachten Sie:
Der Verdauungsprozess der Kannenpflanze dauert etwa zwei Tage. Während dieser Zeit sollten versorgte Kannen nicht erneut gefüttert werden. Auch bilden sich im Rahmen der Fütterung Verdauungsgerüche, auf die Sie vorbereitet sein sollten.

So lässt sich eine Kannenpflanze vermehren

Vermehren lässt sich Nepenthes entweder durch Samen oder Kopfstecklinge. Die Samen bilden sich im Sommer aus und werden nach der Fruchtreife ohne Vortrocknen direkt ausgesät.

Kopfstecklinge entnehmen Sie dagegen am besten im Frühjahr. Achten Sie darauf, einen möglichst langen Stiel mit abzuschneiden, damit der Steckling gut anwurzelt. Pflanzen Sie diesen anschließend umgehend in ein Anzuchtsubstrat. In diesem Video bekommen Sie alles noch einmal genau erklärt:

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