Wer es exotisch mag, der sollte unbedingt eine Keulenlilie besitzen. Die diverse Blattfärbung macht nämlich einiges her. Dafür ist jedoch etwas Pflege nötig.

Keulenlilien, auch bekannt als Cordyline, gehören zu den beliebtesten Zierpflanzen für Haus und Garten. Mit ihren farbenfrohen, schwertförmigen Blättern ziehen sie alle Blicke auf sich. Ob als Zimmerpflanze, auf dem Balkon oder der Terrasse – sie sorgen für exotisches Flair und somit für eine angenehme Atmosphäre. Dabei müssen Sie sich bei der Wahl der passenden Keulenlilie nicht auf eine Sorte beschränken. Es gibt sie schließlich mit verschiedenen Blattfarben. Von kräftigem Grün über feuriges Rot bis zu sanften Gelb- und Rosa-Tönen ist alles dabei.

Doch nicht nur optisch sind Keulenlilien eine schöne Erscheinung. Hinzu kommt noch, dass sie robust sind und sich daher sogar ideal für Anfänger eignen. Das Tüpfelchen auf dem I ist ihre Anpassungsfähigkeit. Somit ist die Keulenlilie eine wahre Bereicherung für jeden Pflanzenfreund.

Herkunft und Verbreitung

Keulenlilien stammen ursprünglich aus den Tropen und Subtropen, vor allem aus Australien, Neuseeland, Neuguinea und den Inseln Südostasiens. Sie gedeihen dort in feuchten Wäldern und an Flussufern, wo sie oft in Gruppen wachsen und die Landschaft mit ihren leuchtenden Farben prägen. Doch mittlerweile hat sich diese anpassungsfähige Pflanze sogar schon weltweit und somit auch bei uns als Garten- und Zimmerpflanze etabliert.

Aussehen und Wuchs

Die Gattung der Keulenlilie umfasst ungefähr 20 verschiedene Arten. Sie alle faszinieren durch ihre langen, oft schmalen, manchmal aber auch etwas breiteren und glänzenden Blätter, die in einer breiten Farbpalette daherkommen. Von sattem Grün über tiefes Rot bis zu leuchtenden Gelb- und Rosa-Tönen ist alles dabei. Somit hat jede Sorte ihren eigenen Reiz.

Die Pflanze bildet eine kompakte Rosette aus, die bei älteren Exemplaren auf einem dicken Stamm sitzt. Dieser kann, je nach Sorte und Alter, mehrere Meter hoch werden. In der Natur erreicht die Keulenlilie Höhen von bis zu 5 Metern. Als Zimmerpflanze bleibt sie jedoch meist kleiner und erreicht „nur“ eine Höhe von 1 bis 3 Meter.

Neben den Blättern sind auch die Blüten der Keulenlilie eine echte Augenweide, denn die kleinen, zarten Blüten in Weiß oder Rosa wachsen in dichten Rispen und verbreiten einen angenehmen Duft. Sie sind vor allem bei älteren Pflanzen zu sehen und machen die Keulenlilie noch attraktiver. Aus den Rispen bilden sich später sogar noch kugelige Früchte aus, die Samen enthalten.

Besonders schöne Sorten

Keulenlilie pflanzen, pflegen und vermehren
Die Cordyline fruticosa besitzt rosa Blattränder – © Sharoh / stock.adobe.com

Bei den Sorten ist es gut zu wissen, dass die Pflanzen in Warmhaus-Keulenlilien und Kalthaus-Keulenlilien unterteilt werden:

Warmhaus-Keulenlilien:

Sie werden ganzjährig als Zimmerpflanzen kultiviert und lieben Temperaturen um die 20 °C. Zu ihnen zählen zum Beispiel die Cordyline terminalis und die Cordyline fruticosa.

Kalthaus-Keulenlilien:

Sie können ganzjährig als Zimmerpflanze kultiviert werden oder den Sommer im Freien verbringen. Im Herbst werden sie dann zum Überwintern aber wieder an einen etwas kühleren Ort ins Haus gebracht. Zu den Kalthaus-Keulenlilien zählen zum Beispiel Cordyline australis und Cordyline indivisa.

Besonders schöne Sorten der Keulenlilie sind zum Beispiel:

Cordyline fruticosa ‘Kiwi‘• Blätter mit grünen, gelben und rosa Streifen
• ideal als Zimmerpflanze geeignet
Cordyline australis Red Star‘• dunkelrote Blätter
• wirkt sehr elegant
Cordyline fruticosa Pink Passion‘• strahlend pinke Blätter
• Hingucker in modernen Einrichtungen
Cordyline australis Torbay Dazzler• cremeweiß und grün gestreifte Blätter
Cordyline australis Sundance‘• grüne Blätter mit bronzeroten Akzenten
• perfekt für sonnige Standorte

Steckbrief

Keulenlilie (Cordyline)
Familie:Spargelgewächse (Asparagaceae)
Wuchshöhe:1 bis 5 m (je nach Art und Standort)
Blätter:oft schwertförmig, bei einigen Arten breiter, vielfarbig
Blüten:klein, weiß oder rosa
Standort:halbschattig
Boden:Mischung aus Blumenerde und Sand
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Standort und Boden

Die Keulenlilie bevorzugt einen halbschattigen Standort. Das helle, indirekte Licht bringt dabei die Farben der Blätter besonders gut zur Geltung. Ist der Standort zu schattig, geht die wunderschöne Farbe der Blätter verloren. Daher heißt es allgemein: Je bunter die Blätter, desto heller sollte der Standort sein. Außerdem sollte die Luftfeuchtigkeit hoch sein. Platzieren Sie die Keulenlilie daher also am besten im Badezimmer oder in der Küche in der Nähe von einem Fenster. Kalthaus-Keulenlilien dürfen nach den Eisheiligen bis Anfang Oktober aber auch gerne auf dem Balkon oder der Terrasse platziert werden.

Was den Boden betrifft, sind Keulenlilien sehr genügsam, denn sowohl Warmhaus-Keulenlilien als auch Kalthaus-Keulenlilien bevorzugen eine Mischung aus Blumenerde und Sand. Wichtig ist nur, aufzupassen, dass keine Staunässe entsteht, denn diese schadet der Pflanze. Ich rate Ihnen deshalb eine Drainage im Blumentopf anzulegen. Dafür eignet sich Blähton besonders gut.

Tipps zur Pflege

Keulenlilie pflanzen, pflegen und vermehren
Etwa alle zwei Jahre sollte die Keulenlilie umgetopft werden – © Julia Lavrinenko / stock.adobe.com

Gießen:

Halten Sie die Erde der Keulenlilie gleichmäßig feucht, aber vermeiden Sie Staunässe. Im Sommer benötigt die Keulenlilie mehr Wasser, vor allem an heißen Tagen. Überprüfen Sie daher regelmäßig per Fingertest, ob die obere Erdschicht trocken ist. Wenn ja, können Sie mit kalkarmen Wasser gießen. Im Winter müssen Sie es hingegen nicht so genau mit dem Gießen nehmen. Es reicht dann vollkommen aus, wenn Sie etwa alle 10 Tage zur Gießkanne greifen.

Düngen:

Um das kräftige Wachstum und die intensive Blattfärbung zu fördern, düngen Sie die Pflanze von Frühjahr bis Sommer entweder alle zwei Wochen mit einem flüssigen Grünpflanzendünger oder alle drei Monate mit einem Langzeitdünger. Im Herbst und Winter sollten Sie die Düngung einstellen, da die Keulenlilie in dieser Zeit weniger Nährstoffe benötigt. Eine Ausnahme bilden hier nur die Cordyline australis und die Cordyline indivisa. Sie wollen auch in den kalten Jahreszeiten zweimal mit Langzeitdünger versorgt werden.

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Überwinterung:

Kalthaus-Keulenlilie, dürfen zwar in Frühling und Sommer draußen stehen, sie sind jedoch nicht winterhart und sollte daher vor dem ersten Frost ins Haus geholt werden. Hier fühlen sie sich an einem kühlen (10 bis 15 °C) und hellen Standort am wohlsten.

Schnitt:

Zur Schere greifen müssen Sie bei der Keulenlilie eigentlich nicht. Nur dann, wenn die Blätter gelb oder abgestorben sind. Dadurch bleibt die Pflanze gesund und sie sieht gepflegt aus. Ein starker Rückschnitt ist nur dann nötig, wenn Ihnen die Pflanze zu groß wird oder sie aus der Form gerät. In diesen Fällen können Sie im Frühjahr die Keulenlilie beschneiden. Aber bitte nicht mehr als 20 Prozent von der Pflanze, denn ansonsten erholt sich die Keulenlilie nur sehr schlecht davon – oder vielleicht gar nicht.

Umtopfen:

Etwa alle zwei Jahre wird es im Frühjahr Zeit für einen größeren Blumentopf. Nehmen Sie die Pflanze dann einfach aus der Erde, entfernen Sie zu lange und kranke Wurzeln und setzen Sie die Keulenlilie in einen etwas größeren Topf mit frischer Erde.

Schädlinge und Krankheiten:

➩ Schädlinge:

Blattläuse, Spinnmilben und Wollläuse können vor allem im Winter auftreten, wenn die Luftfeuchtigkeit wegen der Heizungsluft sinkt. Wischen Sie in diesem Fall die Blätter mit einem feuchten Tuch ab oder behandeln Sie Ihre Pflanze mit Neemöl. Vorbeugen können Sie einen Befall übrigens, indem Sie die Blätter regelmäßig mit Wasser besprühen.

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➩ Gelbe Blätter:

Werden die Blätter gelb, kann das an Staunässe liegen. Kontrollieren Sie in diesem Fall die Erde. Ist sie zu nass, sollten Sie das Gießen erst einmal einstellen. Und zwar so lange, bis die Erder getrocknet ist. Riecht die Erde hingegen schon faulig, wird die Keulenlilie wahrscheinlich unter Wurzelfäule leiden. In diesem Fall sollten Sie die Keulenlilie in frische Erde umtopfen und die verfaulten Wurzeln abschneiden.  

➩ Braune Blätter:

Bekommt die Keulenlilie braune Blätter, haben Sie entweder zu wenig gegossen oder aber die Luftfeuchtigkeit ist zu gering. Regelmäßiges Gießen und das Besprühen mit Wasser können hier Abhilfe schaffen.

Vermehrung

Keulenlilie pflanzen, pflegen und vermehren
Die Stecklingsvermehrung ist gelingsicher – © Justyna / stock.adobe.com

Die Vermehrung der Keulenlilie gelingt sowohl über Stecklinge als auch über Samen. Gehen Sie dabei einfach folgendermaßen vor:

Stecklinge:

  1. Schneiden Sie etwa 10 cm vom Stamm ab. Die Blätter bleiben am Steckling, damit dieser nicht zu viel Energie aufbringen muss.
  2. Stellen Sie den Steckling in ein Glas mit Wasser, sodass der untere Teil bedeckt ist. Tauschen Sie das Wasser aber alle paar Tage aus, um Fäulnis zu vermeiden. Alternativ dazu können Sie den Steckling auch direkt in feuchte Anzuchterde setzen.
  3. Platzieren Sie den Steckling an einen hellen, warmen Ort, jedoch ohne direkte Sonneneinstrahlung und bei einer Temperatur von 20 bis 25 Grad Celsius.
  4. Nach etwa zwei bis vier Wochen sollten sich erste Wurzeln bilden. Stecklinge im Wasser können anschließend in Erde gepflanzt werden.

Aussaat:

  1. Weichen Sie die Samen etwa 24 Stunden in lauwarmem Wasser ein.
  2. Verteilen Sie die Samen anschließend auf Anzuchterde und bedecken Sie diese mit einer dünnen Schicht Erde.
  3. Den Pflanztopf nun mit einer Folie abdecken und regelmäßig lüften, damit kein Schimmel entsteht.
  4. An einem hellen Standort mit warmen Temperaturen sollten sich dann nach etwa sechs Wochen die ersten Keimlinge zeigen.
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Mutter, Hundebesitzerin und leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Schon als Kind habe ich gemeinsam mit meinen Eltern den heimischen Garten bewirtschaftet und mich für dessen Gestaltung interessiert. Jetzt besitze ich meinen eigenen Garten und zeige meiner Tochter, wie einfach es ist Obst, Gemüse und Blumen selbst zu züchten. Ein Garten bedeutet viel Arbeit - er belohnt uns dafür aber auch mit einer reichen Ernte, wunderschönen Blumen und dem tollen Gefühl aus eigener Kraft etwas geschaffen zu haben.

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