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Kirschfruchtfliege bekämpfen – So werden Sie Maden in Kirschen wieder los

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Frische Kirschen vom eigenen Baum sind äußerst lecker, aber bitte ohne Maden. Damit diese die Kirschen nicht ungenießbar machen, gibt es einige Möglichkeiten zur Bekämpfung.

Kirschfruchtfliege bekämpfen - So werden Sie Maden in Kirchen wieder los
© feuerpferd1111 – Fotolia.com

Die Kirschfruchtfliege ist ein Schädling, der vielen Hobbygärtnern Jahr für Jahr die Kirschernte vermiest. Denn wenn man Kirschen vom Baum pflückt und herzhaft in diese hinein beißt, möchte man nicht unbedingt einen weißen Wurm bzw. eine weiße Made sehen, die sich am Kern der Kirsche entlang schlängelt.

Die Kirschfruchtfliege legt Ihre Eier in die reifenden Kirschen. Diese schlüpfen dann und die Maden fressen sich durch die Kirsche bis zum Kern vor. Das Innere der Kirschen wird dadurch zu einem eher bräunlichen Brei an den Stellen, an denen die Maden sich gütlich getan haben. Chemische Mittel gegen die Kirschfruchtfliege sind in Deutschland in heimischen Gärten inzwischen nicht mehr zulässig – und so stellt sich die Frage, wie man die lästigen Fliegen loswerden und den Kirschbaum vor dem Befall durch die Fruchtfliege schützen kann.

Übrigens: Die Kirschfruchtfliege hat Ähnlichkeiten mit der Stubenfliege von der Optik her. Wenn man aber genauer hinsieht, erkennt man schnell die Unterschiede. Mit einer Länge von rund 5 mm kommt die Kirschfruchtfliege mit bräunlich quergebänderten Flügeln, grünen Facettenaugen und einem auffälligen trapezförmigen gelben Rückenschild daher. Insofern kann man die Kirschfruchtfliege im Garten durchaus erkennen.

Das Problem ist, dass die Zahl der Fliegen in aller Regel so groß ist, dass einfache Bekämpfungsmaßnahmen oftmals nur unzureichenden Erfolg zeigen. Wer die Kirschfruchtfliege wirklich aus seinem Garten verbannen möchte, der muss einen Mix der unten aufgeführten Tipps und Ratschläge anwenden. Denn nur wenn man die einzelnen Methoden kombiniert, kann man wirklich dauerhaften Erfolg bei der Bekämpfung der Kirschfruchtfliege haben.

3 Methoden zur Bekämpfung der Kirschfruchtfliege

Prinzipiell gibt es drei Arten an die Sache heranzugehen, wenn man den eigenen Garten vor der Kirschfruchtfliege schützen möchte bzw. wenn man Kirschen ohne Maden essen möchte. Diese sind einfach und kurz zusammengefasst:

  • Die Vorsorge schon bei der Anpflanzung von Kirschbäumen,
  • die direkte Bekämpfung der Kirschfruchtfliege in alten Baumbeständen und
  • nach dem Pflücken der nachträgliche Versuch, die Maden loszuwerden.

Je nachdem ob Sie bereits einen Kirschbaum haben oder sich noch einen oder mehrere Anpflanzen möchten oder ob Sie womöglich in diesem Jahr gar nichts gegen die Kirschfruchtfliege getan haben und erst bei der Ernte feststellen, dass Ihre Kirschen unter Madenbefall leiden, müssen Sie für sich festlegen, wie Sie genau reagieren möchten.

Tipps bei der Pflanzung eines neuen Baumes

Die Kirschfruchtfliege ist vor allem Ende Mai, Anfang Juni aktiv. Und sie legt Ihre Eier in Kirschen, die zu diesem Zeitpunkt zu reifen beginnen – die also nicht mehr grün sind, sondern langsam von einer gelblichen in eine rötliche Färbung übergehen. Es gibt aber auch Kirschsorten, die von Kirschfruchtfliegen von vorn herein weitgehend verschont bleiben. Einfach, weil die Früchte dieser Bäume zu der Zeit, da die Kirschfruchtfliege die Gärten in Deutschland unsicher macht, längst über dieses Reifestadium hinaus sind. Frühkirschen sind daher deutlich weniger anfällig für den Befall durch Kirschfruchtfliegen, als die normal blühenden oder die Spätkirschen. Wenn man also einen neuen Kirschbaum pflanzen möchte, lohnt es sich darüber nachzudenken, eine Frühkirsche zu pflanzen.

Ein weiterer Punkt ist die bewusste Reduzierung der Größe des Kirschbaumes. Sei es durch gezielte Beschneidung des Baumes oder dadurch, dass man von vorn herein eine Unterlage wählt, in welcher der Kirschbaum eher schwach wächst. So bleiben die Fruchtbäume länger in einer Größe, die man problemlos mit einem entsprechenden Insektenschutznetz vor dem Zugriff durch Kirschfruchtfliegen bewahren kann.

Möglichkeiten die Kirschfruchtfliege aus Baumbeständen fernzuhalten

Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen. Auf jeden Fall sollte man sich hinreichend über die Kirschfruchtfliege informieren, wenn man wirklich wirkungsvolle Gegenmaßnahmen ergreifen möchte. Zu den Dingen, die man wissen sollte, gehört zum Beispiel der Umstand, dass die eingepuppten Kirschfruchtfliegen, die sich erst einmal im Boden befinden, Ende Mai – Anfang Juni schlüpfen und dann in einem Zeitraum von rund 14 Tagen Ihre Eier in die neuen Kirschen legen. Das ist der Zeitraum, in dem Gegenmaßnahmen gegen die Kirschfruchtfliege ergriffen werden müssen. Wer schon deutlich früher, zum Beispiel in der Blüte der Kirschbäume, irgendwelche Maßnahmen gegen die Kirschfruchtfliege ergreift, kann keinen Erfolg haben – einfach, weil die Tiere zu dieser Zeit noch nicht da sind.

Im Folgenden wollen wir einmal einige Möglichkeiten der Bekämpfung der Kirschfruchtfliege vorstellen und auch die jeweiligen Erfolgsaussichten kurz darstellen. Manche angeratenen Maßnahmen eignen sich nur unter bestimmten Umständen – andere können immer und bei jedem Kirschbaum angewandt werden.

Gelbtafeln als Fallen für die Kirschfruchtfliegen

Die Kirschfruchtfliege wird von der Farbe Gelb magisch angezogen. Kein Wunder, legt sie ihre Eier doch in der Regel dann in die Kirschen, wenn diese gelblich bis hellrot schimmern. Wer in der Hauptflugzeit der Kirschfruchtfliegen sogenannte Gelbtafeln an der Südseite seines Kirschbaumes aufhängt, wird schnell die mit Leim versehenen Stellen der Gelbtafeln mit Kirschfliegen besetzt haben. Das hält auf jeden Fall eine Menge von den Schädlingen von Ihrem Baum ab – aber in der Regel nicht alle. Nur bei wirklich kleinen Kirschbäumen kann es ausreichen, Gelbtafeln in den Baum zu hängen und die Kirschfruchtfliegen an diesen verenden zu lassen. Bei größeren Bäumen taugen Gelbtafeln bestenfalls als Indikator dafür, wie viele Kirschfruchtfliegen in diesem Jahr unterwegs sind und ob bereits die Zeit der Aktivität dieser Fliegen angefangen hat. Hier müssen darüber hinaus weitere Maßnahmen ergriffen werden.

Insektennetze über die Bäume spannen

Ebenfalls ein Mittel, dass sich nur für kleinere Bäume oder aber für Teilabschnitte eines Kirschbaumes eignet: Das Schützen der Früchte mit Hilfe eines entsprechenden Netzes. Netze, die für den Schutz vor der Kirschfruchtfliege geeignet sind, findet man in jedem Baumarkt mit einer guten Gartenabteilung. Allerdings muss man darauf achten, dass die Maschen dabei nicht zu breit angelegt sind. Die Maschenstärke sollte nicht mehr als 1,8 mm betragen – in manchen Obstbauernbetrieben werden sogar Netzte mit einer Maschenstärke von weniger als 1 mm verwendet. Bei breiteren Löchern im Netz besteht die Gefahr, dass die Kirschfruchtfliege einfach durch die Maschen hindurchschlüpft und ihre Eier trotzdem in die Kirschen ablegt. Das Netz ist im Übrigen auch ein guter Schutz gegen Vögel.

Wie erwähnt eignet sich ein solches Netz hervorragend für kleinere Kirschbäume. Bei alten Baumbeständen, die teilweise die Höhe eines Hauses übersteigen und sehr ausladende Äste haben, wird es schwer mit einem Netz die komplette Baumkrone zu schützen. Hier lohnt es sich kleinere Teile des Baumes mit einem solchen Netz zu schützen – die Menge an Kirschen die an den geschützten Teilbereichen hängt reicht oftmals für den Verzehr im eigenen Haushalt aus.

Verhindern der Verpuppung und Vernichtung der Maden / Puppen

Die Maden der Kirschfruchtfliege lassen sich entweder von den zerfressenen Kirschen aus auf den Boden fallen oder fallen zusammen mit den Kirschen vom Baum und verkriechen sich dann in der Erde, wo sie sich verpuppen und schließlich auf das nächste Jahr warten um dann als Kirschfruchtfliegen wieder ihre Eier in die neuen Kirschen zu legen. Wenn man sichergehen möchte, dass im Folgejahr so wenige Kirschfruchtfliegen wie möglich durch den heimischen Garten streifen, gibt es eine einfache Möglichkeit das sicherzustellen. Man legt eine Plane oder ein Vlies unter den Kirschbaum, sodass alle herabfallenden Kirschen und alle Maden, die auf den Boden fallen, nicht direkt mit der Erde in Kontakt kommen, sondern auf dieser breit ausgelegten Unterlagen landen. Anschließend fegt man täglich mindestens einmal das, was sich auf der Unterlage gesammelt hat zusammen, wirft Maden und Fallobst in einen durchsichtigen und fest verschließbaren Müllbeutel und lässt diesen in der Sonne stehen. Durch die entstehende Wärme sterben die Maden ab und der Inhalt des Beutels kann nach einigen Tagen auf den Kompost gegeben werden. Noch sicherer und mit deutlich weniger Qualen für die Tiere verbunden, ist es, Fallobst und heruntergefallene Maden direkt in der Bio Tonne zu entsorgen. So verringert man die Population der Kirschfruchtfliegen im eigenen Garten erheblich und kann im nächsten Jahr davon ausgehen, dass Gelbfallen ausreichen, um die meisten Kirschen von einem Befall der Kirschfruchtfliege zu bewahren.

Und wenn die Maden bereits in den Kirschen sind?

Mancher Kirschliebhaber ekelt sich, wenn er eine Kirsche öffnet und eine Made kriecht durch das Fruchtfleisch der Kirsche. Andere sagen, dass das ein ganz natürlicher Vorgang ist und letztlich ein Madenbefall ein Zeichen dafür ist, dass im Garten keine unnötige Chemie verwendet wird. Essen möchte man die Made der Kirschfruchtfliege trotzdem nicht unbedingt mit, wenn man eine Schale Kirschen genießt. Es gibt nicht viele Möglichkeiten Kirschen, die von Maden befallen sind, von diesen zu befreien. Natürlich kann man die Kirschen jeweils öffnen, die Made und den Kern entfernen und dann die entkernte Kirsche essen. Das ist aber recht umständlich.

Die einzige echte Alternative ist ein Wasserbad der Kirschen. Wenn Kirschen für mehr als zehn Minuten im kalten Wasser liegen, fangen sie an das Wasser in sich aufzunehmen. Wenn sich Kirschen mit Wasser vollsaugen, ist das für die Made in der Kirsche alles andere als angenehm – die Folge ist, dass die Made die Kirsche verlässt. Schon nach kurzer Zeit werden Sie, wenn Sie es ausprobieren, eine ganze Menge kleiner Maden an der Wasseroberfläche schwimmen sehen. Diese können Sie abschöpfen und in die Biotonne werfen. Allerdings muss man festhalten, dass mit dieser Methode nicht zwangsläufig alle Kirschen wirklich wurm- oder Madenfrei werden. Manche Made ist hartnäckiger als andere und bleibt einfach in der Kirsche. Ein echtes Patentrezept gibt es hier nicht. Aber wenn man nicht die komplette Ernte wegwerfen will, weil man eben von außen nicht sehen kann, welche Kirschen von Maden befallen sind und welche nicht und wenn man bereits festgestellt hat, dass die meisten Kirschen einen Bewohner haben, dann ist es auf jeden Fall einen Versuch wert. Der Erfolg liegt bei mehr als 75 Prozent.

Fazit:
Wenn der Kirschbaum von Kirschfruchtfliegen befallen ist, ist das nichts womit man sich einfach abfinden muss. Viel mehr gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie man die Kirschfruchtfliege und Ihre Maden wieder loswerden kann. Angefangen von kluger Voraussicht bei der Pflanzung eines Kirschbaumes, bis hin zu effektiven und sinnvollen Maßnahmen zur Vermeidung eines Madenbefalls des bestehenden Kirschbaumbestandes.


Foto1: © feuerpferd1111 - Fotolia.com

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